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Veröffentlicht am 15.12.2023

Diese Geschichte ist nichts für Zartbesaitete

Noch ist nicht Sonntag
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Ein junger Mann startet durch, steht am Anfang seines Traums, und als Leser/in darf man beim langsamen Absturz zusehen

Der Klappentext stimmt darauf ein, dass man als Leser*in mit allerhand Schmutz rechnen ...

Ein junger Mann startet durch, steht am Anfang seines Traums, und als Leser/in darf man beim langsamen Absturz zusehen

Der Klappentext stimmt darauf ein, dass man als Leser*in mit allerhand Schmutz rechnen muss. Denn es geht um die Arbeit als Hausmeister in einer Herrensauna. Jedoch hatte ich nicht erwartet, dass neben verschiedenen sexuellen Handlungen derart viel an buchstäblichem Schmutz, aka Körperausscheidungen jedlicher Qualität, vorkommen würden oder dass die Sprache so derb und sexualisiert ist. Der junge Schauspielstudent Marco reduziert jede Frau auf "Titten" und "Arsch" und vergleicht sie mit seiner Ikone Dolly Buster, von der er anscheinend jeden Film gesehen hat. Immer wieder wird auf ihre Filme angespielt. Auch die Darstellung der anderen Personen finde ich wenig differenziert. In der Herrensauna gibt es eigentlich niemand, der nur halbwegs normal ist in dem Sinne, dass dort alle Schwulen entweder hässlich sind, einen krassen Charakterfehler haben und/oder krasse Dinge tun wie einen Sklaven halten. Immer wieder wird behauptet, dieses Milieu würde Marco korrumpieren oder anstecken. Er müsse sich durch Feiern von der Arbeit in der Herrensauna erholen. Tatsächlich steigt er jedoch bereits mit erheblicher Bereitschaft, Alkoholexzesse zu begehen, ein in den Betrieb. Und so bin ich gar nicht so sicher, ob tatsächlich die Jobsituation und ein falscher Freund für seinen Absturz verantwortlich sind oder er es nicht selbst ist. Und das bringt mich auf den Gedanken, dass der Roman doch mehr Feinheiten hat, als auf den ersten Blick ersichtlich werden. Zugegeben verstehe ich vieles nicht... Was ist an einer Scheißbombe und sonstigen Streichen lustig oder wichtig? Warum ruft man nicht die Polizei, wenn man glaubt, jemand wird vergewaltigt, während es später ersichtlich wird, dass es kein grundsätzliches Problem damit gibt, Polizei in den Club zu rufen? Ich hatte den Eindruck, dass manches Effektheischerei war. So wie der Klappentext bereits die Geschichte auf den einen Aspekt reduziert, der am meisten Aufsehen erregt. Dabei nimmt Marcos sonstiges Leben einen sehr viel größeren Raum im Buch ein. Auch wenn der Job zunehmend Marcos Denken und Verhalten beeinflusst, bezieht sich der meiste Text auf Marcos Leben ausserhalb der Herrensauna. Eigentlich geht es nach meiner Meinung um eine Lebenskrise eines jungen Menschen, der zufällig einen ungewöhnlichen Arbeitsplatz hat. Ich finde es immer schade, wenn ein Klappentext falsche Erwartungen weckt. Nicht gefallen haben mir außerdem die vielen Anspielungen auf Musik. Selbst wenn ich den Song kenne, kann ich mit so etwas nichts anfangen. Ich glaube, Stephen King macht das auch öfter und bei ihm konnte ich es auch nicht leiden. Aber wem Musik wichtig ist, der hat dazu vermutlich die passenden Assoziationen.

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Veröffentlicht am 15.12.2023

Durchaus unterhaltsam, hat mich aber mit den Gefühlen nicht abgeholt

Das Geheimnis der Zigarrenkönigin - Liebesroman Karibik
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Eine eher durchschnittliche Liebesgeschichte in einer beeindruckenden Darstellung des historischen Kubas und der Lebensumstände der Sklaven

Gefallen hat mir am Roman die historische Darstellung Kubas ...

Eine eher durchschnittliche Liebesgeschichte in einer beeindruckenden Darstellung des historischen Kubas und der Lebensumstände der Sklaven

Gefallen hat mir am Roman die historische Darstellung Kubas und der Lebenssituation der Sklaven. Anschaulich wird vermittelt, dass ein schwarzes Menschenleben dort und damals rein gar nichts zählte, weil Nachschub billig zu haben war. Dies halte ich für einen wichtigen Beitrag, weil man sich nach meiner Meinung falsche Vorstellung von den damaligen Lebensumständen macht. Es zeigt sich, dass man sie sich gar nicht genug negativ vorstellen kann. Die Realität war schlimmer. Die Geschichte von Anna lässt sich gut verfolgen und flüssig lesen.

