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Veröffentlicht am 14.09.2017

Iran aus bloß einer Perspektive - schade

Couchsurfing im Iran
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Ich habe von Stephan Orth so viel erwartet und wurde enttäuscht. Er erzählte nur seine persönlichen Reiseberichte - teilweise so genau, dass es mir unwahrscheinlich klang, dass er sich so viele Details ...

Ich habe von Stephan Orth so viel erwartet und wurde enttäuscht. Er erzählte nur seine persönlichen Reiseberichte - teilweise so genau, dass es mir unwahrscheinlich klang, dass er sich so viele Details in diesem einen Moment merken konnte, teilweise so genau, dass sie fast schon langweilig klangen (Dass man Probleme kriegt wegen der Visumsverlängerung kann man auch in einem Satz zusammenfassen).
Weiterhin hat er am Ende gut zusammengefasst, dass er sich bei dieser Reise ausschließlich mit einer Gruppe von Menschen unterhalten hat. Intellektuellen, die den Westen abgöttisch verehren. (Beispielsweise trifft er direkt am Anfang natürlich eine ganze Gruppe, die sich immer heimlich treffen und alle gemeinsam SM ausüben - unverheiratet natürlich, die auch noch alle ein massives Alkohol und weitere Drogenprobleme haben). Allerdings scheint er leider nicht wirklich etwas vom Iran, aus der Kultur mitgenommen zu haben außer den horrenden WCs und den Duschen. Er hätte sich lieber etwas mit der Geschichte Irans beschäftigen sollen - vor allem als Journalist! Ich kann es nicht nachvollziehen, wie er nur mit einem 0815 Reiseführer auf diese Reise aufbrechen konnte - ohne die Geschichte hinter diesem wirklich faszinierenden Land zu kennen! Da kann er sie natürlich nicht in seinen wenigen Wochen erfassen und ergründen - neben den (meist) sehr einfältigen, aber so intelligenten - da alle studiert - Iranern.
Als Fazit kann ich als Frau sagen, dass ich niemals alleine als Frau diese Reise antreten könnte, da die Männer nur mit Männern sprechen würden und die Frauen nur anmachen. Da hätte ich mir die Information lieber aus dem Internet genommen. Allerdings waren manche Situationen wirklich sehr amüsant und einige Insider der Geschichte um den Iran interessant - leider ohne schriftlichen Quellennachweis, da das Aussagen der Iraner waren, die er getroffen hat.

Veröffentlicht am 14.09.2017

Vier Frauen mit unterschiedlichen Problemen

Vier Frauen und ein Sommer
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"Vier Frauen und ein Sommer" war mein erstes Hörbuch und ich muss sagen, dass ich schwer beeindruckt bin. Neben dem Hören kann man ja Einiges mehr machen als bei einem klassischen Buch!
Die Stimme von ...

"Vier Frauen und ein Sommer" war mein erstes Hörbuch und ich muss sagen, dass ich schwer beeindruckt bin. Neben dem Hören kann man ja Einiges mehr machen als bei einem klassischen Buch!
Die Stimme von Borgmann ist angenehm, sie hat gut vorgelesen. Zunächst schien mir der Text etwas monoton vorgetragen, aber es hat sich mit der Zeit gebessert. Auch die Lautstärke finde ich gut - hier hatte ich ein paar Kritiken gelesen. Die Aussprache der türkischen sowie arabischen Begriffe lässt etwas zu wünschen übrig - Borgmann sollte das nächste Mal vielleicht mit Arabern und Türken die Wörter phonetisch notieren und einüben - bis die Muttersprachler zufrieden wären - Journalisten/Moderatoren können ja auch alle Namen und co. der Politiker korrekt aussprechen.
Inhaltlich muss ich sagen, dass ich mich mit dem Islam gut auskenne und im Text so einige grobe Fehler vorzufinden sind -aber das hat ja was mit der Vorlage, dem Printexemplar zu tun. Weiterhin ist der Text mir derzeit teilweise überraschend - manches aber leider auch sehr vorhersehbar.
Ich fand die Geschichte um Can, den Opa von Philipp in der Moschee teilweise sehr unrealistisch. Malinke hätte lieber die Geschichte der türkischen Gastarbeiter - um die Thematik zu verstehen - mit der Kultur mehr auseinandersetzen sollen.
Das ist aber nur eine kleine Randgeschichte gewesen, insgesamt war Philipp mein Lieblingscharakter in der Geschichte aufgrund seines schlagfertigen Mundwerks. Hauptsächlich geht es um vier Frauen mit ihren Problemen - die sich meist mit dem Partner oder eben dem fehlenden Partner drehen - und sie hatten alle miteinander am Ende eine Beziehung zueinander, die im Laufe der Geschichte verbunden wurde.


