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Veröffentlicht am 19.11.2023

Was macht (k)einen guten Menschen aus?

Kein guter Mann
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Dieses Buch ist wie der Hauptprotagonist selbst. Auf den ersten Blick hat man ein klares Bild davon, was einen erwartet. Doch je mehr man sich auf beides einlässt, umso deutlicher wird, wie sehr man sich ...

Dieses Buch ist wie der Hauptprotagonist selbst. Auf den ersten Blick hat man ein klares Bild davon, was einen erwartet. Doch je mehr man sich auf beides einlässt, umso deutlicher wird, wie sehr man sich vom ersten Eindruck täuschen lässt.
Walter ist Postbote mit Leib und Seele. Mit seiner Überkorrektheit und Regelkonformität, die er akribisch auch von anderen einfordert, eckt er natürlich im Privaten sowie Beruflichen ziemlich an. Er ist geschieden, das Verhältnis zu seinen Kindern mehr als angespannt. Seine Chefin möchte ihn einfach nur in den Vorruhestand schicken. Als letzten Ausweg bleibt ihm nur die Versetzung in die Christkindfiliale. Für einen beinahe misanthropen Menschen wie Walter, scheint dies die Höchststrafe zu sein. Doch als ihn der Brief vom kleinen Ben erreicht, verändert dies das Leben beider. Beginnt hier ein Weihnachtswunder? Es scheint alles nach dem altbekannten Schema abzulaufen. Ein griesgrämiger alter Mann, wird durch den Einfluss eines Kindes an Weihnachten mit der Welt versöhnt und für beide wird am Ende alles gut. Doch lasst euch nicht täuschen. Dies ist bei Weitem kein Weihnachtswohlfühlroman, wie man ihn sonst kennt. Es kommen viele ernste Themen zu Sprache, die mir auch im Nachhinein noch sehr unter die Haut gingen.
Trotz seiner zynischen Art, war mir Walter von Anfang an sehr sympathisch oder vielleicht gerade auch deswegen. Ich ertappte mich sogar zu Beginn dabei, dass ich mir wünschte, er wäre noch etwas bissiger in seinen Äußerungen. Dennoch ist Walter schon sehr direkt und sagt frei heraus, was er denkt, ohne darauf zu achten, ob er die Gefühle anderer damit verletzten könnte. Eigentlich ist es ihm schlichtweg egal was andere von ihm denken. Trotzdem spürt man bei Walter, besonders in Bezug auf seine Familie eine tiefe Verbitterung. Man könnte meinen, dass er es durch die Art wie er seine Mitmenschen behandelt verdient hätte allein zu sein. Doch wird niemand so geboren. Zum größten Teil formt erst das Leben selbst einen Menschen. So ist es auch bei Walter. Die Rückblicke seines Lebens nehmen einen Großteil der Geschichte ein. Auch wenn einige Passagen belanglos erscheinen, so ist doch jedes Puzzleteil wichtig, um am Ende das große Ganze erkennen zu können. Man lernt Walter als jungen Burschen kennen, der freundlich, beliebt und voller Träume war. Er war zeit seines Lebens stets ein loyaler Mensch, der die Bedürfnisse und Wünsche anderer stets über die seine gestellt hat.
