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Veröffentlicht am 20.03.2025

Beklemmendes leben im totalitären Regime

Julia
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Das Buch erzählt die Handlung von George Orwells „1984“ aus anderer Perspektive. George Orwells „1984“ erschien im engluischen Orginal 1949, also vor 75 Jahren. Die Handlung spielt 1984, also vor 40 Jahren. ...

Das Buch erzählt die Handlung von George Orwells „1984“ aus anderer Perspektive. George Orwells „1984“ erschien im engluischen Orginal 1949, also vor 75 Jahren. Die Handlung spielt 1984, also vor 40 Jahren. So viel zu den Jubiläumszahlen.
George Orwell beschrieb eine beklemmende Dystopie eines totalitären Regimes aus Sicht des Protagonisten Winston. Sandra Newman beschreibt dieselbe Situation aus der Sicht seiner Freundin Julia. Weil die beiden erst im Laufe der Zeit zueinander finden, entsteht bereits zu Beginn eine andere Perspektive, sowohl auf die Situation in der Arbeitswelt als auch auf die Charaktere. Anhand von Schlüsselszenen ist sehr gut nachzuvollziehen, dass in beiden Büchern verschiedene Sichtweisen beschrieben werden.

Das Buch wendet sich ganz klar an Leser, die „1984“ von Orwell gelesen haben. Einige Eigenschaften der Lebensweise in dem totalitären Regime werden bei Newmann knapper eingeführt als bei Orwell. Dazu gehören die Sprache des Regimes („Neusprech“) und die verlogene Wahrheitsdarstellung der Regierung. Die Darstellungen aus Sicht von Winston (Orwell) und Julia (Newman) ergänzen sich vortrefflich. In beiden Büchern werden aber auch Vergangenheitserlebnisse der Protagonisten beschrieben, die natürlich jeweils nur in einem Buch enthalten sind. Das erhöht signifikant das Verständnis einiger Reaktionen in der Beziehung zwischen Winston und Julia.

Die deutsche Übersetzung von Newmans „Julia“ durch Karoline Hippe basiert auf der Neuübersetzung von „1984“ von Frank Heiberts von 2021. Ich selber hatte „1984“ in der Übersetzung von Kurt Wagenseil von 1950 gelesen. Das macht sich in einigen Vokabeln bemerkbar (z. B. „Televisor“ 1950, „Telemonitor“ 2021), einigen Ausdrücken („Trainingsanzug“ 1950, „Overall“ 2021), die dem Lesegenuss aber keinen Abbruch tun. Es fielen aber auch subtile Unterschiede auf. 1950 wurde ganz klar kommuniziert, dass Juden zum Feindbild des totalitären Systems galten, sicher unter dem Eindruck des kürzlich besiegten Naziregimes. 2024 kam das nicht mehr vor, auch wenn dieser Aspekt wieder eine traurige Aktualität gewinnt. Anderereits wurde der kommunistische Aspekt 2024 stärker in den Vordergrund gestellt.

Sowohl in „1984“ als auch in „Julia“ werden teilweise sehr drastische Aspekte des Regimes beschrieben, die beklemmende Eindrücke hervor rufen kann. Wer „1984“ gerne gelesen hat, wird in „Julia“ eine willkommene Ergänzung finden. Wer „1984“ noch nicht gelesen hat, möge das tun. Beide Bücher lassen sich auch parallel lesen.

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Veröffentlicht am 04.02.2024

Parallelwelten

Die Stadt und ihre ungewisse Mauer
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Wie von Murakami gewohnt:
Neben "unserer" Welt gibt es eine Parallelwelt, eben diese ummauerte Stadt.
Das Thema Parallelwelten ist bei dem Autor ja sehr beliebt.
Hier wird die Stadt erst nach und nach ...

Wie von Murakami gewohnt:
Neben "unserer" Welt gibt es eine Parallelwelt, eben diese ummauerte Stadt.
Das Thema Parallelwelten ist bei dem Autor ja sehr beliebt.
Hier wird die Stadt erst nach und nach bekannt gemacht, ihre Eigenschaften sind zunächst unklar. Es ist auch nicht einfach rein zu kommen. Raus kommen ist noch schwerer. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass die meisten Menschen in "unserer" Welt die Existenz der Parallelwelt leugnen würden, auch Usus bei Murakami. Es wird über 600 Seiten ein Konstrukt der 2 Welten aufgebaut, wobei wenige Personen für die Story eine Schlüsselrolle spielen. Spannend bis zum Schluss!
Hab das Buch als Hardcover gelesen. Der Schutzumschlag hat ein farbiges Design, das reine Cover ist ganz in Schwarz gehalten mit eine Mauer als Prägung, schwarzes Lesebändchen -sehr edel.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Lebendige Industrialisierung

Die Waffen des Lichts
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Wenn man die anderen Kingsbridge-Romane gelesen hat, MUSS man dieses Buch einfach lesen. Wegen des Umfungs haben wir uns für die Hardcover-Version entschieden (gegen ein ebook).
Im Rahmen einiger (mehr ...

