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Veröffentlicht am 07.04.2024

10 Gespräche zwischen Großeltern und Enkelgeneration aus Ostdeutschland

Es ist einmal
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In dem Sachbuch Es ist einmal werden 10 Gesprächssituationen zwischen ostdeutschen Großeltern (manchmal beide, manchmal nur noch eine/r) mit einem Enkelkind und einer der beiden Autorinnen beschrieben. ...

In dem Sachbuch Es ist einmal werden 10 Gesprächssituationen zwischen ostdeutschen Großeltern (manchmal beide, manchmal nur noch eine/r) mit einem Enkelkind und einer der beiden Autorinnen beschrieben.

Was mir sehr gut gefallen hat, war die Auswahl der Paarungen. Wir haben hier sehr unterschiedliche Familienhintergründe und Biographien. Jedes der 10 Kapitel ist mit einem (passenden) Titel belegt, der stets ein Zitat aus dem jeweiligen Gesprächsverlauf ist und mit einem (nicht in persönlicher Verbindung stehenden) schwarz-weißen Bild zu Beginn des Kapitels. Diese Bilder fand ich schon an sich sehr anschauenswert und sie haben das hochwertig gestaltete Buch in meinen Augen nochmal aufgewertet.

Die Gespräche an sich haben mich dann - leider - nicht so richtig überzeugt. Ich hatte vom Titel und Klappentext her inhaltlich erwartet, dass es sich zumindest hauptsächlich und im wesentlichen um die Zeit während des DDR-Regimes drehen würde. Ich hätte gerne gehört, warum manche der Gesprächsteilnehmer die Zeit als positiv ansahen und aus welchem Grund andere nicht. Manchmal ging es in die Richtung, aber richtig vertieft wurde es nicht und mir fehlt auch nun, nach der Lektüre, ein bisschen der Aha-Effekt. Es kommt eher so rüber, als sei die Kluft zwischen den Generationen nicht überbrückt worden, Konflikte werden ignoriert und Verständnis besteht nur rudimentär auf beiden Seiten. Am traurigsten für mich war das Gespräch der alleinerziehenden Frau, die mit einem Austauschstudenten aus Kamerun eine Tochter bekommen hat und deren Enkel sie mit Rassismus konfrontiert hat, den sie nicht sehen wollte, dem er und seine Mutter sich aber immer ausgesetzt fühlten. Auch auf seine konkreten Beispiele (eine Narbe, die er nach einer Schlägerei mit rechtsradikalen zurückbehalten hatte, einer traumatisierenden Erfahrung seiner Mutter aus der Kindheit, die bis heute nachwirkt) geht sie nicht richtig ein und tut sie ab. Und im Nachgang lesen wir dann, dass die beiden sich weiterhin nicht treffen und miteinander reden. Das ist furchtbar schade und macht mich sehr traurig.

Da die Gespräche alle in der End-Phase der Corona-Pandemie geführt wurden, ist das sehr oft (für mich viel zu oft) Thema und wirft auch Fragen auf, die ich mir von der Lektüre nicht erwartet hatte und die - leider - von den für mich deutlich wichtigeren Punkten abgelenkt haben. Auch, wenn ich traurig war, zu lesen, wie das nicht geimpfte 17jährige Mädchen wütend über ihre Ausgrenzung gesprochen hat - das ist heute kein Thema mehr und ich hatte diese Themen nicht erwartet. Ich wäre gerne darauf hingewiesen worden, für mich und wie ich weiß, viele andere, sind viele Themen aus der Zeit wirklich Trigger und ich komme nur schwer damit klar, darüber zu lesen.

Alles in allem war es ein gut lesbares Buch, sehr gut ausgewählte Personengruppen und schön gestaltet, aber leider für mich nicht das, was ich erwartet habe und es blieb ein nicht wirklich positiver, sondern eher traurig machender Eindruck nach der Lektüre zurück.

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Veröffentlicht am 24.11.2023

Mehr als im Film gezeigt, gut erzählt

Disney Cruella de Vil: Der Roman zum Film
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Überraschend gute Roman zum Film Geschichte. Die Story ist natürlich die aus dem Film, aber die Figuren werden etwas schärfer gezeichnet. Gut lesbar und auch von der Optik her super - viele Filmfotos runden ...

