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Veröffentlicht am 24.10.2023

Eine wunderbare Fortsetzung!

Faye Fox 2. Ganz gezaubert ist halb gewonnen
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Endlich geht es mit Faye Fox, dem Mädchen mit den Fuchsohren weiter! Da mir der erste Band so gut gefallen hat, habe ich mich auf den zweiten Teil sehr gefreut. Das Cover hat schon mal direkt bei mir punkten ...

Endlich geht es mit Faye Fox, dem Mädchen mit den Fuchsohren weiter! Da mir der erste Band so gut gefallen hat, habe ich mich auf den zweiten Teil sehr gefreut. Das Cover hat schon mal direkt bei mir punkten können. Es ist wundervoll gestaltet und passt einfach perfekt zum Vorgänger. Und es verspricht auch nicht zu viel.

Freitag Fox, auch Faye genannt, liebt ihr neues Zuhause: Dwimmerly End, den magischen Teeladen von der liebreizenden Miss Butterling. Auf seinen zwei Flamingobeinen wandelt er in der Welt herum und bringt überall, wo er hält, köstliches Backwerk, Tee und Hexenzauber mit. Ihre nächste Reise führt Freitag und ihre Freunde nach London. Denn dort findet das Wilde Gelage statt, der größte magische Backwettbewerb in ganz Europa. Dieses aufregende Ereignis wollen sie sich auf keinen Fall entgehen lassen! Doch dann wird der Teesalon mitsamt seiner Besitzerin geschrumpft und vom obersten Spionobermeister des Hofs der Lichtfeen gestohlen. Freitag nimmt daraufhin selbst an dem gefährlichen Turnier teil, um Dwimmerly End zu befreien. Die Feenkönigin macht es ihr jedoch alles andere als leicht und als dann auch noch Mitglieder des Hofs der Lichtfeen verschwinden, wird Faye verdächtigt. Wird es der jungen Teehexe mit den Fuchsohren wohl gelingen, ihre Unschuld zu beweisen und ihr Zuhause zu retten?

Obwohl ich mich nicht mehr an alles aus dem ersten Teil erinnern konnte, fiel mir der Wiedereinstieg sehr leicht. Das Wichtigste wird am Anfang kurz erklärt, sodass man das Buch vermutlich auch ohne Vorwissen lesen kann. Besser wäre es allerdings, mit Band 1 zu starten.

Die Handlung setzt kurz nach den Ereignissen aus dem Vorgänger an und man ist schnell wieder mittendrin im Geschehen. Andy Sagar versteht es, uns Leser*innen mit seinem lebendigen Erzählstil direkt in den Bann zu ziehen und durchgehend zu fesseln. Seine Beschreibungen sind abermals so anschaulich und liebevoll, dass man alles bildlich vor Augen hat und sich von den ersten Seiten an wohlfühlt. Ich habe es wieder sehr genossen, in die kunterbunte magische Welt von Faye bzw. Freitag Fox einzutauchen und Zeit mit ihr und den weiteren Charakteren zu verbringen. Man trifft auf lauter alte Bekannte wie die herzensgute Teehexe Miss Butterling, ihren schlauen Gehilfen und Freitags besten Freund Jack, den vorlauten Nicht-Rabe Madrigal und Bösewicht Mr. Gram. Neben vertrauten Gesichtern und Orten kommen aber auch eine Menge neue Figuren und Schauplätze hinzu und alle sind sie genauso kreativ, skurril und einzigartig.

Andy Sagar hat uns erneut eine wirklich hinreißende Story gezaubert, voller Spannung, Witz und Einfallsreichtum und auch wichtige Themen haben ihren Platz gefunden wie Selbstvertrauen, Mut, Freundschaft und Zusammenhalt. Es ist einfach wieder toll zu wie sich Freitag charakterlich und als Teehexe weiterentwickelt und gemeinsam mit ihren Freunden ein unschlagbares Team ergibt. Freitag ist einfach ein großartiges Mädchen. Sympathisch, mutig und entschlossen und obwohl sie es als Fremdling nicht leicht hat und sich vielen Herausforderungen stellen muss, verliert sie nicht den Glauben an sich selbst und kämpft für das, was ihr am Herz liegt.
Einen kleinen Wehmutstropfen gab es allerdings leider für mich. Ich persönlich habe Miss Butterling und ihren bezaubernden wandelnden Teesalon mit den Flamingobeinen etwas vermisst. In Dwimmerly End halten wir uns diesmal nämlich insgesamt nur recht wenig auf. Abgesehen davon bin ich aber begeistert von dem Buch und kann den dritten Teil kaum erwarten.

