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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.09.2023

Familiendrama vs. Klimawandel

Blue Skies
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Endlich einmal ein Roman, der den Klimawandel thematisiert, ohne eine düstere, dystopische Lektüre zu sein. Hier geht es um eine Familie, die teils sowohl an der Küste Kaliforniens als auch an der Küste ...

Endlich einmal ein Roman, der den Klimawandel thematisiert, ohne eine düstere, dystopische Lektüre zu sein. Hier geht es um eine Familie, die teils sowohl an der Küste Kaliforniens als auch an der Küste Floridas leben. Keiner der beiden Küsten geht mit den starken Winden, der Hitze und den Bränden in Kalifornien und dem Dauerregen in Florida wirklich gut. Doch irgendwie ist die Familie zwar leicht besorgt über die klimatischen Veränderungen, aber sie bleiben trotz allem ihrem Lebensstil treu.
Bei Blue Skies bin ich zwiegespalten. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und komplex. Aber ist es eine einfache Familiengeschichte oder eine Kontroverse zum Thema Klimawandel? Hier hätte der Autor sich mehr positionieren müssen, um dem Roman die entscheidende Richtung zu geben. Alles in allem ist dieser Roman mit seinem Weltuntergangsszenario jedoch eine interessante und unterhaltsame Lektüre. Allen, die sich für das Thema Klimawandel mit einem Spritzer schwarzem Humor erwärmen können, kann ich dieses Buch empfehlen.

Veröffentlicht am 30.08.2023

Gesellschaftskritischer Roman, verpackt im Fantasy-Genre

Babel
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„Babel“ wird aus der Sicht von Robin Swift erzählt. Im Jahr 1828 verlor Robin Swift seine Familie durch die Cholera und wurde daraufhin von dem geheimnisvollen Professor Lovell nach London gebracht, um ...

„Babel“ wird aus der Sicht von Robin Swift erzählt. Im Jahr 1828 verlor Robin Swift seine Familie durch die Cholera und wurde daraufhin von dem geheimnisvollen Professor Lovell nach London gebracht, um hier Student in Babel zu werden. Am Königlichen Institut für Übersetzung der Universität Oxford wird mittels Magie Sprache als wichtiges Mittel der Grundpfeiler von Geschichte und Kultur eingesetzt, damit England seine koloniale Vorherrschaft nicht verliert. Doch auch Babel selbst ist nicht frei von Herrschaften und Hierarchien, was Robin alsbald am eigenen Leib feststellen muss.

Die Charakterisierung der verschiedenen Personen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen und auch die damit verbundenen differenzierten Ansichten sind dabei gut gelungen. Denn die Autorin spricht hier so Themen wie Sprache, Kampf der Kulturen, Sexismus, Kolonialismus, Rassismus, Diskriminierung, physische und emotionale Gewalt an, die diesen Roman nicht nur interessant und fesselnd machen, sondern dem Leser auch einiges zum Nachdenken bietet.

Es ist ein gut geschriebener Roman mit einer historischen Botschaft, die sich auf die Gegenwart übertragen lässt. Doch trotz der beschriebenen Magie, die auch im Verlauf des Romans entscheidend sein wird und so typisch für Fantasyromane ist, ist der Grundtenor dieses Buches aber eher die soziale und imperialistische Kritik, mit dem Manko dem Leser nicht genug Raum zu geben selbst zu denken, sondern ihn belehren zu wollen.

„Babel“ ist letztlich ein gesellschaftskritischer Roman, der ins Fantasy-Genre gepackt ist, aber der eventuell nicht den Geschmack eines jeden Fantasy-Fans treffen könnte?!? Aber werft selbst einen Blick ins Buch und bildet euch eine eigene Meinung. Meine Empfehlung bekommt das Buch trotz meiner Kritikpunkte und gute 3 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 30.08.2023

Wendungsreicher, dramatischer Thriller

ANGST
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Hat Mia einen Stalker, oder bildet sie sich die Gefahr, die sie nach dem Treffen mit Viktor immer häufiger verspürt nur ein? Dem Autor gelingt es dieses Unbehagen auch auf mich als Leser zu übertragen, ...

