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Veröffentlicht am 15.09.2016

Buch, Bücher und noch mehr Bücher

Die Seiten der Welt
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Buch, Bücher und noch mehr Bücher

Inhalt:
Fünf Familien waren ursprünglich Mitglieder der Adamitischen Akademie. Doch die Rosenkreutz wurden ausgeschlossen und werden seitdem verfolgt. So leben sie heimlich ...

Buch, Bücher und noch mehr Bücher

Inhalt:

Fünf Familien waren ursprünglich Mitglieder der Adamitischen Akademie. Doch die Rosenkreutz wurden ausgeschlossen und werden seitdem verfolgt. So leben sie heimlich und zurückgezogen unter dem Namen Faerfax in England. Hier wachen sie über eine riesige Bibliothek. Die 15-jährige Furia hat das bibliomantische Talent ihres Vaters geerbt und hilft ihm, den Fehler eines Vorfahren auszubügeln, indem sie „Leere Bücher“ auf der ganzen Welt suchen und zerstören, denn diese Leeren Bücher sind gefährlich …


Aufmachung:
Mit dem Golddruck auf dem Schutzumschlag und auch auf dem inneren Cover ist das Buch schon rein äußerlich ein Schmuckstück. Toll fand ich auch, dass ein wunderschönes Libropolis-Lesezeichen beiliegt, da dieses Lesezeichen auch in der Geschichte eine Rolle spielt.

Meine Meinung:
Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch, vielleicht zu große. Eine Welt, in der sich alles nur Bücher dreht, ist für mich an sich schon magisch. Doch wurde hier zwar viel über Magie geschrieben, es fühlte sich für mich aber gar nicht so magisch an, wie ich erwartet hatte. Durch seitenweise Erklärungen und Beschreibungen dieser Welt gab es doch einige etwas langatmige Stellen. Doch sind sie notwendig, denn die Welt, die Kai Meyer sich hier ausgedacht hat, ist sehr komplex und fantasievoll. Alles dreht sich um Bücher, Bücher und Bücher. Bibliomanten können mit Hilfe von Büchern Magie wirken. Exlibris werden gejagt, und Lesezeichen wachsen auf Bäumen. Furia Faerfax ist auf der Suche nach ihrem Seelenbuch, dem einen Buch auf der ganzen Welt, das zu ihr gehört und ihre magischen Kräfte voll entwickeln kann. Auf der Flucht vor den Agenten kommt Furia nach Libropolis, der Stadt der Bücher, deren Vorbild das real existierende walisische Dorf Hay-on-Wye ist. Hier findet das Mädchen neue Verbündete, doch kann sie nie ganz sicher sein, wem sie trauen kann und wem nicht. Dabei lernt sie immer mehr über ihre eigenen Fähigkeiten und über die Welt, in der sie lebt.

Furia ist zwar eine interessante Protagonistin, die sich nicht einfach in eine Schublade stecken lässt. Aber leider blieb sie für meinen Geschmack etwas zu blass. Ich hatte bis zum Schluss kein konkretes Bild von ihr und konnte mich nicht mit ihr identifizieren. Manche ihrer Handlungsweisen konnte ich nicht nachvollziehen. Ihre Sympathien wechselt sie zum Teil so locker wie andere das Hemd. Da konnte ich mich in ihren kleinen Bruder Pip schon besser hineinversetzen. Schade, dass seine Auftritte eher kurz waren.

Insgesamt ist es aber schon ein tolles Buch, das ich gerne gelesen habe und das mir einige Stunden Lesevergnügen beschert hat.

Die Reihe:
1. Die Seiten der Welt
2. Die Seiten der Welt – Nachtland
3. Die Seiten der Welt - Blutbuch

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Nett zu lesen, aber etwas mehr Tiefe hätte nicht geschadet

Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb
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Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 3 (12. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596854264
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

Nett zu lesen, aber etwas mehr ...

