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Veröffentlicht am 14.10.2023

Ein Jugendbuch, in dem viel drinsteckt

Wie Melodien im Wind
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Mit "Wie Melodien im Wind" von Alicia Zett habe ich meine Mission fortgesetzt, auch mal Bücher abseits meines favorisierten Krimi- & Thriller-Genres zu lesen. Dabei entdeckt man doch einiges, was zwar ...

Mit "Wie Melodien im Wind" von Alicia Zett habe ich meine Mission fortgesetzt, auch mal Bücher abseits meines favorisierten Krimi- & Thriller-Genres zu lesen. Dabei entdeckt man doch einiges, was zwar ungewohnt, aber auch lesenswert ist. 
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Darum geht’s: Toni und Lukas sind verknallt ineinander. Aber eine Beziehung scheint unmöglich. Zu unterschiedlich sind die Welten, aus denen sie kommen. Oder geht da doch was?
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Mit diesem Roman ging es für mich zurück in die Teenie-Zeit. Ich konnte mich aber überraschend geschmeidig mit den Internatsschülern von Schloss Mare anfreunden und in ihre Gedanken und Gefühle hineinversetzen. Das Buch ist aber auch so vollgepackt mit Themen und Aspekten, dass sich hier jeder etwas Passsendes herauspicken kann. Mögt ihr Sport? Oder doch lieber Musik? Egal, hier bekommt ihr beides. Familie, Freundschaft, Liebe, Kriminalität, Konventionen, Standesunterschiede, Zukunftsangst, Selbstzweifel, Selbstfindung, Mental Health - das alles spielt hier eine Rolle. Ein ganz schönes Spektrum, was da abgearbeitet wird. Für meinen Geschmack fast schon etwas zuviel der Bandbreite. Aber richtig gestört hat es mich letztendlich nicht.

Der Friends-to-Lovers-Trope führt uns sogar noch in die Welt der Royals. Hier war ich sehr skeptisch. Ich bin bekennender Royal-Fan. Im wahren Leben. Fiktiv kann ich mit dem Thema seltsamerweise meist wenig bis gar nichts anfangen. Hier war das mal anders. Ich mochte die Szenen rund um die dänische Königsfamilie und die Szenen im Schloss richtig gerne. In dem Fall hatte ich aber immer irgendwie die real existierenden Royals vor Augen. Und so ist Lukas Oma in meiner Vorstellung tatsächlich 1:1 Königin Margrethe II. von Dänemark und sein Papa das Ebenbild von Kronprinz Frederik. Das fand ich schon irgendwie lustig.
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Fazit: "Wie Melodien im Wind" ist ein gelungenes Jugendbuch, das mich auch als Leserin jenseits der wohl beabsichtigten Zielgruppe abgeholt und gut unterhalten hat. Die Autorin trifft einen durchweg angenehmen Ton. Insgesamt muss ich sagen, dass der Roman wenig Angriffsfläche bietet, um ihn nicht zu mögen.

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Veröffentlicht am 13.10.2023

Neues von der Mordslady

Frau Morgenstern und der Abgrund
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"Sterben ist selten schön. Schon gar nicht mit heruntergelassenen Hose." Mit dieser herrlichen Erkenntnis starten wir in den 5. Teil der Frau Morgenstern-Reihe von Marcel Huwyler. Der Eingangssatz zeigt, ...

"Sterben ist selten schön. Schon gar nicht mit heruntergelassenen Hose." Mit dieser herrlichen Erkenntnis starten wir in den 5. Teil der Frau Morgenstern-Reihe von Marcel Huwyler. Der Eingangssatz zeigt, wohin die Reise geht. Die Leserinnen können sich auf gewaltigen Wortwitz und eine etwas abgedrehte Handlung einstellen. Genau damit stechen die Bücher aus dem üblichen Krimi-Allerlei heraus.

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Darum geht’s: Das Killer-Gespann im staatlichen Auftrag ist auf der Flucht vor dem eigenen Arbeitgeber. Morgenstern & Schlunegger haben ihr bisheriges Leben hinter sich gelassen. Eliminiert wird mittlerweile in Eigenverantwortung. Diesmal werden sie zudem beauftragt, den mysteriösen Tod eines Journalisten aufzuklären.

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"Frau Morgenstern und der Abgrund" ist der bisher schlankste Band in der Krimireihe und umfasst gerade mal 250 Seiten. Das fand ich zwar etwas schade, aber die Seiten sind umso mehr vollgepackt mit allem, was ich an der Reihe mag. Skurrile Ideen und feinsinniger Humor gehören ebenso dazu, wie die unverwechselbare Wortakrobatik des Autors, die das Lesen wieder zu einem wahren Vergnügen macht. Die Leser
innen erwartet ein sprachlicher Genuss, bei dem einem die Wörter regelrecht auf der Zunge zergehen.

