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Maria_12

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Veröffentlicht am 29.04.2024

Schicksal, Liebe und Familie

Das Fenster zur Welt
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Die Autorin Sarah Winman, erzählt in ihrem neuen Roman “Das Fenster zur Welt“ eine Geschichte über ein lebenslanges Band der Freundschaft, über Schicksal, Liebe und Familie.

Inhalt:
Ulysses und Evelyn ...

Die Autorin Sarah Winman, erzählt in ihrem neuen Roman “Das Fenster zur Welt“ eine Geschichte über ein lebenslanges Band der Freundschaft, über Schicksal, Liebe und Familie.

Inhalt:
Ulysses und Evelyn begegnen sich in einem italienischen Weinkeller und sprechen über Kunst und das Leben, zu einem Zeitpunkt, an dem die Schönheit in der Welt nicht leicht zu finden ist. Diese Begegnung knüpft zwischen ihnen ein lebenslanges Band der Freundschaft. Von den sonnenbeschienenen Hügeln der Toskana bis hin zum Londoner East End ist »Das Fenster zur Welt« ein lebensbejahender Roman über Schicksal, Liebe und Familie.

Er ist ein junger britischer Soldat, sie ist eine sechzigjährige Kunsthistorikerin, die ihre geliebten Gemälde vor den Bomben des zweiten Weltkriegs bewahren will. Ein einziger Abend eröffnet Ulysses eine Sichtweise auf die Welt, die ihn für immer verändert. Nach dem Krieg kehrt er aus Florenz in seine Heimat London zurück, zu den alten Bekannten, die sich täglich in Col's Pub treffen. Dort wartet auch Peg, die Liebe seines Lebens, die ihr Herz aber an einen amerikanischen Soldaten verloren hat. Ulysses hofft auf einen Neuanfang. Da ihn seine Jahre in Italien nie loslassen, bricht er in ein ungewisses Abenteuer auf: ein Leben in Florenz. Im Gepäck hat er nicht nur Pegs Tochter Alys, sondern auch den alten Cress und den Papagei Claude.
Sarah Winman hat einen warmherzigen, atmosphärischen Roman über Freundschaft und Schönheit geschrieben und darüber, dass es nie zu spät für einen Neubeginn ist, auch wenn man sich selbst dafür zu alt fühlt.

Meine Meinung:
Schon alleine die wundervolle Gestaltung des Covers finde ich gelungen, denn der Papagei, findet eine unglaubliche Bedeutung in dieser Geschichte.

Als Ulysses nach dem Krieg aus Florenz in seine Heimat London zurückkehrt, findet er zwar die Liebe seines Lebens Peg wieder, doch nach 6 Jahren seiner Abwesenheit, hat sich ihr Leben verändert. Peg hat ihr Herz an den amerikanischen Soldaten Eddie verloren und eine Tochter von ihm Namens Alys. Vergebens wartet sie auf seine Rückkehr, während Ulysses, auf einen Neuanfang hofft.

Nach einer unerwarteten Erbschaft, kehrt Ulysses, nicht nur mit Pegs Tochter Alys, sondern auch mit dem alten Cress und dem Papagei Claude, zurück nach Florenz. Er wagt den Neustart in ein neues Leben doch das Alte lässt ihn nicht los. Sein Leben gestaltet sich zwischen London und Florenz. Die Sorgen und Nöte auf beiden Seiten sind groß aber die Freundschaft verbindet sie und sie sind bereit, sich gegenseitig zu helfen auch wenn die Entfernung noch so groß ist.

Berührend fand ich den Besuch als Ulysses mit Evelyn an das Grab von Captain Darnley fährt und sagt: „Ich wähle die Erinnerung an einen großartigen Mann. Alles an ihm ist lebendig. Und er ist jung. Und er lacht“.

