Ein Abschluss, der Fragen offenlässt
Powerless - Der ThronIch hatte wirklich gehofft, dass der finale Band der Powerless-Trilogie den Sog der Vorgänger wieder aufnehmen würde – aber leider konnte mich „Der Thron“ nur bedingt mitreißen. Während der Auftaktband ...
Ich hatte wirklich gehofft, dass der finale Band der Powerless-Trilogie den Sog der Vorgänger wieder aufnehmen würde – aber leider konnte mich „Der Thron“ nur bedingt mitreißen. Während der Auftaktband mich mit seiner Spannung und Figurenkonstellation regelrecht in die Seiten gezogen hat, fühlte sich dieser Abschluss über weite Strecken zäh und unausgereift an.
Die Geschichte setzt nahtlos an die vorherigen Ereignisse an: Paedyn steht vor neuen Prüfungen, der Hof beobachtet sie argwöhnisch, und ihre Beziehung zu Kitt wird erneut auf die Probe gestellt. Doch obwohl die Grundidee viel Potenzial hatte, verlief sich die Handlung oft in Wiederholungen und oberflächlichen Konflikten. Viele Szenen wirkten fast wie ein Déjà-vu – als hätte man sie in ähnlicher Form bereits mehrfach gelesen.
Zwischendurch blitzen spannende Momente auf: kleine Einblicke in die Vergangenheit des verstorbenen Königs oder einzelne emotionale Szenen mit Kai und Pae, die mich an den Zauber der ersten beiden Bände erinnerten. Besonders Pae konnte wieder Sympathiepunkte sammeln – still, loyal, irgendwie das Herz der Geschichte. Umso enttäuschender war es, dass einige Figurenkonstellationen kaum weiterentwickelt wurden oder emotional auf der Stelle traten.
Auch stilistisch kam ich diesmal weniger gut durch die Seiten. Es gab Abschnitte, in denen ich den roten Faden vermisst habe, und einige Dialoge wirkten auf mich abrupt oder künstlich zusammengekürzt. Ob es an der Originalsprache oder der Übersetzung liegt, lässt sich schwer sagen – aber an manchen Stellen blieb der Text seltsam distanziert.
Am Ende bleiben einige Fragen offen, während andere Konflikte viel zu schnell abgehandelt werden. Das mag eine bewusste Entscheidung gewesen sein, um Interpretationsraum zu lassen – für mich fühlte es sich jedoch eher unvollständig an.
Was bleibt, ist ein Abschluss, der zwar wichtige Plotpunkte aufgreift, aber leider nicht mehr die Tiefe oder Emotionalität erreicht, die ich mir für das Finale einer so vielversprechenden Reihe gewünscht hätte. Für alle, die Paedyns Reise begleitet haben, ist „Der Thron“ natürlich ein notwendiger letzter Schritt – aber es ist schade, dass der Weg dorthin sich so schwerfällig anfühlt.