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Veröffentlicht am 08.11.2023

Gute Mischung

Paradise Garden
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Elena Fischer ist dieses Jahr mit ihrem Debütroman direkt auf der Longlist des Deutschen Buchpreises gelandet. Und mich wundert das wenig, denn ihr Roman bietet sehr viel Potential.

Billie ist 14 Jahre ...

Elena Fischer ist dieses Jahr mit ihrem Debütroman direkt auf der Longlist des Deutschen Buchpreises gelandet. Und mich wundert das wenig, denn ihr Roman bietet sehr viel Potential.

Billie ist 14 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter in einer Sozialbausiedlung. Das Geld ist am Ende des Monats immer sehr knapp, doch die beiden schaffen es dank ihrer Kreativität, das Leben zu genießen, nicht zuletzt dank der Unterstützung ihrer Nachbarn. Doch als die kranke Großmutter aus Ungarn einzieht, ändert sich plötzlich alles. Wie sehr, das will Billie am Anfang gar nicht glauben.

Billies Geschichte ist eine bunte Mischung aus allem: Roadtrip, Coming-of-Age und Immigration. Vor allem geht es aber um Freundschaft und Familie.

Dabei schafft es Elena Fischer, mit sehr viel Wärme und Humor eine Vielzahl von Emotionen zu erzeugen und ihre Geschichte aus der breiten Masse hervorzuheben. Man fiebert mit Billie mit, leidet und lacht mit ihr. Sie ist einfach eine unheimlich autentische Hauptfigur.

Fazit:
Das Buch ist nicht immer glaubwürdig, aber immer mitreißend.

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Veröffentlicht am 18.10.2023

Sommerlicher Dorfroman

Nincshof
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Wie das Buch auf den Leser wirken wird, kommt stark darauf an, wie ernst man die Geschichte nimmt. Denkt man nicht zu intensiv über manche Äußerungen nach oder misst man gewissen Ansichten nicht allzu ...

Wie das Buch auf den Leser wirken wird, kommt stark darauf an, wie ernst man die Geschichte nimmt. Denkt man nicht zu intensiv über manche Äußerungen nach oder misst man gewissen Ansichten nicht allzu viel Bedeutung bei, kann "Nincshof" ein sehr unterhaltsamer Sommeroman sein.

Ein Sommerroman über ein Dorf in der österreichischen Pampa, das gern vergessen werden möchte. Zumindest wenn man einigen wenigen engagierten Einwohner*innen folgt. Dem stehen die neu Hinzugezogenen im Weg- ein Züchter seltener (fiktiver) Ziegen und eine Filmemacherin auf der Suche nach einer neuen Aufgabe.

Die Story schwankt zwischen belustigender Gegenwart und aufschlussreicher Vergangenheit, wobei das Gleichgewicht zwischen den beiden Parts unterwegs etwas aus dem Gleichgewicht gerät. Dabei verliert der eigentliche Schwerpunkt des Buches etwas den Fokus.

Die Figuren sind sehr skurril und schrullig gezeichnet, haben aber teilweise auch sehr schwere Päckchen zu tragen. Leider passt genau diese Ernsthaftigkeit nicht so ganz zur angestrebten Leichtigkeit des Romans.

Und vor allem die immer wieder angesprochene Aussteigermentalität könnte, wenn man die Geschichte zu ernst nimmt und ihr zu viel Bedeutung einräumt, einen etwas bitteren Beigeschmack bekommen.

Für mich persönlich hat aber die unbeschwerte Lockerheit überwogen.

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Veröffentlicht am 16.10.2023

Ägyptischer Steam Punk

Meister der Dschinn (Gewinner des Nebula Award 2021 für Bester Roman & des Hugo Award 2022 für Bester Roman)
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Neue Welten zu entdecken macht immer Spaß. Wenn in dieser Welt ein historisches Ägypten, fortschrittliche Technik und Dschinn aufeinander treffen, erst recht!

Fatma arbeitet für das Ministerium für Alchemie, ...

Neue Welten zu entdecken macht immer Spaß. Wenn in dieser Welt ein historisches Ägypten, fortschrittliche Technik und Dschinn aufeinander treffen, erst recht!

Fatma arbeitet für das Ministerium für Alchemie, Verzauberungen und Übernatürliche Wesen und hat durch ihren Job, das Zusammenleben von Menschen und Übernatürlichen zu sichern, regelmäßig mit aus der Reihe tanzenden Dschinn zu tun. Sie arbeitet gern alleine und hat in ihrem Job auch großen Erfolg. Doch mit dem Auftakt einer neuen Mordserie bekommt sie eine neue Partnerin an die Seite gestellt. Und das ist nicht das einzige Problem, das sie bald zu lösen hat.

