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Veröffentlicht am 31.12.2023

All Age

Der Spurenfinder
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Es fällt mir unerwartet schwer, das Buch tatsächlich zu bewerten. Manches hat mich angesprochen, anderes nicht. Ein zusammenfassendes Fazit macht das kompliziert.

Fasziniert hat mich der Genre Mix aus ...

Es fällt mir unerwartet schwer, das Buch tatsächlich zu bewerten. Manches hat mich angesprochen, anderes nicht. Ein zusammenfassendes Fazit macht das kompliziert.

Fasziniert hat mich der Genre Mix aus Fantasy und Krimi. Den verwickelten Kriminalfall und seine Auflösung habe ich interessiert verfolgt. Manche kuriosen Einfälle wie die Stimmonade, ein Trank, der die Stimme auf unterschiedliche Weise stark verändert, fand ich gleichfalls gelungen.

Keine Beachtung hatte ich der Tatsache geschenkt, dass Marc-Uwe Kling das Buch mit seinen jungen Zwillingstöchtern geschrieben hat. Und im Gegensatz zur Meinung in anderen Rezensionen finde ich, man merkt das dem Buch sehr wohl an.

Der Autor macht hier seinen ersten Ausflug ins Fantasy-Genre. Als absoluter Fantasyfan muss ich leider sagen, dass der Roman im Vergleich zur meisten Fantasy, die ich gelesen habe, seltsam blutleer blieb. Es fehlte einfach ganz überwiegend die atmosphärische Dichte. Einzig der Zirkusbesuch konnte mich dahingehend überzeugen.

Elos von Bergen, ein bekannter Spurenfinder, genießt seinen Ruhestand mit seinen Zwillingen Ada und Naru im ereignislosen Friedhofen. Als ein Zirkus in der Nähe gastiert, geschieht ein Mord und eine alte Dame verschwindet. Elos und die Zwillinge machen sich auf, die Rätsel aufzuklären und stellen schon bald fest: Egal wohin man reist, man hat immer sich selbst im Gepäck....

Für mich persönlich hatten die Zwillinge leider ein gewisses Nervpotential. Ich könnte mir vorstellen, dass ihre ewigen Kabbeleien jüngere Leser eher ansprechen. Vermutlich kann man das Buch als All Age-Roman bezeichnen. Aber wenn man alle anspricht, läuft man Gefahr, niemanden komplett zu erreichen.
Der Epilog liefert einen raffinierten Twist, dessen Auflösung mein Interesse geweckt hat. Dennoch werde ich eine eventuelle Fortsetzung wohl nicht lesen, weil es so viel farbenprächtigere Fantasy gibt.

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Veröffentlicht am 09.12.2023

Auf der Leidlaufbahn

Deine Zeit zu sein
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Manche Bücher möchte man gern mögen, muss sich aber leider doch an ihnen reiben und bleibt nach dem Lesen etwas ratlos zurück. Dieses gehört dazu.

Die Autorin gliedert das Buch in zwei Teile, ...

Manche Bücher möchte man gern mögen, muss sich aber leider doch an ihnen reiben und bleibt nach dem Lesen etwas ratlos zurück. Dieses gehört dazu.

Die Autorin gliedert das Buch in zwei Teile, Leid und Heilung, was sich erst im Laufe des Lesens erschließt. Leider fehlt ein Inhaltsverzeichnis, das es erleichtern würde, einzelne der kurzen Kapitel noch einmal anzusteuern oder zu erkennen, worauf das Buch hinausläuft. Teilweise bin ich daher etwas ratlos den Betrachtungen gefolgt. Manches hat mich berührt und nachdenkenswerte Impulse gesetzt. Dann gab es hingegen Sätze in überraschendem, einfach unschönen Denglisch oder gar grundlos dreisprachig (Gefühle nicht verdrängen, sondern ownen; einmal mit diesem Mindset d'accord, ist es uns viel eher zugänglich). Oder vage und etwas kryptische Aussagen wie: "Am Ende ist es so leicht, wie es schwer ist." Das ist sehr schade, da der Text immer wieder gute Ansätze bietet. Demotivierend fand ich die Behauptung, Heilung sei grundsätzlich allein nicht möglich. Und das, wo es im Buch doch um "einen stinknormalen Alltag mit Job, Familie und der täglichen Portion Gestresstheit" geht und die echten Herausforderungen wie Einsamkeit, Krankheit und Tod gar nicht thematisiert werden.
Ging es um die Überwindung des Leids, hätte ich mir konkrete Tipps erhofft und weniger allgemeine Überlegungen.

Die nach jedem Kapitel eingefügten Reflexionen sind gute Anregungen. Zusätzlich gibt es in Gedichtform gestaltete Texte, die eigentlich pure Prosa sind und auch nichts Lyrisches bieten. An dieser Stelle konnte ich für mich nichts mitnehmen.

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Veröffentlicht am 27.08.2023

Traum in einem Traum

Treacle Walker
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Ich hatte mir ein ähnlich magisch-mystisches Lesevergnügen erhofft wie früher von Garners "Eulenzauber" oder "Feuerfrost". "Treacle Walker" hat mich hingegen leider etwas ratlos und auch enttäuscht zurückgelassen. ...

