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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2024

Feminismus über 6000 Jahre

Mein Name ist Lilith
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🐍Besonders der Einstieg hat mich gecacht - der Sündenfall, Adam, Lilith und Eva aus weiblicher Perspektive. Man war sofort auf Liliths Seite, ihr Handeln ist absolut nachvollziehbar, so auch ihre Entwicklung ...

🐍Besonders der Einstieg hat mich gecacht - der Sündenfall, Adam, Lilith und Eva aus weiblicher Perspektive. Man war sofort auf Liliths Seite, ihr Handeln ist absolut nachvollziehbar, so auch ihre Entwicklung von einer liebenden Ehefrau zur selbstbestimmten Missionarin.
Ich mochte Lilith unglaublich gern.

🍎Die Männer kamen allesamt nicht gut weg, von Adam über Noah und seine Söhne bis zum biblischen Gott. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Autorin hier lediglich aus weiblicher Perspektive reflektiert, was in der Bibel genau so berichtet wird. Sie konnotiert also nicht absichtlich die männlichen Figuren negativ, sondern verdeutlicht deren sexistisches, patriachales Verhalten auf erschreckende, aber realistische Weise.

🐍Die einzelnen Etappen auf Liliths Reise empfand ich als äußerst spannend, die Autorin hat hier wirklich viel recherchiert, was im Anhang/Nachwort belegt und verdeutlicht wird. Allerdings kam die Spannung für mich zwischen all den Fakten und historischen Ereignissen ab dem Verlassen Edens etwas zu kurz.

🍎Der Roman umfasst 6000 Jahre der Unterdrückung der Frauen mit pseudo-religiöser Rechtfertigung von der biblischen Schöpfung bis zu unserer Gegenwart, weshalb mich die plötzliche Moderne mit Smartphone, Reels etc. etwas irritiert haben. Dennoch war es im Bezug zur Gegenwart nötig und rundete die Geschichte gelungen ab.

🐍Insgesamt hat mir das Buch im Sinne des weiblichen Lesens wirklich gut gefallen, wobei die Protagonistin zu 100% überzeugte, der Plot selbst jedoch hin und wieder an Spannung einbüßte.
Ich kann den Roman jedem empfehlen, der die Geschichte nochmal aus weiblicher Perspektive erleben und vielleicht auch historisch interessiert ist (eine Karte der lokalen Stationen liegt bei).

4⭐

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2024

Must Read im mental health genre

Wo die Sterne uns sehen
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💫 Vorweg möchte ich sagen, dass ich den Feed der Autorin schon länger verfolge und finde, dass sie eine großartige, starke, grundehrliche und sympathische junge Frau ist, die man einfach nur von Herzen ...

💫 Vorweg möchte ich sagen, dass ich den Feed der Autorin schon länger verfolge und finde, dass sie eine großartige, starke, grundehrliche und sympathische junge Frau ist, die man einfach nur von Herzen unterstützen möchte 🥰
💫 In ihrem neuen Roman behandelt die Autorin sehr ernste Themen, weshalb ich dringend dazu raten, die Triggerwarnung zu beachten. Obwohl bewusst im aktiven Sinn auf bestimmte Szenen verzichtet wird, nimmt es wahnsinnig mit, gerade weil es sehr authentisch und echt geschrieben ist, als wäre man mitten im Geschehen. Ich hatte das Gefühl, es handelt sich um ein wichtiges Herzensprojekt der Autorin.
💫 Der Schreibstil ist wie immer flüssig, emotional und super zu lesen, sodass man nur so durch die Seiten fliegt. Zudem lernt man einiges über das Berufsfeld Soziale Arbeit.
💫 Die Protagonisten haben mir gut gefallen, hoben sich von 0815 Stereotypen ab und überzeugten durch Individualität, Charakter und Tiefgang. Dass so ziemlich jede/r einen traumatischen Hintergrund hat, war fast etwas viel. Zwar handelt es sich um Selbsthilfegruppen als zentrale Lokalität, doch trifft es auch auf alle drei Frauen der WG zu. Erst Diez brachte immer mal wieder ein bisschen Leichtigkeit in die Geschichte, als Sympathieträger für den Folgeband ist er zweifellos bestens geeignet :)
💫 Fazit: Der Roman ist authentisch, bildhaft, für mich an einigen Stellen etwas viel, für einige ganz bestimmt ein großartiger Zuspruch, um Hilfe zu bitten und diese anzunehmen.
💫 Justine hat wieder einmal mit einer tiefgründigen Message überzeugt, die sie auch vielfältig in ihrem Feed verteilt und ihre Stimme gefunden hat, um damit ihre Mitmenschen zu erreichen und mental zu unterstützen. Danke hierfür 🥰 Auch an den Verlag, der Autoren und Autorinnen die Möglichkeit gibt, solch wichtige Themen anzusprechen und zu teilen.
4.5 ⭐

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.01.2024

Top recherchierte erweiterte Form einer Sage von wenigen Versen

Die Kinder der Jokaste
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Ich wurde auf die Autorin durch "Stone Blind" von dtv aufmerksam, die Geschichte der Medusa, die u.a. meinen größten Jahreshighlights 2023 und einem meiner Lieblingsbücher zählt.
Auch in 𝔻𝕚𝕖 𝕂𝕚𝕟𝕕𝕖𝕣 𝕕𝕖𝕣 ...