Fazit:
Von Anfang an konnte ich schnell in die Geschichte eintauchen, nicht nur wegen des sehr flüssigen und berührenden Schreibstils, sondern eher weil die Autorin die Fähigkeit besitzt, ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Durch den Spannungsbogen der sich über die ganze Geschichte zieht und immer weiter aufbaut, fühlte ich mich regelrecht auf einer Achterbahn der Gefühle und wollte das Buch kaum aus der Hand legen.
Von mir 4 von 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.04.2024

Sehnsucht nach der Heimat

Mühlensommer
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Die Autorin Martina Bogdahn, erzählt in ihrem Debüt „Mühlensommer“ zu dem sie von ihrer eigenen Kindheit und Familiengeschichte inspiriert wurde, über die Jugend auf dem Land, die Flucht in die Stadt und ...

Die Autorin Martina Bogdahn, erzählt in ihrem Debüt „Mühlensommer“ zu dem sie von ihrer eigenen Kindheit und Familiengeschichte inspiriert wurde, über die Jugend auf dem Land, die Flucht in die Stadt und davon, dass man manchmal zurückblicken muss, um sich selbst zu finden.

Inhalt:
Ein drückend heißer Sommertag. Mit ihren beiden Töchtern macht sich Maria auf den Weg in ein langes Wochenende fern von Stadt, Stress und Schule. Doch dann ruft Marias Mutter an: Der Vater hatte einen Unfall und liegt im Krankenhaus. Die Mutter ist bei ihm, und auf dem Bauernhof der Familie müssen Schweine, Kühe und Hühner versorgt werden – aber auch die demente Großmutter.

Maria fährt sofort zum Hof. Doch dort, vor der alten Mühle, erwartet sie neben der unermüdlich Äpfel schälenden Oma auch die Erinnerung an ihre Jugend zwischen Schulbus und Schweinestall, Dreimeterbrett und Kirchenbank, an starre Traditionen und lauter kleine Freiheiten.

Als am Tag darauf die Mutter aus dem Krankenhaus heimkehrt und plötzlich auch Marias Bruder Thomas auf dem Hof steht, ist die Familie versammelt. Sie eint die stille Sorge um den Vater. Bis Thomas das Schweigen bricht und endlich zur Sprache kommt, was sie alle lang verdrängt haben …

Man weiß nie, wo es hingeht im Leben, aber man weiß immer, wo man herkommt.

Meine Meinung:
Vor Sorge um ihren Vater, lässt Maria alles stehen und liegen. Ihr geplantes langes Wochenende in den Bergen bricht sie ab und macht sich voller Sorgen auf den Weg zum Mühlenhof.

Als Maria auf dem Mühlenhof ankommt, nimmt der Duft des Hofes, sie mit all seiner Kraft gefangen. Ihre Sinne führen sie in Sekundenschnelle zurück in ihre Kindheitserinnerungen. Doch im hier und jetzt, weiß Maria sofort, was zu tun ist und wie sie handeln muss. Die demente Großmutter will versorgt sein und da gibt es auch noch das kranke Schwein um das sie sich kümmern muss. Maria fällt es nicht schwer, sich diesen Aufgaben nach all den Jahren in der Stadt, wie selbstverständlich zu widmen.

Marias Erinnerungen wechseln geschickt von der Gegenwart in ihre Kindheit und Jugend sowie umgekehrt. In den vielen Rückblenden werden anschaulich und voller Wärme, die Bewohner auf dem abseits gelegenen Mühlenhof, angefangen mit den Eltern, ihrem Bruder Thomas, ihrer Oma und ihrem Onkel Herbert, mit vielen heiteren Anekdoten erzählt.

Aber nicht nur Sonnenschein liegt über dem Mühlenhof sondern auch Schatten, bis Thomas das Schweigen bricht ...

Das Leben als Kind auf dem abgelegenen Mühlenhof mag sicher nicht einfach gewesen sein, denn die Freizeit, war durchaus eingeschränkt. Marias Leben in der Stadt war sicher genau das Gegenteil aber hier hat sie die Sehnsucht nach ihrer Heimat nie losgelassen.