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 3 (12. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596854264
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

Nett zu lesen, aber etwas mehr Tiefe hätte nicht geschadet

Inhalt:
Juli ist 16 Jahre alt. Materiell fehlt es ihr an nichts. Doch ihre Eltern streiten sich nur, Juli findet sich nicht hübsch, und beliebt ist sie auch nicht gerade. Zum Glück gibt es da noch ihre beste Freundin Whoopi. Und dann lernt Juli eines Tages den wunderschönen Anjano kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Die meisten anderen Menschen scheinen Anjano gar nicht wahrzunehmen. Und jedes Mal, wenn Juli jemandem von ihm erzählen will, kommt etwas dazwischen. Als hätte das Universum etwas dagegen …


Meine Meinung:
Das Buch ist wirklich nett zu lesen, der Schreibstil ist locker und flott, wie man es von einem Jugendbuch erwartet. Dazu kommen witzige Dialoge und Szenen, sympathische Protagonisten und eine besondere Story (wenn man mal von „Mädchen, das sich hässlich findet, verliebt sich in gut aussehenden Jungen“ absieht). Allerdings finde ich, dass die Geschichte ruhig etwas tiefgründiger hätte sein dürfen. Ich habe noch so viele Fragen zu Juli und ihren Eltern, auch zu Anjano, der die ganze Zeit doch ziemlich geheimnisvoll bleibt. Die Handlung verläuft ziemlich einfach und schnell, das hätte man sicher noch etwas ausbauen können.

Einerseits fand ich es gut, dass so viel Kritik an unserer Gesellschaft geübt wird, andererseits hätte man dafür nicht gleich eine ganze Zaunpfahlfabrik einsetzen müssen. Etwas subtiler wäre besser gewesen und hätte sicher den ein oder anderen Leser mehr zum Nachdenken angeregt.

Die Bedeutung von echter Freundschaft wird gut herausgearbeitet. Das hat mir sehr gut gefallen.

Gut fand ich auch, dass das Buch nach etwas Drama doch sehr hoffnungsvoll endet.

Fazit:
Auch wenn mich der Roman nicht gerade vom Hocker gerissen hat, so hat das Lesen doch sehr viel Spaß gemacht und ich kann guten Gewissens eine Leseempfehlung aussprechen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Kinderbuch-Klassiker

Die rote Zora und ihre Bande
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Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch; Auflage: 1 (25. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3733500917
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren

Ein Kinderbuch-Klassiker

Inhalt:
Die ...

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch; Auflage: 1 (25. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3733500917
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren

Ein Kinderbuch-Klassiker

Inhalt:

Die Geschichte spielt vor ein paar Jahrzehnten in Dalmatien in der kleinen Stadt Senj. Der Junge Branko hat gerade seine Mutter verloren, der Vater reist als Geiger durch die Welt und keiner kümmert sich mehr um ihn. Er hat kein Dach über dem Kopf und leidet Hunger. Als er auf dem Markt einen herunter gefallenen Fisch nehmen will, steckt man ihn ins Gefängnis. Doch schon bald wird er von einem Mädchen wieder befreit. Es ist die rothaarige Zora, die ihn daraufhin in ihre Bande von Waisenkindern aufnimmt. Gemeinsam kämpfen sich die fünf Kinder durchs Leben. Von den meisten Erwachsenen werden sie verfolgt, nur wenige unterstützen sie. Einer davon ist der alte Fischer Gorian, und als ihm die Fischereigesellschaft Schwierigkeiten macht, sind die Kinder an seiner Seite und unterstützen ihn im Kampf um seine Rechte als freier Fischer.


Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich in meiner Kindheit gelesen, und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich mich damit gequält habe. Ich fand es ziemlich langweilig. Woran das lag, wusste ich allerdings nicht mehr. Nachdem ich entdeckt habe, dass der Fischer-Verlag eine neue Ausgabe herausbringt, fasste ich spontan den Entschluss, diesem Klassiker noch einmal eine Chance zu geben. Und darüber bin ich nun ganz froh. Denn es ist wirklich eine tolle Geschichte.

Allerdings habe ich auch diesmal eine Zeit lang gebraucht, um mich mit dem Buch anzufreunden. Für 400 Seiten enthält es recht wenig Handlung, die ein bisschen zu ausufernd erzählt wird. Doch es gibt auch wirklich spannende Szenen und witzige Dialoge. Es geht um Armut und Reichtum, um Freundschaft und Loyalität, um Liebe und Eifersucht, um Gerechtigkeit und soziales Verhalten – wichtige Themen, die ein Kinderbuch wertvoll machen.