Nicht gefallen am Roman hat mir die eindimensionale Darstellung der Figuren. "Der Böse" ist schnell identifiziert und in allem, was er tut, ist er abscheulich. Auf dem Klappentext klingt die Hauptfigur Anna couragiert. Aber eigentlich stolpert sie in die Handlung hinein und der Zufall spielt mir eine zu große Rolle in der Geschichte. Ich mochte zudem nicht die magischen Elemente. Richtig gestört hat mich die Naivität der Hauptfigur, dass sie einfach nicht schlau geworden ist. Die Liebesbeziehung war mir zu verbissen, zu pathetisch und zu unbedacht für die damalige Situation. Die Sprache fand ich zu bemüht. Was die Wortwahl betrifft, war dies wenig aufdringlich. Mehr gestört hat mich dagegen, dass Szenen der Handlung mit zu vielen Details aus dem unmittelbaren Hintergrund beschrieben wurden.

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Veröffentlicht am 15.12.2023

Interessante Geschichte, jedoch unsympathische Hauptfigur und zu kleinteilige Darstellung

Familienzwist
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Der Roman bietet interessante Einblicke in eine Familie und in die jüngere Geschichte Deutschlands


Inhaltlich ist der Roman interessant. Zuerst wegen des Aufbaus. In jedem Kapitel wechselt die Perspektive ...

Der Roman bietet interessante Einblicke in eine Familie und in die jüngere Geschichte Deutschlands


Inhaltlich ist der Roman interessant. Zuerst wegen des Aufbaus. In jedem Kapitel wechselt die Perspektive zu einer anderen Person. Man lernt sie deshalb intensiver kennen oder man kann durch den Perspektivenwechsel eine Sache aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Zudem hat die Geschichte eine Vielzahl von Personen, deren Lebensverläufe sich unterscheiden, obwohl sie aus derselben Familie kommen; die im Leben an unterschiedlichen Punkten stehen. So ergeben sich viele Themen und der Roman wird dadurch abwechslungsreich. Als Drittes bietet die Geschichte interessante und informative Einblicke in die jüngere Geschichte Deutschlands. Es wurde Verschiedenes ausgesprochen, was im Zusammenhang mit der Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands vielleicht vergessen wurde. So kann es die Perspektive erweitern und etwas Verständnis für das Gegenüber im anderen Landesteil schaffen. Das ist eigentlich das zentrale Thema des Romans nach meiner Auffassung, während der Klappentext leider eine andere Erwartung weckt. Man erwartet das Familientreffen und das Familiengeheimnis zu einem frühen Zeitpunkt.
Tatsächlich kommt es erst gegen Ende des Romans dazu und es fehlen sowohl Auswirkungen dieses Ereignisses auf die Familie sowie eine Erklärung, inwieweit das Familiengeheimnis vorher die Familie beeinflusst hatte. Allerdings wurden meiner Erwartung aufgrund des Klappentexts entsprechend die Vorbehalte in den Köpfen ausführlich dargestellt und so haben sich meine Erwartungen an den Roman doch erfüllt, wenn auch auf andere Weise. Die Hauptfigur Lukas war mir jedoch sehr unsympathisch. Er wirkte auf mich recht kindlich mit seiner Besessenheit von Coke zero und dass er im Kinderzimmer lebt. Andererseits spricht er bestimmend und rügt seine Mutter wie ein kleines Kind. Er sieht sich selbst gern in der Rolle des Retters und bewertet seinen Erfolg zu hoch (erst Familienretter, dann perspektivisch Weltenretter). An Beziehungsproblemen hat er keinerlei Schuld, sondern die Klimaaktivisten haben seiner Freundin das Gehirn gewaschen. Seine Äußerungen zum aktuellen politischen Geschehen waren zu umfangreich, auch wenn er in der Geschichte ein Politikwissenschaftsstudent ist. Das meiste davon war zu wenig in die Geschichte eingebettet. Auch gefiel mir die Sprache des Romans nicht. Die Wortwahl fand ich etwas altmodisch und geschraubt und die Darstellung zu kleinteilig, verloren in unnötigen Details. Zudem ist dem Lektorat zu viel durchgegangen.

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Veröffentlicht am 05.04.2024

Das erste Happy End, bei dem ich erbrechen wollte

Halb verliebt ist voll daneben
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Inhalt (Klappentext):

"Sarah Sargeant ist zurück. Halb verliebt und voll genial.

Wir küssten uns, bis wir aufhören mussten, um nach Luft zu schnappen, grinsten einander an, und mich überkam das Bedürfnis, ...

Inhalt (Klappentext):

"Sarah Sargeant ist zurück. Halb verliebt und voll genial.

Wir küssten uns, bis wir aufhören mussten, um nach Luft zu schnappen, grinsten einander an, und mich überkam das Bedürfnis, etwas unglaublich Intellektuelles von mir zu geben. "Habe ich schon erwähnt, dass ich hoffnungslos in dich verliebt bin?"

