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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2024

Romantisch, frech und witzig

Liebe, Eis und Schnee
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Darum geht’s:
Natalie und Chase, beides Sprösslinge von steinreichen Familien, sind auf dem Weg zu einer einsamen Waldhütte, um ein romantisches Wochenende zu verbringen. Dabei geraten sie in einen Schneesturm ...

Darum geht’s:
Natalie und Chase, beides Sprösslinge von steinreichen Familien, sind auf dem Weg zu einer einsamen Waldhütte, um ein romantisches Wochenende zu verbringen. Dabei geraten sie in einen Schneesturm und bleiben unterwegs stecken. Jake, ein kauziger Eigenbrötler, rettet die beiden und nimmt sie mit in seine Hütte. Chase ist halb erfroren und während er sich gesund schläft, kommen sich Natalie und Jake immer näher. Doch Jake umgibt eine geheimnisvolle Aura, die Natalie nicht zu fassen bekommt…

So fand ich‘s:
Ja, es handelt sich um eine romantische Komödie. Aber ab und an tun solche gefühlsbeladenen Geschichten einfach der Seele gut.

Allerdings beginnt die Geschichte nicht sehr romantisch, streiten sich Natalie und Chase doch auf der Fahrt zu ihrem Pärchen-Wochenende. Und zu allem Übel bleiben sie auch noch in einer Schneewehe stecken, ohne Handy-Empfang und für die Jahreszeit nur spärlich gekleidet. Dass die Autorin ein Faible für Klischees hat, wird spätestens klar, sobald die beiden verwöhnten Millionärskinder von einem kauzigen, wild aussehenden Einsiedler gerettet werden.

Der Erzählstil ist passend zum Genre locker und flüssig und ich mochte vor allem Natalies Gedankengänge. Sie kam als patente und humorvolle, manchmal sarkastische Person rüber und es hat Spaß gemacht, ihren Überlegungen zu folgen. Zu Beginn empfand ich die Komik ein wenig zu bemüht, was aber mit der Zeit besser wurde und geschickter dosiert war.

Zum Schluss hin wurde es dann noch richtig spannend und die Autorin überraschte mich mit Verwicklungen, die für mich so gar nicht vorhersehbar waren.

Auch wenn die gesamte Geschichte etwas konstruiert wirkt, habe ich genau das bekommen, was ich erwartet hatte: eine frech erzählte Story mit Romantik, Humor und Spannung. Es ist das richtige Buch für alle, die gerne romantische mit einer kessen Protagonistin lesen.

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Veröffentlicht am 19.11.2023

Spannendes Cyber-Abenteuer

RUN
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Darum geht's:
Jans kleine Schwester ist verschwunden, doch es gibt keine Lösegeldforderung und die Polizei hat noch keine Spur. Da bekommt Jan eine Datenbrille zugeschickt, mit der er auf das interaktive ...

Darum geht's:
Jans kleine Schwester ist verschwunden, doch es gibt keine Lösegeldforderung und die Polizei hat noch keine Spur. Da bekommt Jan eine Datenbrille zugeschickt, mit der er auf das interaktive Onlinespiel „Run“ aufmerksam gemacht wird. Durch einen Hinweis auf Katja, wird er aufgefordert am Spiel teilzunehmen. Mit der Hoffnung, seine kleine Schwester zu finden, lässt er sich auf das geheimnisvolle Spiel ein, bei dem der undurchsichtige Spielleiter Zero ihm und sechs weiteren Jugendlichen jeden Tag eine neue Rätselchallenge aufträgt – jede gefährlicher als die andere. Bald wird Jan aber klar, dass sein Preis das Leben seiner Schwester sein würde. Daher ist aufgeben keine Option und das perfide Spiel geht weiter…


So fand ich's:
​​Die Autorin Mara Lang hält sich hier nicht mit einer langen Einführung auf und als Leser wird man direkt in die dramatischen Ereignisse rund um Katjas Verschwinden hinein geschupst. Man spürt förmlich die Verzweiflung der Eltern und des großen Bruders Jan. So konnte ich auch kurzzeitig verstehen, warum Jan erstmal seinen Eltern und auch der Polizei nichts von der Datenbrille erzählt, die ihn hoffentlich zu seiner Schwester führen würde. Trotzdem konnte ich nicht immer alle seine Entscheidungen nachvollziehen. Aber wer weiß, wie man selbst in so einer Situation reagieren würde…. Und es ist auch nur ein kleiner Kritikpunkt, der mein Lesevergnügen nicht wesentlich geschmälert hat.


Es hat nicht lange gedauert, bis sich ein richtiger Lesesog entwickelte. Die Autorin setzte bei dieser Geschichte vor allem auf Action und Spannung. Dafür kamen für meinen Geschmack ab und an die Beschreibungen und die Gefühle der Protagonisten etwas zu kurz. Aber es war dann so spannend, dass das in dem Moment keine große Rolle mehr spielte und ich einfach nur schnell weiterlesen wollte.


