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Veröffentlicht am 08.08.2024

„Könnten wir vielleicht die Totenorgel… “

Die Oaknight-Chroniken (Bd. 1)
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Die Geschichte beginnt sehr geradlinig. Die Zwillinge Scarlett und Scott erfahren nach dem Verschwinden ihrer Eltern, dass diese Werwolfjäger waren und sie beide nunmehr diese Profession als Familientradition ...

Die Geschichte beginnt sehr geradlinig. Die Zwillinge Scarlett und Scott erfahren nach dem Verschwinden ihrer Eltern, dass diese Werwolfjäger waren und sie beide nunmehr diese Profession als Familientradition ererben. Und da die Eltern eben auf einer Mission verschwunden sind und zumindest Scarlett noch Hoffnung hat ihre Eltern wieder zu finden, machen sich die beiden unter der wohlwollenden Anleitung des Familienbutlers Hamish auf die Jagd.

Eigentlich ganz simpel. Doch dieser Auftakt zu einer hoffentlich umfangreicheren Serie, ist für mich bisher das absolute Highlight in der Literatur für junge und jung gebliebene Leser des bisherigen Jahres. Es hat sehr viele Assoziationen zu bieten. Das zum Ende hin immer düster wirkende Setting weckte in mir Erinnerungen an „Pakt der Wölfe“. Dazu trug unter anderem das stimmige Cover von Helge Vogt bei. Die Kampfbeschreibungen und auch die Ausrüstung der Zwillinge hatten etwas von „Van Helsing“; die bisweilen sehr sarkastischen Dialoge zwischen Butler Hamish und den Zwillingen hörten sich in meinem Kopf wie Gespräche zwischen Butler Sebastian und Ciel Phantomhive aus „Black Butler“ an. Und dann noch die gekonnte Zugabe uns bekannter Märchen und Legenden – sehr „Brother Grimm“ mäßig. Das war super, denn die Handlung des Buches hat nichts mit den Filmen zu tun, ist vollkommen anders und hat es doch geschafft so schöne Erinnerungen zu wecken.

Assoziationen einmal bei Seite gelassen muss auch hervorgehoben werden, dass alle Hauptcharaktere des Buches sehr gut ausgearbeitet sind und viel Potential für kommende Handlung bieten. Scarlett und Scott sind wie Yin und Yang, sehr gegensätzlich und einander ergänzend, in ihrer emotionalen Unbeholfenheit bisweilen aber auch wie gleiche Pole, die sich abstoßen. Hamish (mein Lieblingscharakter) ist immer wieder der Kitt zwischen den beiden und unterstützt sie in ihrer Entwicklung. Was ihn dabei so sympathisch macht, sind die Fehleinschätzungen, denen er unterliegt – er ist eben nicht perfekt.

Mit 480 Seiten ist das Buch doch recht umfangreich, aber gut strukturiert. Die Geschichte selbst ist problemlos nachvollziehbar und durch eine ganze Anzahl von kleinen, steuernden Twists immer wieder vielschichtig. Vieles ist anders als es den Anschein hat und wechselt mehrmals den Grundtenor des Ganzen.

Wie ich es bereits erwähnte, für mein Empfinden darf der Autor gerne noch ein paar mehr Abenteuer der Zwillinge zu Papier bringen. Mich würde es sehr freuen.

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Veröffentlicht am 20.01.2024

Zum Glück doch kein Peter Pan

Nordlicht 02
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Sonja ist in Jotundalen und ihr Onkel fühlt sich für ihr Verschwinden verantwortlich und reist ihr nach. Doch statt Sonja zu finden sitzt er nun selbst in der Falle.
Und Sonja? Sie muss ihr erstes Zusammentreffen ...

