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Veröffentlicht am 29.09.2023

Schwammig, verschwurbelt, vage

Meine Männer
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Die Norwegerin Victoria Kielland beschäftigt sich in ihrem Roman „Meine Männer“ mit der historischen Figur der Brynhild/Bella/Belle Gunness, einer Frau, die aus Norwegen um die Jahrhundertwende 1900 herum ...

Die Norwegerin Victoria Kielland beschäftigt sich in ihrem Roman „Meine Männer“ mit der historischen Figur der Brynhild/Bella/Belle Gunness, einer Frau, die aus Norwegen um die Jahrhundertwende 1900 herum in die USA auswanderte und dort begann ihre Ehemänner bzw. später auch Anwärter auf eine Ehe umbrachte. Der Roman setzt bereits beim ärmlichen Leben der Siebzehnjährigen (damals noch) Brynhild auf einem norwegischen Bauernhof, auf welchem sie als Magd angestellt ist, ein. Sie scheint wild verliebt in den Hoferben, lässt sich auf sexuelle Kontakte ein, die zwischen leidenschaftlichem und gewaltvollem Sex oszillieren und wird von ihm schwanger. Nach der Offenbarung ihm gegenüber prügelt er nicht nur das Kind aus ihr heraus, sondern scheinbar auch einen Teil ihres Vertrauens in die Menschen, spezieller die Männer. Nach dem Umzug in den Norden der USA beginnt sie Männer aus dem Weg zu räumen und sackt deren Geld ein, um vorgeblich ihre Kinder zu ernähren.

Das, was in der oben zusammengefassten Inhaltsangabe so verständlich und übersichtlich klingt, ist es im Text von Kielland keinesfalls. Kielland schreibt in einer Art und Weise vage, verschwurbelt, schwammig und nichtssagend, dass man zwischenzeitlich vergisst, um was es im Roman eigentlich geht. Obwohl nur 185 Seiten kurz, erschien dieser Roman so unaushaltbar lang, wie die Sätze der Autorin. Da der Schreibstil nicht immer mal wieder zwischendurch nur einen verschachtelten, vagen Satz präsentiert, über den man dann genüsslich nachdenken könnte, sondern durchweg derart formuliert wird, verliert man irgendwann die Lust daran, das Geschrieben tiefgründig verstehen zu wollen. Was zu Beginn noch wie die poetische, intensive Darstellung der ersten, verhängnisvollen Liebe dieser zukünftigen Serienmörderin wirkt, stellt sich schnell als durchgängiger Schreibstil heraus, der in seiner Schwammigkeit und künstlicher Aufgeladenheit mit philosophischer Tiefe das eigentliche Geschehen vollkommen überdeckt. Zwischenzeitlich hatte ich sogar vergessen, dass es um eine Mörderin geht, so vage werden ihre Handlungen dargestellt. Man springt von einer Anekdote zur nächsten, ohne sich irgendwo festhalten zu können.

Um vorab besser einschätzen zu können, ob man diesen Schreibstil aushält, habe ich hier nur drei Stellen herausgegriffen, die aber exemplarisch für den gesamten Roman stehen, für jeden einzelnen Satz in diesem Buch:

„Der durchgeprügelte Kopf, der Druck hinter den Augen, es hörte nie auf, jedes Mal explodierte dieselbe Erinnerung und rieselte langsam zu Boden, das schmelzende schwarze Licht breitete sich in jeden Winkel aus und stachelte hoch ins Gesicht, Gottes große Hand hob sie empor durch die Nacht, hinauf ins Licht, durch die Wolken hindurch, bis sie unter sich das sandig wüste Flussbett sah, alles was noch immer dort am Grund lag, trug sie zwischen den Bäumen hindurch, zu der stinkenden schwarzen Lache.“ (S. 51)

Am Anfang eines solchen Bandwurmsatzes hat man noch das Gefühl: Okay, ich habe eine Ahnung, was gemeint sein könnte. Aber mit zunehmender Aneinanderreihung von merkwürdigen Metaphern, verliert man jeglichen Halt und fragt sich, warum man das noch liest.