Überraschend gute Roman zum Film Geschichte. Die Story ist natürlich die aus dem Film, aber die Figuren werden etwas schärfer gezeichnet. Gut lesbar und auch von der Optik her super - viele Filmfotos runden die Leseerfahrung ab.

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Veröffentlicht am 30.10.2023

Schön, aber...

Die Tage in der Buchhandlung Morisaki
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Sehr schön gestaltetes Cover also erstes Mal. Ich hatte eine Rezension gelesen und mir das Buch daraufhin gekauft. Ich muss sagen, ich wurde ein bisschen enttäuscht. Das, was ich erwartet habe, nämlich ...

Sehr schön gestaltetes Cover also erstes Mal. Ich hatte eine Rezension gelesen und mir das Buch daraufhin gekauft. Ich muss sagen, ich wurde ein bisschen enttäuscht. Das, was ich erwartet habe, nämlich ein "Feelgood" Roman, das kam definitiv nicht. Die Protagonistin ist streckenweise nervig und trotzig, ihre Art ist echt sehr seltsam. Ihre Geschichte nimmt kurz mit, aber ihre Art, damit umzugehen, hat mich sehr ungeduldig mit ihr gemacht. Ich habe versucht, darüber hinwegzulesen, das Buch ist ja nicht besonders lang, und ihr eine Chance zu geben, aber es wurde nicht wesentlich besser. Ihre Tante und die Geschichte des Paares ist okay, hier musste ich sogar kurz weinen, aber auch da fehlt mir etwas der Zusammenhang und vor allem die Entwicklung. Alles in allem kann man das Buch lesen, muss es aber nicht. Es wirkt nicht lange nach.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Leider sehr zäh...

Dius
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Der Roman Dius handelt von einer Männerfreundschaft zwischen dem Kunstprofessor Anton und seinem Studenten Egidius De Blaeser, genannt Dius. Obwohl Anton Dius unterrichtet, trennen die beiden nur etwa ...

Der Roman Dius handelt von einer Männerfreundschaft zwischen dem Kunstprofessor Anton und seinem Studenten Egidius De Blaeser, genannt Dius. Obwohl Anton Dius unterrichtet, trennen die beiden nur etwa 10 Jahre. Als Dius eines Tages bei Anton vor der Tür steht und ihn in sein Dorfhaus einlädt, das er als Atelier nutzt, ist Anton überrascht, sagt aber zu seiner eigenen Verwunderung zu. Es entwickelt sich eine Männerfreundschaft, die getragen wird von der gemeinsamen Liebe zu Kunst und Musik und Antons Bewunderung für Dius´ großes Talent.
Bald jedoch vermischen sich Privates und Berufliches und die Freundschaft wird auf eine Probe gestellt.
Die Sprache ist ohne Zweifel wirklich sehr bildhaft und viele Sätze haben sogar das Zeug dazu als Aphorismus genutzt zu werden. Auch die vielen Informationen zu Musik und Kunst scheinen mir (als absoluter Laie) fundiert und tief.
Die vielen Landschaftsbeschreibungen waren handwerklich gelungen und haben stets viel Atmosphäre vermittelt.
Leider hat mich das Buch trotzdem nicht erreicht. Die Geschichte wird ausschließlich aus Antons Sicht geschildert. Dieser war mir anfangs nur fremd und ich fand keinen Zugang zu ihm. Je länger der Roman andauerte, desto unsympathischer fand ich ihn. Seine Handlungen waren für mich praktisch nie nachvollziehbar, er war mir deutlich zu passiv und selbstmitleidig. Weder beruflich noch privat hat sein Leben für mich "Sinn" gemacht beim Lesen.
Dius, der eigentlich deutlich faszinierende Charakter, war mir ebenfalls zu fern, was auch daran lag, dass wir ihn immer nur mit Antons Brille erleben konnten – und Anton ist ein absolut selbstbezogener Charakter, der alle Menschen nur in Bezug auf sich selbst beurteilt und der praktisch keine Empathie besitzt.
Auch Dius´ Handlungen erschienen mir oft seltsam und fremd und ich konnte nie richtig mit ihm fühlen.
Alle anderen Figuren, vor allem die Frauen, blieben blass und nicht greifbar. Der Autor hat meiner Meinung nach auch keinen Wert daraufgelegt, dass der Lesende Zugang zu den Personen und ihren Handlungen erlangt.
Ihm scheint es deutlich mehr darum zu gehen, sein Wissen über Kunst und Musik zu vermitteln. Und das ist auch ein weiterer meiner Kritikpunkte. Ich habe es wirklich versucht, mich darauf einzulassen, aber es wurde immer zäher beim Lesen, je weiter ich vorankam. Ich war ehrlich gesagt, sehr erleichtert, als ich endlich ans Ende des Romans kam. Durch die vielen Schilderungen der Landschaften, Kunstwerke oder Musikstücke war das Lesen unfassbar zäh und mir sind wirklich häufig die Augen zugefallen beim Lesen. Den Mittelteil des Buches, der für mich am mühsamsten zu lesen war, habe ich dann bewusst morgens am Wochenende nach dem Ausschlafen gelesen - und trotzdem habe ich manche Absätze einfach nicht richtig aufnehmen können, weil es so unfassbar langweilig war.
Mir wird von dem Buch mit Sicherheit nicht viel in Erinnerung bleiben. Die 2 Sterne vergebe ich nur, weil der Schreibstil wirklich handwerklich sehr gut ist.
Eine sehr, sehr eingeschränkte Leseempfehlung für Menschen, die gerne über Kunst und Musik lesen und nicht an einer Geschichte interessiert sind, die sie emotional berührt.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Sachbuch mit Längen