In diese Welt einzutauchen macht unheimlich viel Spaß und bringt starke "Die Mumie kehrt zurück"-Vibes mit. Der Weltenbau ist sehr detailiert und ausgearbeitet, die Verknüpfung aus Historie und Phantastik gefällt mir sehr.

Aber auch die Figuren machen viel Spaß. P. Djeli Clark setzt auf sehr starke und tragende Frauenfiguren, die die Welt im Alleingang retten können... und auch wollen. Die ganze Story kommt ohne Stereotype und Platitüden aus und weiß einfach gut zu unterhalten.

Die Auszeichnung mit dem Nebula Award 2021 hat es wirklich verdient erhalten.

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Veröffentlicht am 16.10.2023

Harte Welt

Schneekinder
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In Jorland muss man schon als Kind stark und mutig sein, um zu überleben. Denn Jorland befindet sich im Krieg und die Eltern wurden alle zum Dienst eingezogen. Nur die Alten und Jungen sind übrig geblieben ...

In Jorland muss man schon als Kind stark und mutig sein, um zu überleben. Denn Jorland befindet sich im Krieg und die Eltern wurden alle zum Dienst eingezogen. Nur die Alten und Jungen sind übrig geblieben und müssen zusammenhalten um zu überleben. Elin und Kjell sind zwei von ihnen. Während ihr Bruder im Berg nach Kohle gräbt, kümmert sich Elin um die anderen Kinder im Dorf. Doch der Krieg ist nicht die einzige Gefahr. Auch die Natur mit ihrer Kälte und den Vulkanen und Geysiren machen das Leben zu einer Herausforderung. Und dann graben Kjell und die anderen Jungen im Berg auch noch etwas aus, was nicht hätte geweckt werden dürfen.

Man merkt schon an der Beschreibung, dass "Schneekinder" keine ganz leichte Kost ist. Ob das Buch schon für 11-Jährige geeignet ist, sollte man wirklich gut überlegen. Ich als Erwachsene habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, die Spannung und Härte war aber auch für mich an manchen Stellen schon ausreichend.

Ansonsten ist das Buch aber wirklich großartig und passt perfekt zum endlich kühler werdenden Wetter. Die Stimmung der winterlichen Welt hat Andreas Langer unheimlich gut eingefangen. Sie erinnert mich sehr stark an Island.
Nebenbei schafft er es auch wirklich toll, neben den mystischen oder fantastischen Elementen auch Themen wie Mitgefühl und Gemeinschaftssinn anzusprechen.

Fazit: Dieses Abenteuer sollte man unbedingt wagen!

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Veröffentlicht am 31.08.2023

Verführerisch lecker

Das Restaurant der verlorenen Rezepte (Die Food Detectives von Kyoto 1)
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Von einem Buch über ein japanisches Restaurant kombiniert mit einer Detektei kann man so einiges erwarten. Für mich war damit auf jeden Fall die Hoffnung auf japanische Gerichte verbunden. Und genau das ...

Von einem Buch über ein japanisches Restaurant kombiniert mit einer Detektei kann man so einiges erwarten. Für mich war damit auf jeden Fall die Hoffnung auf japanische Gerichte verbunden. Und genau das habe ich bekommen: eine Ode ans Essen und Genießen!

Der ehemalige Polizist Nagare führt gemeinsam mit seiner Tochter Koishi ein kleines versteckt liegendes Restaurant in Kyoto. In sein kleines Reich kommen Menschen auf der Suche nach fast vergessenen Gerichten und Geschmäckern und er findet sie für sie.

Das Konzept ist einfach und während man die Familie dabei beobachtet, wie sie für sechs verschiedene Menschen zum Detektiv werden, wiederholen sich einige grundlegende Strukturen. Das könnte für den nachlässigen Leser schnell langweilig und wenig fesselnd wirken.

Doch der (nicht so) heimliche Star des ganzen Buches ist die Liebe zum Essen und Kochen, die Nagare jedem Gast gegenüber zeigt. Bei der Beschreibung der vielfältigen, teilweise fast schon ausschweifenden Gerichte lief mir regelmäßig das Wasser im Mund zusammen und die Sehnsucht nach dem kulinarischen Japan wuchs mit jedem Kapitel.

Was der Schreibstil teilweise an Komplexität vermissen lässt, findet man in der Beschreibung der Gerichte und Zutaten wieder. Die Liebe sowohl für die Küche als auch das Land sprechen aus jeder Zeile.

Und ganz nebenbei lernt man auch noch etwas über die Kultur und Lebensweise Japans. Also alles in allem ein wirklich lesenswertes kleines Loblied auf den japanischen Geschmack.

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