Im Verlauf wird es aber auch nicht besser:

„Bella war umgeben von ihresgleichen, Blut, Tränen und Urin, es flimmerte lautlos und ruhig, die Trauerweiber, die dasselbe Schiff genommen hatten wie sie, Familien, die lebten und starben, und trotzdem erkannte sie sich nicht wieder, es gab keine bewährte Liebe, nur einen Hauch Routine.“ (S. 121)

oder

„Und die anhaltendste Bewegung war weder Sehnsucht noch Liebe, sondern das Schlagen der Schmetterlingsflügel im Garten, war der Tod, das Auge, das dauernd Blickkontakt aufnahm, das anhaltendste, ewige Flimmern.“ (S. 157)

Alles verstanden? Es ändert übrigens nichts, wenn man den Kontext kennt, aus dem diese Zitate stammen.

Es tut mir leid, sehr hätte mich dieses Thema der ersten großen weiblichen Serienmörderin der USA literarisch aufgearbeitet interessiert. Aber bei dieser unglaublich vagen Sprache, konnte ich leider nicht viel bis gar nichts aus der Lektüre mitnehmen, denn an keiner Stelle (außer zu Beginn) hat mich dieser Roman abgeholt und mitgenommen in das Leben und die Psyche von Brynhild/Bella/Belle, von der ich so gern mehr erfahren hätte. So bleibe ich ahnungslos zurück und kann leider auch meinerseits nicht die Lektüre weiterempfehlen. Und dabei hat mich das tolle Cover doch gleich angelockt, die Leseprobe zumindest Interesse geweckt, der Roman dann aber doch enttäuscht. Schade.

2/5 Sterne

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Veröffentlicht am 03.06.2023

Nicht die große Liebe

Eine Liebe
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In Sara Mesas von mir heiß erwarteten neuen Roman „Eine Liebe“ zieht eine Anfang 30-Jährige aus einer größeren Stadt aufs spanische Land. Mitten in die Provinz, nicht ans Meer, denn das kann sie sich nicht ...

In Sara Mesas von mir heiß erwarteten neuen Roman „Eine Liebe“ zieht eine Anfang 30-Jährige aus einer größeren Stadt aufs spanische Land. Mitten in die Provinz, nicht ans Meer, denn das kann sie sich nicht leisten. Nat ist Übersetzerin und versucht sich nun mit einer freien Literaturübersetzung über Wasser zu halten. Aber schon das Ankommen im neuen Dorf und im gemieteten Haus wird ihr nicht leicht - man könnte gar sagen besonders schwer - gemacht. Nicht nur vom schmierigen Vermieter auch von vielen der Ortsbewohner, die die Zugezogene nicht gleich ins Herz schließen wollen. Mit Píter freundet sie sich an, einen verwahrlosten Hund bekommt sie vom Vermieter abgetreten und so macht sie sich auf, das Haus in Stand zu setzen und den Garten zu bewirtschaften. Als das undichte Dach geflickt werden muss, macht ihr ein Anwohner, genannt „Der Deutsche“ ein scheinbar unmoralisches Angebot. Er schlägt ihr ein Tauschgeschäft vor: Sex gegen Handwerkerleistung.