Und in den Augen anderer war er immer ein guter Mann. Doch was macht einen zu einem guten Menschen? Ist es unser Wesen, unser Leben an sich oder ist es die Gesellschaft, die uns diesen Titel verleiht? An Walter merkt man nur zu deutlich, wie schnell man vor anderen in Ungnade fallen kann. Gerade gefährliches Halbwissen und verletzte Gefühle tragen meist dazu bei. Diese Stigmatisierung kann das ganze weitere Leben prägen. Es machte mich betroffen und wütend, womit sich Walter alles konfrontiert sah. Und je mehr ich in seine Vergangenheit eintauchte, desto bedeutsamer wurde mir sein Lieblingssatz „Nicht meine Schuld“, der sich wie ein Mantra durch sein gegenwärtiges Leben zog. Der kleine Ben war ein sehr faszinierender Charakter. Trotz der Last auf seinen Schultern war Ben so unfassbar freundlich und hoffnungsvoll. Ich bewundere ihn für seine innere Stärke und Verantwortungsbewusstsein. Sein Schicksal ging mir sehr nah.
Die Konversationen zwischen Walter und Ben waren trotz der Schwere sehr unterhaltsam. Diese auch optisch in Briefform darzustellen mochte ich sehr. Mir gefiel es außerdem, dass Walter zwischendurch Gewissensbisse hatte, sich als Gott in Bens Leben einzumischen. Denn, wie er einige Male feststellen musste, ist gut gemeint nicht immer auch gut gemacht. Ich bin sehr froh, dass die Beiden sich gefunden haben. Man könnte es glatt Schicksal nennen. Aber macht es nicht auch ein wenig traurig, dass man durch eine fremde Person manchmal mehr Halt findet, als durch einen Nahestehenden?
Der Schreibstil war sehr angenehm und flüssig. Humor und Tragik waren gut herausgearbeitet. Ich habe die Personen und deren Gefühle förmlich spüren können. Der unaufgeregte Erzählstil machte die Schwere der angesprochenen Themen sehr dramatisch. Die psychologischen Aspekte gaben die besondere Spannung. Dennoch hatte die Geschichte ein paar Längen.
Besonders das Ende hat mich schwer getroffen und ich weiß bis heute nicht, wie ich damit umgehen soll. Es traf mich völlig unvorbereitet und ließ mich ein wenig zerbrochen zurück. Wie ich anfangs schon sagte, dies ist kein Weihnachtswohlfühlroman.