Ich hatte mir ein ähnlich magisch-mystisches Lesevergnügen erhofft wie früher von Garners "Eulenzauber" oder "Feuerfrost". "Treacle Walker" hat mich hingegen leider etwas ratlos und auch enttäuscht zurückgelassen. Nach einem stimmungsvollen, märchenhaften Start, in dem der junge Joseph dem Wanderheiler und Lumpensammler Treacle Walker begegnet, zerfaserte die kurze Erzählung in rätselhaften Dialogen und Begebenheiten, in denen zudem ein Comic für meinen Geschmack eine zu große Rolle spielte.

Die Story lässt sehr viel Raum für Interpretationen, was durchaus reizvoll sein kann. Hier entstand für mich aber der Eindruck einer wirren Seifenblase, die schnell zerplatze. Ich hätte mir wesentlich mehr Inhalt und atmosphärische Dichte gewünscht und bekam stattdessen den Eindruck eines bloßen Fragments. Schade!

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Veröffentlicht am 07.05.2023

23 Euro

3000 Yen fürs Glück
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Hinter dem putzigen Cover verbarg sich für mich eine Familiengeschichte um vier Japanerinnen aus drei Generationen, die leider viel zu sehr hinter dem Thema des Sparens zurücktrat. Die Erzählweise blieb ...

Hinter dem putzigen Cover verbarg sich für mich eine Familiengeschichte um vier Japanerinnen aus drei Generationen, die leider viel zu sehr hinter dem Thema des Sparens zurücktrat. Die Erzählweise blieb mir zu nüchtern, die Spartipps zu einfach und die Protagonistinnen blass.

Die titelgebenden 3000 Yen entsprechen 23 Euro. Letztendlich hat mich aber die Geschichte nicht wirklich gefesselt, so dass ich mir schon bald nicht mehr die Mühe gemacht habe, die viel zu zahlreichen Yen-Beträge in Euro umzurechnen, so dass ich oft gar keine rechte Vorstellung von den Dimensionen hatte.

Offensichtlich ist es auch in Japan ein großes Thema, Frauen dazu zu bewegen, finanziell für das Alter vorzusorgen. Nur so kann ich es mir erklären, dass der Roman dort so erfolgreich ist. Für mich war es leider eine zu dröge Lektüre und das Thema reichte nicht, um einen Roman zu tragen.

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Veröffentlicht am 18.12.2022

Überraschend kindlich

Lightlark
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Kurz nach Beginn des Lesens habe ich das Alter der Autorin recherchiert. Alles wirkte so kindlich geschildert, dass ich sie auf maximal 16 geschätzt hätte, aber wahrscheinlich hat sie die Geschichte mit ...

Kurz nach Beginn des Lesens habe ich das Alter der Autorin recherchiert. Alles wirkte so kindlich geschildert, dass ich sie auf maximal 16 geschätzt hätte, aber wahrscheinlich hat sie die Geschichte mit Mitte 20 begonnen zu verfassen. Wenn man das veröffentlichen möchte, hätte da aus meiner Sicht das Lektorat viel viel mehr eingreifen müssen. Aber dank Tiktok gefällt das Buch ja anscheinend. Dem kann ich mich nicht umfassend anschließend. Obwohl es so schön gestaltet ist, dass ich mich bei jedem Aufschlagen dabei ertappt habe, es unbedingt mögen zu wollen. Aber was bleibt, wenn der Farbschnitt der Erstauflage dann wegfällt?

Eine rudimentäres Worldbuilding und verwaschen gezeichnete Protagonisten. Wieder mal eine Heldin, Isla, wunderschön, blutjung, die 500jährige Männer mühelos in ihren Bann zieht.

"Ich muss zugeben", sagte sie, "ich bin beeindruckt von deiner Dummheit." Diesem Auspruch einer Gegnerin Islas beim Centennial, einem seltsamerweise nur alle hundert Jahre stattfindenden Wettkampf, bei dem die sechs Herrschenden der Insel Lightlark versuchen, die Flüche, unter denen ihre Völker stehen, zu brechen, hätte ich mich ein ums andere Mal anschließen mögen. Isla stolpert durch die überschaubare Handlung und ich habe mich gewundert, warum dieselbe Gegnerin sie unmittelbar danach als genial bezeichnet. Leider gibt es auch handlungstechnisch jede Menge Ungereimtheiten.

Ich habe eine Weile gebraucht um zu erkennen, dass die Autorin ein Liebesdreieck schildern will und bin nicht mal sicher, ob ich das gut oder schlecht finde. War es mal etwas subtiler gemacht als in anderen Büchern oder hat sie es nicht richtig hinbekommen?

Zum Ende hin gab es doch wenigstens ein paar Plottwists, die zeigen, dass da durchaus Potential sein könnte. Ab und zu malt Alex Aster auch schöne Sprachbilder. Sie kommt ja studientechnisch vom Creative Writing, hätte aber sicherlich noch einen langen Weg gebraucht bis zu einer runden Geschichte, den Tiktok hier eben zu sehr verkürzt hat.

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