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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2025

viel zu chaotisch

Daughter of Chaos - Die Lüge der Götter
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Ich habe das Buch nach 199 Seiten abgebrochen.

Danae ist ein wildes Mädchen, das nicht nur Kämpfen bei ihrem Vater gelernt hat, sondern auch lieber wild durch die Wellen schwimmt. Doch das ist nicht das, ...

Ich habe das Buch nach 199 Seiten abgebrochen.

Danae ist ein wildes Mädchen, das nicht nur Kämpfen bei ihrem Vater gelernt hat, sondern auch lieber wild durch die Wellen schwimmt. Doch das ist nicht das, was von einer Frau auf ihrer Insel erwartet wird. Ihre Schwester ist dagegen die perfekte Frau, und sie wird bald einen wohlhabenden Händerlssohn heiraten, obwohl sie nur eine arme Fischerstochter ist.
Doch bei dem Fest zu Ehren der Demeter geht alles schief und Danaes Schwester verschwindet. Als sie Tage später zu Füßen der Demter-Statue wieder auftaucht, glauben alle zunächst an ein göttliches Zeichen. Nur Danae erinnert sich an den Schatten mit den roten Augen.

Dieses Buch ist anstrengend. Zunächst gibt es eine sehr lange Vorlaufzeit, bis überhaupt irgendwas aus dem Klappentext geschieht. Nicht mal die Prophezeiung wurde bis Seite 199 erwähnt, geschweige denn, dass sich irgendwelche mysteriösen Kräfte zeigen. Nachdem es also dann zur Flucht von der Insel kommt, stolpert Danae von einer Katastrophe zur nächsten und entkommt immer nur ganz knapp und durch Zufall. Als dann die ersten neo-Pronomen aufgetaucht sind, habe ich das Buch beiseite gelegt.

Daughter of Chaos habe ich in einer Leserunde gelesen und ich war die erste, die aufgegeben hat, aber nicht die letzte. Die Meinungen meiner Mitleser decken sich in etwa mit meinem ersten Eindruck. Anscheinend dauert es noch eine ganze Weile länger, bis Herakles überhaupt auftaucht und die permanente Flucht findet kein Ende.
Dabei war der Prolog interessant und ich wollte direkt weiterlesen. Es sollte eben nicht sein.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

ich weiß nicht, warum ich das Buch bekommen habe

Air
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„Das Leben war voller Sorgen, aber auch nicht wirklich.“ (Erster Satz)

Ich habe dieses Buch ohne Absender, Notiz oder Widmung zugeschickt bekommen und weiß nicht warum. Nichts an diesem Buch spricht mich ...

„Das Leben war voller Sorgen, aber auch nicht wirklich.“ (Erster Satz)

Ich habe dieses Buch ohne Absender, Notiz oder Widmung zugeschickt bekommen und weiß nicht warum. Nichts an diesem Buch spricht mich an: dem Cover hätte ich in freier Wildbahn nicht mal einen Blick gegönnt, dementsprechend hätte ich es nicht in die Hand genommen, um den Klappentext zu lesen. Der ist im übrigen ziemlich nichts sagend und ebenso wenig ansprechend.

Anhand meines Blogs sollte leicht ersichtlich sein, welche Literatur ich bevorzuge. Dennoch hat mir irgendjemand dieses Buch geschickt. Also habe ich begonnen Air zu lesen, um den Grund dafür herauszufinden.