Fazit: Andy Sagar entführt uns mit „Faye Fox: Ganz gezaubert ist halb gewonnen“ erneut in eine zauberhafte Welt voller Magie und Abenteuer, aus der man nicht mehr auftauchen möchte. Auch sein zweiter Kinderroman ab 10 Jahren ist eine spannende, lustige und fantasievolle Geschichte mit einer starken Heldin, liebenswert-skurrilen Charakteren und wunderbaren magischen Köstlichkeiten. Ein herrliches Lesevergnügen für Jung und Alt und das beste Lesefutter für alle Hexenfans. Mir hat auch dieser Band großen Spaß gemacht, auf mein nächstes Wiedersehen mit Faye Fox und Co. freue ich mich schon sehr. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2023

Ein zauberhaftes und ganz besonderes Buch

October, October
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„October, October“ war mal wieder so ein Buch, bei dem sofort klar war, dass ich es lesen möchte. Das hübsche Cover und der Klappentext haben mich direkt angesprochen und neugierig auf den Inhalt gemacht.

October ...

„October, October“ war mal wieder so ein Buch, bei dem sofort klar war, dass ich es lesen möchte. Das hübsche Cover und der Klappentext haben mich direkt angesprochen und neugierig auf den Inhalt gemacht.

October wächst allein bei ihrem Vater in einer Hütte im Wald auf, fernab der Zivilastion und im Einklang mit der Natur. October liebt ihr wildes und freies Leben mit seinen unterschiedlichen Tieren und Pflanzen, den vielen Geheimverstecken und nächtlichen Lagerfeuern. Der Wald ist einfach ihre Welt, ihr Zuhause. Die Mutter hat dieses Leben nicht mehr ausgehalten und die Familie verlassen, als ihre Tochter vier Jahre alt war. Seitdem möchte October nichts mehr von ihr wissen und blockt jede Annäherungsversuche ab. Doch dann geschieht an ihrem elften Geburtstag ein großes Unglück, das ihr Leben völlig auf den Kopf stellt. Der Vater muss schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden und October wird dazu gezwungen, während seines Klinikaufenthalts zu „der Frau, die ihre Mutter ist“ nach London zu ziehen. Dort ist alles fremd, October hasst den Lärm der Großstadt, die vielen Menschen, die Schule und die Frau, die sich ihre Mutter nennt. Sie vermisst ihr freies, ungebundenes Leben und kann sich nicht vorstellen, jemals in London glücklich zu sein.

Dies war mein erstes Werk von Katya Balen und es wird sicherlich nicht mein letztes gewesen sein. Die englische Autorin hat mit „October, October“ etwas Wunderbares erschaffen, das sowohl inhaltlich als auch sprachlich heraussticht und nicht nur junge Leser*innen in seinen Bann zieht, sondern auch Erwachsene zu begeistern vermag. Eine einfühlsame und tiefgründige Geschichte, gespickt mit vielen wertvollen Lebensweisheiten.

In erster Linie geht es darum, dass October erkennen wird, dass Veränderungen nicht immer schlecht sein müssen, sondern sich auch als etwas Gutes und Positives herausstellen können. Sie wird lernen, dass es sich lohnt offen und mutig zu sein, Entwicklungen zuzulassen und neue Erfahrungen zu sammeln und Freunde zu finden.
Dadurch, dass die Geschichte durchgehend aus Octobers Sicht erzählt wird, ist man die ganze Zeit über bei ihr und erlebt ihre Gefühls- und Gedankenwelt hautnah mit. Dabei wird sehr schnell klar, dass nicht nur ihr Name ungewöhnlich ist, sondern dass es sich auch bei October selbst um etwas Besonderes handelt. Da sie draußen in der Natur aufgewachsen ist, empfindet sie vieles anders als andere. Sie lebt meist in ihrer eigenen Welt und steckt voller Wildheit, Entschlossenheit und blühender Fantasie. Es ist faszinierend zu sehen, wie October die Dinge sieht und wahrnimmt und ein spannendes und ergreifendes Erlebnis ihre Entwicklung mitzuverfolgen. Diese wird in meinen Augen authentisch dargestellt, ich zumindest habe es als sehr glaubhaft empfunden, dass sich unsere junge Protagonistin oft sehr bockig und abweisend verhält und fand sie trotz allem jederzeit sympathisch.