Fazit:
Die Autorin erzählt mit einer Leichtigkeit und einem flüssigen Schreibstil eine gelungene Geschichte über Familienzusammenhalt. Ich mochte das Zusammenspiel der ständigen Rückblenden in die Kindheit und der Gegenwart, denn es war, als gäbe es an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken. Eine Fortsetzung dieser Geschichte könnte ich mir sogar sehr gut vorstellen.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 27.03.2024

Eine Freundschaft und ihre großen Abenteuer

The Fort
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Der kanadische Autor Gordon Korman, erzählt in seinem neuen Jugendroman „The Fort“ viel über Freundschaft, Selbstzweifel, die alltäglichen Gedanken von Heranwachsenden und über ihre jeweiligen Familienverhältnisse, ...

Der kanadische Autor Gordon Korman, erzählt in seinem neuen Jugendroman „The Fort“ viel über Freundschaft, Selbstzweifel, die alltäglichen Gedanken von Heranwachsenden und über ihre jeweiligen Familienverhältnisse, die doch zum Teil recht dramatisch sind.

Inhalt:
Nach einem Hurricane ist nicht nur die kleine Stadt Canaan verwüstet. Der Sturm legt auch etwas frei, das den Sommer der Freunde Evan, Jason, Mitchell, C.J. und Ricky für immer verändern wird: Inmitten des Waldes finden sie einen Bunker. Er wird ihr Fort, ihr Rückzugsort. Hier teilen sie ihre Geheimnisse. Besonders C.J. sucht hier Schutz vor seinem gewalttätigen Stiefvater. Als Evans großer Bruder und sein gewaltbereiter Kumpel das Fort erobern wollen, wird aus einem Zufluchtsort für Spaß und Zusammenhalt ein Zufluchtsort zum Überleben.

Meine Meinung:
Nach einem Hurricane machen sich die vier Freunde Evan, Mitchell, Jason und C.J. sorgen um ihr selbstgebautes Fort im Wald und machen sich auf den Weg um nachzusehen. Bei den neuen Nachbarn ist ein Baum ins Haus gestürzt und der Sohn dieser Familie ist erst einmal bei Evans Großeltern untergebracht. Ausgerechnet seine Großmutter fordert Evan auf, sich um Ricky zu kümmern und ihn mitzunehmen.
Ricky hat es nicht einfach von den anderen Jungs akzeptiert zu werden und muss sich schon so einiges einfallen lassen. Hinzu kommt noch, dass er hochintelligent ist und das kommt bei den Jungs nicht gut an!

Endlich sind sie sich einig und zu fünft ziehen sie los, doch der Hurricane hat das Fort zerstört, dafür aber etwas anderes frei gelegt: Einen Bunker aus der Zeit des kalten Krieges, voll eingerichtet mit allem was man zum Überleben braucht, der scheinbar von einem reichen und ängstlichen Bewohner der Stadt gebaut wurde. Die Jungs beschließen darüber zu schweigen und erklären, dass neue Fort als ihres. Doch aus dem Geheimnis wird für den einen ein Zufluchtsort zum Überleben!

Mit der Zeit richten sich die Jungs regelrecht in ihrem Fort ein. Es wird ihre Zuflucht vor ihrem zu Hause, denn sie alle haben ihre eigenen Sorgen und ihr Päckchen zu tragen. Plötzlich stehen sie vor großen Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen ...

Fazit:
Dem Autor ist es gelungen, mit seinem flüssigen und leichten Schreibstil über fünf jugendliche Protagonisten eine gefühlvolle und unaufgeregte Geschichte über Freundschaft, Selbstzweifel und Stärke, zu erzählen.
Für zwischendurch hat mir persönlich die Geschichte sehr gut gefallen.
Von mir 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 10.03.2024

Zwei Frauen, zwei Epochen

Die Entflammten
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Die Autorin Simone Meier, erzählt in ihrem neuen Roman „Die Entflammten“ die Geschichte der Kunsthistorikerin Gina, die sich in die Recherche rund um Jo van Gogh-Bonger stürzt, der es gelang, Vincent van ...