Wenn man die anderen Kingsbridge-Romane gelesen hat, MUSS man dieses Buch einfach lesen. Wegen des Umfungs haben wir uns für die Hardcover-Version entschieden (gegen ein ebook).
Im Rahmen einiger (mehr oder weniger) liebenswerter Bezugspersonen wird die beginnende Industrialiserung (Weben) sehr bildhaft dargestellt. Die soziale Schere in diesem Umfeld, Klassenunterschiede, die Macht der Kirche und der herrschenden Schicht erlebt der/die Leser:in in bildhaften und beeindruckenden Szenen. Auch der geschichtliche Hintergrund, in der Schule oft auf Jahreszahlen reduziert, wird eingeflochten.

Wie die anderen Bücher dieser Serie lässt sich auch dieses Buch nur sehr schwer aus der Hand legen. Dem entsprechend ist hat es ein schlechtes Zeit/Leistungsverhältnis

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Veröffentlicht am 20.11.2023

Zeitreise mit persönlichem Flair

Mord zur Teatime - Der goldene Samovar
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Shona, eine Bibliotkekarin aus Edinburgh, wird durch eine Zeitreise ins zaristische Russland versetzt. Sie hat eine Woche Zeit, um einen Auftrag zu erfüllen, der allerdings nicht sehr klar umrissen ist ...

Shona, eine Bibliotkekarin aus Edinburgh, wird durch eine Zeitreise ins zaristische Russland versetzt. Sie hat eine Woche Zeit, um einen Auftrag zu erfüllen, der allerdings nicht sehr klar umrissen ist – es werde offensichtlich sein, was ihre Mission sein würde. Die Auswirkungen der Reise durch die Zeit auf das Befinden von Shona wird deutlich beschrieben (gut!), sowie die Eindrücke der durch Zeit und Raum veränderten Kultur und des Sprachgebrauchs. Dadurch wird dem/der Leser:in der Charakter der Hauptperson von Anfang an sehr nahe gebracht. Nicht nur wegen der ungenauen Spezifikation erweist sich die Mission als nicht ganz so trival, wie es vorher den Anschein hatte. Es wird beim Leser die Neugier erweckt, was denn genau die Mission sei, und ob Shona sie erfüllen wird. Es ensteht ein Spannungsbogen, der am Ende natürlich aufgelöst wird.

Tipp- und Setzfehler:
a) S. 61-62 „… was v und im Palast so los ist.“
b) S. 153: „… \\ Landschaft blickte.“ (ein Zeilenumbruch \\ zuviel)

Veröffentlicht am 01.06.2026

Mord mit Hindernissen

Mord mit Schwips
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Im beschaulichen Schweinshütt im Bayerischen Wald geschieht Ungeheuerliches: ein Mord! Die Methode ist schon speziell: das Mordopfer – der Brennmeister Mark Walters – ist im Waldmeisterlikör ertrunken
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Der ...

Im beschaulichen Schweinshütt im Bayerischen Wald geschieht Ungeheuerliches: ein Mord! Die Methode ist schon speziell: das Mordopfer – der Brennmeister Mark Walters – ist im Waldmeisterlikör ertrunken
.
Der ermittelnde Kommissar wurde kürzlich von München in die Einöde strafversetzt. Damit nicht genug der persönlichen Stolpersteine: Die ehemalige Journalistin Romy hat sich von München nach ihrer gescheiterten Ehe (mit ebenjenem Kommissar!) in ihr Heimatdorf zurück gezogen. Es scheint so, als habe ausgerechnet sie das Mordopfer als letzte lebend gesehen. Weiterhin wird ihre Großtante als eine Verdächtige gehandhabt, so dass Romy sich persönlich hinein gezogen fühlt.

Die maßgeblichen Personen sind also sehr eng miteinander verbandelt, dieses Beziehungsgeflecht tritt während der Ermittlungen natürlich in den Vordergrund. Die Story bleibt spannend bis zum Schluss.
Interessantes Detail: Die Kapitel mit Rückblicken haben den entsprechenden Zeitraum in der Überschrift, alle anderen Überschriften tragen den Namen von Getränken, die man (vermutlich) in der Brennerei verkosten kann.

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