Sarah hat ihn endlich gefunden: den perfekten Mann fürs Leben. Und sie lebten glücklich bis... Nein, so geht die Geschichte leider nicht weiter. Denn als sie beruflich nach L.A. muss, wird aus der bis über beide Ohren verliebten Sarah plötzlich eine durchgedrehte Furie, und das alles nur wegen eines Fotos von Simons Exfreundin in einer anzüglichen Yogapose. Oder liegt es vielleicht auch an der heißen Sexszene, die sie mit dem hübschesten Mann auf Erden drehen muss? Es hilft alles nichts: Zweimal halb verliebt ist auch keine Lösung und Sarah muss sich entscheiden: Who`s perfect?"

Bewertung:

Ich fand die Geschichte genauso wenig stimmig wie den Klappentext. Denn sie lebten eben doch glücklich bis... Sarah eifersüchtig wurde. Ein paar Monate lief die Beziehung mit Simon wunderbar und dann ging sie, wie der erste Absatz bereits verrät, "den Bach runter". Aus dem ersten Band kennt man die Hauptfigur Sarah bereits als quirlig, impulsiv, sehr emotional. Im zweiten Band wird zu Anfang klar, dass sie eine Drama Queen ist, die total ausflippt, weil ihr Freund noch ein aufreizendes Foto seiner Ex im Terminkalender hat. Ich fand das alles ziemlich überzogen und mir ging es auf den Wecker, wie sich Sarah ständig selbst runtermacht, um dann kurz darauf von anderen hochgelobt zu werden. Sie findet sich fett und schwabbelig, aber die schönsten Männer fliegen auf sie. Sie hält ihre Schauspielerei für lächerlich, dennoch kriegt sie dafür Komplimente von den größten Regisseuren (am Ende sogar von Peter Jackson). Die letzten paar Seiten (wo es um die Feier ging), fand ich wenig erträglich. Die Handlung war mir zu durcheinander, zu unglaubwürdig, zu überstürzt. Ein fortwährendes, teils sinnloses Hin und Her. Ich mochte die Figuren nicht. Sarah, die ständig auf Komplimentefang ist und ihr "schlechtes Selbstbewußtsein" betont bescheiden zur Schau stellt. Die Personen, bei denen das Äußere in der Regel auch den Charakter spiegelt; die meist entweder extrem attraktiv oder extrem unattraktiv sind. Oberflächlicher geht es kaum. Die vielen britischen Promis, auf die die Autorin Bezug nimmt; mit denen ich nichts anfangen konnte, weswegen ich viele Witze und Vergleiche überhaupt nicht verstanden habe. Zugegeben ist die Sprache kreativ; es gibt viele ungewöhnliche, überraschende, teils auch unterhaltsame Vergleiche und Bilder. Es wird allerdings viel vor Überraschung gekeucht, so wie im Vorgängerband viel vor Überraschung gestöhnt wurde. Keuchen, stöhnen, ächzen und deren Synonyme sind Lieblingswörter der Autorin. Die Handlung hat Tempo; es ist nicht alles (aber vieles schon) vorhersehbar. Der Roman liest sich flüssig. Bis kurz vor Schluss konnte ich zudem ein gewissen Interesse aufbringen, daher vergebe ich für dieses Buch 2,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Es war mir zu wenig dran an diesem Ebook, in dem es eigentlich um die Marsianer geht

Der Mars Survival Guide
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Ich hatte einen Text von Andy Weir im Internet gehört, The Egg, und war beeindruckt gewesen. Daher habe ich mir diesen Text als Leseprobe heruntergeladen. Das Ebook hat 54 Seiten. Davon entfallen 5,5 auf ...

Ich hatte einen Text von Andy Weir im Internet gehört, The Egg, und war beeindruckt gewesen. Daher habe ich mir diesen Text als Leseprobe heruntergeladen. Das Ebook hat 54 Seiten. Davon entfallen 5,5 auf den auf den Cover angekündigten Survival Guide. Was ich etwas mau fand, rein umfänglich. Ergänzt wurde mit einer Leseprobe von "Der Marsianer", einem Autoren-Interview und einem Realitätscheck für den Marsianer. Ja, passt inhaltlich. Entsprach aber nicht meinen Erwartungen. Der Survival Guide ist ganz nett, aber nicht zwingend lesenswert als Ergänzung zum Marsianer. Er vermittelt einen kurzen Eindruck von der Schreibe des Autoren; seinen Stil konnte ich in der Leseprobe vom Marsianer wiederfinden: Dem Leser, auch wenn er nicht direkt angesprochen wird, wird die Sachlage erklärt wie ein Statusbericht; es werden Fakten oder Einschätzungen aufs Derbe pointiert ausgedrückt ("ich bin im Arsch"); Fakten und Handlungen stehen im Vordergrund (klar: im Survival Guide gibt es keine Figuren). Ich denke zwar, dass mich Andy Weir neugierig auf den Marsianer gemacht hat. Dem Survival Guide möchte ich aber nicht mehr als 2 Sterne geben; für mehr war mir zu wenig dran.

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