Genauso einzigartig wie October ist auch die Sprache des Romans. Manche Zeilen sind anders formatiert, es gibt immer wieder Passagen, in denen komplett auf Satzzeichen verzichtet wird und wörtliche Rede wird nicht mit Anführungszeichen abgegrenzt, sondern mit kursivem Schriftbild. Diese Stilmittel symbolisieren gekonnt das übersprudelnde Gedankenkarussell unserer Protagonistin und verdeutlichen wie verloren sie sich anfangs fühlt und wie beängstigend und verwirrend die fremde Umgebung für sie ist. Bei dem Buch handelt es um eine Art inneren Monolog, was sich zunächst sehr ungewohnt liest und nicht jedermanns Sache sein wird. Mir hat die Erzählweise auf Anhieb gefallen, da sie es einem ermöglicht, tief in Octobers Erlebniswelt einzutauchen und ihr Denken, Fühlen und Handeln noch besser nachzuvollziehen.

Eine weitere Besonderheit sind die hübschen schwarz-weiß Illustrationen von Angela Harding, die die kleine Schleiereule Stig zeigen, welche October sehr viel bedeutet.
Auch das Ende kann überzeugen. Es ist stimmig und herzerwärmend und lässt einen mit einem glücklichen Gefühl zurück.

Fazit: „October, October – Die weite, wilde Welt wartet auf mich“ ist eine wunderschöne poetische Geschichte über die Angst vor Veränderungen und den Mut für Neuanfänge, über Freiheit, Wildheit, Familie und Freundschaft. Ruhig, kraftvoll und berührend. Ein ganz besonderes Buch mit tollen Botschaften und die perfekte Lektüre für alle ab 11 Jahren, die die Natur lieben und gerne außergewöhnliche Bücher lesen. Von mir gibt 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 27.09.2023

Ein weiterer toller Folgeband einer wundervollen Reihe!

Hüterin der Schmetterlinge - Im Bann des Oleanders
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Es handelt sich hierbei um den dritten Band von „Die Hüterin der Schmetterlinge“. Da die Bände aufeinander aufbauen, ist es definitiv vom Vorteil sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Nachdem ich ...

Es handelt sich hierbei um den dritten Band von „Die Hüterin der Schmetterlinge“. Da die Bände aufeinander aufbauen, ist es definitiv vom Vorteil sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Nachdem ich die zwei Vorgänger so geliebt habe, habe ich mich auf den dritten Teil riesig gefreut.

Schmetterlingshüterin Stella besucht zusammen mit ihrer Oma Aveline und ihrem besten Freund Victor die Gilden in Rom. Dort klappt es mit dem Frieden und der Zusammenarbeit zwischen der Tag- und Nachtfalter-Gilde wunderbar. Sie sind nicht nur miteinander befreundet, sondern produzieren sogar mithilfe der Oleanderschwärmer gemeinsam ein kostbares Heilöl, das in der ganzen Region sehr geschätzt wird. Mit Luca von der Nachtfalter-Gilde, bei dessen Familie die drei während ihrer Zeit in Rom wohnen, beginnen Stella und Victor die ewige Stadt zu erkunden, aber so richtig genießen kann Stella die Ausflüge nicht. Sie hat Victor bisher verschwiegen, dass die gefährliche Julie Kontakt mit ihr aufgenommen hat und sich sogar mit ihr in Rom treffen möchte. Sie weiß angeblich mehr über Stellas verschwundenen Vater. Ob das wirklich stimmt? Oder hat es Julie nur auf Stellas Karte abgesehen? Auf dieser erscheint zeitgleich ein neuer Schmetterlingsumriss, was bedeutet, dass eine weitere Schmetterlingsart in Gefahr ist. Stella ist sich sicher, dass es die Oleanderschwärmer sind, aber Luca will ihr nicht glauben. Es kommt zu Unstimmigkeiten zwischen den Kindern und Stella ist vorerst auf sich alleine gestellt. Als dann auch noch die Gildenmitglieder auf unerklärliche Weise erkranken, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen und Stella steckt mittendrin in einem gefährlichen Abenteuer.

