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FranziskaBo96

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2024

Nette Sommerromanze

The Summer of Broken Rules
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Mit dem Anwesen ihrer Familie auf Martha's Vineyard verbindet Meredith viele schöne Kindheitserinnerung - die meisten in Verbindung mit ihrer Schwester Claire, die aber tragisch bei einem Verkehrsunfall ...

Mit dem Anwesen ihrer Familie auf Martha's Vineyard verbindet Meredith viele schöne Kindheitserinnerung - die meisten in Verbindung mit ihrer Schwester Claire, die aber tragisch bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Über ein Jahr nach ihrem Tod traut sich Meredith wieder auf die Insel, um die Hochzeit ihrer Cousine zu feiern. Nicht nur die Feier scheint ein wahres Fest zu werden, auch das großangelegte Spiel "Killer", das über die ganze Woche auf dem Gelände gespielt wird, verspricht Spannung. Da Claire es geliebt hat, Killer zu spielen, macht es Meredith sich zur Mission, für ihre Ehre das Spiel zu gewinnen. Doch da kommt ihr der gutaussehende Wit in die Queere.

Dieses Buch ist die ideale Sommerlektüre: eine lustige Prämisse, ein Strand-Ferienlager-Setting, eine süße Liebesgeschichte und auch ein kleines bisschen Herzschmerz. Wer etwas locker-leichtes für den Strand sucht, wird hier gut bedient sein. Vor allem in der ersten Hälfte hat mich das Buch sehr gut unterhalten, vor allem die Idee des "Killer"-Spiels fand ich super witzig.

Leider konnte das Buch aber irgendwie nicht so richtig einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es schnell vergessen haben werde. Es hatte echt das Potenzial gegen Ende etwas mehr Spannung aufzubauen, aber es dümpelte dann irgendwie nur noch so vor sich hin. Tatsächlich fand ich auch, dass die Chance, mit der Trauer über den Tod der Schwester, der Geschichte etwas mehr Tiefgang zu verleihen, größtenteils verschenkt wurde. Das hätte das Buch echt einzigartig machen können, stattdessen hatte ich manchmal total vergessen, dass es diesen Tod überhaupt gab.

Eine nette Sommerromanze, wer Lust darauf hat, aber (leider) nichts Besonderes...

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Veröffentlicht am 31.03.2024

Klein aber fein

Der ehrliche Finder
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Der sonst eher einsame und eigenbrötlerische Jimmy hat im Kosovo-Flüchtling Tristan einen echten Freund gefunden. Das geht so weit, dass sich Jimmy vorgenommen hat, seine akribisch geschaffene Flippo-Sammlung ...

Der sonst eher einsame und eigenbrötlerische Jimmy hat im Kosovo-Flüchtling Tristan einen echten Freund gefunden. Das geht so weit, dass sich Jimmy vorgenommen hat, seine akribisch geschaffene Flippo-Sammlung mit ihm teilen möchte. Am Tag der feierlichen Übergabe erfährt Jimmy jedoch, dass sich dunkle Wolken in seiner Welt aufgetan haben.

Dieses Buch hat nicht einmal 130 Seiten und erzählt dabei eine doch so tiefgehende und berührende Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Kindern, die anders sind. Für 80 % des Buches war ich einfach begeistert davon, wie die Autorin es schafft, packend und gleichzeitig gefühlvoll zu erzählen und dabei einen prägnanten Schreibstil beizubehalten. Vor allem die Gedankenwelt des wahrscheinlich autistischen Jimmy wurde unheimlich gut wiedergegeben.

Leider wurde ich vom Ende arg enttäuscht. Dass es bei so einem kurzen Buch ziemlich plötzlich und wahrscheinlich auch offen sein würde, hatte ich mir schon gedacht, doch was es dann letztendlich war, war mir dann doch eine Spur zu viel. Die Erzählstruktur wurde mir plötzlich einfach viel zu hastig und die Message des Buches war dann am Ende doch etwas zu offensichtlich reingehämmert.

Trotzdem empfehle ich "Der ehrliche Finder" allen, die Lust auf ein kurzes Buch haben, das trotzdem tief unter die Haut geht.

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Veröffentlicht am 29.12.2023

Die gute Schwester

Die gute Schwester
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Auch wenn sich die eineiigen Zwillinge Leah und Megan zum Verwechseln ähnlich sehen, ist ihr Verhältnis alles andere als gut. Schon als Teenager spannt Leah Megan regelmäßig die Freunde aus und als sie ...

Auch wenn sich die eineiigen Zwillinge Leah und Megan zum Verwechseln ähnlich sehen, ist ihr Verhältnis alles andere als gut. Schon als Teenager spannt Leah Megan regelmäßig die Freunde aus und als sie Jahre später dann auch noch die dramatische Familiengeschichte in einem Bestseller verarbeitet, bricht Megan den Kontakt komplett ab. All das ändert sich jedoch, als diese ein Foto ihrer Zwillingsschwester auf dem Handy ihres Mannes findet. Sie will Leah zur Sprache stellen, verletzt diese dabei aber tödlich und versucht nun, den Mord zu vertuschen, indem sie sich an einem Doppelleben versucht.

Eins muss man dem Buch lassen: Es ist ein absoluter Pageturner. Ein Plottwist jagt den nächsten und man fliegt förmlich durch die Seiten. So konnte ich das Buch in zwei Tagen beenden, auch wenn mir so einige Sachen nicht gefallen haben. Wer also einen spannenden Thriller sucht, wird hier auf jeden Fall bedient.

Leider war die wilde Handlung auch genau das, was mich oft gestört hat. Bei so mancher absurden Wendung musste ich schon ein wenig mit dem Kopf schütteln. Auch das Pacing der Geschichte gefiel mir nicht so richtig, da vor allem gegen Ende schon relativ früh ziemlich viel von der Spannung aus der Geschichte genommen wird.