Hat Mia einen Stalker, oder bildet sie sich die Gefahr, die sie nach dem Treffen mit Viktor immer häufiger verspürt nur ein? Dem Autor gelingt es dieses Unbehagen auch auf mich als Leser zu übertragen, wobei ich mir nie sicher bin, wie weit ich Mia glauben schenken kann. Dieses Hin und Her in der Wahrnehmung macht den Reiz dieses Thrillers aus. Dabei versteht es der Autor gut die Spannung immer wieder anzuheben. Erst fühlt man sich mit Mia sicher und gut aufgehoben nur um im nächsten Moment wieder etwas völlig Abnormes zu erleben.
Der Thriller liest sich flüssig und angenehm und bekommt sein Tempo durch die raffiniert erzählten Kapitelenden, die einen einfach zum Weiterlesen verleiten. Die einzelnen Figuren fand ich gut charakterisiert und Berlin als Schauplatz mit seiner ganz eigenen Atmosphäre passt echt super zu dieser wendungsreichen Story. Auch wenn aus meiner Sicht einige Passagen vorhersehbar waren und auch zum Schluss hin die Geschichte ein wenig zu offensichtlich „passend“ gemacht war, ist „Angst“ alles in allem ein handwerklich gut gemachter Thriller, den ich hiermit gern weiterempfehle und mit 3 von 5 Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 30.08.2023

Gute Fortsetzung

Keeper of the Lost Cities – Der Angriff (Keeper of the Lost Cities 7)
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Wir treffen Sophie, Fitz, Keefe, Dex, Biana, Tam, Linh und all die anderen zu Beginn des Prozesses gegen Alvar, den älteren Bruder von Fitz und Biana, der sie an die Unsichtbaren verraten hat. Es ist eine ...

Wir treffen Sophie, Fitz, Keefe, Dex, Biana, Tam, Linh und all die anderen zu Beginn des Prozesses gegen Alvar, den älteren Bruder von Fitz und Biana, der sie an die Unsichtbaren verraten hat. Es ist eine wahre Freude, wieder an ihrer Seite zu sein.
Wir erfahren eine Menge neuer Dinge, vor allem über das berühmte Erbe der Vackers. Nur leider tappen Sophie und die anderen immer noch im Dunkeln, was die Aktionen der Unsichtbaren angeht. Das ist nicht nur für sie, sondern auch für uns Leser frustrierend, da sie von Niederlage zu Niederlage eilen.
Obwohl dieser Band mit einem Angriff auf Sophie und Fitz einen rasanten Start hatte, verlief der Rest der Handlung etwas schleppend. Wir fanden die Genesung von Sophie und Fitz etwas langatmig erzählt, da dadurch Tempo und Spannung der Handlung verloren gingen.
Auch wenn uns dieser Band nicht ganz so toll gefallen hat wie seine Vorgänger, hatten wir dennoch Spaß beim Hören und freuen uns schon auf die Fortsetzung. Wir vergeben für diesen 7. Teil lieb gemeinte 3 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 29.08.2023

Temporeicher Thriller, dem es an Tiefe fehlt

Plagiat
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Der Klappentext verspricht einen interessanten und spannenden Thriller. Doch das Plagiat, welches zum Aufhänger für all die tödlichen Machenschaften werden soll, wird in seiner Konsequenz dann leider nicht ...

Der Klappentext verspricht einen interessanten und spannenden Thriller. Doch das Plagiat, welches zum Aufhänger für all die tödlichen Machenschaften werden soll, wird in seiner Konsequenz dann leider nicht näher beleuchtet. So erfährt man eigentlich nichts über mögliche Auswirkungen auf die Arbeit des „Internationalen Komitee für Wirtschaft, Technologie und Fortschritt“ oder der Verursacherin selbst. Hier hätte der Autor mehr in die Tiefe gehen und die Beweggründe deutlicher herausstellen müssen. So verfolgen wir letztlich nur Carla bei ihrer Suche nach dem Wer und Warum zum Tod ihres Bruders. Diese Passagen sind dann zwar temporeich erzählt, wirken aber auf mich auch nicht immer authentisch. In jeder noch so prekären Lage findet Carla Unterstützer und uneigennützige Helfer, so dass sie im Vergleich zu anderen, immer wieder fast ungeschoren davon kommt. Und so verwundert es auch nicht, dass es für Carla ein zufriedenstellendes Ende gibt. Was mir als Leser jedoch vorenthalten wird, denn auch hier bleibt der Autor zu schwammig und oberflächlich bei der Auseinandersetzung mit der abgewendeten Bedrohungslage und dem Verbleib einiger Protagonisten.

Fazit: Dank der zahlreichen Handlungsorte, entwickelt sich zwar eine temporeiche Geschichte, die es aber leider nicht schaffte mich absolut mitzureißen. Als Politthriller bot er gerade bei den politisch relevanten Passagen von Beginn an zu wenig Hintergrundinformationen und die Figuren waren mir auch zu stereotyp. Ich muss gestehen ich schwanke zwischen 2 oder 3 Sternen und bewerte „Plagiat“ letztlich mit aufgerundeten 3 von 5 Sternen, weil ich trotz aller Vorhersehbarkeit doch bis zum Ende durchgehalten habe, was ja vielleicht auch an der akzeptablen Erzählweise lag.