Ein traumhaftes Cover hat die Isabelle Hirtz da mal wieder entworfen. Ich könnte bei dieser Reihe gar nicht sagen, welches Titelbild ich am liebsten mag, sie sehen einfach alle so hübsch aus. Und sie versprechen auch wirklich nicht zu viel. Nach Frankreich und Irland nimmt uns Ruth Rahlff nun also nach Italien mit, in die ewige Stadt Rom. Dabei beschreibt sie alles wie gewohnt so bildlich und stimmungsvoll, dass man direkt das Gefühl hat selbst vor Ort zu sein und große Lust auf Sommerurlaub in Italien bekommt.
Mir gefällt es sehr, dass wir in jedem Band in ein anderes Land mitgenommen werden und auch die Perspektivwechsel finde immer äußerst gelungen. Dieses Mal ist es der gleichaltrige Luca, der gemeinsam mit unserer Hauptprotagonistin und Ich-Erzählerin Stella von den Ereignissen berichtet.
Ich mochte sämtliche Charaktere erneut sehr. Ob alte Bekannte oder neue Gesichter – alle sind sie authentisch dargestellt und verhalten sich stets nachvollziehbar. Stella und Victor sind mir schon längst ans Herz gewachsen und auch Luca war mir auf Anhieb sympathisch. Eine weitere besonders interessante (wenn auch deutlich weniger angenehme) Person ist Julie, die für einen spannenden Verlauf sorgen wird.

Die Geschichte, die Ruth Rahlff uns diesmal gezaubert hat, ist genau so wie man es von ihr kennt: Fesselnd, berührend, geheimnisvoll, unvorhersehbar und einfach magisch. Ich persönlich habe das Buch trotz allem als ein klein wenig schwächer empfunden als die Vorgänger, irgendwie hat es mich nicht sofort in seinen Bann ziehen können. Verschlungen habe ich es aber dennoch. Mir hat es großen Spaß gemacht, Stella, Victor und Luca zu begleiten und durchweg mit ihnen mitzufiebern und mitzurätseln. Vieles wird gelöst, es bleibt aber auch nach wie vor einiges unklar. Die restlichen Antworten und Enthüllungen werden dann wohl im vierten (und vermutlich auch letzten) Band folgen. Das Ende macht nämlich deutlich, dass es weitergehen wird und lässt einen voller Vorfreude und Neugierde auf das nächste Abenteuer zurück.

Fazit: Ruth Rahlff ist mit „Hüterin der Schmetterlinge – Im Bann des Oleanders“ ein weiteres zauberhaftes Kinderbuch ab 10 Jahren gelungen, das nicht nur junge Leser*innen und Schmetterlings-Fans fesselt und begeistert. Jede Menge Spannung, Freundschaft, Geheimnisse und Magie, tolle Charaktere, ein großartiges Setting – all das und noch mehr machen auch diesen Band zu einem wunderbaren Lesegenuss. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 17.08.2023

Ein toller Auftakt! Spannend, mystisch, magisch. Und nicht nur für Pferdefans.

Die Pferde aus Galdur - Der goldene Gefährte
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Da ich die Bücher von der Sabine Giebken immer sehr gerne lese und eine große Leidenschaft für Pferderomane hege, war sofort klar, dass ich den Auftakt ihrer neuen Buchreihe unbedingt haben muss. Auf ...

Da ich die Bücher von der Sabine Giebken immer sehr gerne lese und eine große Leidenschaft für Pferderomane hege, war sofort klar, dass ich den Auftakt ihrer neuen Buchreihe unbedingt haben muss. Auf „Die Pferde aus Galdur – Der goldene Gefährte“ habe ich mich sehr gefreut!