Die Protagonisten, allen voran Branko und die rote Zora als Bandenführerin, werden sehr vielschichtig dargestellt. Sie wirken sehr authentisch und lebensecht. Es wird genau vermittelt, warum sie ihre ganzen Untaten und Streiche verüben. Das passiert nicht aus Jux und Tollerei, sondern im Kampf ums nackte Überleben bzw. um für Gerechtigkeit zu sorgen.

Fazit:
Der Roman ist schon fast 50 Jahre alt, aber in manchen Teilen der Welt leider immer noch aktuell. Es werden wichtige Werte vermittelt. Deshalb empfehle ich das Buch gerne weiter. Da es aber doch ein dickes Buch ist und die Handlung nicht besonders rasch vorankommt, sollte das Kind schon leseerfahren sein.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein bewegtes Leben

Ich bin ich
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Taschenbuch: 122 Seiten
Verlag: Verlag 3.0 Zsolt Majsai (5. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3956671746

Ein bewegtes Leben

Inhalt:
Michaela wird in den 1980er Jahren als Michael geboren. Er wächst ...

Taschenbuch: 122 Seiten
Verlag: Verlag 3.0 Zsolt Majsai (5. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3956671746

Ein bewegtes Leben

Inhalt:

Michaela wird in den 1980er Jahren als Michael geboren. Er wächst in einer relativ liebevollen Pflegefamilie auf, bis er für schwul gehalten wird. In der Psychiatrie soll er davon geheilt werden. Danach lebt er im Jugendheim in Osnabrück. Es wird immer klarer, dass Michael nicht schwul ist, sondern Michaela transsexuell, also eine Frau in einem männlichen Körper. Michaels Leidenschaft war das Ballett, aber männliche Rollen will Michaela nicht mehr tanzen, weibliche bekommt sie nicht. So landet sie schließlich beim Travestie-Cabaret, hat verschiedene Engagements und andere Jobs, verdient gut und genießt Ansehen. Doch es gibt immer wieder Rückschläge, Krankheiten, häufig wechselnde Partnerschaften, Verbrechen. Michaela lässt sich nicht unterkriegen. Mit einem erstaunlichen Optimismus meistert sie ihr nicht ganz gewöhnliches Leben.


Meine Meinung:
Mit einer bewundernswerten Offenheit lässt Micha Ela uns an ihrem bewegten und bewegenden Lebensweg teilhaben. Dieses Buch ist nicht wirklich eine Autobiografie – dafür ist die Erzählung zu fragmentarisch und auch nicht immer zeitlich genau eingeordnet. Doch das spielt ja keine Rolle. Der Inhalt zählt, und der lässt sich leicht und locker lesen und hat mein Interesse für diese bemerkenswerte Frau geweckt. Micha Elas Weg ist nicht der einer typischen Transfrau, denn die gibt es gar nicht. So wie jeder Cis-Mensch etwas Besonderes ist, ist es auch jeder Transmensch.

Geh deinen ganz eigenen Weg und glaube an dich – du wirst es schaffen! (S. 12)

Micha Ela arrangiert sich mit allen Widrigkeiten ihres Lebens und geht gestärkt daraus hervor. Von ihrem Lebensmut könnte man sich eine Scheibe abschneiden! Sie jammert nicht rum, sondern erzählt einfach, was Sache ist. Das macht es für den Leser so angenehm, sich mit einem schwierigen (Tabu-) Thema zu befassen.

Und jetzt gab es plötzlich nur noch einen Hungerlohn. Ich musste mich vollständig umstellen, aber positives Denken war glücklicherweise immer schon meine Stärke gewesen und hatte mir bei all meinen Problemen, und davon gab es zeit meines Lebens immer genug, geholfen. (S.86)

Ab S. 113 gibt es Anmerkungen zu den wenigen im Text durch kleine, hochgestellte Zahlen markierten Stellen. Da diese Anmerkungen aber längere Abschnitte sind, unterbrechen sie den Lesefluss ein wenig.

