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Veröffentlicht am 04.12.2023

Wie gut kennst du den, den du zu lieben glaubst?

Between Us - Die große Liebe kennt viele Geheimnisse
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„Ich glaube, ich kenne dich nicht mehr gut genug, um dich zu lieben.“

Dass es zwischen Roisin und ihrem Lebensgefährten Joe nicht optimal läuft, wird Roisin spätestens dann klar, als sie die erste Folge ...

„Ich glaube, ich kenne dich nicht mehr gut genug, um dich zu lieben.“

Dass es zwischen Roisin und ihrem Lebensgefährten Joe nicht optimal läuft, wird Roisin spätestens dann klar, als sie die erste Folge der neue Serie ansieht, zu der Joe das Drehbuch verfasst hat. Joe hat darin Szenen aus Rosins Kindheit verarbeitet, ohne darüber mit Roisin im Vorfeld gesprochen zu haben. Außerdem kommen ihr auch andere Handlungsstränge der Serie sehr bekannt vor. Rosin drängt sich der Verdacht auf, von Joe betrogen zu werden. Sie möchte unbedingt die Wahrheit herausfinden und bittet ihren Freund Matt, der zu Joe nicht unbedingt das beste Verhältnis hat, ihr dabei zu helfen. Ob das eine gute Idee ist?

Mhairi McFarlane schreibt gewohnt locker, direkt und unterhaltsam. Die Geschichte wird chronologisch aus Roisins Perspektive in der dritten Person Vergangenheit erzählt.

Roisin arbeitet als Lehrerin und hat einen guten Draht zu ihren Schülern. Eigentlich glaubt sie, aktuell mit ihrem Leben zufrieden zu sein, doch die neue Serie ihres Freundes Joe verunsichert die junge Frau stark. Zudem treibt sie auch die Erinnerung an ihre komplizierten Familienverhältnisse um, die sie immer noch stark prägen. Roisin stellt nun die gesamte Beziehung mit Joe in Frage, was ich als Leserin auch tat. Schließlich wird Joe, der mit bösartigen, verletzenden Kommentaren nicht geizt, überhaupt nicht sympathisch dargestellt. Einige von Joes und Roisins gemeinsamen Freunden wirken am Anfang recht stereotyp, klischeehaft, etwas nervig und überdreht, gewannen aber bei mir im Verlauf an Sympathien. Nicht alle Menschen sind eben wirklich so, wie sie sich gerne geben. Das gilt für einige der Figuren im Roman ganz besonders. Und so kommt es zu so manchen Überraschungen.

Hat Joe Roisin wirklich betrogen? Und gibt es noch eine Chance für ihre Liebe?
„Between us“ ist ein kurzweiliger Roman über Liebe, Beziehungen, Freundschaften, Familie, Lügen, Wahrheiten, Verletzungen und Versöhnungen. Ich habe die Geschichte als nicht ganz so humorvoll, spritzig und lustig wie die ersten Romane der Autorin empfunden, aber dennoch als durchaus unterhaltsam und lesenswert. Ich mag Mhairi Mc Farlanes Bücher nach wie vor gerne und kann sie jedem, der eine witzige, romantische Wohlfühlleseauszeit braucht, nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 03.12.2023

Unterhaltsamer und kurzweiliger, etwas betulicher Krimi

Im Herzen so kalt (Ein Fall für Maya Topelius 1)
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Als der Politiker und Umweltaktivist Mats Anderberg ermordet in einem Wald nahe Östersund aufgefunden wird, reisen die Stockholmer Kriminalpolizistin Maya Topelius und ihr Partner Pär Stenqvist nach Östersund, ...

Als der Politiker und Umweltaktivist Mats Anderberg ermordet in einem Wald nahe Östersund aufgefunden wird, reisen die Stockholmer Kriminalpolizistin Maya Topelius und ihr Partner Pär Stenqvist nach Östersund, um die Polizei dort bei den Ermittlungen zu unterstützen. Zunächst verläuft die Kooperation mit den Kollegen vor Ort etwas holprig und auch der Fall scheint ziemlich undurchsichtig. Dann kommt es zu weiteren Verbrechen, die mit Anderbergs Tod im Zusammenhang zu stehen scheinen. Ob Maya und Pär den Fall lösen können?