Die 12-jährige Fenja lebt gemeinsam mit ihrer Familie auf einem Pferdegestüt in Island und möchte nirgendwo anders wohnen. Sie liebt ihren Heimatort mit seinen uralten Vulkanhügeln, magischen Nebeln und mythischen Geschichten, seiner wunderschönen rauen Natur. Und den Pferden natürlich. Pferde bedeuten Fenja alles, vor allem der kupferfarbene Rotfuchs Baldur liegt ihr sehr am Herzen. Wobei ihr als Tochter eines Züchters natürlich klar ist, dass man sich eigentlich niemals in ein Pferd verlieben darf, schließlich verkaufen sie einen Großteil ihrer Islandpferde. Doch dann versucht jemand eines nachts Baldur zu stehlen. Ist es etwa der mysteriöse Mitternachtsreiter, von dem ihre Amma ihr erzählt hat? Oder steckt das verborgene Volk dahinter, um das sich zahlreiche Mythen ranken? Als das Mädchen Elva, die zu dem unsichtbaren Volk gehört, auf ihrem Hof auftaucht, beginnt sich Fenja mit ihr anzufreunden und merkt schnell, dass sie ganz anders ist als sie sich das Huldufólk immer vorgestellt hat. Ehe es sich Fenja versieht, steckt sie mittendrin in einem ganz besonderen und geheimnisvollen Abenteuer...

Island, Pferde, jede Menge Geheimnisse und ein Hauch Magie – all das ist einfach genau mein Ding. Auf das neue Werk von Sabine Giebken war ich daher äußerst gespannt und habe mir dementsprechend viel erhofft. Rein optisch hat das Buch schon mal vollends bei mir punkten können. Das Cover finde ich bildschön gestaltet und der passende Farbschnitt ist ein echter Hingucker. Das Buch besticht allerdings nicht nur mit seiner äußeren Erscheinung – auch der Inhalt kann überzeugen. Mir jedenfalls hat Sabine Giebken mit dem ersten Band ihrer neuen Reihe tolle Lesestunden bereiten können. Der Einstieg fiel mir dank des locker-leichten Schreibstils sehr leicht und ich war direkt angetan von der Geschichte.

Schon der kurze Prolog macht neugierig auf mehr und verspricht viel Pferdeliebe, gepaart mit Spannung und einer Prise Mystery. Geschrieben ist der gesamte Roman aus der Sicht von Fenja in der Ich-Perspektive. Mit ihr hat die Autorin eine sehr willensstarke Protagonistin erschaffen, die man als Leserin schnell ins Herz schließt. Sie kann zwar ein ganz schöner Sturkopf sein, aber gerade das macht sie so echt und sympathisch. Ich mochte unsere 12-jährige Ich-Erzählerin auf Anhieb und habe ihr Verhalten jederzeit nachvollziehen können. So konnte ich nur zu gut verstehen, dass sie sich auf die Sommerferien nicht so wirklich freut und ziemlich allein gelassen fühlt. Ihre große Schwester zieht weg, ihre beste Freundin reist den ganzen Sommer über durch Europa und ihr Vater hat mal wieder eines ihrer Pferde verkauft, welches ihr besonders viel bedeutet hat.
Die Story beginnt also mit einer etwas niedergeschlagenen Stimmung, aber keine Sorge, so bleibt es nicht. Fenja besitzt trotz allem eine sehr humorvolle Art und ist nicht auf den Mund gefallen, sodass es auch viele heitere Stellen gibt, die einen schmunzeln lassen.
Die weiteren Charaktere sind ebenfalls facettenreich und lebensnah gezeichnet und sorgen sowohl für unterhaltsame Szenen als auch für Rätselhaftigkeiten. Vor allem „die Verborgene“ Elva, die plötzlich auftaucht und mit der sich Fenja anfreunden wird, ist eine mysteriöse Figur. Sie ist zwar freundlich, aber wirklich einschätzen kann man sie bis zum Schluss nicht.

Der Geschichte haftet von Beginn an etwas sehr Geheimnisvolles und Magisches an und bleibt stets abwechslungsreich und aufregend, sodass es zu keiner Zeit langweilig wird. Mich zumindest haben die Ereignisse durchgehend mitgerissen und wunderbar unterhalten.
Toll fand ich auch die Pferdemomente, die sehr gefühlvoll und authentisch beschrieben werden. Man merkt auf jeden Fall wieder sehr, dass Sabine Giebken eine Expertin ist und ihr Herz für diese Tiere schlägt, insbesondere für Islandpferde, über die man hier eine Menge lernt. Fachliche Begriffe fließen dabei gekonnt in die Handlung ein, was sich auch für Nicht-Kenner verständlich und interessant liest.