Sonja ist in Jotundalen und ihr Onkel fühlt sich für ihr Verschwinden verantwortlich und reist ihr nach. Doch statt Sonja zu finden sitzt er nun selbst in der Falle.
Und Sonja? Sie muss ihr erstes Zusammentreffen mit den Wikingern hinter sich bringen. Und diese sind nicht mehr allein, denn das Orakel mit seiner kleinen Gehilfin Lotta hat sich diesen zur Seite gestellt.

Ich finde das Comic ja ziemlich Mega! Nunmehr gefällt mir so ziemlich alles. Die wunderschönen Illustrationen nebst deren Farbgebung treffen meinen Geschmack zu 100%.
Und die Geschichte? Hatte ich im ersten Band doch einige Bedenken, dass die Geschichte zu „Peter Pan“ lastig werden könnte, wurde ich jetzt doch auch vom Inhalt der Geschichte überzeugt. Mit der Handlung um Sonjas Onkel und der Einführung von Lotta scheint sich die Geschichte doch in eine andere Richtung zu entwickeln.

Auch das Verhältnis von Text zu Bildern stimmt für mich, denn es sind nicht zu viele Textblasen innerhalb eines Feldes, so dass man die Sprechreihenfolge nicht falsch deuten kann. Damit denke ich, kommen auch Leser gut zurecht, die normalerweise Comics ganz gerne meiden, da sie diese meist irritierend verwirrend zu lesen finden.

Ich bin wirklich gespannt, ob und wann der nächste Band erscheint, da ich die Geschichte gerne weiter verfolgen würde.
Die Reihe bekommt eine absolute Leseempfehlung von mir

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Veröffentlicht am 10.12.2023

Eine Reise geht zu Ende

Das verbotene Kapitel
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Wem kannst Du vertrauen? Ist das was Du weist, wirklich das, was es ist?
Irene muss am Ende der Ereignisse alle losen Fäden zusammenknüpfen und auch die Hintergründe verschiedenster Ereignisse hinterfragen, ...

Wem kannst Du vertrauen? Ist das was Du weist, wirklich das, was es ist?
Irene muss am Ende der Ereignisse alle losen Fäden zusammenknüpfen und auch die Hintergründe verschiedenster Ereignisse hinterfragen, um sich, die Bibliothek und verschiedenste Welten vor dem Untergang zu bewahren.

Da damit nach acht wundervollen Romanen die Geschichte um Irene der Autorin nach erst einmal zu Ende erzählt ist, muss ich gestehen, dass ich alle Figuren des Romans auf die eine oder andere Weise doch ziemlich vermissen werden. Denn nicht nur Irene und Kai als etwas ungleiches Paar wussten mich zu überzeugen. Auch Vale und Catherine als äußerst eigenwillige Charaktere oder auch Lord Silver und Shan Yuan habe ich ins Herz geschlossen.

Es würde mich sehr freuen, wenn es eines Tages wieder neue Geschichten aus der Welt der Bibliothekare zu lesen gäbe. So ganz hat die Autorin dies ja nicht ausgeschlossen.

Wer die Reihe bis dato nicht kennt, dem kann ich sie nur bestens empfehlen. Sie verfügt über viele Faktoren, die ich immer wieder in der Literatur mag; sehr eigenwillige und gut differenziert ausgearbeitete Charaktere, Action und eine zum Teil etwas intransparente Handlung. Alle Bände stehen in Reih und Glied in meinem Bücherregal und ich gebe sie nie wieder her.

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Veröffentlicht am 30.09.2023

Die Seele ist eine Herzensangelegenheit

Die Cogheart-Abenteuer: Das ewige Herz
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Der Kinderroman nimmt einen mit ins England eines spätviktorianischen Zeitalters. Die Welt ist voller Maschinen einer Steampunk ähnlichen Zivilisation mit Zeppelinen, mechanischen Menschen und Cyborgs.
In ...