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Veröffentlicht am 24.09.2023

Ein Märchen für Groß und Klein

Heldenhörnchen und Drachenfreund
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Das kleine Eichhörnchen lebt mit vielen anderen Tieren zusammen auf einer Lichtung. Zum ersten Mal erlebt es den Herbst und versucht es zu verstehen. Die anderen Tiere im Wald sind ihm dabei keine große ...

Das kleine Eichhörnchen lebt mit vielen anderen Tieren zusammen auf einer Lichtung. Zum ersten Mal erlebt es den Herbst und versucht es zu verstehen. Die anderen Tiere im Wald sind ihm dabei keine große Hilfe. Erwachsenen ähnlich, nehmen sie die Gedanken des kindlichen Eichhörnchens nicht ernst und sehen mehr über ihn hinweg, als dass sie es wahrnehmen. Ständig wird ihm vorgehalten, was es doch alles nicht weiß. Niemand nimmt sich wirklich Zeit. Durch einen Zufall lernt das kleine Eichhörnchen einen Drachen kennen. Die Waldtiere haben große Angst vor diesem Ungeheuer und beschließen, dass das Eichhörnchen den Drachen fortbringen soll. Es versteht zwar deren Beweggründe nicht, doch um endlich einen Platz in der Gemeinschaft zu erhalten fügt es sich seiner Aufgabe. Während ihrer Reise kommen dem kleinen Eichhörnchen immer wieder Zweifel, ob das was er tut wirklich richtig ist. Als er endlich am Ziel seiner Wünsche angekommen ist, muss es aber feststellen, dass es trotzdem nicht glücklich ist.
Heldenhörnchen und Drachenfreund ist eine sehr poetische Geschichte für Groß und Klein. Die Art und Weise, wie hier Gefühle in kindlicher Logik erklärt werden ist einzigartig. Die Bildhaftigkeit der Sprache ist gewaltig und lädt zum Philosophieren über das wirklich ist ein. Die Geschichte an sich hat mich sehr berührt. Auch wenn das kleine Eichhörnchen nicht immer richtig gehandelt hat, so waren seine Handlungen doch für mich sehr nachvollziehbar. Es war so hin und hergerissen zwischen seinen Gefühlen und Wünschen. Es dachte wirklich, wenn es die Wünsche anderer erfüllt, dass man es dann mehr beachtet. Manchmal ist das was wir uns wünschen, nicht genau das was wir auch wirklichen brauchen. Und am Ende hat es das auch verstanden. Es hat gelernt für sich einzustehen und für andere Verantwortung zu übernehmen. Das kleine Eichhörnchen wusste es eigentlich vorher schon instinktiv aber durch den Druck von außen hat es sich sehr beeinflussen lassen. Die Reise mit dem Drachen hat es innerlich wachsen lassen, da es das erste Wesen war, das es ernst nahm und für wichtig ansah. Es hat viel über sich selbst gelernt. Manchmal ist es wichtiger, wer uns auf einer Reise begleitet, als der Weg oder das Ziel selbst.
Ich habe dieses Buch regelrecht gefühlt. Die Philosophie darin hallt noch lange nach und lässt einen schwer los. Ich empfehle dieses Buch allen, die sich auf das wirklich Wichtige besinnen wollen. Es handelt von Freundschaft, Angst, verschiedenen Arten von Einsamkeit und Mut. Es zeigt, das Zuhause kein Ort, sondern ein Gefühl ist.