Auch beim Setting wird deutlich, dass die Autorin weiß wovon sie schreibt. Ihre bildlichen und realistischen Beschreibungen erwecken Islands malerische raue Landschaft im Kopf zum Leben, sodass man direkt das Gefühl hat die nordische klare Luft zu riechen und gemeinsam mit Fenja durch die einsamen isländischen Weiten zu reiten. Man erfährt zudem viel über Islands Mythologie wie dem unsichtbaren Volk, was dem Ganzen noch einmal einen ganz besonderen Zauber verleiht.

Das Ende verschont uns erfreulicherweise vor einem fiesen Cliffhanger und ist sogar recht abgeschlossen, lässt einen aber dennoch voller Vorfreude auf den nächsten Band zurück.

Fazit: Mit ihrem neuen Pferdeschmöker ist Sabine Giebken ein vielversprechender Reihenauftakt gelungen, der Lust auf mehr macht und nicht nur pferdeverrückte Leser
innen ab 10 Jahren fesselt und begeistert. „Die Pferde aus Galdur – Der goldene Gefährte“ ist ein spannendes und magisches Abenteuer vor der traumhaften Kulisse Islands. Es ist das perfekte Lesefutter für Pferdefans und für alle, die gerne mystische Geschichten lesen und das Setting Island lieben. Mir hat dieses Buch großen Spaß gemacht, ich kann es nur empfehlen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 31.07.2023

Ein zauberhaftes Bilderbuch

Das Dings
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Bei diesem Bilderbuch war es bei mir Coverliebe auf den ersten Blick. Da mich Klappentext ebenfalls sofort ansprach, war schnell klar war, dass ich das Dings kennenlernen möchte.

Eines Tages ist ein merkwürdiges ...

Bei diesem Bilderbuch war es bei mir Coverliebe auf den ersten Blick. Da mich Klappentext ebenfalls sofort ansprach, war schnell klar war, dass ich das Dings kennenlernen möchte.

Eines Tages ist ein merkwürdiges Dings plötzlich da und liegt genau dort wo es hingeplumpst ist, ohne sich zu rühren oder einen Mucks von sich zu geben. Vier Jemande, die sich vorher noch nie begegnet waren, finden dieses undefinierbare Objekt und bestaunen es fasziniert. Keiner von ihnen weiß, was es ist oder was es macht, sie sind sich aber einig, dass es wunderschön ist. Da Brummel findet, dass es einsam wirkt, schlägt Romp spontan vor, ihm Gesellschaft zu leisten. Die Vier legen sich neben das Dings und beginnen am nächsten Morgen weiter zu rätseln, was ihre Entdeckung wohl sein könnte. Es hat sich über Nacht nicht verändert, liegt immer noch bewegungslos und still da. Da Flick, Purzel, Brummel, Romp weiterhin ratlos sind, beschließen sie dem Dings erst einmal ein Schutzdach zu bauen. Das Ganze bleibt natürlich nicht unbemerkt. Immer mehr Neugierige finden sich ein und machen das Dings zu einer richtigen Attraktion. Bald geht es zu wie auf einem Rummel; Würstchenbuden, Hamburgerstände und Tische mit Souvenirs werden aufgestellt, sogar in den Medien wird über das Dings berichtet. Doch nicht alle freuen sich über diese neue Touristensensation. Manche verurteilen das Dings, finden es gefährlich und meinen, dass es weg muss. Während sich die Leute überall auf der Welt über das Dings streiten, verschwindet dieses ganz unauffällig, „entplumpst“ genauso plötzlich wie es gekommen ist. Mit dem Jahrmarkt ist es jäh vorbei, doch es ist nicht alles genau wie früher. Flick, Purzel, Brummel, Romp sind nun Freunde und gehen mit dem Versprechen auseinander, sich eines Tages wiederzutreffen.

Was für ein ungewöhnliches, feinsinniges und inspirierendes Bilderbuch. Ich hatte mir ja schon gedacht, dass sich es bei „Das Dings“ um eine sehr facettenreiche Geschichte handelt, aber dass sie so tiefgründig ist, hätte ich dann irgendwie doch nicht erwartet. Simon Puttock und Daniel Egneus haben mit ihrem Gemeinschaftswerk etwas Besonderes erschaffen, ein sehr wichtiges Buch, das eine Menge Stoff zum Philosophieren und Miteinanderreden bietet.