Alles in allem ist "Die gute Schwester" ein spannender Thriller, auch wenn er mir an vielen Ecken etwas zu absurd wurde.

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Veröffentlicht am 06.05.2023

Dieses Buch hat tatsächlich mal den Begriff Epos verdient

Hotel Shanghai
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Vicki Baum nimmt uns mit in das Shanghai der 30er-Jahre und zeigt uns durch die Augen von acht durchaus diverser Charaktere, wie das Leben, aber auch die Grausamkeit des Krieges in dieser Stadt zu dieser ...

Vicki Baum nimmt uns mit in das Shanghai der 30er-Jahre und zeigt uns durch die Augen von acht durchaus diverser Charaktere, wie das Leben, aber auch die Grausamkeit des Krieges in dieser Stadt zu dieser Zeit waren. In der ersten Hälfte des Buches lernen wir zunächst die acht Hauptcharaktere durch sehr detaillierte Biografien genauer kennen, bis sie sich alle in Shanghai treffen und sich die Handlung um die Eskalation des Chinesisch-Japanischen Konflikts entspannt.

Ich weiß, ich schmeiße in meinen Rezensionen oft mit dem Wort "Epos" um mich, oft an Stellen, wo ich es im Nachhinein nicht mehr wirklich angebracht finde - aber "Hotel Shanghai" hat diesen Titel wahrhaftig verdient. Auf knapp 750 Seiten lernen wir unterschiedlichste Figuren und vor allem die Stadt Shanghai der damaligen Zeit kennen. Vicki Baum malt ein unheimlich lebendiges Bild und man merkt, dass sie definitiv ihre Recherchen betrieben hat - was zu ihrer Zeit sicher nicht so einfach war, wie man es sich heute vorstellen würde. Hätte sie dieses Buch heute geschrieben, könnte man sicher darüber diskutieren, wie angebracht es ist, dass eine europäische Frau derartig über asiatische Geschichte und (teilweise) auch Figuren schreibt, andererseits hat das Buch so eine Diversität, die für Werke dieser Zeit sicherlich untypisch ist.

Leider fand ich mit meinen modernen Lesegewohnheiten, dass sich gerade die erste Hälfte des Buches unheimlich zog. Zwar finde ich die Idee der acht Biografien grundsätzlich genial, in der Umsetzung war es mir dann doch oft zu detailliert und es entstand das Problem, dass ich am Ende dieses Abschnitts gar nicht mehr wusste, wer die vorgestellten Charaktere zu Beginn des Buches waren. Zwar konnte mich die zweite Hälfte deutlich mehr überzeugen und auch Spannung aufbauen - vor allem das Ende hat mir extrem gut gefallen - jedoch stellte ich mir immer wieder die Frage, ob man das Buch nicht etwas kompakter und besser verdaulich hätte machen können, indem man die Biografien in die Handlung einbindet oder zumindest etwas komprimiert.

"Hotel Shanghai" ist definitiv nicht die einfachste Lektüre, aber literaturhistorisch sicherlich ein spannender und ziemlich einzigartiger Beitrag.

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Veröffentlicht am 30.04.2023

Der Spanier, der mich liebte

The American Roommate Experiment – Die große Liebe findet Platz in der kleinsten Wohnung
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Nachdem die Decke buchstäblich über ihr zusammengekracht ist, muss Rosie ihre New Yorker Wohnung verlassen und flüchtet kurzum in die Bleibe ihrer Freundin Lina, die gerade sowieso nicht da und ihr den ...

Nachdem die Decke buchstäblich über ihr zusammengekracht ist, muss Rosie ihre New Yorker Wohnung verlassen und flüchtet kurzum in die Bleibe ihrer Freundin Lina, die gerade sowieso nicht da und ihr den Schlüssel überlassen hat. Doof nur, dass zu Rosies Unwissen bereits Lucas temporär einquartiert ist, Linas Cousin aus Spanien, für den Rosie heimlich eine Schwämerei über Instagram entwickelt hat. Die beiden einigen sich nicht darauf, sich für die Zeit die Wohnung zu teilen, sie beschließen auch, sich auf "experimentelle Dates" zu begeben, um Rosie Inspirationen für ihren neuen Roman zu geben.

Ein Wort, das mir immer wieder beim Lesen einfiel, war der englische Begriff "horny". Natürlich ist es aktuell ein Trend, in erwachsenen Liebesromanen etwas expliziter zu werden, hier fand ich es aber sehr extrem. Die beiden sind wirklich unheimlich heiß aufeinander und selbst in den ungewöhnlichsten Situationen entstehen sexuelle Gefühle, die ich an mancher Stelle schon etwas absurd (aber ehrlich gesagt auch sehr unterhaltsam) fand. Andererseits fand ich die erotischen Szenen gerade gegen Ende eigentlich sehr gut geschrieben, aber ich denke, wer mit spicy Szenen grundsätzlich schon so seine Probleme hat, wird keine Freude mit dem Buch haben.

Auch wie die beiden grundsätzlich übereinander herschmachten, ist manchmal schon etwas lächerlich, aber ich bin ganz ehrlich - irgendwie fand ich das an den meisten Stellen schön zu lesen. Es werden hier sicherlich viele typische Tropen abgehakt und gerade der männliche Protagonist ist sicherlich so, wie sich viele Frauen den perfekten Mann vorstellen.

Ich denke, man darf hier nichts Revolutionär Neues erwarten, aber ich denke, wenn man sowieso Fan des Genres ist und sich ein bisschen auf Absurdität einstellt, wird man sicher viel Spaß mit dem Buch haben.

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