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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.12.2023

Endlich wieder ein fesselnder Pageturner

Kaltblütige Lügen
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Ich lese viele Krimis und Thriller und natürlich kann da nicht jeder Autor das Rad neu erfinden. Aber entsprechend schwer ist es, mich da wirklich noch zu überraschend und zu begeistern. Und Karen Rose ...

Ich lese viele Krimis und Thriller und natürlich kann da nicht jeder Autor das Rad neu erfinden. Aber entsprechend schwer ist es, mich da wirklich noch zu überraschend und zu begeistern. Und Karen Rose hat das absolut geschafft, mit „Kaltblütige Lügen“ hat sie wieder großartig abgeliefert. Von Anfang bis Ende wirklich spannend!

Zum Inhalt: schon seit ihrer Kindheit wollte Kit Polizistin werden. Als ein anonymer Hinweis Kit zu einer Frauenleiche gefunden führt wird Kits schlimmster Albtraum wahr. Denn das Opfer trägt pinke Handschellen, genauso wie viele Frauen vor ihr. Doch alle Hinweise laufen immer wieder bei dem Psychologen Sam Reeves zusammen, dem Kit so gerne glauben will. Aber kann sie das?


Was mir neben der spannenden Rahmenhandlung und der packenden Suche nach dem Mörder total gut gefallen hat, waren die für einen Thriller liebevoll ausgewählten Charaktere. Die Dynamik zwischen Kit und Sam, dieses aufgeladene Katz-und-Maus Spiel zwischen den beiden, hat mir richtig gut gefallen gefallen. Aber auch Kits Adoptiveltern und ihre Kollegen wRen einfach großartig und für Nebencharaktere trotzdem sehr plastisch, sodass man gut mit ihnen mitfiebern kann.

Der Plot war gut konstruiert, Kits analytisch genaue und überkorrekte Verfahrensweise und Sams spontane Eigeninitiativen machen das Buch sehr unterhaltsam und anhaltend spannend. Die Hinweise werden schlüssig und meiner Ansicht nach auch authentisch aufbereitet und führen zu einem logischen Ermittlungsergebnis.

Es gibt einen kleineren und für Kit privateren Nebenfall, der auch sehr beklemmend ist, auf den hier aber nicht tiefgreifender eingegangen wird. Hoffe da auf mehr Infos zu im Folgeband. Für mich war dieser Auftaktband sehr gelungen, total spannend und die Auflösung in ihrer bösartigen Simplizität einfach perfide.

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Veröffentlicht am 11.12.2023

Eine Frage der Schuld

VITA
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Christina Dalcher schreibt fantastische, gesellschaftskritische Romane, die nie an Gültigkeit und Brisanz verlieren. Und sie gibt starken Frauenfiguren eine Stimme- Frauen, die Fehler machen, die Emotionen ...

Christina Dalcher schreibt fantastische, gesellschaftskritische Romane, die nie an Gültigkeit und Brisanz verlieren. Und sie gibt starken Frauenfiguren eine Stimme- Frauen, die Fehler machen, die Emotionen zulassen, die bereit sind alles zu geben was sie ausmacht. Und so ist auch „Vita“ wieder ein starkes, ausdrucksstarkes Buch, das zum Nachdenken anregt.

Zum Inhalt: mit dem Remedies Act wurde die Todesstrafe in den USA praktisch abgeschafft. Denn wenn ein Staatsanwalt diese fordert tritt er dafür mit seinem eigenen Leben ein sollte sich das Urteil als falsch herausstellen. Justine war imm Gegnerin der Todesstrafe- bis sie sie eben doch verhängt. Und als plötzlich neue Beweise auftauchen, sieht sie sich mit den Konsequenzen ihrer Tat konfrontiert.

Ich finde das Buch spielt auf eine grauenvolle und gleichzeitig sehr fesselnde Art mit der Schuldfrage. In einer Gesellschaft die schwarz und weiß sein will, muss sich die Protagonistin durch die Grauzonen menschlicher Moral bewegen.
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, einmal der von Justine, die auf brutale Art mit ihren Entscheidungen konfrontiert wird und der von Insasse 39384, dem Mann, den sie zum Tode verurteilt hat.