Empfehlenswert für Leserinnen/Hörerinnen, die interessiert sind in:
Britta, die ein Baby will und aufgrund ihres Alters es schwer hat schwanger zu werden.
Yüzil, die alleinstehend ist, deren Sohn ausgezogen ist und sie nun von allen Seiten Dates aufgebrummt bekommt, wobei sie ganz zufrieden mit ihrem Leben ist.
Jenny, die sich nur als Mutter unzureichend ausgelastet fühlt und wieder zu arbeiten beginnen will und das zu Eheproblemen führt.
Melli, die Ende 30 ist und ihren Traum einer Prinzessinnenhochzeit noch nicht aufgegeben hat.

Veröffentlicht am 14.09.2017

Durchwachsen

Aus der Traum?
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"Aus der Traum" von Matthias Schmitt ist der zweite Roman des Autors und zugleich die Fortsetzung seines Erstlingswerks.


Inhaltlich geht es weiter um die Liebe der beiden Protagonisten aus dem ersten ...

"Aus der Traum" von Matthias Schmitt ist der zweite Roman des Autors und zugleich die Fortsetzung seines Erstlingswerks.


Inhaltlich geht es weiter um die Liebe der beiden Protagonisten aus dem ersten Werk, weshalb ich dringend empfehlen würde, zuerst das erste zu lesen (was ich nicht getan habe und weshalb ich wohl auch vieles nicht ganz nachvollziehen konnte).


Konstruktiv gesehen:
Es gibt keinen Allwissenden Erzähler, noch eine wirkliche Ich-Erzählung, da die Erzählperson mitten im Text immer wieder wechselt. (Wirklich interessanter Schreibstil, den ich so noch nie gelesen habe) Jedoch gibt es auch immer wieder kurze Abschnitte, die ich etwas störend empfunden habe, da diese als E-Mails verschickt wurde und somit keinerlei Rechtschreib- und Grammatikregeln befolgt haben (wie es leider in der heutigen Zeit üblich ist).


Inhaltlich:
Die Protagonisten können sich an ihre gemeinsamen zwei Wochen nicht erinnern und haben nur Tagebucheinträge aus der Zeit, die gefüllt werden mit Flashbacks. Ben, der Protagonist, ist im Krankenhaus, da Giulia, die Protagonistin, ihn zusammengeschlagen haben soll. Sie wird verhaftet, da die Polizei davon ausgeht, dass sie ihn ermorden wollte...


Insgesamt geht es allerdings noch viel weiter als ihre Liebe zueinander, alles verstrickt sich mit Arbeit, Familie und sogar der CIA durch halb Europa. Mein Rat wie am Anfang: Mit dem ersten Roman beginnen.

Veröffentlicht am 02.08.2018

Durchwachsen

Familienboot
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In "Familienboot" geht es um eine vierköpfige Familie (Vater, Mutter, Sohn mit Asperger (4.Klasse) und Tochter (1. Klasse)), die ein Jahr die Welt umsegelt, angefangen von Europas Mittelmeerküste, bis ...

In "Familienboot" geht es um eine vierköpfige Familie (Vater, Mutter, Sohn mit Asperger (4.Klasse) und Tochter (1. Klasse)), die ein Jahr die Welt umsegelt, angefangen von Europas Mittelmeerküste, bis hin zu Gran Canaria und von dort aus mit der ARC nach St. Lucia über den Atlantik.


Hin und wieder sind weitere Segler mit an Bord, die Großelterngeneration oder Freunde.