Sandra Aslund schreibt flüssig und gut verständlich. Manche Formulierungen empfand ich allerdings als etwas umständlich und wenig prägnant. Dass Maya, die deutsche Wurzeln hat, z.B. immer wieder deutsche Sprichwörter anführt und Pär diese mit Schwedischen vergleicht, ist anfangs originell, später wirkte es mir etwas zu gewollt.

Maja und Pär kennen sich schon länger, sie harmonieren als Team perfekt miteinander. Beide Figuren sind nett und sympathisch, sie kommen allerdings ein wenig zu „glatt“ rüber. Auch die anderen Charaktere hätten durch Ecken und Kanten etwas interessanter und vielschichtiger ausgestaltet werden können.

„Im Herzen so kalt“ ist ein ruhiger, leicht zu lesender Krimi mit gemächlichem Erzähltempo, das erst gegen Ende anzieht. Der Kriminalfall ist stimmig, nachvollziehbar und recht einfach konstruiert. Dass die wenig nachhaltige Holzwirtschaft in Schweden und die Gefahren der massiven Abholzung von Wald thematisiert werden, fand ich sehr interessant. Wie groß die Dimensionen und Auswirkungen des Problems wirklich sind, war mir vorher nicht bewusst. Auch in Mayas Freundeskreis werden realistische Konflikte angesprochen, die mich nachdenklich stimmen.
Trotzdem fehlte es mir im Roman insgesamt an Atmosphäre. Die Geschichte kommt durch die teilweise wenig direkte Sprache und die braven, glatten Charaktere etwas betulich und behäbig daher. Ich habe das Buch zwar gerne und rasch gelesen, aber echte Schwedenkrimistimmung mochte für mich nicht recht aufkommen. Dennoch: Ein Roman wie ein kurzweiliger, solider Fernsehkrimi zum Lesen, der mich gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 28.11.2023

Bunte, lustige Detektiverstlesegeschichte mit motivierenden Rätseln

Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer, Band 6 - Schurken in der Schule
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Die Jagd nach dem magischen Koffer geht in die sechste Runde. In Lukas und Maries Schule geschehen merkwürdige Dinge: Die Vertretungslehrerin ist ganz schön unhöflich und verhält sich auch sonst seltsam. ...

Die Jagd nach dem magischen Koffer geht in die sechste Runde. In Lukas und Maries Schule geschehen merkwürdige Dinge: Die Vertretungslehrerin ist ganz schön unhöflich und verhält sich auch sonst seltsam. Und der neue Hausmeister macht mit dem Bagger einfach den Schulhof platt. Äußerst verdächtig, finden Lukas und Marie, denen die beiden Neulinge zudem bekannt vorkommen. Die Kinder legen sich auf die Lauer und finden Erstaunliches heraus…

Die Geschichte ist kindgemäß, lebendig und gut verständlich formuliert, enthält viel wörtliche Rede. Sie ist in fünf Kapitel aufgeteilt. Die Schrift ist dabei wie bei Erstlesebüchern groß gedruckt mit weitem Zeilenabstand. Viele bunte, witzige Bilder sorgen für Abwechslung. Das Buch ist überhaupt sehr ansprechend gestaltet. So werden die Leserinnen und Leser durch vielfältige Rätsel am Ende eines jeden Kapitels zum Mitdenken und Knobeln aufgefordert. Dabei müssen sie genau hinschauen und lesen, kombinieren, tüfteln und sogar rechnen.
Die Reihe richtet sich an Mädchen und Jungen ab sechs oder sieben Jahren, die die erste oder zweite Klasse besuchen.

Mit Marie und Lukas, die dem Alter der Zielgruppe entsprechen, können sich die jungen Leserinnen und Leser sicher gut identifizieren. Die Hauptfiguren sind mutig, abenteuerlustig, neugierig und aufgeweckt, werden als Detektive zunehmend versierter. Theodor Topf und Doris Deckel, die äußerlich unterschiedlicher nicht sein könnten, sind den beiden Kindern zwar immer ein kleines bisschen voraus, aber besonders gerissen sind sie nicht. Sie machen einige Fehler, stellen sich manchmal ganz schön unbeholfen und tollpatschig an und sorgen immer wieder für lustige Szenen und Unterhaltung.