Aus diesem Angebot entspinnt sich nun eine nicht nachvollziehbare Obsession von Nat bezüglich einer „Liebes-“Beziehung mit Andreas, Dem Deutschen. Nicht nachvollziehbar bleibt diese merkwürdige Geschichte, weil uns Sara Mesa zwar ausgedehnt an dem unablässigen Hinterfragen der Protagonistin bezüglich ihrer Einstellungen, Gedanken, Eindrücke etc. teilhaben lässt, jedoch nie irgendwelche Hintergründe bzw. tiefgründige Informationen zur Protagonistin anbietet. Nat ist unglaublich neurotisch angelegt in ihrer Persönlichkeit. Das kann funktionieren, sofern sie als Person im Roman dann auch irgendeine Arte von – wenn auch leichter – Veränderung durchlaufen würde. Tut sie aber nicht und das führte bei mir zu einer unglaublichen Abneigung der Protagonistin gegenüber. Unangenehm nervig schieben sich die Überlegungen von Nat in den Vordergrund, wobei sie trotzdem als Figur flach bleibt. Ebenso wie die vielen Nebenfiguren des Dorfes. Hier wäre Potential da gewesen, um eine interessante Studie zum Dorf aufmachen zu können. Aber auch das macht die Autorin nicht. Wir verbringen zu viele der nur 190 Seiten in der abstrusen Beziehung zwischen Nat und Andreas. Ein Einblick in die Vergangenheit Nats oder eine ausführlichere Erklärung ihres kuriosen Beziehungsverhaltens über eine zwei Zeilen lange Erwähnung eines Missbrauchs in der Kindheit hinaus, hätten den Roman eventuell noch interessant machen können. Aber nein, die Autorin wirft den Missbrauch als mögliche Erklärung mal eben so nebenher den Lesenden vor die Füße und diskreditiert damit das Thema vollkommen. Selten habe ich einen unglücklicheren Umgang mit einem solchen Thema in einem Buch gelesen.

Ein Paukenschlag, eine erklärende Wendung, irgendetwas dieser Art am Ende des Romans wären auch ein Weg gewesen, diesen noch zum Besseren zu führen. Aber auch hier verpasst die Autorin eine Chance und lässt ihn ausplätschern. Auf gefühlt einer halben Seite gibt es plötzlich eine Veränderung bei Nat, die aber in dieser Form nicht nachvollziehbar gestaltet wurde und die Lesenden ratlos zurücklässt. Von den nur 190 Seiten war ich in einem Maße genervt, dass man der Autorin schon fast anrechnen könnte, dass sie zumindest das mit dem Roman bewirkt hat. Ansonsten konnte sie bei mir leider gar nichts bewirken. Der Roman konnte mir nichts geben und ich bin froh, die Lektüre endlich beendet zu haben.

Empfehlen kann ich die Lektüre leider gar nicht. Mit den gegebenen 2 Sternen möchte ich lediglich anerkennen, dass die Autorin eine flüssige Schreibe hat, die sich – trotz Qualen ob des Inhalts – zügig bewältigen lässt. Mal davon abgesehen, dass man diskutieren kann, warum die Autorin ihren Roman überhaupt „Eine Liebe“ genannt hat, kann ich nur resümieren, dass der Roman für mich nicht die große Liebe war, im Gegensatz eher eine literarische Schreckensbeziehung.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Dieses Buch ist alles andere als ein Superbuch

Nenn mich einfach Superheld
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Alina Bronsky ist in den vergangenen Jahren durch ihre witzig-bösen Romane bekannt geworden. Dieses etwas ältere Werk von 2013 ist davon meilenweit entfernt. In der abstrusen Geschichte hangelt sich der ...

Alina Bronsky ist in den vergangenen Jahren durch ihre witzig-bösen Romane bekannt geworden. Dieses etwas ältere Werk von 2013 ist davon meilenweit entfernt. In der abstrusen Geschichte hangelt sich der jugendliche Protagonist, dessen Gesicht von einem Rottweiler, ein Jahr bevor die Handlung einsetzt, zerfetzt wurde, von einer Pseudo-Selbsthilfegruppe für behinderte Jugendliche, zu Gruppenausflug, zu Beerdigung. Viel besser lässt sich die Handlung nicht zusammenfassen, denn es hat den Anschein, als ob sich gar nicht erst die Mühe gemacht wurde, einen anständigen Plot zu entwerfen. Da ich niemandem das "Lesevergnügen" spoilern möchte, bleibt es bei dieser skizzenhaften Handlungsbeschreibung. Aber keine Angst, viel mehr gibt es auch gar nicht zu berichten.