Die Autorin Simone Meier, erzählt in ihrem neuen Roman „Die Entflammten“ die Geschichte der Kunsthistorikerin Gina, die sich in die Recherche rund um Jo van Gogh-Bonger stürzt, der es gelang, Vincent van Gogh berühmt zu machen.

Inhalt:
Frankreich und Holland um 1900. Die junge Jo van Gogh-Bonger verliert ihren geliebten Mann Theo an die Syphilis. Kurz zuvor hat sich Theos Bruder Vincent van Gogh erschossen. Jo bleibt nichts als ein Baby und Hunderte Bilder des noch unbekannten Malers. Sie beschließt, Vincent weltberühmt zu machen, und setzt damit eine gigantische Erfolgsstory in Gang. Über hundert Jahre später stößt die Kunsthistorikerin Gina auf Jos Geschichte. Und Jo nimmt sie mit in eine Welt voller Menschen, die besessen sind: von der Liebe, der Kunst und von Visionen. Ginas Vater ist Schriftsteller und versucht seit zwanzig Jahren erfolglos, sein zweites Buch zu schreiben. An seiner Seite wird Ginas Faszination für Jo selbst zu einem rauschhaften Roman über eine kurze, aber folgenreiche Liebe. Und über zwei Familiengeschichten im Zeichen der Kunst.

Meine Meinung:
Auf zwei Zeitebenen erzählt die Autorin abwechselnd aus dem Leben der Kunsthistorikerin Gina und von Jo van Gogh-Bonger, der es gelang, Vincent van Gogh berühmt zu machen.

Theo van Gogh ist der Bruder des Malers Vincent van Gogh und lernt Johanna Bongers durch ihren Bruder, kennen. Theo ist von Johanna angetan und macht ihr gleich einen Heiratsantrag, denn diese jedoch ablehnt. Es soll einige Jahre dauern bis Johanna nach einer enttäuschten Liebe sich zu Theo, bekennt. Es wird die große Liebe, die dann viel zu früh durch Theos Tod, endet. Vincent van Gogh hat sich kurz vor Theos Tod erschossen und Jo bleiben nur ein Kind und hunderte von Bildern. Als Witwe verschreibt sie sich ganz den Gemälden ihres Schwagers und will mit seiner Kunst, Vincent weltberühmt machen.

Nach über hundert Jahre stößt die Kunsthistorikerin Gina auf Jos Geschichte und ist begeistert von deren Leben, das geprägt ist von der Liebe, der Kunst und von Visionen. In ihren Recherchen über die junge Witwe und bei dem Versuch, ein gutes Buch darüber zu schreiben, verschwimmen die beiden Frauengestalten, halten Zwiesprache miteinander und bewerten gegenseitig ihr Leben. Die junge Gina war als Kind schon von Vincent van Goghs Geschichte fasziniert und widmet sich dem Schreiben. Ginas Vater, der Schriftsteller ist und seit zwanzig Jahren erfolglos versucht ein zweites Buch zu schreiben, hilft seiner Tochter, als diese mit sich hadert.

Fazit:
Die Leichtigkeit dieser Geschichte und der flüssige Schreibstil der Autorin haben mir hervorragend gefallen. Auch wenn die Handlung fiktiv ist und viele Protagonisten aus der Feder der Autorin stammen, könnte es sich so oder so ähnlich damals zugetragen haben. Der historische Hintergrund fügt sich mühelos in diese fiktive Handlung ein und vermittelt ein angenehmes Gefühl dieser beiden Erzählstränge zu folgen. Geschickt erzählt die Autorin zwei Familiengeschichten im Zeichen der Kunst und der Liebe.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 10.03.2024

Eine wahre Bereicherung für Klassiker Liebhaber

Die Frauen vom Café Núria
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Eine Wiederentdeckung der katalanischen Autorin Montserrat Roig, die 1946 geboren und im frühen Alter von 45 Jahren verstorben ist. Mit dem Auftakt „Die Frauen vom Café Núria“ beginnt ihre berühmte Barcelona-Trilogie, ...

