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Venice

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.10.2017

Die Nounou

Dann schlaf auch du
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Das Buch beginnt mit dem grausamen Ende. Das Baby ist tot, die Schwester wird ihren Verletzungen erliegen. Ein Schock für die Eltern und die Nachbarschaft in einem schicken Pariser Wohnviertel.

Dabei ...

Das Buch beginnt mit dem grausamen Ende. Das Baby ist tot, die Schwester wird ihren Verletzungen erliegen. Ein Schock für die Eltern und die Nachbarschaft in einem schicken Pariser Wohnviertel.

Dabei fing alles so gut an. Ein junges Paar, er Musiker sie Jurastudentin, träumen von einem schönen Familienleben. Dabei ist das gar nicht so leicht. Myriam fühlt sich mit zwei kleinen Kindern ans Haus gefesselt immer mehr unzufrieden. Der Mann der sich so über Kinder freute, kann jetzt auch nicht mehr zurück und flüchtet sich in seine Arbeit. Also muss eine Nanny her. Sie finden Louise die nicht nur wunderbar mit den Kindern umgeht, sondern auch putzt und kocht und schon bald die Fäden des Familienlebens in der Hand hält.

Dennoch verbirgt Louise ein Geheimnis das sie niemanden anvertraut. In Rückblicken wird die traurige Geschichte von Louise erzählt und wie es zu dem tragischen Unglück kam.

Der Schreibstil ist ruhig, komplett in der Gegenwartsform geschrieben. Es ist kein Psychothriller und auch kein Familienroman. Einfach die traurige Lebensgeschichte eines Kindermädchens das irgendwie zu naiv für das Leben ist und einem irgendwie betroffen zurücklässt.

Veröffentlicht am 02.10.2017

Gesine ermittelt auf dem Friedhof

Wildeule
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Bei einer prunkvollen Beerdigung auf dem Friedhof kommt Gesine gleich einiges komisch vor. Es gibt nur einen ärmlich aussehenden Angehörigen der so gar nicht zu dem prunkvollen Ambiente passen will. Auf ...

Bei einer prunkvollen Beerdigung auf dem Friedhof kommt Gesine gleich einiges komisch vor. Es gibt nur einen ärmlich aussehenden Angehörigen der so gar nicht zu dem prunkvollen Ambiente passen will. Auf dem Weg zum Grab bemerkt sie das etwas klappert und veranlasst das der Sarg noch einmal geöffnet wird. Statt der verstorbenen alten Frau liegt dort ein bekannter Bestatter der ermordet wurde.

Der Inhaber des Bestattungsunternehmens Schellhorn war nicht bei allen gut angesehen. Recht schnell gerät Gesines Bekannter, Hannes in Verdacht. Dieser verstrickt sich außerdem zusehend in Ungereimtheiten bei seinen Aussagen als bei ihm die Armbanduhr der Verstorbenen auftaucht.

Gesine beginnt auf eigene Faust zu recherchieren. Bei der Polizei trifft sie auf eine junge Praktikantin. Diese wird wenig später vermisst und ihre Leiche taucht ausgerechnet in Hannes Leichenwagen auf. Hannes taucht ab und verschwindet.

Die Polizei tappt im Dunkeln. Die Kommissarin Marina Olbert die alles im Alleingang macht, erlaubt Gesine offiziell undercover im Friedhofsbereich zu ermitteln. Natürlich gelingt es ihr am Ende den Fall aufzuklären und Hannes zu entlasten.

Der Schreibstil ist wie schon in den beiden Vorgängerbänden flüssig zu lesen, teilweise humorvoll aber auch ernst und nachdenklich. Zwischendurch hatte das Buch ein paar Längen und ich fand es insgesamt ein wenig schwächer wie die Vorgängerbände Kaninchenherz und Fuchskind.

Veröffentlicht am 02.10.2017

Winter in Island

SOG
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Ein weiteres starkes Buch der isländischen Autorin Yrsa Sigurdardottir das jetzt erschienen ist.

Vor 10 Jahren wartet die kleine Vaka nach dem ersten Tag an der neuen Schule vergeblich auf ihren Vater. ...

Ein weiteres starkes Buch der isländischen Autorin Yrsa Sigurdardottir das jetzt erschienen ist.

Vor 10 Jahren wartet die kleine Vaka nach dem ersten Tag an der neuen Schule vergeblich auf ihren Vater. Als eine Klassenkameradin vorbei kommt fragt sie ob sie bei ihr telefonieren dürfe. Das war ein großer Fehler. Später melden ihre Eltern das Mädchen als vermisst.

