Tot oder nicht tot? Wo ist Zaras Vater?
Der Doppel-SchreierAls ihr Vater Reinhart stirbt ist die 15-jährige Zara am Boden zerstört. Als sie mit 37 erfährt, dass er noch lebt sind ihre Gefühle nicht so klar. Freude? Wut? Auf jeden Fall Fassungslosigkeit. Als ihre ...
Als ihr Vater Reinhart stirbt ist die 15-jährige Zara am Boden zerstört. Als sie mit 37 erfährt, dass er noch lebt sind ihre Gefühle nicht so klar. Freude? Wut? Auf jeden Fall Fassungslosigkeit. Als ihre Mutter und alte Bekannte nur ausweichend auf ihre Fragen antworten, macht sie sich auf den Weg nach Damaskus, wo ein Bekannter mit ihm Eis essen war. Dabei begibt sie sich in eine ihr fremde Welt und erkennt nach und nach, dass ihr Vater mehr als eine Seite hatte, von der sie nichts wusste. Sein Leben ist eng verflochten mit den politischen Entwicklungen im nahen Osten. Für Zara wird die Suche nach ihrem Vater auch zu einem Navigieren im Labyrinth von politischen Gruppierungen und Themen. Dabei lernt sie aber auch die Schönheit Damaskus und jede Menge besonderer Menschen kennen.
Für mich war das Buch auch ein Vorwagen auch völlig unbekanntes Terrain. Die einzelnen politischen Konstellationen werden immer wieder thematisiert und beleuchtet. Die Suche nach dem Vater zieht sich dabei wie ein roter Faden durch das Buch tritt aber manchmal hinter, den Örtlichkeiten und verschiedenen Schicksalen etwas zurück. Das sorgt aber dafür, dass das Buch gut zu lesen ist ohne von der Fülle an Informationen erdrückt zu werden. Besonders gut hat mir der bildliche und eindringliche Schreibstil gefallen. Die meiste Zeit konnte ich die Hitze und den Schweiß fast schon selber fühlen.