Eine Wiederentdeckung der katalanischen Autorin Montserrat Roig, die 1946 geboren und im frühen Alter von 45 Jahren verstorben ist. Mit dem Auftakt „Die Frauen vom Café Núria“ beginnt ihre berühmte Barcelona-Trilogie, ein Roman über drei Generationen von Frauen, deren Träume und Kämpfe eine universelle weibliche Erfahrung widerspiegeln: Die Herausforderung, in einer zutiefst männlich geprägten Gesellschaft einen selbstbestimmten Lebensentwurf und eine eigene Identität zu entwickeln.

Inhalt:
Mundeta ist eine Dame der höheren Gesellschaft von Barcelona im Fin de Siècle; ihre Tage bestehen aus Spaziergängen, Opernbesuchen, Diners und der Lektüre von Heiligenbiografien – nur ihrem Tagebuch vertraut sie ihre Träume von Freiheit, fernen Ländern und einer Liebe auf Augenhöhe an. Nach dem Tod ihres Mannes trifft sie zusammen mit ihrer Tochter jede Woche ihre Freundinnen Kati, Sixta und Patrícia im Café Nuria. Es sind die Dreißigerjahre und Spanien ist im Bürgerkrieg. Die Bewunderung ihrer erwachsenen Tochter gilt vor allem Kati, der Anarchistin und Anhängerin der Republik. Doch sie selbst ist in einer Vernunftehe gefangen, aus der es keinen Ausweg gibt. Zwanzig Jahre später schließt sich deren Tochter einer Gruppe von Studierenden an, die im Widerstand gegen das Franco-Regime aktiv sind und auch gegen verkrustete gesellschaftliche Konventionen kämpfen. Sie verliebt sich in Jordi und muss feststellen, dass die Freiheiten, die die Männer für sich in Anspruch nehmen, für Frauen noch lange nicht gelten. Anders als ihre Mutter und Großmutter will sie sich damit nicht abfinden – und trifft eine Entscheidung, die ihr Leben und das ihrer Familie für immer verändern wird.

Meine Meinung:
Ein Klassiker wie „Die Frauen vom Café Núria“ ist keine einfache Lektüre, denn man braucht Zeit und Muße, sich an den fordernden und anspruchsvollen Stil zu gewöhnen. Die nahtlose Erzählweise, die sich verschachtelt voller unübersichtlicher Handlungen Satz an Satz reiht, verlangt, sich in die Gedankenwelt der damaligen Zeit hineinzuversetzen.

Drei Generationen, Großmutter, Mutter und Tochter werden alle Mundeta genannt und hier beginnt das große Verwirrspiel der ganzen Geschichte!
Welche Mundeta gerade über sich erzählt, ist oft schwierig zu erkennen aber letztendlich dreht es sich bei allen drei Frauen um die Sehnsucht nach Selbstbestimmung und einer Liebe auf Augenhöhe. Großmutter mag zwar zusammen mit ihrer Tochter jede Woche ihre Freundinnen Kati, Sixta und Patrícia im Café Nuria getroffen haben aber letztendlich konnte ich hier den eigentlichen Sinn dahinter, nicht verstehen!
Die Geschichte erzählt ausschließlich über die drei Mundeta Frauen und deren Leben, die aus meiner Sicht, Generationsübergreifend völlig identisch scheinen!

Für den modernen Leser liest sich das Buch ungewohnt, denn es hat keinen wirklichen Handlungsbogen.

Fazit:
Eine schwierige Lektüre, die gleichzeitig drei Frauen zu Protagonistinnen macht, die von ihren jeweiligen Erlebnissen, einer versäumten oder verlorenen Liebe und die große Sehnsucht nach Selbstbestimmung erzählen. Ein Wechselbad der Gefühle!
Die Autorin wartet mit anspruchsvollen Formulierungen und kunstvollen Beschreibungen auf, für die es aber ein gutes Durchhaltevermögen braucht. Ein wahrer Klassiker, der zum Lesen, Geduld und etwas Zeit braucht!
Von mir 4 von 5 Sternen!

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