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Veröffentlicht am 20.09.2023

Drei reizende Damen ermitteln

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Bräutigam
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Judith Potts fühlt sich sehr geehrt, dass Sir Peter Bailey sie zur Party am Tag vor seiner Hochzeit einlädt. Allerdings ist sie auch ein bisschen verwundert, dass er das genau am Tag der Veranstaltung ...

Judith Potts fühlt sich sehr geehrt, dass Sir Peter Bailey sie zur Party am Tag vor seiner Hochzeit einlädt. Allerdings ist sie auch ein bisschen verwundert, dass er das genau am Tag der Veranstaltung macht. Sehr kurzfristig! Doch dann wird der Bräutigam von einem schweren Schrank erschlagen, während die Gäste im Garten ihren Champagner schlürfen. Alle glauben an einen schrecklichen Unfall, nur der Mordclub ahnt, dass hier ein Verbrechen vorliegt.

Hier bekommt man nicht nur einen britischen Krimi im Cozy Crime Stil, sondern auch eine Menge trockenen und leicht schwarzen britischen Humor. Die alten Damen sind einfach eine tolle Truppe und ich habe sie auf Anhieb ins Herz geschlossen. Sie handeln um Längen sinnvoller und überlegter, als so mancher angeblich erfahrener Ermittler in den aktuell so beliebten Krimi- und Thriller-Reihen. Es macht unbeschreiblich viel Spaß, den Damen bei ihrem Tun über die Schulter zu sehen und mitzuraten. Die Wendungen, die Robert Thorogood eingebaut hat, sind schlau, spannend, interessant und völlig überraschend, aber dennoch in sich stimmig.

Judith ist schon eine Marke für sich, aber ihre Freundinnen Suzie und Becks und das Privatleben aller drei Figuren, runden das Trio super ab. Jede einzeln ist toll, aber als Trio sind sie genial. Der Autor hat entzückende Damen entstehen lassen und lässt die Örtlichkeiten und Szenen gekonnt vor dem geistigen Auge entstehen. Man hat keine Mühe, sich alles bildlich vorzustellen. Das Kopfkino läuft bestens! Obwohl ich den ersten Band leider (noch) nicht genossen habe, kam ich sofort in die Story und habe auch nicht das Gefühl, mir fehlt Vorwissen. Auf den ersten Fall wird auch nur insofern eingegangen, als dass erwähnt wird, dass der Mordclub ihn erfolgreich aufgeklärt hat. Das finde ich prima!

Ein ganz besonderes Lob geht auch an Christine Prayon. Sie hat das Hörbuch wunderbar eingelesen und allen Figuren passende Stimmen gegeben, ohne gekünstelt zu wirken. Ich habe ihr super gerne zugehört!

Bleibt zu sagen: Dieser humorvolle Cozy-Crime ist von Anfang bis Ende unterhaltsam und hat genug Spannung, um nicht rein ins Humor-Genre zu fallen. Ich hatte riesig Spaß und werde die Reihe jetzt definitiv im Auge behalten! Ganz klar fünf Sterne.

#argonverlag

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Veröffentlicht am 14.09.2023

So urkomisch, so tragisch, so wunderbar!

Kleine Probleme
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Lars ist 49 Jahre alt und wollte in der letzten Woche des Jahres noch alles schnell erledigen, das schon so lange aufgeschoben wurde. Und dann ist plötzlich der 31. Dezember und die Uhr tickt so laut, ...

Lars ist 49 Jahre alt und wollte in der letzten Woche des Jahres noch alles schnell erledigen, das schon so lange aufgeschoben wurde. Und dann ist plötzlich der 31. Dezember und die Uhr tickt so laut, dass er es nicht mehr überhören kann. Da bleibt nur noch das Scheitern, also besser gar nicht erst anfangen. Oder doch?

Dieses Buch ist ein wahres Juwel! Es bringt so wunderbar auf den Punkt, dass das Aufschieben immer so viel leichter ist, als endlich in die Puschen zu kommen. Und dass sich das dann immer mehr summiert und Kreise zieht, die so hohe Wellen schlagen, dass man darin nur untergehen kann. Unser Protagonist hat einen unschlagbaren Grund, an nur einem Tag all das zu erledigen, das er ein Leben lang vor sich hergeschoben hat. Den Grund erfahren wir jedoch erst relativ spät, wodurch all die lustigen Stellen plötzlich anders aussehen.

