Süße Liebesgeschichte mit dem Tod als Hauptprotagonisten
Belladonna – Die Berührung des Todes (Belladonna 1)Belladonna erzählt die Geschichte von Signa, die bereits als Säugling vom Tod verschont wird. Von da an begegnet sie diesem immer wieder - unfreiwilliger Weise - denn er nimmt ihr eine Person nach der ...
Belladonna erzählt die Geschichte von Signa, die bereits als Säugling vom Tod verschont wird. Von da an begegnet sie diesem immer wieder - unfreiwilliger Weise - denn er nimmt ihr eine Person nach der anderen. Mit der Zeit bemerkt Signa, dass auch sie dem Tod ähnlicher scheint, als gedacht. Und nachdem in ihrer neusten Familie, die sie aufgenommen hat, scheinbar ein Mörder sein Unwesen treibt, liegt es an ihr und ihren Kräften, den Übeltäter zu finden.
Belladonna ist eine wirklich originelle und liebevolle Geschichte. Der Schreibstil ist einfach, aber liest sich flüssig und ist an einen Regency-Roman angelehnt. Dadurch reden auch die Personen so, wie es zu dieser Zeit üblich war und die gesellschaftlichen Konventionen zeigen klar, dass die Frau eine niedrigere Stellung als der Mann hat. Inmitten dessen ist Signa eine außergewöhnliche Protagonistin, die vor allem durch das verstorbene Vermächtnis ihrer Mutter alles gibt, um in diese Gesellschaft zu passen, es aber einfach nicht so recht will, was zum einen an ihrem ungewöhnlichen Heranwachsen liegt, zum anderen an ihrem Charakter. Signa wirkte auf mich lebensfroh und quirlig, sie war ein positiver Charakter, der aber manchmal (ungewollt) über das Ziel hinausschoss. Nicht all ihre Taten waren moralisch gut, sondern manche auch ziemlich grau. Ihr gegenüber steht der Tod, der ruhig und besonnen ist, in seinen Absichten ihr gegenüber aber auch immer sehr klar. Trotz seines mächtigen Alters wirkte er auf mich mitunter noch sehr jung. Auch die Nebencharakter wie Blythe oder Marjorie schließt man in sein Herz.
Handlungstechnisch geht es vor allem um die Aufklärung des Mordes von Lillian, der Hausherrin von Thorn Grove, wohin es Signa verschlägt. Hier habe ich auch leichte "Enola Holmes" Vibes durch das Miträtseln und herausfinden von Puzzlestücken verspürt. Allerdings sind so einige Plot-Twists schon recht früh zu erahnen, wodurch sich das Buch immer noch angenehm lesen lässt, ich mir die ein oder andere Auflösung aber doch eher gewünscht hätte.