Gegen Ende hin spitzt sich die Spannung immer weiter zu und eines muss man auf jeden Fall der Autorin lassen: Nervenkitzel und Suspense kann sie! So war dieses Buch für mich eine Art Actionfilm in meinem Kopfkino und ich kann es allen empfehlen, die vor allem rasante Geschichten mit Thrill mögen.

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Veröffentlicht am 19.11.2023

Gelungenes Serienfinale

Seahorse - Die Hoffnung der Wasserpferde
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Darum geht‘s:
Shona ist unbeschadet auf der Insel der Wasserpferde angekommen. Sie und Cuan können sich jedoch nicht erklären, wie Shona diese andere Dimension erreichen und auch wieder ohne Probleme verlassen ...

Darum geht‘s:
Shona ist unbeschadet auf der Insel der Wasserpferde angekommen. Sie und Cuan können sich jedoch nicht erklären, wie Shona diese andere Dimension erreichen und auch wieder ohne Probleme verlassen kann, was zuvor noch keinem Menschen gelungen war. Bedeutet das, dass die beiden tatsächlich Halbgeschwister sind? Antworten können sie nur auf den verlorenen Seiten der Mythen finden. Gleichzeitig verfolgt der geheimnisvolle Peabody seinen eigenen dunklen Plan und bringt alle Wasserpferde in große Gefahr.

So fand ich’s:
Da ist er nun der heißersehnte dritte und letzte Band zu Karin Müllers Trilogie „Seahorse“. Da der zweite Band etwas länger her ist, musste ich mich zwar erst wieder zurechtfinden. Aber es hat dann nicht allzu lange gedauert, bis ich wieder mittendrin war in Shonas und Cuans Geschichte. Allerdings hat mir das wieder gezeigt, dass es sich absolut empfiehlt, diese Serie in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, um alle Zusammenhänge und Entwicklungen zu verstehen.

In diesem dritten Teil ist sich die Autorin treu geblieben und hat in gewohnter altersgerechter, flüßiger und einfühlsamer Erzählweise mein Kopfkino auf Hochtouren laufen lassen. Neben den lebendigen Figuren hat sie die passende Prise an Landschaftsbeschreibungen gefunden, so dass man sich alles wunderbar bildlich vorstellen kann. Und auch diesmal hat sie es geschafft, eine ausgewogene Balance zwischen moderner Erzählung und alten Legenden und Mystik zu finden.

Vor allem in der zweiten Buchhälfte überschlagen sich die Ereignisse und schlussendlich werden alle offenen Fragen beantwortet. Auch wenn das Ende für meinen Geschmack etwas abrupt kam, war ich mit der Auflösung und den entsprechenden Entwicklungen zufrieden und konnte das Buch mit einem guten Gefühl zuklappen.

Mit dieser Trilogie kommen vor allem Pferdebücherfans auf ihre Kosten. Für mich hatte diese Geschichte auch etwas von den Romantik-Thrillern, die ich als junges Mädchen verschlungen hatte. Von mir gibt es daher eine begeisterte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 12.10.2023

Vergnügliche Lesestunden mit wertvoller Botschaft

Genial normal
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Darum geht‘s:
Der 15-jährige Sam ist ein ganz normaler Junge von nebenan: er schreibt mittelmäßig-gute Noten, hat nur eine Handvoll Freunde und nur wenige Follower in den Sozialen Medien. Er ist jedoch ...

Darum geht‘s:
Der 15-jährige Sam ist ein ganz normaler Junge von nebenan: er schreibt mittelmäßig-gute Noten, hat nur eine Handvoll Freunde und nur wenige Follower in den Sozialen Medien. Er ist jedoch mit sich selbst und seinem Leben zufrieden und es stört ihn auch nicht, dass er damit der Außenseiter in seiner übermäßig talentierten Familie ist. Doch dann wird sein Vater durch den Verkauf seiner Firma von einem Tag auf den anderen sehr reich und die Familie zieht nach London. Die Mutter lässt sich nicht davon abhalten, ihre drei Kinder – also auch Sam – für eine Elite-Schule für Hochbegabte anzumelden. Für Sam beginnt damit ein wahrer Albtraum. Er möchte doch einfach normal sein und erst recht nicht auffallen. Doch damit erreicht er genau das Gegenteil an dieser Schule und es bleibt ihm nichts anderes übrig, als mitzumachen. So findet er sich unverhofft in der Theatergruppe wieder – ausgerechnet… Ob er da einen Weg finden wird, sich mit seinem neuen Leben zu arrangieren?

So fand ich‘s:
Auch wenn ich seit längerem nicht mehr zur Zielgruppe gehöre, lese ich nach wie vor sehr gerne Kinder- und Jugendbücher und fühle mich mit dieser Art von Lektüre generell sehr wohl. Bei diesem Buch hatte ich jedoch überraschenderweise das Gefühl, tatsächlich aus dem Lesealter herausgewachsen zu sein. Im Nachhinein betrachtet spricht das aber für die altersgerechte Erzählweise des Autors und vor allem auch für die gezielt eingesetzte Jugendsprache der Figuren.