Dem Buch mangeltes es an Vielem und das hinten und vorne. Der Plot ist, wie gesagt, nicht existent bzw. ergibt keinen Sinn, die Figuren sind flach bis gar nicht entworfen, die Beziehungen untereinander entbehren jeder Tiefe. Keine der Figuren und deren Verhalten nehme ich der Autorin ab. Keine der Beschreibungen im Klappentext trifft auf dieses Buch zu: "Rasend komisch und herzzerreißend, traurig, niemals weinerlich, aber immer wieder herrlich böse." Böse ist allenfalls das Cover des Buches. Auf den ersten Blick weckt es das Interesse, auf den zweiten und mit Blick auf die Geschichte, in der mehrfach ein Rottweiler als "Übeltäter" erwähnt wird, entpuppt sich selbst das Cover als Pfusch. Auf selbigen sieht man nämlich einen American Staffordshire Terrier in der Silhouette. Und nicht nur dort, auch am Anfang jedes Kapitels. Problem: 1. Es ist kein Rottweiler, 2. Es bedient das Klischee des gefährlichen Kampfhundes "Staff". Schade.

Insgesamt fragt man sich bei der Lektüre, ob die Autorin einfach nur auf den "The Fault in Our Stars"-Zug ein Jahr nach dessen Veröffentlichung in 2012 mit einem humoristischen, deutschsprachigen Pendant aufspringen wollte. Als einzigen Pluspunkt für das Buch ist mir nach längerem Überlegen lediglichzusammenaddiert die beiden "Halbpunkte" eingefallen, dass ich bei der Lektüre nicht eingeschlafen bin (immerhin) und innerhalb von einem Tag durch war (ebenso immerhin).

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Welches Ziel verfolgt die Autorin damit?

Hingabe
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In dieser "außergewöhnlichen Liebesgeschichte" (nicht meine Worte) beschreibt die Autorin, wie eine sehr junge, infantil wirkende Frau mit Missbrauchsvorerfahrungen aus einem Heim flüchtet, um auf dem ...

In dieser "außergewöhnlichen Liebesgeschichte" (nicht meine Worte) beschreibt die Autorin, wie eine sehr junge, infantil wirkende Frau mit Missbrauchsvorerfahrungen aus einem Heim flüchtet, um auf dem Weg ans Meer vergewaltigt zu werden, nur um in ihrem neuen Wohnort in Galicien erneut vergewaltigt zu werden und in eine nicht gleichberechtigte Partnerschaft mit einem der Vergewaltiger zu rutschen. Das Ganze nennt sich dann "Liebe".

Entschuldigt diese platte Zusammenfassung, aber was soll man dazu sagen? Die Autorin schockiert in ihrem Roman, den sie in 15 Tagen im Zug runtergeschrieben hat (dies merkt man dem literarischen Niveau an), mit derber Sprache und noch derberen Vergewaltigungsszenen, die wie ein Rape Porn anmuten. Dabei wird die Figur der "Frau" Suiza durchgängig kindlich, mädchenhaft dargestellt und verdreht dem Spanier Tomàs mit ihren "Babyzähnchen" ungewollt den Kopf. Diese ständige Gleichsetzung von Niedlichkeit und Kindlichkeit mit Sexiness ekelte mich beim Lesen regelrecht an. Es gibt durchaus Romane, aus denen eine ähnliche Konstellation bekannt ist. Aber warum ist es hier ein Armutszeugnis des literarischen Werks? Weil die Autorin leider keinen Rahmen den Leser*innen anbietet, in dem das Gelesene richtig eingeordnet werden kann. Alles wirkt so, als ob Vergewaltigung nur grober Sex sei und es ganz natürlich, dass das Mädchen dabei ihr Einverständnis gibt, indem sie nicht "nein" sagt. Dies kreide ich der Autorin massiv an. Hier wird die Grenze, was legitim in einer sexuellen Beziehung ist und was nicht, nicht deutlich genug gezogen. Mit Erotik hat das Beschriebene übrigens nicht im Geringsten etwas zu tun.