Im Übrigen hätte ich es schön gefunden, wenn die Erzählung ein kleines bisschen emotionaler gewesen wäre. Zuweilen wirkt es doch etwas lapidar.

Alles in Allem ist es aber ein ganz wunderbares Buch, das ich gerne gelesen habe, das mich zum Nachdenken und auch mal zum Schmunzeln gebracht hat und vor allem dazu, diese starke Frau einfach zu bewundern.

Fazit:
Ein interessantes Leben, locker beschrieben, leicht zu lesen. Für alle, die sich für andere Menschen interessieren, sehr zu empfehlen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Solider Kriminalroman mit Thrillerelementen und österreichischem Charme

Nie wieder sollst du lügen
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Taschenbuch: 344 Seiten
Verlag: Haymon Verlag (8. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3709978481
Preis: 9,95€
auch als E-Book erhältlich



Solider Kriminalroman mit Thrillerelementen und österreichischem ...

Taschenbuch: 344 Seiten
Verlag: Haymon Verlag (8. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3709978481
Preis: 9,95€
auch als E-Book erhältlich



Solider Kriminalroman mit Thrillerelementen und österreichischem Charme

Inhalt:
Eine vierköpfige junge Familie rast ungebremst mit dem Auto in eine Baumgruppe, das Auto geht in Flammen auf. Alles spricht für einen erweiterten Selbstmord des Vaters Fritz Hirmer. Gruppeninspektorin Carla Bukowski hat an der Unfallstelle mit ihrem privaten Trauma zu kämpfen und dreht durch. Major Nowak zwingt sie zum Urlaub, den sie bei ihrer guten Freundin Kim verbringt. Als sich dort ein ähnlicher Unfall ereignet, wittert Bukowski ein Verbrechen in den beiden Fällen. Doch das wird von ihrem Chef als Humbug abgetan. Bukowski ermittelt auf eigene Faust und stößt bald auf ein Gespinst von Lügen.


Meine Meinung:
Carla Bukowski ist eine ganz besondere Frau, allerdings nicht besonders einfach. Sie hat schon viel durchgemacht und wird immer wieder von Albträumen geplagt. Sie ernährt sich von Kaffee und Zigaretten und versprüht Zynismus, wo es nur geht. Mit ihrem Starrsinn macht sie ihrem Chef und auch ihrer Freundin das Leben schwer, aber wenn sie ein Verbrechen vermutet, kann sie einfach nicht stillhalten. Dann greift sie durchaus auch zu sehr unkonventionellen Mitteln. Mir war diese Protagonistin ein klein wenig zu abgedreht.

Der Kriminalfall ist schön komplex, und Lena Avanzini versteht es, den Leser immer wieder auf falsche Fährten zu locken. Es dauert eine gute Weile, bis man die Zusammenhänge erkennt, bis man die wichtigen von den unwichtigen Details trennen kann.

Die Spannung wird ganz allmählich aufgebaut. Je weiter man liest, desto mehr Abgründe tun sich auf, und damit steigt auch die Spannung, bis sie sich gegen Ende in einem Showdown entlädt.

Lena Avanzinis Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen. Er ist lebhaft und flott, durchzogen von Metaphern, die die Beschreibungen unterstützen. In diesem Genre findet man leider selten eine so schöne Sprache wie in diesem Buch. Dabei beweist die Autorin immer wieder Humor, was den Roman schön auflockert.

„Nie wieder sollst du lügen“ ist der Auftakt einer Reihe um die Ermittlerin Carla Bukowski. Ich bin schon auf weitere Fälle gespannt.

Fazit:
Mir hat dieses Buch mit seinem außergewöhnlich schönen Schreibstil und einem komplexen Kriminalfall einige spannende Lesestunden beschert. Die Ermittlerin Carla Bukowski ist zwar sehr gewöhnungsbedürftig, wurde aber tiefgründig angelegt, sodass man sich gut in sie einfühlen kann.

★★★★☆

Ich danke der Autorin Lena Avanzini, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat, ganz herzlich.