Ich brauchte also ein bisschen, um in die Geschichte reinzukommen. Es war dann vor allem der Humor, der immer wieder aufblitzt und die verschmitzte Art des Protagonisten, die mich nicht haben aufgeben lassen. Und das war sehr gut so! Denn ab einem gewissen Punkt, hat mich die Geschichte dann doch noch gepackt und ich musste unbedingt erfahren, wie es Sam in der Theatergruppe ergehen würde.

Schlussendlich bin ich wirklich froh, durchgehalten zu haben. Denn neben den vergnüglichen Lesestunden, wofür der schlagfertige und spitzbübige Humor sorgt, hat William Sutcliffe auch eine wertvolle Botschaft in seine Geschichte reingepackt: wie wichtig es ist, sich selbst treu zu bleiben und sich nicht verbiegen zu lassen.

Für mich hebt sich dieses Buch wohltuend von den Standard-Jugendbüchern ab und der Autor trifft hier genau den Nerv der heutigen Jugend. Er legt den Finger gezielt auf wunde Stellen, aber immer, ohne belehrend zu werden. Er bietet stattdessen altersgerechte Lösungen und verliert gleichzeitig nie den Humor und eine gewisse Spannung aus den Augen.

Nach meinen persönlichen Startschwierigkeiten befindet sich dieses Buch letztendlich doch auf der Liste meiner Jugendbuch-Highlights und es gibt eine begeisterte Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 27.08.2023

Spannend & fantasievoll - wie man es von Mechthild Gläser gewöhnt ist :-)

Das Buch der Seelen
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Darum geht’s:
Elsie hat die Liebe zur Fotografie in den Genen. Seit vielen Generationen gehört ihrer Familie ein Fotostudio und sie liebt es, in alten Fotoalben zu stöbern. Ein Album hält sie besonders ...

Darum geht’s:
Elsie hat die Liebe zur Fotografie in den Genen. Seit vielen Generationen gehört ihrer Familie ein Fotostudio und sie liebt es, in alten Fotoalben zu stöbern. Ein Album hält sie besonders in Ehren und das Foto des jungen Lords Aidan Storm hat es ihr besonders angetan. Sie spricht fast täglich mit ihm und vertraut ihm all ihre Sorgen und Ängste an. Als dieses Bild eines Tages verschwindet, trifft Elsie das schwer. Umso größer ist ihr Staunen als Aidan wie aus dem Nichts auf Instagram auftaucht und dort zum Internetstar wird. Aber wie kann das sein? Und was hat er mit den seltsamen Vorkommnissen zu tun, die Elsie zu verfolgen scheinen?

So fand ich‘s :
Die Bücher, die ich bis jetzt von Mechthild Gläser gelesen habe, haben mich durch die Bank begeistert. Und auch mit dem „Buch der Seelen“ hat mich die Autorin wiederum mit auf eine spannende und fesselnde (Lese-)Reise mitgenommen.

Neben ihrem lockeren und flüssigen Erzählstil, mit dem sie ihre Protagonisten richtiggehend lebendig werden lässt, gefällt mir besonders die ihr ganz eigene originelle Fantasie, mit der sie Motive aus Klassikern – wie hier zum Beispiel aus „Das Bildnis der Dorian Gray“ – quasi entstaubt und in eine ganz neue Geschichte verpackt.

Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen. Es geht mir oft so, dass mir in solchen Büchern gerade die Abschnitte aus der „früheren Zeit“ besser gefallen. Aber hier könnte ich das so gar nicht sagen. Ich finde, dass beide Ebenen ihren Reiz haben und jeweils in der passenden Sprache erzählt werden. Die Spannung steigt in beiden Zeitabschnitten parallel zueinander und so laufen auch die Fäden zusammen und als Leser versteht man immer mehr, was mit Aidan geschehen ist.

Die Nebenfiguren haben mir alles in allem auch gut gefallen. Es gab auch immer wieder etwas zum Schmunzeln. Die eine oder andere Figur hätte ich mir präsenter gewünscht. Aber das ist wirklich nur ein kleiner Kritikpunkt.

„Das Buch der Seelen“ hat mir einmal mehr gezeigt, warum ich so gerne Jugendbücher lese. Gleichzeitig finde ich es schwierig, dieses Buch einem Genre zuzuordnen. Die Geschichte wird frisch und jugendlich erzählt, es spielt in der heutigen Zeit, aber eben auch im Viktorianischen Zeitalter. Zudem kommt auch ein gewisser Gruselfaktor dazu, der für mich wohldosiert war.

Mechthild Gläser bleibt für mich auch mit diesem Buch eine Garantin für packende, beschwingte und fantasievolle Lesestunden.

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