Wir bekommen im Grunde von Lars erzählt, was in ihm vorgeht, was er tut (oder eben auch nicht) und was er noch tun muss. Die Kapitel sind quasi die Punkte auf seiner Liste. Es fängt mit dem Kapite Antworten an. Wie wichtig es ist, versteht man am Ende des Buches. Urkomisch geht es mit dem Aufbau eines Bettes weiter. Hier liebte ich jedes Wort und fand Lars einfach nur unwiderstehlich! Im Laufe der weiteren Kapitel mag man nicht nur lachen, sondern auch immer mal wieder weinen. So langsam ahnt man, dass Lars selbst nicht weiß, wie er sich das Ende wirklich vorstellt. Je aussichtsloser die Lage scheint, desto mehr strampelt und kämpft Lars, und wenn es noch so unsinnig und unlogisch ist.

Nele Pollatschek arbeitet hier gekonnt mit der Sprache. Sie lässt Lars Dinge nur halb sagen, nur halb denken, immer wieder Sätze abbrechen oder auch mittendrin umkehren und neue Wege gehen, ihn Wörter erfinden und die wahnwitzigsten Lösungen erdenken. Das strengt teilweise natürlich enorm beim Lesen an, zeigt aber wunderschön den psychischen Zustand von Lars, seine innere Zerrissenheit und seine Angst. Dass dann irrwitzige Theorien und Lösungen entstehen, ist nur stimmig. Der Hammer jedoch ist, dass aller Irrwitz einen dicken, fetten logischen und sinnvollen Kern hat. Das als Leser zu erkennen, sich selbst im einen oder anderen Satz wiederzuerkennen, das raubt den Atem und sorgt dafür, dass man nicht aufhören mag, zu lesen. Selbst wenn man am Punkt ankommt, an dem man Lars schütteln möchte, muss man einfach sehen, wo er landet.

Wer den Wert eines Ringes, der aus Papier und einer Nieze besteht, zu schätzen weiß, der wird das Buch lieben. Ich befürchte aber, dass viele nur den Kopf schütteln werden und nichts mit Lars anfangen können. Das finde ich schade, denn Lars ist mein Held des Jahres. Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 11.09.2023

Farbfächer und Bananenmuffins

Mein schrecklich schönes Leben
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Cassandra Penelope Dankworth erlebt einen absoluten Katastrophentag – alles geht schief, die Beziehung und der Job liegen in Scherben vor ihr. Doch dann taucht ihr Ex auf, als sei nix geschehen, führt ...

Cassandra Penelope Dankworth erlebt einen absoluten Katastrophentag – alles geht schief, die Beziehung und der Job liegen in Scherben vor ihr. Doch dann taucht ihr Ex auf, als sei nix geschehen, führt sie zum Essen aus und alles wiederholt sich. Cassandra erkennt, dass sie wohl eindeutig in einer Zeitschleife gefangen ist. Also nutzt sie diese Tatsache und versucht, ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Aber schnell merkt sie, dass es gar nicht so einfach ist, zu wissen, wo der Fehler steckt!

Das Buch ist wirklich toll, aber es fordert den Leser auch immens. Holly Smale ist es gelungen, Cassandra auf den Leser ganz genau so wirken zu lassen, wie sie das bei allen ihren Mitmenschen tut. Dass da noch ein Geheimnis sein muss, weiß man schnell und früh, aber was genau das ist, verheimlicht Cassandra. Dass sie jedoch durch ein tragisches Unglück vor zehn Jahren ihre Eltern verloren hat und seither traumatisiert ist, ahnt man schnell.

Cassandras Zeitreisen sind anstrengend – auch für sie selbst. Man ahnt, worauf das Ganze hinauslaufen wird, liegt damit auch nicht ganz falsch, aber Holly Smale hat für den Leser noch die eine oder andere Überraschung parat. So, wie sich schnell das Cover erklärt, wenn man nur ein klein wenig auf Cassandra eingeht, passen auch alle anderen Puzzlestücke zusammen und ergeben ein wunderbares Bild. Besonders schön finde ich in diesem Zusammenhang auch die Danksagung der Autorin. Liest man am Ende die Texte auf den Klappen, wird einem so einiges klar.

Ja, das Buch bzw. die Geschichte ist zwischenzeitlich etwas anstrengend und wirr. Aber wer dranbleibt, wird erkennen, dass das genauso sein muss. Alles andere wäre nicht stimmig und unangemessen. Und ich verspreche: Wer durchhält, wird Cassandra am Ende unglaublich lieben!

