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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2017

Wieder einmal unschlagbar gut!

Mausetot im Mausoleum
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Loretta hat privat diesmal einiges zu verarbeiten. Zunächst einmal trennen sich Pascal und sie, nur Kater Baghira bleibt bei ihr. Und dann tauchen auch noch ständig einzelne Blumen hinter ihrem Scheibenwischer ...

Loretta hat privat diesmal einiges zu verarbeiten. Zunächst einmal trennen sich Pascal und sie, nur Kater Baghira bleibt bei ihr. Und dann tauchen auch noch ständig einzelne Blumen hinter ihrem Scheibenwischer auf, die eine Bedeutung haben.  Denn der Stalker läßt ihr noch den Begleitzettel "Die Sprache der Blumen" zukommen. Wie gut, daß sie durch ihre Freunde das Hobby der Fotografie für sich als Ablenkung entdeckt hat. Dadurch lernt sie auch einen Mann kennen, der das gleiche Hobby hat.  Als sie sich in einem Mausoleum verabreden, um dort interessante Fotos zu machen, macht Loretta eine schreckliche Entdeckung: der Mann wurde ermordet. Und die Unglücksfälle um sie herum reißen nicht ab. Steckt etwa der Stalker hinter den Anschlägen?


Ich weiß nicht, wie Lotte Minck das macht. Andere Serien werden mit der Zeit langweilig, ja, sie laufen sich tot. Aber hier: Nichts davon. Jeder Band übertrumpft seinen Vorgänger. Die Ideen für eine spannende Handlung gehen hier wohl nie aus.... Und das ist gut! Denn Loretta und ihre Freunde sind mittlerweile mein persönliches Lesehighlight geworden, auf das ich mich jedesmal aufs neue freue. Es ist so schön wieder mit ihnen Zeit verbringen zu dürfen und zu verfolgen, wie sie sich privat weiter entwickeln und formen. Allerdings ist es kein Muß, die vorherigen Bände zu kennen. Das, was man zum Verständnis wissen muß, wird stets kurz erläutert. Lotte Minck hat einen Schreibstil, bei dem man merkt, daß ihr die Schreiberei Spaß macht. Dieser Spaß überträgt sich von ganz alleine beim Lesen auf den Leser! Ihre Art von Humor ist einfach toll, nicht überzogen, sondern goldrichtig. Übrigens genau wie ihre Art, den Ruhrgebietsdialekt mit einfließen zu lassen. Nicht zu viel und für alle verständlich. Und  vor allem: nicht auf die billige Masche. Das ist schon sehr gekonnt! Bei all dem wird aber auch die Spannung nicht vernachlässig. Man ist ja schon immer selbst gespannt, welche Blume als nächstes kommt und wer denn nun dahinter steckt. 


Auch dieses Buch um Loretta kann ich wieder wärmsten empfehlen!

Veröffentlicht am 30.09.2017

Unsympathisch

Durch alle Zeiten
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Elisabeth lebt als junge Frau aus einfachen Verhältnissen in den österreichischen Alpen. Sie verliebt sich in Niklas, der ihre Gefühle erwidert, sie jedoch auf Druck seiner Familie aufgibt. Elisabeth geht ...

Elisabeth lebt als junge Frau aus einfachen Verhältnissen in den österreichischen Alpen. Sie verliebt sich in Niklas, der ihre Gefühle erwidert, sie jedoch auf Druck seiner Familie aufgibt. Elisabeth geht nach England, verdient ihren Unterhalt als Kindermädchen. Aufgrund der Krankheit ihrer Mutter kehrt sie zurück nach Hause, sie ahnt nicht, daß sie schwanger ist. Sie heiratet Martin und behauptet, es wäre sein Kind. Von nun an lügt sie sich durch ihr Leben. 

Auch wenn das Leben für Elisabeth mit Sicherheit nicht leicht war, habe ich für ihre Handlungen kein Verständnis. Sie verrät und betrügt die Menschen, die sie gern haben um des eigenen Vorteiles willen. Und dabei nimmt sie auf nichts und niemanden Rücksicht. Da kam bei mir alles andere als Mitgefühl oder gar Sympathie auf.... Ich habe mich richtig gefreut, wenn sie endlich mal selbst Opfer war. Ich frage mich wirklich, wer diese Frau toll fand. Denn sie hat ja laut Buch tatsächlich gelebt. Da gäbe es genug Menschen, die es eher verdient hätten in einem Buch verewigt zu werden! 

Die einzig positiven Punkte erringt dies Buch durch den angenehmen Schreibstil, der es wenigstens möglich macht, diese Geschichte schnell hinter sich zu lassen.

