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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2024

Spannende Serie aus Island

Verborgen
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In der isländischen Kleinstadt Akranes kommt bei einem Brand in einem Einfamilienhaus der Sohn der Familie ums Leben. Da sich am Tatort Spuren eines Brandbeschleunigers finden, deutet alles auf einen Mord ...

In der isländischen Kleinstadt Akranes kommt bei einem Brand in einem Einfamilienhaus der Sohn der Familie ums Leben. Da sich am Tatort Spuren eines Brandbeschleunigers finden, deutet alles auf einen Mord hin. Elma und ihr Team nehmen die Ermittlungen auf. Dabei stoßen sie auf ein verschwundenes Au-Pair-Mädchen, das die Insel kurz zuvor verlassen wollte, jedoch nie in ein Flugzeug stieg. Gibt es einen Zusammenhang?
„Verborgen“ ist der dritte Band einer Reihe rund um die Ermittlerin Elma und ihrem Team. Für mich war es der erste Band, aber da die Fälle in sich geschlossen sind, konnte ich problemlos der Handlung folgen. Zu Beginn des Buches lernt man erst einmal alle Figuren näher kennen. Diese fand ich sehr gut gezeichnet und daher auch sehr lebendig. Für einen Überblick über die zahlreichen Charaktere gibt es übrigens im Anhang eine Personenübersicht, die ich als äußerst hilfreich empfand. Elma und ihr Kollege Sævar waren mir sofort sympathisch und ich freute mich über deren privates Glück. Anfänglich ist das Spannungsniveau nicht besonders hoch, doch nachdem einige unerwartete Zusammenhänge klar werden, steigt die Spannung schlagartig an.
Den Erzählstil empfand ich zwar als ruhig, aber auch gleichzeitig sehr fesselnd. Erzählt wird auf zwei Ebenen, denn in kleinen Einschüben erfährt man was dem Au-Pair-Mädchen einem halben Jahr zuvor widerfahren ist. Auch die privaten Ereignisse nehmen einen kleinen Raum ein, stören aber nicht den Ablauf der Handlung, sondern machen die Figuren dadurch authentischer. Gerade diese privaten Entwicklungen fand ich auch so interessant, dass ich unbedingt die beiden Vorgänger „Verlogen“ und „Verschwiegen“ lesen muss.

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Veröffentlicht am 18.02.2024

Von einer Wendung zur nächsten

Gestehe
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Nachdem mich der Vorgänger „Kaltherz“ bereits total begeistert hatte, war ich sehr gespannt auf das neue Werk von Henri Faber. Und um es gleich vorweg zu nehmen: erneut ist ein genialer und spannender ...

Nachdem mich der Vorgänger „Kaltherz“ bereits total begeistert hatte, war ich sehr gespannt auf das neue Werk von Henri Faber. Und um es gleich vorweg zu nehmen: erneut ist ein genialer und spannender Thriller entstanden, der mich auf der ganzen Linie überzeugen konnte.

Seit der „Blutnacht“, einem spektakulären Fall vor vier Jahren, ist Johann „Jacket“ Winkler ein Star unter Wiens Ermittlern. Als dieser an einen Tatort gerufen, bei dem das Opfer auf grausame Weise ermordet wurde und das Wort „GESTEHE“ zu lesen ist, ist Jacket einigermaßen schockiert. Denn der Tatort ist nahezu identisch mit den Beschreibungen aus seinem neuen Buch, welches jedoch noch nicht veröffentlicht wurde. Und dieser Tatort ist erst der Beginn einer ganzen Serie…

Chefinspektor Jacket ist eine Figur, die man nicht sofort ins Herz schließt. Er versprüht jede Menge Arroganz, die Ermittlungen überlässt er lieber den anderen und sonnt sich lieber im Erfolg der legendären Blutnacht. Doch dieses Mal muss er selbst die Fäden in die Hand nehmen, allein schon um nicht selbst in den Fokus der Ermittlungen zu geraten. Wie gut, dass ihm da Mohammad „Mo“ Moghaddam, ein unerfahrener Kollege zur Seite gestellt wird. Mo wiederum ist eine Figur, für die man sofort Sympathien hegt. Der Jahrgangsbeste der Polizeischule perfektioniert seine Handlungen stets und versucht immer besser als seine Kollegen zu sein. Dies gelingt ihm sogar, dennoch schlägt er sich hauptsächlich mit viel Verwaltungsarbeit herum und wird von den Kollegen nur Daten-Momo genannt. Die Zusammenarbeit der beiden Ermittler funktioniert anfänglich gar nicht, doch mit der Zeit entwickeln sich beide Charaktere auf eine sehr positive Art und Weise.
Erzählt wird die Handlung aus der Perspektive von Jacket und Mo, es fließen aber auch ein paar Einblicke aus der Sicht des Täters mit ein. Da sich die Perspektiven ständig abwechseln und zudem auch immer etwas passiert liegt die Spannung sehr hoch und das Ganze ist enorm temporeich. Am allerbesten fand ich jedoch die zahlreichen und unvorhersehbaren Wendungen. Insbesondere zum Ende hin geht es da Schlag auf Schlag bis hin zum stimmigen Ende.