Der Kinderroman nimmt einen mit ins England eines spätviktorianischen Zeitalters. Die Welt ist voller Maschinen einer Steampunk ähnlichen Zivilisation mit Zeppelinen, mechanischen Menschen und Cyborgs.
In dieser Welt muss Lily nun damit zurecht kommen, dass ihr Vater, ein berühmter Erfinder im Bereich mechanischer Kreaturen verschwunden, angeblich sogar Tod ist. Doch Lily gibt die Hoffnung nicht auf und sucht gemeinsam mit Robert und Malkin nach ihrem Vater. Dabei müssen sich die drei mit ungeahnten Gefahren auseinandersetzen.

„Niemandem fällt es leicht, die Angst zu überwinden. Es braucht ein tapferes Herz, um große Schlachten zu Schlagen.“ (S. 82)

Neben der faszinierend spannenden und fantasiereichen Geschichte sind es Aussagen wie diese, die dem Buch Tiefe und eine den Leser berührende Emotionalität vermitteln und es somit zu einem Lesevergnügen auch für andere Altersgruppen werden lassen.
Für Erwachsene ist die Story vielleicht ein wenig vorhersehbar und geradlinig, Kinder hingegen werden bestimmt viel Freude daran haben, der rasanten Erzählung zu folgen.

Wie in vielen Kinderbüchern geht es um Themen wie Freundschaft, Mut und Vertrauen. Aber es wird auch sehr tiefgehend hinterfragt, ob Leben (das der Mechaner), nur weil es anders ist als das menschliche Leben, kein gleichwertiges Leben ist? Mechaner können sprechen, denken und anscheinend auch empfinden. Im Umgang mit Lily zeigen sie zudem, dass sie mehr Herzenswärme und Mitgefühl haben, als so mancher Mensch.
Meiner Meinung nach regt das Buch dahingehend sehr zum Nachdenken an.

Schon allein deswegen erhält das Buch eine Leseempfehlung von mir. Auch wenn ich nicht wirklich sehe, dass 9jährige mit dem 351 Seiten umfassenden Werk schon gut zurecht kommen werden. Dafür halte ich es noch ein wenig zu umfangreich und vor allem anspruchsvoll.

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Veröffentlicht am 25.09.2023

Absolut viel versprechend

Magic Agents - In Dublin sind die Feen los!
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Der super gelungene Buchreihenauftakt von Anja Wagner macht uns mit Elia bekannt, die gerade ihre Magentenprüfung absolviert hat. Und schon muss sie ihren ersten Auftrag innerhalb der „Spezialeinheit junger ...

Der super gelungene Buchreihenauftakt von Anja Wagner macht uns mit Elia bekannt, die gerade ihre Magentenprüfung absolviert hat. Und schon muss sie ihren ersten Auftrag innerhalb der „Spezialeinheit junger Agenten für Magisches“ annehmen, denn „In Dublin sind die Feen los!“. Selbstverständlich gilt es eine Menge von Vorschriften zu beachten, denn alle Normalos, also Du und ich, dürfen Nichts davon mitbekommen. Doch das ist schwerer als Gedacht, vor allem wenn man einen Muffel als magischen Begleiter bekommt. Denn bei einem Muffel ist der Name Programm – sowohl im Hinblick auf seinen Charakter, als auch seinen Geruch.

Die Geschichte ist spannend und lustig zugleich erzählt, für Kinder am Ende des Grundschulalters genau richtig. Die einzelnen Seiten vor jedem Kapitel mit Auszügen aus diversen Verhaltensvorschriften der Spezialeinheit sowie entsprechenden Lehrwerken und Sammlungen war erfrischend unterhaltend. Der Stil hat mich jedoch sehr an Wade Albert White’s „Saint Lupin’s Academy“ erinnert.
Aber letztendlich ist alles stimmig. Das Buch ist solide gebunden und durch sein Hardcover auch belastbar, so dass es auf jeden Fall seinen Weg in Schulbibliotheken finden sollte.

Und es hat mir so gut gefallen, dass ich im Oktober auf jeden Fall wissen möchte wie es weiter geht, denn dann lautet das Motto „In Prag drehen die Geister durch!“

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