Farbenfroh und warmherzig
Löwe sucht einen Freund - oder: Ich hab dich zum Fressen gernWas für ein wunderschön illustriertes und fröhliches Bilderbuch. Schon auf den ersten Seiten hat mich der bunte, verspielte und gleichzeitig sehr detailreiche Illustrationsstil total begeistert. Alles ...
Was für ein wunderschön illustriertes und fröhliches Bilderbuch. Schon auf den ersten Seiten hat mich der bunte, verspielte und gleichzeitig sehr detailreiche Illustrationsstil total begeistert. Alles wirkt so lebendig, fröhlich und liebevoll gestaltet und man entdeckt auf jeder Seite neue kleine Details, über die man sich freuen kann.
Die Geschichte dreht sich um einen Löwen, der in eine neue Stadt zieht. Eigentlich ist alles perfekt. Er hat eine gemütliche Wohnung, einen Sessel, alles ist eingerichtet. Doch dann merkt er schnell, dass etwas fehlt. Auf den Hinweis seiner Mutter hin wird ihm klar, dass er noch keine Freunde gefunden hat.
Also macht er sich auf die Suche und das auf ganz charmant chaotische Weise. Als Erstes trifft er ein Zebra mit Einkaufstüten und sagt freundlich: „Ich hab dich zum Fressen gern.“ Das Zebra erschrickt natürlich fürchterlich und verliert vor lauter Schreck sogar alle Streifen. Diese Szene ist wirklich sehr witzig und liebevoll dargestellt. Ähnlich läuft es auch mit den anderen Tieren. Der Löwe meint es gut, wirkt aber durch seine Größe und sein Auftreten eher furchteinflößend.
Besonders schön ist, dass die Geschichte eine feine Botschaft transportiert. Freundschaft entsteht nicht immer auf den ersten Blick und manchmal muss man erst verstehen, wie man auf andere wirkt. Der Löwe lernt, dass Freundlichkeit auch davon abhängt, wie man sie zeigt, und dass man sich manchmal einfach ein Herz fassen und offen auf andere zugehen muss.
Am Ende findet er durch eine süße Plakataktion schließlich neue Freunde und die Geschichte endet warmherzig und positiv. Genau so, wie man es sich für ein Kinderbuch wünscht.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt. An manchen Stellen wirkt die Handlung etwas konstruiert. Das „Ich hab dich zum Fressen gern“ beim Zebra ist wirklich charmant, aber spätere Szenen, wie die mit dem Eichhörnchen, das Kopfhörer trägt, fühlen sich etwas bemüht an. Kinder wird das vermutlich gar nicht stören, Erwachsene merken es eher.
Trotzdem ist das Buch rundum empfehlenswert. Es erzählt eine liebevolle Geschichte über Freundschaft, Missverständnisse und das Anderssein und ist eingebettet in fröhlich bunte Illustrationen, die sofort gute Laune machen.