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Die Geschichte ist aberwitzig und gleichzeitig spannend. Huwyler hat da seine ganz eigene und unverwechselbare Art. Zu seinen Protagonisten ist dem Autor auch wieder Neues eingefallen, um die Weiterentwicklung interessant zu gestalten. Soviel spoilere ich hier einfach mal: Das Dreamteam droht diesmal auseinanderzubrechen. Spannend bleibt es bis zum Schluss. Der Fall wird mit einem Showdown in bester Morgenstern-Manier aufgelöst. Und das Finale wird dann nochmal mit einer dicken Überraschung zelebriert.

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Fazit: "Frau Morgenstern und der Abgrund" setzt die Reihe gewohnt gut fort. Es ist kein Krimi, wie jeder andere. Ich empfehle die Reihe allen, die gerne mal etwas anderes und ungewöhnliches in dem Genre lesen möchten.

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Veröffentlicht am 03.10.2023

Spannend und geheimnisvoll

Die Witwe
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Gilly MacMillan hat mit "Die Witwe" einen weiteren ihrer psychologischen Spannungsroman vorgelegt. Die Autorin bleibt ihrem Stil treu. In typisch ruhiger aber sehr einnehmender Erzählweise lässt sie die ...

Gilly MacMillan hat mit "Die Witwe" einen weiteren ihrer psychologischen Spannungsroman vorgelegt. Die Autorin bleibt ihrem Stil treu. In typisch ruhiger aber sehr einnehmender Erzählweise lässt sie die Leser*innen in die menschlichen Abgründe blicken.
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Darum geht’s: Die Lottogewinner Nicole und Tom leben in einem abgeschiedenen, hochmodernen Glashaus. Eines Tages findet Nicole ihren Mann tot im Pool. Ermordet. In der Nachbarschaft gibt es nur ein nettes Ehepaar samt Haushälterin. Haben sie etwas mit der Tat zu tun? Oder kommt die Bedrohung von Außen?
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Das Setting und die Atmosphäre haben mich direkt in den Bann gezogen. Ich habe mich gefühlt, als würde ich selbst im Glashaus auf dem Präsentierteller sitzen. Alles wirkt mysteriös und bedrohlich. Schnell merkt man, dass hier jeder Charakter etwas zu verbergen hat. Die Fassade bröckelt und man stößt Stück für Stück auf unglaubliche Geheimnisse.
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Mir gefällt der feinsinnige, packende und intensive Schreibstil. Ich bin mitten in einem Geschehen gelandet, das mich sofort in den Bann gezogen hat. Die Geschichte wird im ständigen Wechsel aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Das ist dynamisch und abwechslungsreich. Immer wieder erfährt man neue Details. Hier kann man scheinbar niemandem trauen. Viele kleine und große Geheimnisse sorgen für eine subtil-mysteriöse Grundspannung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Allein die Auflösung hätte für meinen Geschmack etwas mehr Wumms haben können. Sie ist zwar stimmig, kommt aber etwas unspektakulär rüber. Gut, aber ohne den großen und alles erschütternden Knalleffekt, den ich angesichts der vorangegangenen Ereignisse doch irgendwie erwartet hatte.
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Fazit: "Die Witwe" ist gut geschrieben und ausgeklügelt aufgebaut. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und wollte ständig wissen, wie es weitergeht. Ich empfehle den Roman allen, die Bücher mit mysteriöser Atmosphäre und feinen, psychologischen Spannungsmomenten mögen.

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Veröffentlicht am 27.09.2023

Briefwechsel mit dem Weihnachtsmann

Ein Wunsch im Winter
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Zum Start in den Herbst beginnt es auf dem Buchmarkt zu weihnachten. "Ein Wunsch im Winter" von Pauline Mai hat bei mir die Saison der Weihnachtsromane eröffnet. Das Buch war eine gute Wahl und macht mir ...

Zum Start in den Herbst beginnt es auf dem Buchmarkt zu weihnachten. "Ein Wunsch im Winter" von Pauline Mai hat bei mir die Saison der Weihnachtsromane eröffnet. Das Buch war eine gute Wahl und macht mir direkt Lust auf mehr stimmungsvolle Unterhaltung dieser Art.

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Darum geht’s: Madita hat die Weihnachtszeit mal geliebt. Jetzt ist der Advent für sie eine Qual. Ihre große Liebe Victor ist vor drei Jahren bei einem Unfall kurz vor Weihnachten ums Leben gekommen. Als sie mit ihrer Nichte Ella und ihrem Neffen Janosch Briefe an den Weihnachtsmann schreibt, drängen die beiden Madita dazu, selbst einen Brief zu schreiben. Madita staunt nicht schlecht, als sie eine Antwort bekommt…

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Pauline Mai schreibt echte Wohlfühlromane. Im vergangenen Jahr habe ich mein erstes Buch von ihr gelesen und war begeistert. In der Folge ist ihr neuer Winter-/ Weihnachtsroman sofort auf meiner Leseliste gelandet. Auch damit hat die Autorin mich wieder abgeholt und in eine wundervolle Stimmung versetzt. Ich war mit Madita auf dem Weihnachtsmarkt und habe den Geschmack ihrer Wintertee-Kreationen auf der Zunge. Pauline Mai zaubert Bilder und Gefühle hervor, die perfekt auf die Adventszeit einstimmen - und die bestimmt nochmal besser passen, wenn die Welt dann tatsächlich auf Weihnachten eingestellt ist.

