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Veröffentlicht am 14.12.2024

eher ein Jugendbuch

Das kleine Café der zweiten Chancen
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Als kleines Kind galt Himari Misaki als Wunderkind am Klavier, sie konnte gehörtes sofort nachspielen. Ihre Mutter förderte und forderte sie und schickte sie in sehr jungen Jahren in ein Musikinternat ...

Als kleines Kind galt Himari Misaki als Wunderkind am Klavier, sie konnte gehörtes sofort nachspielen. Ihre Mutter förderte und forderte sie und schickte sie in sehr jungen Jahren in ein Musikinternat in England. Dort erlitt Himari einen Unfall der ihre Hand stark beeinträchtigte. Die von der Mutter erhoffte Karriere war erledigt und Hamira kam wieder zurück nach Sapporo. Vor dem ersten Schultag in der neuen Schule hatte sie große Angst vor Mobbing doch die guten Ratschläge einer älteren Frau auf dem Schulweg halfen ihr. Diese Frau erwähnte auch ein besonderes Cafe in dem sie sich treffen wollten. Doch auf dem Rückweg war das Haus nicht mehr da. Seltsam. Tage später machte sich Himari alleine auf den Weg in das Cafe um dort von der Möglichkeit zu hören, in die Vergangenheit an einen ganz bestimmten Ereignis zurückzukehren um Fehler zu korrigieren. Dafür hatte man genau so viel Zeit wie das Musikstück von John Cage dauert, das aus 4 Minuten und 33 Minute Pause besteht. Himari erlebt wie andere in der Vergangenheit ihr Leben ändern und wünscht es sich auch für sich.
Der Roman beschreibt die Sorgen, Wünsche und Hoffnungen einer Teenagerin recht gut und der Charakter von Himari wurde gut herausgearbeitet. Leider jedoch nur sie, alle anderen Protagonisten bleiben blass. Der Schreibstil ist eingängig, die Ausdrucksweise für eine Teenagerin wiederum zu erwachsen. Insgesamt eher ein Jugendbuch.

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Sachbuch über den Gerichtsmediziner Christian Reiter

Über Leben und Tod
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Christian Reiter ist mit Leib und Seele Gerichtsmediziner. Seit frühester Kindheit interessierte ihn der Tod, woran ist wohl sein Hamster gestorben? Diese Neugierde brachte ihn im Medizinstudium in die ...

Christian Reiter ist mit Leib und Seele Gerichtsmediziner. Seit frühester Kindheit interessierte ihn der Tod, woran ist wohl sein Hamster gestorben? Diese Neugierde brachte ihn im Medizinstudium in die Pathologie und seitdem hat ihn die Suche nach Todesursachen nicht mehr los gelassen. Er berichtet von spektakulären österreichischen Fällen, wie der doppelte Selbstmord des Kronprinzen Rudolf und seiner Geliebten, von der schwarzen Witwe, die Männer aus finanziellen Gründen sehr geschickt tötete. Die Haare Beethovens werden zur Untersuchung seiner Todesursache und so hoffen sie, auch zur Erklärung seiner Taubheit eingesetzt, doch sind es wirklich seine? Seine Reise nach Thailand zur Klärung der Absturzopfer des Flugzeugs der Lauda Air entwickelt sich enttäuschend. Zahnabdrücke wurden nur bei den Nichtasiatischen Opfern genommen, viele der Toten wurden nicht identifiziert.
Doch es geht bei seiner Arbeit nicht nur um Tote. Vor Gericht hat er es mit Verletzten und Misshandelten zu tun um um denen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
Zu Beginn erfahren wir viel über die familiäre Vorgeschichte und die Kindheit Christian Reiters, langatmig und nur in wenigen Passagen wirklich von Interesse. Die historische Geschichte des Narrenturms, einst Psychiatrie, nun Museum und der vielen Ausstellungsstücke wird ausschweifend erzählt. Über Untersuchungsmethoden und Todesartfeststellung hingegen erfahren wir wenig, es wird nur kurz angerissen. Es ist mehr ein Sachbuch über Christian Reiter als über seine Arbeit.

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Veröffentlicht am 10.09.2024

konfus und sprunghaft

Nur nachts ist es hell
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Als ältere Frau erzählt Elisabeth aus ihrem Leben. Sie wuchs mit drei Brüdern im ländlichen Österreich auf in einer Zeit, die von zwei Weltkriegen gezeichnet war. Ein Bruder starb während des ersten Weltkrieges ...