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Veröffentlicht am 15.04.2023

Die Wahrheit ist immer Frage der Perspektive

STONE BLIND – Der Blick der Medusa
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Die Geschichte der Medusa ist jedem, der sich für die griechische Mythologie interessiert, weitestgehend bekannt. Ein junges unschuldiges Mädchen, das dem Narzissmus und Ränkespielen egozentrischer Götter ...

Die Geschichte der Medusa ist jedem, der sich für die griechische Mythologie interessiert, weitestgehend bekannt. Ein junges unschuldiges Mädchen, das dem Narzissmus und Ränkespielen egozentrischer Götter ausgeliefert war und schlussendlich zum Monster deklariert wurde. Perseus dagegen, ist im Gegenzug der strahlende Held, der die Menschheit von mehr als nur einer grausamen Kreatur befreit hat. Doch können wir dieser Version der Geschichte überhaupt vertrauen? Wird Geschichte nicht meist nur aus der Sicht der Sieger geschrieben? Genau wie eine Medaille zwei Seiten besitzt, so hat auch jede Geschichte meist mehr als nur eine Wahrheit.
In dieser Adaption darf Medusa erstmals ihre Geschichte zu größten Teilen, selbst erzählen. Sie ist hier keine Priesterin der Athene, sondern eine echte Gorgone, wenngleich sterblicher als ihre beiden Schwestern. Die Geschichte und Beziehung der Schwestern war für mich das absolute Highlight. Diese unsterblichen Wesen sind zunächst völlig überfordert, sich um dieses hilflose Bündel zu kümmern. Daraus ergaben sich zahlreiche ungewollt witzige Situationen. Es war so herzerwärmend mit zu erleben, wie die beiden an ihrer Aufgabe wuchsen, sich hingebungsvoll um Medusa sorgten und sogar zu menschlichen Gefühlen in der Lage waren. Gewissermaßen erinnerte mich dieser Teil an Maleficient und Aurora. Doch leider ist Medusa das mitunter berühmteste Beispiel für Täter-Opfer-Umkehr in der griechischen Mythologie. Geschändet, diffamiert und verflucht kann nicht einmal die Liebe ihrer Schwestern ihr Leid mindern. Dennoch verliert sie nicht ihre menschliche Seite.
Gleichzeitig lernen wir Perseus, Sohn des Zeus und Halbgott, kennen. In vermeintlich guter Absicht, muss er sich auf die Suche nach dem Kopf einer Gorgone begeben. Hierbei erhält er sogar göttlichen Beistand. Anfangs hatte ich wirklich mit beiden Mitleid, da sie ja eigentlich nur Spielbälle der Götter waren. Medusas Hass auf Perseus konnte ich zum Teil nachvollziehen, da er sie ja ermordete. Trotzdem kam ich nicht umhin mich zu fragen, weshalb sich ihr Hass so vehement auf seinen Charakter bezog. Erst im Laufe dieser „Heldenreise“ kam für mich Licht ins Dunkle. Perseus charakterlicher Wandel hat mich völlig verwirrt. War es Unwissenheit, menschliche Arroganz oder das Gefühl der Macht? Diese Frage kann ich nicht wirklich beantworten.
Zwischendurch kommen auch die Götter zu Wort und wir erfahren viel über ihre Taten. Dass die alten Götter grausam waren, war mir längst bekannt. Dennoch widert es mich jedes Mal aufs Neue an. Unsterbliche, gelangweilte, streit- und rachsüchtige Wesen, die selber der Hybris verfallen sind. Ohne ihre göttliche Macht sind sie nicht besser als so mancher Mensch.
Natalie Haynes Sicht der Geschehnisse hat mich wirklich überrascht und zum Nachdenken gebracht. Hier einige Zitate: „Wer entscheidet, was ein Monster ist? Was macht jemanden zu einem Monster? Wer entscheidet, wer der Liebe würdig ist? Ist ein Monster immer böse? Gibt es überhaupt so etwas wie ein gutes Monster? Denn was passiert, wenn ein guter Mensch zu einem Monster wird?“ Diese Fragen beschäftigen mich noch immer und werden noch lange nachklingen.
Der Aufbau der Geschichte ist wirklich eigenwillig und besonders. Auf den ersten Blick scheint es vielleicht seltsam zu sein, dass ein Buch dessen Hauptthema Medusa ist, so viele Nebenhandlungen und augenscheinlich irrelevante Details enthält. Für mich ergibt sich aber gerade daraus ein Gesamtbild. Es kommen außenstehende Beobachter, wie Tiere, mythologische Wesen und sogar Pflanzen zu Wort und geben noch ein Mal eine ganz neue Perspektive. Nachdem ich hinter das Geheimnis der Gorgoneion gelangte, war ich schon sehr beeindruckt.
Der Erzählstil passte sehr gut zur Handlung und unterstrich seinen mythologischen Charakter. Es gab mir das Gefühl, ein griechisches Epos zu lesen. An einigen wenigen Stellen schlich sich dann doch aber etwas Umgangssprache hinein, doch kann ich darüber hinwegsehen.
Ich bin überaus froh, dass Natalie Haynes Medusa eine Stimme gegeben hat, um ihre Geschichte zu verbreiten. Nur über das Ende, also das wirkliche Ende, bin ich etwas traurig. Einerseits scheint Medusa ihren Frieden gefunden zu haben, dennoch ist sie an dem Ort gelandet, an dem sie nie wieder sein wollte.
Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus. Lasst euch auf die Geschichte ein, seht über die Mauer und bildet euch eure eigene Meinung.