Für Marie und Lukas geht es diesmal nicht nur in die Schule, sondern auch auf einen nächtlichen Ausflug durch einen mysteriösen Tunnel. Wo der wohl hinführt? Und schaffen die Kinder es diesmal, den Ganoven endgültig das Handwerk zu legen?
Wie auch die Vorgänger der Reihe ist „Schurken in der Schule“ ein gelungenes, buntes, komisches, spannendes und motivierendes Erstlesebuch, das Kinder durch zusätzliche Rätsel zum Mitmachen, genauen Beobachten und Lesen anregt. Für alle kleinen Detektive und Fans der Reihe ein Muss!

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Veröffentlicht am 21.11.2023

Wenn ein unachtsamer Moment alles verändert - packend erzählter Krimi

Nur eine Lüge – Zwei Familien, eine tödliche Verbindung
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Von Emilys Hochzeit mit William sind nicht alle Gäste begeistert. Emilys Familie kann William nicht verzeihen, dass er vor acht Jahren betrunken einen Unfall verursachte, bei dem Emilys Bruder Erik schwer ...

Von Emilys Hochzeit mit William sind nicht alle Gäste begeistert. Emilys Familie kann William nicht verzeihen, dass er vor acht Jahren betrunken einen Unfall verursachte, bei dem Emilys Bruder Erik schwer verletzt wurde. Was damals genau geschah, liegt allerdings im Dunkeln und ist mit einigen Geheimnissen verbunden. Auf der Hochzeitsfeier droht der Konflikt zu eskalieren…

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven in der ersten Person geschildert. Es kommen Emily, ihre Mutter Annika, ihr Vater Mats und ihr Bruder Erik zu Wort. Erzählt wird, was auf der Hochzeitsfeier passiert, außerdem werden immer wieder Passagen aus der Zeit rund um den Unfall eingeschoben, die die damaligen Ereignisse näher beleuchten. Nach und enthüllen sich dabei immer weitere Zusammenhänge. Der Sprachstil liest sich leicht und flott. Ich habe sofort problemlos in die Handlung hineingefunden.

Keiner der Personen fühlt sich recht wohl in seiner Haut. Emily leidet darunter, dass ihre Beziehung zu William nicht akzeptiert wird und vor allem ihre Mutter Vorbehalte gegen ihren Bräutigam hat. Für Annika ist die Heirat ihrer Tochter ein wahr gewordener Alptraum. Sie möchte immer noch, dass William für seine Tat büßt. Ihr Rachedurst lässt sie oft die Nerven und die Kontrolle verlieren und macht sie unberechenbar. Auch für Erik sind die Folgen des Unfalls sehr präsent, sie fordern ihn jeden Tag aufs Neue heraus. Zudem scheint ihn ein schlechtes Gewissen zu plagen. Sein Vater Mats sitzt zwischen den Stühlen, er versucht zu vermitteln. Doch die Spannung zwischen den Figuren wird immer größer, zumal William und seine Eltern beruflich äußerst erfolgreich sind und finanziell sehr gut dastehen, was auf der luxuriösen Hochzeitsparty Annika, die in einfachen Verhältnissen lebt, sehr deutlich vor Augen geführt wird.

Schon von der ersten Seite an war ich von der Geschichte gefesselt, wollte unbedingt wissen, was bei dem ominösen Unfall genau passierte. Zudem war ich natürlich sehr neugierig auf die weiteren Entwicklungen. Denn dass alles auf einen „großen Knall“ zuläuft, wird recht schnell offensichtlich.
Nur ein einziger kurzer Moment, eine dumme Unachtsamkeit kann das Leben von mehreren Betroffenen grundlegend verändern. Das zeigt „Nur eine Lüge“ sehr anschaulich. Die spezielle Erzählweise mit den häufigen Perspektivwechseln macht die Geschichte besonders spannend, schließlich geben alle Figuren nach und nach immer mehr von sich und den Ereignissen preis. Die Auflösung ist abgesehen von kleinen Unstimmigkeiten nachvollziehbar, kommt aber nicht völlig überraschend. Mir hat Malin Stehns Roman insgesamt dennoch gut gefallen, ich habe das Buch gern und in kurzer Zeit gelesen, konnte es kaum aus der Hand legen. Für mich ein gelungener, fesselnder Krimi über Schuld, die manchmal leider ewig währt. Wer Stehns ersten Roman „Happy New Year“ mochte, wird auch diesen sicher gerne lesen.