Mit wenigen Worten und auf eine nachdenklich stimmende Weise erzählt Simon Puttock die Geschichte von diesem sonderbaren Dings, das eines Tages ganz plötzlich da ist und sehr unterschiedlich von der Gesellschaft aufgenommen wird. Vier völlig ungleiche tierische Wesen, die es als erstes entdecken, begegnen diesem fremden Etwas aufmerksam, freundlich und mutig, respektieren und umsorgen es. Unter den späteren Schaulustigen zeigen sich manche ebenfalls interessiert, sind zugleich aber auch vorsichtig und halten Abstand. Und dann gibt es noch die Skeptiker, die das Dings aus Angst vor dem Fremdartigen ablehnen und als gefährlich bezeichnen und gar nicht erst den Versuch unternehmen, es kennenzulernen.
Die verschiedenen Sichtweisen und Reaktionen, die das Dings unter den Tieren hervorruft, dieses Bilden von Gemeinschaften und teils ziemlich ablehnende Verhalten, erleben wir nur zu oft auch im echten Leben. Junge Kinder kennen so etwas vermutlich bisher eher weniger, aber die Botschaft wird auch für sie verständlich sein. Dieses Buch wirbt für Toleranz und Akzeptanz und zeigt, wie wichtig Neugier und Offenheit für das Unbekannte ist.

Toll ist auch, wie viel Raum die Erzählung für eigene Gedanken lässt. Wie die Figuren in dem Buch, so fragt man sich auch als Leserin und Zuhörerin, was es mit diesem Dings eigentlich auf sich hat. Was genau ist es? Wo kommt es her? Gehört es jemanden? Und warum ist es auf einmal wieder verschwunden? Aber nicht nur speziell auf das Dings bezogen liefert die Geschichte viel Spekulations- und Diskussionsmaterial – allgemein beginnt man zu grübeln: Was machen unerwartete Situationen mit uns? Wie reagieren wir selbst, wenn wir auf etwas Unbekanntes stoßen? Helfen wir einer Person, die wir nicht kennen und nicht verstehen? Sind wir freundlich zu ihr? Und wie wirkt sich unser Verhalten auf andere aus?

Um was es sich bei dem Dings handelt, wird nicht geklärt, aber darauf kommt es auch gar nicht an. Es geht um die vier Jemande, um Flick, Purzel, Brummel, Romp, die durch das Dings zusammengeführt werden. Die anfangs Fremde sind und am Ende Freunde. Der Schluss zeigt somit sehr schön, dass es sich lohnt, offen und neugierig für Neues zu sein, dass unvorhergesehene Momente und gemeinsame Erlebnisse unser Leben sehr bereichern können.

Zum Vorlesen für Kinder ab 4 Jahren ist das Buch in meinen Augen gut geeignet. Die kurzen Sätze wurden liebevoll von Fabienne Pfeiffer übersetzt und lassen sich angenehm vortragen und dass ein bestimmter Satz öfters wiederholt wird, wird bei den jungen Zuhörerinnen garantiert gut ankommen – so etwas macht den Kleinen immer Spaß.

Genauso kreativ und zauberhaft wie der Text ist auch die fröhlich-bunte Bildwelt, die der schwedische Illustrator Daniel Egnéus geschaffen hat. Mit wunderschönen zarten Farben und teils ziemlich witzigen Details untermalt er das Erzählte gekonnt. Mich persönlich hat nur das Aussehen des Dings ein wenig irritiert, da es etwas an einen Micky Maus-Kopf erinnert, aber abgesehen davon mochte ich die Zeichnungen sehr. Egnéus abstrakter Stil ist wirklich einzigartig und irgendwie auch magisch und passt perfekt zu dieser besonderen Geschichte.

Fazit: „Das Dings“, geschrieben von Simon Puttock und illustriert von Daniel Egnéus, ist eine poetische, tiefsinnige und fantasievolle Geschichte über den Umgang mit unerwarteten Situationen und fremdartigen Dingen, über Mitgefühl, Offenheit und unverhoffte Freundschaften. Es ist ein außergewöhnliches und wunderbares Buch, das zum Nachdenken anregt und große und kleine Leser
innen ab 4 Jahren mit vielen ausdrucksstarken Illustrationen verzaubert. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

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