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Veröffentlicht am 22.03.2023

Ich bin gut so wie ich bin

Finni Fantastisch
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Finni ist ein zauberhaftes Fuchskind, dass seinen einzigartigen Charakter auch nach außen hin sichtbar macht. In farbenfroher Kleidung tanzt es wie ein Regenbogen durch die Welt. Dies bringt auch sein ...

Finni ist ein zauberhaftes Fuchskind, dass seinen einzigartigen Charakter auch nach außen hin sichtbar macht. In farbenfroher Kleidung tanzt es wie ein Regenbogen durch die Welt. Dies bringt auch sein näheres Umfeld zum Strahlen. Doch Finnis Individualität stößt auch auf Missfallen und immer öfter wird es mit kritischen Blicken und Worten konfrontiert. Natürlich geht das nicht spurlos an Finni vorbei. Das kleine Fuchskind wird immer unsicherer und versucht sich der Masse anzupassen, um nicht weiter abgelehnt zu werden. Dadurch verliert Finni aber ein wichtiges Stück seiner selbst. Je angepasster es wird, desto trauriger und leerer wird es innerlich. Finni wird allmählich farblos und verschmilzt mit der grauen Masse. Doch auch sein Umfeld verliert dadurch seinen Glanz und Fröhlichkeit. Unbewusst stärkt Finnis Umfeld sein Inneres und das Fuchskind erhält sein Strahlen wieder zurück.
Mir gefiel besonders, dass Finni bewusst kein Geschlecht zugeordnet wurde. So kann sich wirklich jedes Kind mit dem kleinen Fuchskind identifizieren. Außerdem ist ein extrovertierter Lebensstil keine Frage des Geschlechts.
Die gesamte Gestaltung ist genauso bezaubernd wie Finni selbst. Die Illustrationen sind nicht zu grell gestaltet und bieten eine klare Bildsprache, in Verbindung mit den kurzen einfachen Texten. Die Idee, Emotionen und Farben miteinander zu verknüpfen ist zwar nicht neu, passte hier aber sehr gut. Der schleichende Prozess von bunt und fröhlich zu farblos und innerlich leer, tat unheimlich weh.
Mit Finni erhält man einen sehr kindlichen Einblick in dieses hochsensible Thema. Die Geschichte lädt zum Philosophieren und Selbstreflektieren ein. Ich hoffe Finni zeigt all den engstirnigen Menschen, wie sehr man, allein mit Worten, einer Seele Schaden zufügen kann. Hier zeigt sich auch, wie wichtig Resilienzfaktoren sind. Besondere Menschen und Dinge um sich zu haben, um zur eigenen inneren Stärke zu finden.
Ich gebe eine Altersempfehlung von 3-4 Jahren. Natürlich werden auch ältere Kinder ihre Freude mit Finni haben, doch erwarte ich dafür mehr Diversität bzw. eine bessere Problemlösung.
Charaktere wie Finni sind wichtig, um nicht selbst im Alltagsgrau zu versinken.
Danke an alle Finnis, die unsere Welt bunter und strahlender machen.
„Nicht ich bin anders. Ihr seid alle gleich“

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Veröffentlicht am 24.02.2023

klein aber oho

Die kleine Rittereule
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Ich habe schon lange nicht mehr ein solch bezauberndes Kinderbuch lesen dürfen.
Eine kleine Eule träumt davon ein Ritter zu werden. Sie schafft es, das Unmögliche wahr werden zu lassen und ihren Traum ...

Ich habe schon lange nicht mehr ein solch bezauberndes Kinderbuch lesen dürfen.
Eine kleine Eule träumt davon ein Ritter zu werden. Sie schafft es, das Unmögliche wahr werden zu lassen und ihren Traum zu verwirklichen.
Dieses Buch zeichnet sich für mich durch einen hohen Mehrwert aus und ist aus pädagogischer Sicht sehr wertvoll.
Beim Betrachten dieses Buches fallen einem als erstes die liebevoll gestalteten Illustrationen auf. Sie wirken nicht überladen und sind selbsterklärend, d.h. sie würden auch ohne Text funktionieren. Die jeweiligen Texte sind relativ kurz. Dadurch bietet sich viel Raum für das eigene Erzählen, Bildbetrachtungen und sogar Philosophieren.
Die kleine Eule ist ein äußerst liebenswerter Charakter. Mit ihrer kindlichen Naivität kommt sie gar nicht auf die Idee zu scheitern. Man kann förmlich spüren, wie mit wie viel Stolz sie ihre Rüstung trägt. Es ist bewundernswert, wie sehr sie die ritterlichen Tugenden verinnerlicht hat und nach diesen auch handelt. Somit hat sie auch eine gewisse Vorbildwirkung.
Obwohl die Geschichte an sich nicht lang ist, enthält sie doch eine Vielzahl an wichtigen und lehrreichen Botschaften. Die kleine Eule verfolgt zielstrebig ihren Traum und lässt sich trotz Rückschlägen nicht entmutigen. Durch sie wird auch deutlich, dass Anderssein nichts negatives ist, sondern ein Mehrwert für die Gesellschaft sein kann. Kinder können durch sie auch lernen, dass man mit Mut, Herz und Verstand auch die schwierigsten Aufgaben meistern kann.
Ich bin ein großer Fan der kleinen Rittereule und auch mein 11jähriger Sohn konnte sich ihren Charme nicht entziehen. Ich würde mich freuen noch mehr von diesem süßen Vogel zu lesen.

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