Insgesamt also ein Thriller bei dem einfach alles stimmt. Hohes Spannungsniveau, temporeich und voller überraschender Wendungen. Eine ganz klare Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 29.01.2024

Spannender Thriller mit vielen Wendungen

Waiseninsel
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Bei einer Auseinandersetzung wurde Kommissarin Jessica Niemi handgreiflich und unglücklicherweise dabei gefilmt. Das Video geht viral und die Kommissarin muss untertauchen. Zuflucht hat sie auf den zwischen ...

Bei einer Auseinandersetzung wurde Kommissarin Jessica Niemi handgreiflich und unglücklicherweise dabei gefilmt. Das Video geht viral und die Kommissarin muss untertauchen. Zuflucht hat sie auf den zwischen Schweden und Finnland liegenden Åland-Inseln gefunden. Hier trifft sich auch jedes Jahr eine kleine Gruppe älterer Menschen, die sogenannten „Zugvögel“. Sie mussten als Kinder während des Kriegs aus Finnland fliehen und lebten hier auf der Insel in einem Waisenhaus. Als einer der Zugvögel tot aufgefunden wird, nimmt Jessica eigene Ermittlungen auf. Denn bereits zwei andere Menschen aus der Gruppe starben zuvor an der gleichen Stelle. Eine Stelle, an der ein Mädchen mit dem blauen Mantel viele Jahre zuvor jede Nacht gestanden haben soll…
Es ist bereits der vierte Fall für Jessica, obwohl ursprünglich nur drei Bände angekündigt waren. Der Einstieg in die Handlung fiel mir leicht, da ich durch die Vorgängerbände mit den meisten Figuren vertraut war. Die Fälle sind zwar in sich geschlossen und daher auch für Quereinsteiger lesbar. Doch wer die Gedankengänge Jessicas und die Entwicklung der ganzen Geschichte verstehen will, sollte sich an die chronologische Reihenfolge halten.
In ihrem neuen Fall ist die Kommissarin ziemlich auf sich allein gestellt, da sich ihre Kollegen alle auf dem Festland befinden. Entsprechend schwierig gestalten sich die Ermittlungen. Auf der abgeschiedenen Insel befinden sich eine überschaubare Menge an Personen, von denen anfänglich fast jeder irgendwie als Täter in Frage kommt. Man kann also herrlich miträtseln, aber einfach wird es einem dabei nicht leicht gemacht. Denn es gibt zahlreiche Wendungen und die vermeintliche Lösung erweist sich oftmals als falsche Fährte. Die Handlung wird sehr temporeich erzählt, ständig passiert etwas und es bleibt bis zum Schluss wirklich total spannend. In Rückblenden erfährt man zudem Stück für Stück was sich damals kurz nach Kriegsende in dem Waisenhaus abgespielt hat und welche Tragödie sich daraus entwickelte.
Insgesamt wieder ein sehr spannender Fall für Jessica Niemi. Gerade was die privaten Entwicklungen betrifft bin ich schon sehr gespannt auf eine Fortsetzung. Eine klare Leseempfehlung für alle Freunde von skandinavischen Thrillern.

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Veröffentlicht am 29.01.2024

Kein Thriller im eigentlichen Sinn, dennoch spannend

Die Suche
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Sein dritter Fall führt den Bundesermittler Aaron Falk in ein Weinbaugebiet im Süden Australiens. Hier in Marralee soll er die Patenschaft für den kleinen Henry, den Sohn von Rita und Greg Raco übernehmen. ...

