Der Roman ist anders als ich es erwartet hatte - die inneren Monologe und das Leben des Protagonisten sind seltsam und ungewohnt zu lesen gewesen. Ein bisschen erinnerte es mich an Faserland, vor allem ...
Der Roman ist anders als ich es erwartet hatte - die inneren Monologe und das Leben des Protagonisten sind seltsam und ungewohnt zu lesen gewesen. Ein bisschen erinnerte es mich an Faserland, vor allem wegen der vielen Drogen und dem Alkohol. Ich würde sagen, es hat mir schon gefallen, aber ich denke, ich konnte den Protagonisten nicht richtig "fühlen", ich habe oft irgendwie keine Empathie empfinden können und seine Gedanken und Taten erschienen mir oft nicht richtig nachvolluziehbar. Der Stil allerdings ist sehr gut und lesbar.
Die Geschichte liest sich etwas sperrig, die Figuren wirken alle auf mich zu duldsam und auch zu träge, um wirklich mit ihnen mitfühlen zu können. Allerdings ist der historische Kontext sehr interessant ...
Die Geschichte liest sich etwas sperrig, die Figuren wirken alle auf mich zu duldsam und auch zu träge, um wirklich mit ihnen mitfühlen zu können. Allerdings ist der historische Kontext sehr interessant und hat mich auch nach dem Buch beschäftigt. Sicherlich keine "unterhaltsame" Lektüre, regt aber zum Nachdenken an.
Als passionierte Vielleserin hatte ich doch Respekt vor dem echt wahnsinnig dicken und schweren Werk - aber ich will meinen SUB abbauen und habe mich dran gemacht. Ab etwa nach dem ersten Drittel kommt ...
Als passionierte Vielleserin hatte ich doch Respekt vor dem echt wahnsinnig dicken und schweren Werk - aber ich will meinen SUB abbauen und habe mich dran gemacht. Ab etwa nach dem ersten Drittel kommt man mit den verschiedenen Protagonisten klar - davor musste ich immer auf dem kleinen Lesezeichen nachschauen, wer wer ist. Die einzelnen Kapitel sind tendenziell zu lang, die Einschübe gefielen mit sehr gut. Nachdem ich dann gefesselt war und auch alle mal miteinander interagiert haben bzw die Stränge zusammen liefen, war ich wirklich drin. Dann aber hat mich das Ende leider enttäuscht. Für ein so dickes Buch mit einem so langsamen Erzähltempo fehlte mir dann echt die Auflösung aller offenen Stränge und das fand ich am Schluss dann leider sehr enttäuschend. Der Stil aber ist super und auch die Personen sind toll charakterisiert und die Story ist alles in allem sehr spannend und für mich echt plastisch beim Lesen.
Normalerweise mag ich die Kurzgeschichten von Stephen King fast noch mehr als die Romane, weil durch die Kürze das Grauen so schön schnell kommt. Hier war ich von einer Geschichte - die mit dem Handy ...
Normalerweise mag ich die Kurzgeschichten von Stephen King fast noch mehr als die Romane, weil durch die Kürze das Grauen so schön schnell kommt. Hier war ich von einer Geschichte - die mit dem Handy - mehr amüsiert als dass es gruselig war. Der Rest ist solide, aber es gibt viel Besseres von ihm zu lesen. Ich würde das Buch nicht nochmal lesen.
Die Autorin war mir bisher nicht bekannt, das Thema ist aber eines, das mich als Frau und Mutter von Töchtern immer interessiert.
In 9 Kapiteln werden bestimmte Themen in den Fokus gestellt. Das Sachbuch ...
Die Autorin war mir bisher nicht bekannt, das Thema ist aber eines, das mich als Frau und Mutter von Töchtern immer interessiert.
In 9 Kapiteln werden bestimmte Themen in den Fokus gestellt. Das Sachbuch ist grundsätzlich so weit ich das einschätzen kann, professionell geschrieben. Es gibt einen sehr langen Anhang mit Fußnoten und Quellenverzeichnissen, zudem ständig Sternchen, die jeweils auf den betreffenden Seiten erklärt werden. Das macht den Lesefluss wie bei diesem Genre üblich sehr anstrengend. Damit könnte ich noch einigermaßen leben, aber ich habe einfach mehr Input erwartet. Die Autorin springt ständig zwischen historischen und aktuellen Beispielen hin und her und nimmt sehr oft für sich in Anspruch zu wissen, was "wirklich" war, nur um dann an anderen Stellen darauf hinzuweisen, dass sie ja keine Expertin sei. Ja, was denn nun? Auch verteidigt sie oft im Voraus bestimmte Ansichten oder Herangehensweisen ihrer Arbeit, oft auch etwas zu aggressiv. Sie beschreibt öfter, dass sie bereits bei den Vorträgen zu ihrem ersten Buch aggressiv angegangen wurde und scheint solche Widerworte hier bereits widerlegen zu wollen, was aber oft bei mir so rüberkam, als wolle sie mir, der Leserin, unterstellen, sie angreifen zu wollen. Auch ist ihr Ton nicht konsistent. Einige Stellen wirken wissenschaftlich, rational und nüchtern. Andere dagegen flapsig und aggressiv. Ihre politische Überzeugung ist mir viel zu eindeutig erkennbar und hat, wie ich finde, in einem solchen Sachbuch nichts zu suchen - das hat mich wirklich noch mehr genervt als ihr permanentes Gendersternchen (manchmal war ich verwirrt, ob es sich um ein Gendersternchen handelt oder ein Fußnotensternchen, wenn man halt übertreiben muss...) oder die immer wieder wiederholte Bezeichnung "weiblich gelesene" oder "männlich gelesene" Person. Ihre Abneigung gegen bestimmte Personen ging mir auch zu weit, ebenso wie das Gegenteil, manche Personen (auch durchaus umstrittene!) sind ihr offensichtlich "heilig". Ich würde das Buch nicht meinen Töchtern empfehlen, da es mir zu wenig Tiefgang hat und zu polemisch ist, auch fehlt mir einfach der wirkliche Punkt, den sie vermitteln will.
Von mir nur eine sehr eingeschränkte Leseempfehlung.