Inhaltlich geht es leider viel zu selten um das Segeln und die Orte, die besichtigt werden, da kommt wenig Urlaubsfeeling auf.

In den Beiträgen der Mutter:

Viel zu oft geht es um die Hausaufgaben, die die Kinder nicht machen wollen und die Eltern frustriert und überfordert erscheinen. (Da sie über 50 sind und Kleinkinder haben - kein Wunder, aber selbst Schuld für solch eine Entscheidung?) Als Baldrentner haben sie wohl einfach nicht mehr die Kraft und Energie von Eltern, die 30+ sind...daher mit Kindern in dem Alter sich auf solch eine Abenteuerreise zu begeben, erscheint mir verantwortungslos, selbstsüchtig und ungerecht den Kindern gegenüber, die in dem Alter wohl vielmehr auf Sicherheit und einen geregelten Alltag mit Gleichaltrigen benötigen, um Freundschaften aufbauen zu können.

Weiterhin erzählt sie viel zu oft über das Essen, was hier gut, teuer, schlecht etc. war, ohne aber das Restaurant zu nennen...was bringt das? Außerdem erzählt sie auch viel zu oft, dass sie sich Hosen kaufen, Lebensmittel kaufen und dann mit ihnen kochen und essen - auch nicht gerade spannend.

Beiträge des Vaters:

Sehr kurze, sehr seltene und insgesamt geht es um iwas, was am Schiff kaputt ist und repariert werden muss.

Beiträge der Kinder:

Nichtssagend.

Fazit:

Wenn man es wirklich durchziehen will: Eine Segelreise mit Kindern veranstalten will: nett zu lesen, man erhält ein bisschen Einblick in den Alltag, ich persönlich würde aber weder solch eine Reise mit Kindern empfehlen, noch das Buch...es hat mich einfach nicht wirklich packen können.

Die Fotos darin haben auch meist nicht die Qualität, die man von heutigen Kameras erwarten würde (ja, sie sind keine Fotografen, aber dennoch - das sind all die Insta Berühmtheiten auch nicht). Und man sieht leider auf vielen Fotos kaum etwas...

Ich bin etwas enttäuscht.

Veröffentlicht am 05.10.2025

Crashed

Crushing
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Nachdem ich von Genevieve Novaks Debüt No hard feelings restlos begeistert war, wollte ich unbedingt ihr Nachfolgewerk lesen.

Leider wurde ich von Crushing maßlos enttäuscht. Dieser Roman hatte keinen ...

Nachdem ich von Genevieve Novaks Debüt No hard feelings restlos begeistert war, wollte ich unbedingt ihr Nachfolgewerk lesen.

Leider wurde ich von Crushing maßlos enttäuscht. Dieser Roman hatte keinen Witz oder irgendetwas Interessantes zu bieten. Es reichte sich eine langweilige Szene an die nächste im Alltag einer 28-jährigen Kellnerin Marie in einem Café. Zudem ist sie durch die Scheidung ihrer Eltern gezeichnet. In ihrem Umfeld gibt es daher eine problematische Mutter, eine fehlende Vaterfigur, eine Schwester in einer problematischen Ehe und eine neue beste Freundin, die durch problematisch gigantische Mengen Alkohol nur so strotzt und sich ergötzt. Ich hatte das Gefühl, ich kann ihren Charakter durch den Roman hindurch riechen. Marie übernimmt recht schnell ihr Konsumverhalten. Ihr größtes Problem ist allerdings, dass sie ein großer Mitläufer ist, wenn es in Sachen Beziehung geht. Ihr ganzes Erwachsenenleben hat sie nahezu durchgängig in Partnerschaften erlebt, sodass sie gar nicht weiß, wer sie eigentlich wirklich ist. So will sie das herausfinden und stürzt sich dabei schon am Tag nach ihrem Vorhaben in die nächste große Liebe, wobei dieser aber schon vergeben ist…

Ich konnte mit dem Buch insgesamt daher recht wenig anfangen. Ich hoffe, dass ihr nächstes Werk wieder humorvoll ist und Spaß macht zu lesen. Zudem hoffe ich, dass es ein Roman wird, in dem nicht durchgehend alle Charaktere gigantische Red Flags sind.

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