Der männliche Part dieser Geschichte wird durch die Ich-Erzählstimme von Tomàs eindeutig zu stark in den Fokus gerückt. Suizas Stimme hört man nur selten im Buch und dies auch leider ohne ausreichend das Erlebte einzuordnen. Im Mittelteil verschwindet ihre Stimme fast vollkommen. Hier hätte aus meiner Sicht das größte Potential des Romans gelegen, nämlich in der Ausformung eines Verständnisses für erlerntes Opferverhalten und Abhängigkeiten.

Auch wenn die beiden Hauptfiguren mit Tomàs und Suiza in ihrem Verhalten am Schluss konsistent und kongruent konstruiert wirken, so bleiben die Nebenfiguren leider nur holzschnittartig-stereotypen und verstaubten Vorstellungen unterworfen.

Allein das Ende dieses Romans, welches hier natürlich nicht verraten werden soll, hat mich in meinem abschließenden Urteil etwas milder gestimmt. Die im Klappentext bereits genannte "radikale Entscheidung" passt in ihrer Härte zu Tomàs' Figur. Leider reicht dies nicht aus, um in meinen Augen dieses Buch zu retten. Daher gibt es an dieser Stelle keine Leseempfehlung von meiner Seite. Zu wenig (gar keine) Trennschärfe zwischen Sex und Vergewaltigung; Hingabe und Nötigung; Liebe und Abhängigkeit. Das ist nicht erotisch sondern gefährlich!

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Leider eine redundante Veröffentlichung

Als die Welt stehen blieb
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Das ist ja alles ganz nett... oder eben furchteinflößend. Trotzdem bedarf es dieser Tagebucheinträge einer Autorin in der Schreibblockade nicht in einem Buch veröffentlicht. Lunde sammelt in diesem Büchlein, ...

Das ist ja alles ganz nett... oder eben furchteinflößend. Trotzdem bedarf es dieser Tagebucheinträge einer Autorin in der Schreibblockade nicht in einem Buch veröffentlicht. Lunde sammelt in diesem Büchlein, welches offziell 223 Seiten umfasst, kurze tagebucheintraghafte Gedanken zu den ersten 18 Tagen des Corona-Lockdowns im März 2020 in Norwegen.

Die durchaus sehr persönlichen Gedanken lesen sich schnell runter und können ab und an auch mal berühren. Größtenteils handelt es sich jedoch um Erfahrungen, die so ziemlich jeder im vergangenen Jahr machen musste. Es fehlt der literarische Anspruch im Text, um einen Mehrwert zu den sowieso schon zuhauf im Internet, in Sondersendungen und anderen Medien veröffentlichen Beiträgen zu erbringen. Auch wurde das Buch ganz schön stark künstlich gestreckt. Ohne ersichtlichen Grund ist der Satz der Absätze auseinandergezogen, werden einzelne Absätze alleinstehend auf ansonsten blanken Seiten präsentiert. So erreicht der Stoff für maximal 100 betruckte Seiten gleich mal den Umfang von 223. Würde man dann noch die obsoleten Alltagsbeschreibungen zusammenstreichen, käme man auf vielleicht 50 wertvolle Seiten.

Diese 50 herunterdestillierten Seiten haben sicherlich ihre Berechtigung, würden jedoch mit etwas mehr Abstand zur Corona-Pandemie ein besseres Zeitzeugnis abliefern. Zum jetzigen Zeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im September 2020 kommt dieses Buch jedoch zu früh. Wirkt überzogen in der Furcht im Blick auf die weiteren Entwicklungen und vielleicht noch bevorstehenden Entwicklungen dieser Pandemie.

Für zwei statt nur einem Stern habe ich mich deshalb entschieden, da die Autorin mich doch ein zwei, drei Stellen kurz emotional packen konnte, wobei ich nicht einmal sagen kann, ob dies mit mehr zeitlichem Abstand überhaupt noch so sein würde. Leider ein vernachlässigbares Buch, was eher als Notveröffentlichung in einer Schreibblockade wirkt.

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