Die Geschichte entwickelt sich eher langsam, es werden nach und nach immer nur Bruchstücke enthüllt und das Gesamtbild setzt sich erst ganz zum Schluss zusammen. Das finde ich gut umgesetzt und hat bei mir echt an den Nerven gezehrt, dass ich nicht wusste, was eigentlich passiert ist.

Die Erzählung beschäftigt sich nicht nur mit der Entstehung der Vita-Bewegung, der Leser begleitet Justine auch zu Hinrichtungen, die nichts für seichte Gemüter sind. Generell wird im Buch viel mit starken Bilder und Brutalität gearbeitet, was bei dieser Thematik und dem fast schon radikalen System in dem Justine sich bewegt, ja auch nicht ausbleiben kann.

Das Ende fand ich toll umgesetzt und generell gab es im Buch immer wieder Passagen und Zitate, die im Gedächtnis hängen bleiben. Für mich wieder ein grandioses Buch von Christina Dalcher!

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Veröffentlicht am 11.12.2023

Mörderische Loge

Der Mentor
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Über Geheimbunde an elitären Unis gibt es ja immer wieder Gemunkel- Hedonismus, Exzesse und weitreichende Einfluss. Dieses Thema greift der neue Thriller von Svenja Diel auf und verortet es mit Heidelberg ...

Über Geheimbunde an elitären Unis gibt es ja immer wieder Gemunkel- Hedonismus, Exzesse und weitreichende Einfluss. Dieses Thema greift der neue Thriller von Svenja Diel auf und verortet es mit Heidelberg an einer deutschen Universität. Eine packende Jagd und ein grausames Spiel entführen den Leser in die altehrwürdigen Gassen Heidelbergs. Atemlose Spannung bis zur letzten Seite.

Zum Inhalt: als im Wald zwei übel zugerichtete Frauenleichen gefunden werden, steht die Heidelberger Polizei vor einem Rätsel. Denn die Frauen tragen Male in ihrem Nacken, die darauf hindeuten, dass der Täter seine Opfer durchnummeriert. Und die beiden Frauen tragen die 1 und 3. Eine Hetzjagd nach dem Täter beginnt, denn alles deutet daraufhin, dass er noch nicht mit dem Morden fertig ist.

Also zuerst einmal: ich mochte dieses düstere, elitäre Universitäts-Setting total gerne, sowie die Hintergrundgeschichte zur Geheimloge und geheimnisvollen Partys. Das macht das ganze direkt auch sehr stimmungsvoll. Die Geschichte wird aus diversen Perspektiven erzählt- der Täter, der Opfer und der Ermittler. Am Anfang fand ich es nicht ganz leicht die einzelnen Personen einzuordnen, aber da gewöhnt man sich recht schnell dran.

Interessant an der Erzählweise ist, dass man die Mordserie dadurch aus verschiedenen Perspektiven begleitet und dadurch ein sehr umfassendes Bild bekommt. Ich fand dadurch wurde man noch tiefer in die Handlung gezogen, die einen mit in einen Abgrund aus Manipulation, Angst und dunkler Begierden reißt.

Die Handlung ist sehr verstrickt, entfaltet ihr volles, dunkles Potential eher gemächlich, aber ist durchweg fesselnd geschrieben. Ich konnte das Buch nicht weglegen.

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Veröffentlicht am 11.12.2023

Zwischen Verstand und Mystik

Die geheime Gesellschaft
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Geisterbeschwörung und Aberglaube nehmen seit jeher einen großen Platz in unserer Gesellschaft ein und jene, die mit dem Übernatürlichen Kontakt haben werden gleichwohl verehrt wie gefürchtet. Umso spannender ...

Geisterbeschwörung und Aberglaube nehmen seit jeher einen großen Platz in unserer Gesellschaft ein und jene, die mit dem Übernatürlichen Kontakt haben werden gleichwohl verehrt wie gefürchtet. Umso spannender ist es, dass Sarah Penner diesem Thema die Stimme einer starken, neugierigen und wagemutigen Frauenfigur gegeben hat.

Zum Inhalt: nach dem Tod ihrer Schwester ist Lenna bestrebt die Künste eines Mediums zu erlernen um ein letztes Mal mit Evi sprechen zu können. Dabei glaubt sie gar nicht an das Übernatürliche, generell an nichts was sie nicht sehen oder anfassen kann. Aber in Gegenwart ihrer Lehrerin Vaudaline spürt Lenna Dinge, mehr als je zuvor und ist gewillt ihr zu glauben, als sie einen Auftrag bekommen, der alles verändert.