Kamala Harris
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Dan Morain, ein Journalist, der lange bei der LA Times arbeitete, ist Verfasser der Biographie über Kamala Harris, die in Deutschland im Januar 2021 erschienen ist. Zu dem Zeitpunkt war Kamala Harris frischgebackene ...

Dan Morain, ein Journalist, der lange bei der LA Times arbeitete, ist Verfasser der Biographie über Kamala Harris, die in Deutschland im Januar 2021 erschienen ist. Zu dem Zeitpunkt war Kamala Harris frischgebackene Vizepräsidentin der USA und eine weitere Amtszeit Donald Trumps hatten die meisten Menschen (wie ich auch) definitiv nicht auf dem Schirm. Ich habe das Buch jetzt, im Sommer 2025, gelesen. Donald Trumps 2. Amtzeit läuft schon seit mehr als einem halben Jahr und Kamala Harris, die spät im Wahlkampf den greisen Joe Biden ersetzten sollte, hat gegen ihn deutlich verloren.
In der Biographie Kamala Harris wird ein Bild gezeichnet einer Frau, die aus durchaus günstigen und privilegierten Verhältnissen stammt, eine gute Bildung erhalten hat und früh sehr ehrgeizig ihren Weg in der Politik beschritt. Jurastudium, Staatsanwaltschaft, Senatorin, Präsidentschaftskanditatin und schließlich Vizepräsidentin - Kamala Harris ist im Jahr 2021 auf einem vorläufigen beruflichen Höhepunkt angekommen und die Biographie endet hoffnungsvoll. Ich fand es anfangs spannend, über ihren Werdegang zu lesen, mir wurde es aber bald dann zu anstrengend. Sehr viele Namen werden genannt, oft Vor- und Nachnamen durcheinander, manche Personen kommen wieder vor, manche "kannte" ich, weil sie berühmt sind. Die Kapitel befassen sich oft mit ziemlich spezifischen amerikanischen Systemen und Wahlen und das hat sich wirklich viel zu lang gezogen und mein Interesse ist einfach nicht so stark dafür.
Auch finde ich es schade, dass sehr wenig Persönliches beschrieben wird und mir der Mensch "Kamala" weiterhin eher fremd geblieben ist, was ich bei anderen Biographien, wie die von Michelle Obama z.B. ganz anders erlebt habe. Dies mag daran liegen, dass der Autor nicht die Person selbst ist.
Der Schreibstil war mir auch zu trocken und wenig mitreißend und am Ende habe ich mich durch das Buch etwas gequält.
Ich gebe eine sehr eingeschränkte Leseempfehlung ab nur für wirklich sehr Interessierte an amerikanischer Politik.

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