Holly Smale bringt hier eine wichtige Botschaft rüber und das in einer wunderbaren Umgebung, mit herrlichen Protagonisten und in einer modernen, aber nicht flapsigen Sprache. Zum Glück ist dieses Buch auch kein Abklatsch von „Und täglich grüßt das Murmeltier“, sondern lässt Cassandra innerhalb der letzten vier Monate zeitlich zurückspringen, wohin sie will. Wichtig und gut geschildert finde ich die Folgen davon. Auch Cassandra muss diese irgendwann erkennen – und noch so viel mehr!

Kurz und gut – dieses Buch behandelt sehr viel mehr, als man auf den ersten Blick meint. Es hat einige wichtige Botschaften. Dabei ist es unterhaltsam und völlig anders, als alles, was ich bisher gelesen habe. Und darum bekommt es von mir auch die vollen fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 07.09.2023

Im Backofen kann man auch prima kochen!

Kochen mit Christina
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So langsam macht mir Christina Bauer echt Angst. Ich liebe ihre Rezepte, ihre Backbücher und ihre Art. Sie ist rundum sympathisch und schafft es, gelingsichere Rezepte zu veröffentlichen, als sei das völlig ...

So langsam macht mir Christina Bauer echt Angst. Ich liebe ihre Rezepte, ihre Backbücher und ihre Art. Sie ist rundum sympathisch und schafft es, gelingsichere Rezepte zu veröffentlichen, als sei das völlig selbstverständlich.

Auch dieses neue Buch überzeugt wieder rundum. Nein, sicher schmeckt nicht jedem alles, aber jeder findet eine ganze Reihe Rezepte nach dem eigenen Geschmack. Mich hat sofort der Krautstrudel fasziniert und ich habe ihn schon mehrfach gebacken – auch mit Abwandlungen, die bei den Rezepten der Autorin fast ausnahmslos möglich sind.

Die meisten Rezepte machen nicht allzu viel Aufwand, aber dass auch Schnibbelarbeit Zeit benötigt, sollte man einkalkulieren. Auch wird nicht ausschließlich der Backofen benutzt. Bei einer ganzen Reihe von Rezepten wird zumindest ein Teil klassisch auf dem Herd vorbereitet. Doch insgesamt werden alle Gerichte im Backofen fertiggestellt. Das heißt auch, dass man fast alle Gerichte prima vorbereiten kann, wenn man Zeit hat. Zur gewünschten Zeit wird dann der Backofen vorgeheizt, das vorbereitete Essen hineingegeben und während der Backzeit ist Familienzeit oder Zeit für den Besuch.

Auch dieses Buch startet mit einem kleinen Theorie-Teil. Ein besonderer Punkt ist dabei die Wochenplanung. Mir leuchtet ein, was damit bezweckt werden soll, allerdings klappen bei mir persönlich solche Pläne selten, ganz einfach deshalb, weil der Appetit etwas anderes möchte. Das ist aber kein Problem, ich habe vieles vorrätig und Geschäfte ganz in der Nähe.

Die Kapitel Tiptop Teig: Grundrezepte; Jetzt aber fix: Wenn es schnell gehen muss; So sweet: Wenn du Lust auf Süßes hast; Hereinspaziert: Wenn Besuch zum Essen kommt; Basics und Beilagen: Wenn es die Extraportion braucht; Spar dir Herdzeit: Wenn wirklich jede Minute zählt; Aus Eins mach Zwei: Wenn du nicht von null starten willst und Es grünt so grün: Wenn es mal vegetarisch sein soll sind alle klassisch aufgebaut mit Zubereitungszeit, Backzeit, Backtemperatur, Zutatenliste (mit Angabe der Personenzahl und dem benötigten Gefäß) und den gut beschriebenen Arbeitsschritten. Fast immer gibt es auch noch am Ende einen Tipp. Gekrönt wird dann alles mit einem – mir sehr wichtigen – Foto des Gerichts. Ganz lassen kann Christina es nicht – es findet sich auch ein Brotrezept!

Die Zutaten sind wunderbar alltagstauglich, nichts ist exotisch oder schwer aufzutreiben. Vieles hat man immer im Haus und in der Speisekammer. Die Arbeitsschritte sind nicht wirklich kompliziert. Besonders toll finde ich die Grundrezepte. Die Autorin hat das Backofenkochen nicht neu erfunden, aber sie zeigt, wie lecker man so kochen kann und wie lecker die einfache Küche sein kann. Gute Zutaten und Liebe ergeben gesunde, leckere Gerichte. Ich bin wie immer begeistert und ja, ich gebe fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 07.09.2023

Wer braucht da noch Tütchenwürze?