Sein dritter Fall führt den Bundesermittler Aaron Falk in ein Weinbaugebiet im Süden Australiens. Hier in Marralee soll er die Patenschaft für den kleinen Henry, den Sohn von Rita und Greg Raco übernehmen. Die Taufe hätte schon vor einem Jahr stattfinden sollen, wurde aber verschoben. Denn damals verschwand Kim Gillespie, die Ex-Frau von Racos Bruder Charlie. Auf dem jährlich stattfindenden Marralee Vine Festival hat Kim ihr wenige Wochen altes Kind in einem Kinderwagen zurückgelassen und wurde danach nicht mehr gesehen. Die Vermutung, dass Kim im nahegelegenen Stausee ertrunken sein soll, kann und will ihre mittlerweile 17jährige Tochter Zara nicht akzeptieren. Um das Rätsel ihres Verschwindens endlich zu klären werden erneut Zeugen gesucht und Flugblätter verteilt. Auch Aaron Falk beteiligt sich an der Aktion und versucht die letzten Schritte von Kim zu rekonstruieren.
Wie schon bei „Hitze“, dem ersten Band der Reihe rund um Aaron Falk ist die Atmosphäre wieder sehr dicht und man kann unheimlich gut in die Geschichte eintauchen. Land und Leute sind so gut beschrieben, dass man praktisch abends mit den Racos auf der Veranda sitzt und gute Gespräche führt. Dennoch dreht sich alles etwas im Kreis. Immer wieder werden die Wege abgelaufen, die Kim beschritten haben soll. Zahlreiche Gespräche mit den Beteiligten, die aber die Ermittlungen kaum voranbringen. Sehr langsam fallen die Puzzlestücke an ihren Platz. Dafür erfährt man mehr über die Privatperson Aaron, den ich schon immer mochte. Aber in diesem Band wirkt er noch mehr menschlicher als in den Vorgängern. Die Auflösung erfolgt erst ganz zum Schluss und ist unerwartet, aber auch stimmig. Ich empfand das Buch trotz allem immer noch spannend.
Thriller steht zwar auf dem Cover, aber es kommt eher einem Roman gleich, der eine Familientragödie beschreibt. Für Australienfans ein Muss, für Thriller-Fans nur bedingt geeignet.

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Veröffentlicht am 18.12.2023

Ganz starker Thriller

Stunde um Stunde
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Zwei Jahre ist es her, dass die damals 5jährige Tilly Delaney verschwand. Ein Fall, zu dem die Polizei von LA die Ermittlungen längst eingestellt hat. Viel zu früh, so die Meinung der Eltern die auf eine ...

Zwei Jahre ist es her, dass die damals 5jährige Tilly Delaney verschwand. Ein Fall, zu dem die Polizei von LA die Ermittlungen längst eingestellt hat. Viel zu früh, so die Meinung der Eltern die auf eine Weitersuche nach Tilly drängen. Um ihrer Forderung noch mehr Nachdruck zu verleihen, dringen sie in das forensische Labor der Strafverfolgungsbehörde ein und drohen damit jede Stunde eine Beweisprobe von anderen ungeklärten Fällen zu vernichten.
Detective Charlie „Hoss“ Hoskins war fünf Jahre lang undercover in einer brutalen Bikergruppe tätig. Nun ist er aufgeflogen. Auch seine gesammelten Proben befinden sich in dem Labor. Entgegen den Anweisungen seiner Chefin Saskia „Sass“ Ferboden macht er sich daran Tilly zu finden. Mit dabei ist Lynette Lamb, eine junge Polizeibeamtin, die noch vor ihrem ersten Einsatz gefeuert wurde. Weil sie ihre einzige Chance wieder in den Polizeidienst zu kommen darin sieht, gemeinsam mit Charlie Tilly zu finden, weicht sie ihm nicht mehr von der Seite.
Candice Fox hat hier einen extrem spannenden Thriller geschrieben, den man nur schwer aus der Hand legen kann. Zu Beginn lernt man zunächst Charlie und Lynette kennen. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein und so ergeben sich nicht nur spritzige Dialoge, sondern auch krasse Situationen, die manchmal tragikomisch sind. Unterstützung erhalten die beiden von Charlies altem Kumpel Surge, der seine eigenen speziellen Methoden hat um die Ermittlungen voranzutreiben. Alles ziemlich krasse Figuren mit vielen Ecken und Kanten und dennoch schafft es die Autorin sie absolut authentisch erscheinen zu lassen.
Erzählt wird wechselweise von der aufregenden Suche nach Tilly und von den Vorgängen im Labor. Dabei wird die Entwicklung der Ereignisse wird mit der Zeit immer rasanter und gewinnt enorm an Tempo. Man kann es kaum fassen was man gerade gelesen hat und schon gibt es eine Wendung und der Höllenritt geht in eine völlig andere Richtung. Zudem hält die Autorin so manche Überraschung bereit.
Am meisten konnte mich die Entwicklung von Lynette Lamb begeistern. Er war wirklich spannend mitzuerleben wie sich die Heulsuse zur taffen Ermittlerin mausert. Dadurch ist ein richtig gutes Ermittler-Duo entstanden, das ich liebend gerne noch bei weiteren Fällen begleiten möchte. Candice Fox kenne ich seit ihrer Hades-Trilogie, die schon sehr gut war. Danach folgte die Crimson-Lake-Reihe, die sogar noch besser war. Doch „Stunde um Stunde“ ist einfach ein spannender und rasanter Thriller, der seine Vorgänger in den Schatten stellt.

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