Der erste Satz hat die Stimmung für das Buch schon gesetzt, und so ging es fleißig weiter. Der Autor verliert sich in Details und Beschreibungen, die keinen wirklichen Sinn ergeben. Vielleicht wurde er ja nach Wörtern bezahlt.
Es gibt zwei Protagonisten: Paul, ein Inneneinrichter, der zurückgezogen auf den Orkney-Inseln lebt; Ildr, eine alte weise Frau im Körper eines neunjähriges Mädchen mit Muskeln aus Stahl.
Paul lebt anscheinend in der modernen Welt, denn er kommuniziert via Mail und genießt den Luxus von Arbeitsorten auf der ganzen Welt.
Ildr dagegen ist ein neunjähriges Mädchen, deren Mutter vor einem Jahr am Gelben Fieber gestorben ist, und die im Wald mit Pfeil und Bogen Wild jagen geht. Sie „spannte die Sehne zwischen Zeige- und Mittelfinger, hob die rechte Hand zum Auge und wartete.
Stundenlang konnte sie so ausharren, […]“ (S. 22) Niemand kann eine Sehne stundenlang gespannt halten, am allerwenigsten ein kleines Mädchen. Aber vielleicht nehme ich das auch zu genau.
Während Paul also Brot kauft und sich auf den Weg nach Norwegen zu einem lukrativen Job macht, trifft Ildr einen Mann, mit ihrem Pfeil, und anstatt in Panik zu verfallen, baut sie eine Trage und zieht ihn durch den Wald in ihr Haus. Dort versorgt sie ihn, wie eine weise Heilerin, und trägt ihn mehr, als das er selber läuft, wie ein starker Mann. Was ist das für ein Mädchen?

Nach 70 Seiten habe ich aufgegeben. Immerhin 30%! Der Schreibstil ist sehr bildhaft, fast schon ausufernd in den Beschreibungen, und so nichts sagend. Die Gespräche zwischen Ildr und dem Mann erfolgen in Stichpunkten, statt in wörtlicher Rede. Es gibt Gedankensprünge und Themenwechsel, die so abrupt sind, daß ich zwei mal nachlesen mußte, ob ich einen Satz übersprungen habe. Der Grund, mir dieses Buch zu schicken, erschließt sich mir nicht. Ich bin irritiert. Vom Inhalt des Buches und den Umständen, wie es mich erreicht hat. Danke für nichts!

Veröffentlicht am 26.07.2024

wo ist die wilde Jagd?

Die Chroniken von Mytlaghyr
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Bis Seite 160 habe ich auf die wilde Jagd gewartet, und dann aufgegeben. Vergebens habe ich die Spannung gesucht, die mir am Anfang versprochen wurde. Ein geheimnisvoller Fremder, der aus den Wäldern heraus ...

Bis Seite 160 habe ich auf die wilde Jagd gewartet, und dann aufgegeben. Vergebens habe ich die Spannung gesucht, die mir am Anfang versprochen wurde. Ein geheimnisvoller Fremder, der aus den Wäldern heraus ein Mädchen beobachtet und den passenden Zeitpunkt abwartet, um sie zu entführen. Ein 15jähriges Mädchen, das mit ansehen muß, wie ihre Ziehmutter von den Sonnengottsoldaten verbrannt wird, und ihrem Entführer für ihre vermeintliche Rettung auch noch dankbar sein muß. Ein ehrgeiziger Baron, der von einem Priester angestachelt wird, dieses Mädchen durch das ganze Land zu jagen.

Das alles klingt wirklich unfassbar aufregend: Mädchen mit verborgenen Kräften, jahrhundertealter Elf, der sie retten soll auf der einen Seite; ein machtgeiler Baron und sein fanatischer Priester auf der anderen. Und dann wird es irgendwie unangenehm.
Lisbee hat nicht mehr auf der Flucht an, als sie an dem Morgen ihrer Entführung getragen hat: ein langes rotes Kleid. Doch neigt sich das Jahr dem Ende und es ist kalt. Als man dies an gewissen Körperteilen auch sehen kann (im Buch nennt sie es Igelnasen), ist es ihr zunächst unangenehm vor ihrem elfischen Begleiter Ferodil. Doch in einer behaglich warmen kleinen Höhle, als sie Schutz vor Regen suchen, kann sie ihre Brust gar nicht weit genug herausstrecken, um seine Aufmerksamkeit zu erregen. Außerdem bekommt sie ihre Tage, ich werde leider nicht erfahren, ob das für die Handlung noch relevant ist.
Und dann kommt der Baron, der Gefallen an einer Bauernstochter findet, die nicht sprechen kann und zarte 15 Jahre alt ist. Kurzerhand schlägt er sie bewusstlos, als sie sich ihm verweigert. Er entblößt sie und sagt folgenden Satz: „So müssen die Sonnenstrahlengel aussehen, von denen Luzius (der Priester) ständig predigt.“ (S. 160)
Die Beschreibungen dieser erwähnten Szenen waren mir einfach unangenehm, gerade das Alter der Mädchen betreffend: das Anbiedern von Lisbee und die Widerlichkeit vom Baron. Das war der Punkt, an dem ich aufgegeben habe. Wie schon erwähnt, kam sowieso keine wirkliche Spannung auf, doch das war dann einfach zu viel.