Die Charaktere im Buch sind sympathisch, authentisch und zum Liebhaben. Ich hatte das Gefühl, zu einem Teil des Familien- und Freundeskreises zu werden.

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Die Idee mit den Weihnachtsbriefen ist nicht neu … Kann im Zusammenhang mit Weihnachten überhaupt noch irgendetwas Neu sein? Man erwartet traditionell gewisse Versatzstücke. Genau die fügt Pauline Mai in ihrem Roman stimmig und harmonisch zusammen. Die Grundthematik um Tod und Trauer klingt zwar recht düster. Man muss aber keine Angst haben, beim Lesen in ein tiefes, dunkles Loch hineingezogen zu werden. Es geht ja darum, wieder Freude und Licht im Leben zuzulassen. Der Weihnachtsmann hat da einige Tipps für Madita parat. Nicht ganz uneigennützig natürlich. So kommt die Story insgesamt mit einer hoffnungsvollen Leichtigkeit daher, die mir viel Freude bereitet hat.

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Fazit: "Ein Wunsch im Winter" ist das perfekte Buch für den Start in die Saison der Weihnachtsromane. Gefühlvoll, poetisch und einfach süß. Ich empfehle es euch gerne weiter.

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Veröffentlicht am 25.09.2023

60er Jahre Krimi mit Frauenpower

Die Kriminalistinnen. Der Tod des Blumenmädchens
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Der Krimi „Die Kriminalistinnen: Der Tod des Blumenmädchens“ nimmt uns mit auf eine Zeitreise. Es geht zurück ins Jahr 1969. In Düsseldorf sind damals zum ersten Mal Frauen bei der Polizei ausgebildet ...

Der Krimi „Die Kriminalistinnen: Der Tod des Blumenmädchens“ nimmt uns mit auf eine Zeitreise. Es geht zurück ins Jahr 1969. In Düsseldorf sind damals zum ersten Mal Frauen bei der Polizei ausgebildet worden. Mathias Berg strickt um den realen Hintergrund eine fiktive Story. Im Mittelpunkt steht die 22-jährige Lucia Specht, die als angehende Kriminalistin in ihrem ersten Fall ermittelt. Es gilt, den Mord an einem Hippiemädchen aufzuklären.
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Das zeitliche Szenario ist perfekt und hochinteressant ausgearbeitet. Hochinteressant. Als Kind der 70er habe ich viel wiedererkannt. Zum Beispiel haben mir der Charme von Schnittchen-Platten und Telefonen mit Drehwahlscheibe ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Gut beschrieben sind auch die Reaktionen der Gesellschaft darauf, dass Frauen in eine bis dato reine Männerdomäne eindringen. Manche belächeln den „Versuch“, der in ihren Augen eh keine Zukunft hat. Andere reagieren mit verständnislosem Kopfschütteln. Und so mancher Kollege vom alten Schlag begegnet den Frauen sogar mit offener Feindseligkeit. Zum Glück trifft Lucia aber auch auf nette Exemplare der Spezies Mann. Charaktere wie Italo-Toni und Otto Hagedorn mochte ich sofort. Hier hat Mathias Berg auch noch ein nettes Easteregg für seine Leser eingearbeitet, denn Otto ist kein Unbekannter. Ihm ist man bereits als routiniertem LKA-Ermittler in den Krimis „Der Preis der Rache“ und „Der Lohn des Verrats“ begegnet. In den Kriminalistinnen trifft man nun auf sein jüngeres Ich. Eine nette Querverbindung unter den Büchern, wie ich finde.
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Der Auftakt der Kriminalistinnen-Reihe verströmt den Charme der späten 60er. Dass Frauen einen Beruf ausüben war damals allgemein noch unüblich und von der Gunst der Männer abhängig. Angesichts des Zeitgeists von Damals rückt der Fall gefühlt fast ein bisschen in den Hintergrund. Zuweilen rücken das Privatleben und die persönlichen Dramen Lucias und ihrer Kolleginnen sehr in den Vordergrund. Aber natürlich wird auch immer wieder der Bogen zu den Ermittlungen geschlagen. Da beweist Lucia dann, was in ihr steckt. Nicht unwichtig ist dabei ihre Motivation. Lucia ist durch den mysteriösen Tod ihrer Mutter geprägt. Auch wenn Ihr Vater und Bruder strikt gegen ihren beruflichen Umschwung von der Sekretärin zur Kriminalistin sind, setzt sie ihren Willen durch. Ihr erklärtes Ziel ist es, den Tod ihrer Mutter aufzuklären.
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Die Kriminalistinnen-Reihe ist auf drei Bände angelegt. Das entspricht den drei Ausbildungsjahren, die Lucia durchläuft. Ich freue mich schon auf ihre weiteren Erlebnisse bei der Polizei. Richtig gespannt bin ich natürlich, wie es in ihrem ganz persönlichen Fall weitergeht.

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