Veröffentlicht am 28.09.2017

Genial

Ein Gentleman in Moskau
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Moskau, 1922. Graf Rostov wird aufgrund politischer Geschehnisse verhaftet und zu lebenslangem Hausarrest in seinem Wohnort, dem berühmten Hotel Metropole verurteilt. Jedoch darf er seine Suite nicht weiter ...

Moskau, 1922. Graf Rostov wird aufgrund politischer Geschehnisse verhaftet und zu lebenslangem Hausarrest in seinem Wohnort, dem berühmten Hotel Metropole verurteilt. Jedoch darf er seine Suite nicht weiter bewohnen, sondern er muß in ein Bedienstetenzimmer ziehen. Dafür muß er sich von liebgewonnenen Dingen trennen und sich an weniger Raum gewöhnen. Doch er wäre nicht er selbst, wenn er jetzt resignieren würde... 

Ein wirklich grandioses Buch vor der Kulisse des alten Russlands. Neben der interessanten Geschichte rund um den Grafen erfährt man als Leser hier eine Menge um die Geschichte Russlands und bekommt ein Bild davon, wie es damals zuging. Der Graf selbst genießt hier bei mir viel Sympathie. Er könnte sich aufgeben oder haßerfüllt durchs Leben gehen - stattdessen findet er sich mit seiner Situation ab und genießt das Leben trotzdem. Dies ist hervorragend beschrieben! Überhaupt ist der Schreibstil trotz des schweren Themas leicht zu lesen und die Handlung dadurch gut zu verstehen.

Veröffentlicht am 26.09.2017

Sehr gut

Du sollst nicht leben (Ein Marina-Esposito-Thriller 6)
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Ein an einen Stuhl gefesselter Mann muß eine schreckliche Entdeckung machen: seine Frau und sein Baby befinden sich auch in dem Raum, sind ebenfalls zusammen an einen Stuhl gefesselt. Und der Mörder stellt ...

Ein an einen Stuhl gefesselter Mann muß eine schreckliche Entdeckung machen: seine Frau und sein Baby befinden sich auch in dem Raum, sind ebenfalls zusammen an einen Stuhl gefesselt. Und der Mörder stellt ihn vor den Augen seiner Frau vor die Wahl: entweder trifft die Armbrust ihn - oder seine Frau und das Baby. Die Entscheidung muß er selbst fällen. Er soll Buße tun für einen von ihm verschuldeten Unfall, bei dem zwei Menschen starben. 

Dieser Krimi hat mich von Beginn an gepackt. Denn schon der Beginn ist für mich unvorstellbar brutal. Diese Entscheidung möchte wohl niemand treffen müssen. Die Spannung wird hier sehr gut aufrecht gehalten und ist psychologisch dicht und greifbar. Auch der Schreibstil ist unheimlich angenehm und lebendig. 

Ein Krimi, den man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte!

Veröffentlicht am 25.09.2017

Beeindruckend

Was man von hier aus sehen kann
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Selma lebt in einem kleinen Dorf im Westerwald. Und sie hat eine ganz besondere Gabe. Jedesmal wenn sie von einem Okapi träumt, stirbt innerhalb von 24 Stunden jemand aus dem Dorf. Es kann jeden treffen ...

Selma lebt in einem kleinen Dorf im Westerwald. Und sie hat eine ganz besondere Gabe. Jedesmal wenn sie von einem Okapi träumt, stirbt innerhalb von 24 Stunden jemand aus dem Dorf. Es kann jeden treffen und die Dorfbewohner bitten um Vergebung für ihre Sünden, schreiben Briefe und benehmen sich auffällig anders. Bis es einen von ihnen erwischt hat. Danach geht das Leben seinen gewohnten Gang. Doch träumt Selma wieder von einem Okapi, beginnt alles wieder von vorn...... 

Das ist ein ganz besonderes Buch! Schon allein die Machart, sprich die Sprache und die Erzählweise, sind außergewöhnlich und man muß sich erst einmal daran gewöhnen. Aber wenn man ein Gefühl dafür bekommen hat, findet man ein erstklassiges Buch vor. Die Charaktere sind genial beschrieben. Dorfbewohner mit Ecken und Kanten, jeder für sich ein ganz besonderer Charakter. Versunken bin ich in den dort beschriebenen Aberglauben des Westerwaldes. Da meine Urgroßmutter auch aus dem tiefsten Westerwald stammte, kursieren in meiner Familie auch noch solch Spökenkiekergeschichten. Einiges aus dem Buch kam mir sehr bekannt vor.