Feminismus über 6000 Jahre
Mein Name ist Lilith🐍Besonders der Einstieg hat mich gecacht - der Sündenfall, Adam, Lilith und Eva aus weiblicher Perspektive. Man war sofort auf Liliths Seite, ihr Handeln ist absolut nachvollziehbar, so auch ihre Entwicklung ...
🐍Besonders der Einstieg hat mich gecacht - der Sündenfall, Adam, Lilith und Eva aus weiblicher Perspektive. Man war sofort auf Liliths Seite, ihr Handeln ist absolut nachvollziehbar, so auch ihre Entwicklung von einer liebenden Ehefrau zur selbstbestimmten Missionarin.
Ich mochte Lilith unglaublich gern.
🍎Die Männer kamen allesamt nicht gut weg, von Adam über Noah und seine Söhne bis zum biblischen Gott. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Autorin hier lediglich aus weiblicher Perspektive reflektiert, was in der Bibel genau so berichtet wird. Sie konnotiert also nicht absichtlich die männlichen Figuren negativ, sondern verdeutlicht deren sexistisches, patriachales Verhalten auf erschreckende, aber realistische Weise.
🐍Die einzelnen Etappen auf Liliths Reise empfand ich als äußerst spannend, die Autorin hat hier wirklich viel recherchiert, was im Anhang/Nachwort belegt und verdeutlicht wird. Allerdings kam die Spannung für mich zwischen all den Fakten und historischen Ereignissen ab dem Verlassen Edens etwas zu kurz.
🍎Der Roman umfasst 6000 Jahre der Unterdrückung der Frauen mit pseudo-religiöser Rechtfertigung von der biblischen Schöpfung bis zu unserer Gegenwart, weshalb mich die plötzliche Moderne mit Smartphone, Reels etc. etwas irritiert haben. Dennoch war es im Bezug zur Gegenwart nötig und rundete die Geschichte gelungen ab.
🐍Insgesamt hat mir das Buch im Sinne des weiblichen Lesens wirklich gut gefallen, wobei die Protagonistin zu 100% überzeugte, der Plot selbst jedoch hin und wieder an Spannung einbüßte.
Ich kann den Roman jedem empfehlen, der die Geschichte nochmal aus weiblicher Perspektive erleben und vielleicht auch historisch interessiert ist (eine Karte der lokalen Stationen liegt bei).
4⭐