Fix ohne Fix (Band 2) - schnelle Familienrezepte der SPIEGEL-Bestseller-Autorin Sandra Franitza von Sandras Kochblog
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Ein weiteres Buch, um die Tüten-Gewürze, die keiner braucht, ganz einfach selbst zu kochen, schnell und familientauglich, das finde ich einfach toll! Wieder zeigt Sandra Franitza, dass es kein Hexenwerk ...

Ein weiteres Buch, um die Tüten-Gewürze, die keiner braucht, ganz einfach selbst zu kochen, schnell und familientauglich, das finde ich einfach toll! Wieder zeigt Sandra Franitza, dass es kein Hexenwerk ist, die Gewürze selbst zu den Zutaten zu geben und das Kochen so frisch, lecker und ebenso schnell, wie mit den teuren Tüten geht. Und da ich kein Freund von Blogs bin, freut es mich natürlich umso mehr, dass der Heel-Verlag das Buch herausgebracht hat.

Leider verwendet die Autorin auch in diesem Buch wieder Gemüsebrühpulver und Schmelzkäse. Wenigstens verzichtet sie auf Creme fine und nutzt echte Sahne. Konsequenter wäre, wenn auch diese beiden Produkte verbannt werden würden. Sehr gefreut habe ich mich dennoch über eine Suppe, die ich seit frühester Kindheit liebe, ganz besonders wenn ich kränkle oder Seelentrost brauche: Tomatensuppe mit Reis! Insgesamt sind die Zutaten überschaubar, nicht exotisch und überall gut zu bekommen.

Hier geht es um leckere, recht problemlose und schnelle Gerichte. Da sollten Nährwerte Nebensache sein und darum freut es mich sogar sehr, dass auf diese Angaben verzichtet wurde. Wollte man unbedingt moppern, könnte man noch sagen, dass die Angabe des Zeitaufwandes insgesamt bei den Rezepten sehr schön gewesen wäre. Durch die Bemerkungen der Autorin habe ich mal die Tütchen-Regale genauer angesehen und tatsächlich – da hat sich das Programm wohl deutlich geändert. Ich habe mich vor ein paar Jahren gern von den Namen der Gerichte zum Selbstkochen inspirieren lassen. Einige Sorten, die mir früher immer aufgefallen waren, gibt es gar nicht mehr. Umso schöner finde ich, dass die nachgebauten Rezepte hier im Buch zu finden sind.

Ebenfalls erwähnen möchte ich die Fotos. Die sind mir bei Rezepten immer super wichtig, denn ich lasse mich von der Optik am meisten ansprechen. Rezepte ohne Foto fallen bei mir automatisch durchs Raster und werden ignoriert. Hier wurde nicht enorm gestylt. Viele Fotos ähneln sich vom Geschirr und dem Untergrund sehr, nur die Speisen sehen anders aus. Das fällt mir positiv auf, denn der Fokus liegt ja auf dem Rezept und zu Hause nutzt man ja ebenfalls immer wieder dieselben Töpfe, Pfannen und Teller. Deshalb sprechen mich diese Fotos noch mehr an – es ist eben, wie zu Hause!

Auch wenn ich selten bis gar nie solche Fix-Tüten genutzt hatte (einige nur, um herauszufinden, wie es schmecken soll) und seit Jahren gar nicht mehr, finde ich die Idee, die Rezepte nachzubauen und eine Kochbuch-Reihe daraus zu machen, großartig. Ganz besonders, weil die meisten Gerichte ohne großen Aufwand gekocht werden können und kein Chichi brauchen. Unterteilt in die Kapitel Ofengerichte, die jeder liebt; Lecker mit Geflügel; Pasta für die ganze Familie; Gutes aus Pfanne und Topf und Suppen, Snacks und Beilagen finden sich 57 abwechslungsreiche Rezepte, die sich zwar zum Teil denen aus dem ersten Buch ähneln, aber dennoch stark genug unterscheiden, um völlig anders zu sein.

Ja, ich mag das Buch! Und diesmal drücke ich auch bei Gemüsebrühpulver und Schmelzkäse ein Auge zu und gebe fünf Sterne!

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