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Veröffentlicht am 21.11.2023

Tobis Essenscheck zum Lesen, Anschauen und Mitmachen - motivierendes Koch- und Sachbuch für die ganze Familie

Kocht mit Checker Tobi - Meine Lieblingsgerichte, Mitmach-Checks und Checker-Fragen rund ums Essen
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„Kocht mit Checker Tobi“ ist nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein Sachbuch. Checker Tobi stellt darin seine persönlichen Lieblingsrezepte wie Römertopflasagne, Kraftsalat oder Fischburger vor, zudem ...

„Kocht mit Checker Tobi“ ist nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein Sachbuch. Checker Tobi stellt darin seine persönlichen Lieblingsrezepte wie Römertopflasagne, Kraftsalat oder Fischburger vor, zudem „checkt“ er verschiedene Fragen rund ums Thema „Essen“ und „Kochen“. Was sind Röstaromen? Wer hat die Nudeln erfunden? Was ist ein Myzel? Wie entsteht Schimmel? Was macht die Hefe im Teig? Diese und viele weitere Fragen werden hier beantwortet. Neben den Checkerfragen gibt es noch Mitmachchecks wie die Anleitungen für Kresse-Eier oder Checker Tobis Stangen-Ei. Außerdem werden wichtige Küchenutensilien, Tischregeln oder Gewürze vorgestellt.
Die zehn Kapitel sind mit den Überschriften „Küchen-Basics“, „Meine Lieblingsrezepte“, „Was wächst denn da?“, „Fleischlos glücklich“, „Woraus besteht unser Essen?“, „Macht Euch fit!“, „Die Vielfalt macht’s“, „Lecker um die Welt“, „Esskultur“, und „Partyfood! Essen zum Teilen“ betitelt.

Das Buch enthält zahlreiche farbige Abbildungen, Fotos von den vorgestellten Gerichten, von Checker Tobi aus verschiedenen Checks oder aus seinem privaten Fotoalbum und weitere bunte Illustrationen.
Das Cover in lila und orange zeigt Checker Tobi, der mit gezeichnetem Gemüse jongliert. Das wirkt auf mich allerdings etwas altbacken. Ich finde das Titelbild nicht ganz so gelungen und ansprechend wie die sonstige Gestaltung des Buchs.
Die Sachtexte und Rezepte sind kindgemäß, in leicht- lockerem Ton, gut verständlich, unterhaltsam, direkt und nicht trocken formuliert. Dabei ist die Schrift recht klein gehalten. Das Buch richtet sich an Kinder ab neun, zehn Jahren und ihre Familien.

Als große Fans von Checker Tobi haben sich meine Kinder sehr auf das Buch gefreut. Die motivierenden und interessanten Texte zu den Checkerfragen haben sie gerne gelesen und dabei auch einiges Neue erfahren. Auf kindgemäße Weise vermittelt das Buch beispielsweise den Zusammenhang zwischen Nahrung und Umweltschutz und erklärt dabei unter anderem sehr anschaulich, welche Vorteile es hat, beim Kochen auf regionale Produkte zurückzugreifen.
Da meine Kinder beim Essen nicht sehr flexibel und experimentierfreudig sind, stießen die im Buch präsentierten Rezepte bei ihnen auf wenig Gegenliebe. Als besonders kindgemäß empfinde ich die Rezeptauswahl auch nicht, enthalten sie doch oftmals einige Komponenten, die viele Kinder und mäkelige Esser vermutlich eher abschrecken werden. Aber einige Gerichte wie die Kartoffelsuppe mit Käsefüßen oder die Tomatensauce mit Parmesanchips werden wir sicher noch ausprobieren.
Insgesamt dennoch ein unterhaltsames, ansprechendes Sachbuch mit viel Input, das zum bewussten Beschäftigen mit den verschiedenen Aspekten der Themen Essen und Kochen anregt.

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