Als ältere Frau erzählt Elisabeth aus ihrem Leben. Sie wuchs mit drei Brüdern im ländlichen Österreich auf in einer Zeit, die von zwei Weltkriegen gezeichnet war. Ein Bruder starb während des ersten Weltkrieges und Eugen und Carl, Zwillinge, verband eine ganz besondere Geschichte, die auch in diesem Roman erzählt wird. Elisabeths Wunsch war schon immer, Ärztin zu werden. Für die damalige Zeit, für eine Frau, nur schwer vorstellbar. Nachdem sie als Lazarettschwester im ersten Weltkrieg viel erlebt hat, hat sie, mit Eugens Fürsprache und den Rückhalt der Ärztefamilie ihres zukünftigen Mannes Georg, ihr Medizinstudium begonnen. Wir erfahren, welchen Repressalien Studentinnen ausgesetzt wurden, so dass viele abbrachen. In Wien hatte sie gemeinsam mit ihrem Mann eine Hausarztpraxis geführt, da er kriegsversehrt mit fehlendem Arm, Hilfe benötigte.
Weiterhin wird über das kompliziert Familienleben erzählt, über Liebe und Untreue, über die Nazizeit in Österreich und den zweiten Weltkrieg, über die unterschiedlichen Rollen der Frauen in Kriegs- wie in Friedenszeiten. Alles sehr interessante Themen und bei einigen hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.
Enorm störend fand ich die ständigen Wechsel in den Zeiten, vieles wurde erst angeschnitten um dann Seiten später ausführlicher beschrieben zu werden. Nochmals Seiten danach wurden neue Ereignisse zu dem Geschehen hinzugefügt. In welcher Zeit, in welcher Handlung gerade berichtet wurde konnte man erst nach mehreren Sätzen durchschauen, da ging es schon weiter in eine neue Episode. Wie bei einer alten Frau, die auf ihr Leben erzählt und der beim Zurückblicken immer wieder etwas aus der Vergangenheit einfällt. Leider sehr konfus und sprunghaft.

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Veröffentlicht am 26.05.2024

wirklichkeitsferne Handlung

Das Licht in den Birken
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Thea ist vor 20 Jahren aus ihrer Heimat in der Lüneburger Heide wegen einer enttäuschenden Liebe nach Portugal geflüchtet und lebte dort in einem Wohnmobil und zog mit ihrer Ziegenherde durch die Gegend. ...

Thea ist vor 20 Jahren aus ihrer Heimat in der Lüneburger Heide wegen einer enttäuschenden Liebe nach Portugal geflüchtet und lebte dort in einem Wohnmobil und zog mit ihrer Ziegenherde durch die Gegend. Gesundheitliche Probleme treiben sie wieder zurück und sie und zwei ihrer Ziegen finden eine Wohnung bei Benno auf dem Moorhof. Benno lebt dort dort mit nicht gewollten und alten Tieren, denen er einen schönen Lebensabend ermöglichen möchte. Menschen gegenüber ist er eigenbrödlerisch und bärbeißig, was Thea schnell zu spüren bekommt. Da Benno völlig überschuldet ist ist Theas Hilfe gefragt. Und auch Juli, eine Aussteigerin auf der Wanderung nach Amsterdam landet mit einem verletzten Fuß auf dem Hof.
Der Hof und die Heidelandschaft werden idyllisch verklärt dargestellt, Probleme in kürzester Zeit gelöst, Kranke gesunden und seltsamerweise haben alle Protagonisten schwierige Eltern-Kind Beziehungen. Die Handlung ist wirklichkeitsfern, sie plätschert dahin. Der Schreibstil hingegen ist angenehm lesbar, atmosphärisch und emotional.

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Veröffentlicht am 02.10.2023

besonderes Abschiednehmen

Die Butterbrotbriefe
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Nachdem die fast 40-jährige Kati Waldstein ihre Mutter beerdigt hat beschließt sie, das sie ihr Heimatdorf verlassen will. Endlich mal nicht mehr fremdbestimmt sein, endlich frei und die Welt sehen können. ...

Nachdem die fast 40-jährige Kati Waldstein ihre Mutter beerdigt hat beschließt sie, das sie ihr Heimatdorf verlassen will. Endlich mal nicht mehr fremdbestimmt sein, endlich frei und die Welt sehen können. Ihr Vater ist schon seit längerem tot, was sie von ihm noch besitzt ist ein heruntergekommenes, hoch verschuldetes Kino und eine Sammlung von gebrauchten Butterbrotspapieren. Diese nutzt sie nun für Abschiedsbriefe, die auch eine Abrechnung beinhalten. Bei ihrer Grundschullehrerin rechnet sie mit der Nichtempfehlung fürs Gymnasium ab, die sie ihrer Meinung nach verdient hatte. Ihrem Exmann liest sie seine Ignoranz vor, der Verkäuferin, wie sie selbstlos hilfsbereit war. Die Reaktionen, die sie erhält werfen ein völlig neues Licht auf ihre Mutter und wie diese in Katis Leben eingegriffen hat. Auch bei ihrer Berufswahl, sie arbeitet in der Stadtverwaltung, obwohl sie lieber Friseurin geworden wäre. Jeden Samstag verbringt Kati auf dem Wochenmarkt um Obdachlosen die Haare zu schneiden. Dort trifft sie auf Severin, der sich von der Welt zurückgezogen hat und nun durch Kati, die er für sein Schicksal hält, wieder am Leben teilhaben will.
Manche dieser Briefe und Personen wirken überzogen, nicht immer glaubhaft und das von der Mutter bestimmte Leben hätte Kati durchaus ändern können, wenn sie ernsthaft gewollt hätte. Alles wirkt ein wenig halbherzig, viel in schwarz-weiß Malerei. Zum Wegschmökern bestens geeignet, viel Tiefgang sollte man nicht erwarten.

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