Hexenjagd sollte ein spannendes Abenteuer werden, doch die „wilde Jagd“ suchte ich vergebens.

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Veröffentlicht am 07.03.2024

Außen hui, innen so lala

Aschamdon - Band 1 der Amizaras-Chronik
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Das erste, was an diesem Buch auffällt, ist die hervorragende Aufmachung. Jede Seite sieht individuell gestaltet aus, nicht nur grau hinterlegt, was dem Buch etwas altes gibt, sondern auch mit Zeichnungen, ...

Das erste, was an diesem Buch auffällt, ist die hervorragende Aufmachung. Jede Seite sieht individuell gestaltet aus, nicht nur grau hinterlegt, was dem Buch etwas altes gibt, sondern auch mit Zeichnungen, Anmerkungen, Skizzen. Allein deswegen würde sich das Buch schon lohnen, denn es ist einzigartig (soweit ich weiß) und war beim Erscheinen auch sehr begehrt. Mittlerweile bekommt man den ersten Teil Gebunden auf kleinanzeigen hinterhergeworfen, mit viel Glück findet man auch noch den zweiten, aber der dritte ist verschollen. Im Buchhandel gibt es nur noch Taschenbücher.

Zum Inhalt kann ich nicht viel sagen, obwohl ich fast 250 Seiten gelesen habe. Rafaela wird 1944 in eine geschlossene Anstalt gesperrt, weil sie ihren Vater im Gerichtssaal getötet hat. Dort begegnet sie 1952 Aschamdon, der ihr Freiheit verspricht, wenn sie etwas für ihn erledigt. 1959 ist sie einem geheimnisvollen Orden beigetreten und gibt sich Mühe, diesen Pakt zu erfüllen.
Atila ist 2002 Händler von wertvollen Dingen. Allerdings mußte er sich Geld leihen und nun sitzt ihm der böse „Mafiaboss“ im Nacken. Es ist die Geschichte einer gescheiterten Existenz.

Der Klappentext klingt wesentlich spannender, als die ersten 250 Seiten es sind. Mal wieder täuscht die Aufmachung über den Inhalt. Warum gibt man sich so viel Mühe mit dem Äußeren und vergißt dabei, daß das Innere viel mehr zählt?

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Veröffentlicht am 28.08.2023

unspannend

Frau Holles Labyrinth
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Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, da ich Märchenadaptionen sehr mag. Wie enttäuscht war ich, daß zu Beginn von Holle, wie sie in diesem Buch genannt wird, nicht viel erzählt wurde. Mary landet ...

Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, da ich Märchenadaptionen sehr mag. Wie enttäuscht war ich, daß zu Beginn von Holle, wie sie in diesem Buch genannt wird, nicht viel erzählt wurde. Mary landet in einer Welt, in der zunächst alles grau ist, die Menschen, das Essen, die Umgebung. Nichts kann dort wachsen, es gibt helles Grau und die Nacht, und die Menschen sind seltsam.
Doch als Mary dann zu Holle kommt, ist alles anders. Das Essen ist nicht nur im Übermaß vorhanden, so wie der sichtbare Reichtum von Holle, sondern schmeckt auch Vollmundig, im Gegensatz zu dem Steinbrot, das sie vorher bekommen hat. Was macht es da schon, daß Mary die Zeit vergisst und den Grund, warum sie überhaupt bei Holle ist.

Ich habe schnell das Interesse an diesem Buch und seinen Charakteren verloren, was ich schade finde. Aber diese Welt im Brunnen ist furchtbar deprimierend, der Kontrast zu Holle zu extrem und alles, was danach folgt, vorhersehbar und langweilig. Weder wollte ich wissen, wer Holle wirklich ist und warum sie diese Macht hat, noch interessierte mich der Konflikt innerhalb der Stadt. Sollen sie doch alle zu Grunde gehen ...
Das Buch ist innen so grau, wie die Welt, und trübt die Wahrnehmung durch sein hübsches Äußeres. Sehr unbefriedigend.

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