Außerdem schreiben Schüler Aufsätze wie sie sich die Welt im Jahre 2016 vorstellen. Jetzt 10 Jahre später wird diese Zeitkapsel geborgen. Neben teils abstrusen Vorstellungen gibt es konkrete Hinweise auf Morde. Mit der Aufgabe herauszufinden ob da etwas wahres dran ist, wird der in Ungnade gefallene Kommissar Huldar beauftragt. Dieser wiederum will die Ermittlungen gemeinsam mit der Kinderpsychologin Freyia durchführen. Sie wurde ebenfalls von ihrem Leitungsposten enthoben. Eine unrühmliche Vergangenheit verbindet die beiden, nachzulesen im Buch DNA.

Kurz darauf werden in einem Hot Tub abgetrennte Hände gefunden und bald darauf geschehen weitere grausame Morde.

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und lebendig. Vieles wird nur angedeutet was der Spannung nicht schadet. Einzig die vielen isländischen Namen haben mich ein wenig gestört. Viel Platz nimmt auch das Privatleben von Huldar und Freyia ein. Spätestens nach der Hälfte hat die Geschichte mich völlig in ihren Bann geSOGen.

Veröffentlicht am 13.09.2017

Tu nichts Böses

Sieh nichts Böses (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi 8)
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Nachdem ich bislang alle Bücher der Reihe um Kommissar Dühnfort und Gina Angelucci gelesen habe, war ich sehr gespannt auf den nunmehr 8. Teil der Serie. Dühnfort ist gerade erst aus seinen Flitterwochen ...

Nachdem ich bislang alle Bücher der Reihe um Kommissar Dühnfort und Gina Angelucci gelesen habe, war ich sehr gespannt auf den nunmehr 8. Teil der Serie. Dühnfort ist gerade erst aus seinen Flitterwochen zurück und freut sich auf die Geburt seines Kindes. Doch zunächst muß er in einem merkwürdigen Fall ermitteln.

Bei einem Training findet ein Leichenspürhund eine Frauenleiche die offenbar schon lange dort liegt. Neben der Leiche eine Figur die symbolisch 'Tu nichts Böses' darstellt. Bald taucht eine weitere Leiche auf und der Verdacht eines Serienmörders liegt nahe.

Auch das Privatleben von Dühnfort und Gina kommt in diesem Buch nicht zu kurz, steht das Paar doch vor einer sehr schwierigen Entscheidung um das noch ungeborene Kind.

Inge Löhnig gelingt es wie immer mit kurzen Kapiteln verschiedene Handlungsstränge zu verbinden. Der Schreibstil ist lebendig, der Spannungsbogen wird hoch gehalten und am Ende wird die Geschichte gut zu Ende geführt. Ich freue mich auf weitere Bände mit Kommissar Dühnfort.

Veröffentlicht am 13.09.2017

Bem-Vindas a Portugal

Sommer unseres Lebens
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Vor 25 Jahren treffen 3 junge Frauen in Portugal aufeinander. Die strebsame Miriam die die für ihr Studium über die Rechte der Frauen im ländlichen Portugal schreiben will. Hanne die einfach Abstand von ...

Vor 25 Jahren treffen 3 junge Frauen in Portugal aufeinander. Die strebsame Miriam die die für ihr Studium über die Rechte der Frauen im ländlichen Portugal schreiben will. Hanne die einfach Abstand von zu Hause sucht da ihr Freund für sein Studium lernen muss und Claude, die mit ihrer Gitarre ein bisschen als Hippie durch die Welt reist.

Gemeinsam verbringen sie einen wunderschönen Sommer am Meer und beschließen sich in 25 Jahren zu ihrem 50 Geburtstag wieder in Portugal zu treffen. Jetzt ist es soweit. Die 3 Frauen sind 50 geworden. Miriam inzwischen erfolgreich im Marketing, Claude die ein gutgehendes Strandlokal in Hamburg führt und Hanne als Yogalehrerin und alleinerziehende Mutter.

In Lissabon treffen sie nach 25 Jahren wieder aufeinander und bald beginnt die Fassade zu bröckeln. Miriam, als Managerin immer mit Smartphone und Tablet befürchtet schwer krank zu sein. Eine Welle reißt die Handtasche mitsamt der Elektronik fort und die Geräte sind unbrauchbar. Erst langsam kann sie sich locker machen. Claude muss einsehen das ihr einst gutlaufendes Strandlokal nicht mehr das ist, ist kurz vor dem Bankrott und hat sich mit ihrem letzten Ersparten mit ihrem alten Auto auf die Reise gemacht um dem Zugriff der deutschen Gerichtsvollzieher zu entkommen. Hanne ist der ruhende Pol und birgt doch ein Geheimnis.

Es ist ein locker leichter Urlaubsroman und doch mit nachdenklichem Hintergrund. Der Schreibstil ist lebendig, man kann sich gut mit den Personen identifizieren und erlebt nette Beschreibungen von einem Urlaub in Portugal und den Problemen der drei in der Midlife Crisis.