Das Thema selbst fand ich total ansprechend, sowohl den echten, authentischen Okkultismus, den Vaudaline praktiziert, als auch die Trinkereien und Scharlatanerie denen die in London auf der Spur war. Der Leser begleitet die zwei Frauen bei ihren Séancen, was ich sehr stimmungsvoll fand.

Einfach angewidert war ich vom Umgang mit Frauen in diesem Buch, vor allem durch die Séance Society. Umso mehr hat es mich gefreut wie Vaudaline und Lenna es allen zeigen. Für die damalige Zeit ist Lenna sehr privilegiert und fortschrittlich erzogen worden, hatte die Möglichkeit ihren Studien uneingeschränkt nachzugehen und für sich einen eigenen, unabhängigen Lebensweg zu wählen.

Vermutlich lag es daran, dass die zwei Frauen so unterschätzt wurden, aber insgesamt ging ihre Ermittlung nach meinem Empfinden ein bisschen zu leicht vonstatten. Das ist aber meckern auf hohem Niveau, denn trotzdem macht ich das Buch wirklich sehr gerne und mir hat diese mystische Atmosphäre, die über allem lag, sehr gut gefallen. Vor allem auch die Gegensätze zwischen der freien, unkonventionellen Vaudaline und Lenna, die mit den Konventionen der Gesellschaft und der Vernunft hadert.

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Veröffentlicht am 27.11.2023

Unkonventionelles Ermittlerduo

Stunde um Stunde
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Ein Cold Case, eine Undercover-Ermittlung im Biker-Milieu und ein sehr eigenwilliges Ermittlerduo- dieses Buch flach sehr vielversprechend und ich muss sagen, es hat mich nicht enttäuscht. Ich hab total ...

Ein Cold Case, eine Undercover-Ermittlung im Biker-Milieu und ein sehr eigenwilliges Ermittlerduo- dieses Buch flach sehr vielversprechend und ich muss sagen, es hat mich nicht enttäuscht. Ich hab total mitgefiebert und fand den vorliegenden Fall total spannend, vor allem auch weil der Ermittlungsansatz, genau wie das unfreiwillige Ermittlerpaar, einfach großartig unkonventionell waren.

Zum Inhalt: Als Polizeiabsolventin Lynette direkt an ihrem ersten Arbeitstag beim LAPD gefeuert wird, weil sie unfreiwillig eine Undercover-Mission hat auffliegen lassen und damit das Leben des eingeschleusten Ermittlers Hoskins gefährdet hat, steht sie am Rande der Verzweiflung. Daher hat sie sich in den Kopf gesetzt Hoskins um Hilfe zu bitten und findet sich dadurch plötzlich in einer rasanten Ermittlung wider, bei der jede Stunde zählt.

Ich muss ja sagen, dass ich Lama am Anfang echt unausstehlich fand mit ihrer uneinsichtigen Art und ihrer Aufdringlichkeit. Tatsächlich zeigt sie aber im laufe des Buch des was sie auf dem Kasten hat und macht eine nicht unerhebliche persönliche Entwicklung durch. Und vor allem in Kombination mit Hoskins funktioniert ihre Figur dann eben doch echt gut, weil die beiden so gegensätzlich sind. Die Interaktionen zwischen den beiden, wie sie einander ergänzen und aufziehen- das mochte ich alles total gern und es hat erheblich zum Unterhaltungswert beigetragen.

Der Cold Case war sehr interessant aufgezogen, vor allem weil die ganze Inkompetenz offenbart, die bei so einer Ermittlung auftreten kann. Dadurch war der Fall total zermürbend und spannend und ich wollte unbedingt wissen, was mit Tilly passiert ihr. Durch den Druck, der durch die Rahmenhandlung aufgebaut wird, legt de Story auch ein echt ordentliches Tempo vor, was mit gut gefallen hat.

Das Buch liest sich sehr flüssig und ist eine gute Mischung aus spannend und unterhaltsam- erinnert mich ein bisschen an die Jack Reacher Bücher. Das Buch war ein sehr gelungener Reihenauftakt und ich werde die Folgebücher auf jeden Fall auch lesen.

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