Ich wurde auf die Autorin durch "Stone Blind" von dtv aufmerksam, die Geschichte der Medusa, die u.a. meinen größten Jahreshighlights 2023 und einem meiner Lieblingsbücher zählt.
Auch in 𝔻𝕚𝕖 𝕂𝕚𝕟𝕕𝕖𝕣 𝕕𝕖𝕣 𝕁𝕠𝕜𝕒𝕤𝕥𝕖 erzählt Hayes einen griechischen Mythos aus oft übersehenen weiblichen Perspektiven: Jokaste in der Vergangenheit und ihre Tochter Ismene in der Gegenwart.
Jokastes Geschichte beginnt als 15jährige, die nach Theben geschickt wird, um dort an einen wesentlich älteren König verheiratet zu werden, der jedoch kein Interesse an ihr hat. Ich muss gestehen, bis zur Ankuft von Ödipus war dieser Teil des Plots am handlungsärmsten. Die abwechselnden Kapitel zur Perspektive ihrer Tochter, die mit einem Mordanschlag beginnen, Unsicherheiten innerhalb der Palastmauern und der ewigen Frage nach dem rechtmäßigen Herrscher über Theben, brachten viel Spannung.
Die Beziehung zwischen Jokaste und Ödipus im Kontext der Pest war wirklich nervenaufreibend bis zur letzten Seite. Mann litt, liebte und zweifelte von Anfang bis zum hochemotionalen Ende mit den beiden.
Hätte ich nicht von vorne herein gewusst, wie der Mythos aufgelöst wird, wüsste ich nach Beenden der Lektüre tatsächlich nicht, was nun die Wahrheit ist - hier darf sich jeder seinen Teil denken.
Die Geschichte nimmt somit zunehmend an Fahrt auf und lässt einen zum Ende hin nicht mehr los.
Auch hier zeigt die Autorin wieder erfolgreich auf, wie schwierig es für die Frauen zu dieser Zeit ist, sich gegen das Patriarchat durchzusetzen, wenngleich sie mit Jokastes und später Anis Krönung eine gelungene 180Grad Wendungen wirklich starker, selbstbewusster, intelligenter Protagonistinen aufführt.
Im Nachwort wird der Ursprung des Mythos nochmal im verschiedenen Quellen verglichen, man merkt die ausführliche Recherchearbeit der Autorin wie schon bei STONE BLIND.
Ich kann den Roman jedem empfehlen, der sich für top recherchierte griechische Mythologie mit Fokus auf der weiblichen Perspektive interessiert - oder einfach für den Ödipus-Mythos.
Da sich der Anfang aus Jokastes Sicht etwas zog, es Mittelteil und Schluss aber in sich hatten, gebe ich 4 ⭐

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Veröffentlicht am 15.01.2024

Frankreich Feeling

Ich träumte von einer Bestie
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Bevor ich den Roman gelesen habe, dachte ich an eine Märchenadaption á la Beauty & The Beast. Stattdessen überrascht die Autorin durch an reale Begebenheiten und französische Legenden anknüpfende Realerzählung. ...

Bevor ich den Roman gelesen habe, dachte ich an eine Märchenadaption á la Beauty & The Beast. Stattdessen überrascht die Autorin durch an reale Begebenheiten und französische Legenden anknüpfende Realerzählung. Der Roman beginnt fast sachlich-analytisch, was mit der IT-Tätigkeit der Protagonistin zusammenhängt. Dennoch konnte mich die Geschichte vor allem sprachlich von Anfang an für sich gewinnen, wie ich es von der Autorin gewohnt bin. Ich fühlte mich bildlich nach Frankreich versetzt und konnte mir alles super vorstellen als würde ich einen Film vor meinem inneren Auge sehen. Fleurs anfängliche verschlossene Art war für mich absolut verständlich, vor allem nach Beenden des Romans. Während sich die ersten Seiten noch nicht so ganz ins große Ganze einbetten ließen, packte mich der Verlauf der Handlung zunehmend. Ihre Recherche bzgl. ihrer Vergangenheit im Zusammenhang mit der augenscheinlichen Bestie waren unheimlich spannend, sodass es zwischendrin etwas von einem historischen Detektivroman hatte. Besonders wuchs mir der Bruder ans Herz, der einfach immer wieder eine ordentliche Portion Sonnenschein unter die Seiten mischte. Auch die Liebesgeschichte konnte mich vollends überzeugen, wenngleich ich hier zugegebenermaßen auf das falsche Pferd gesetzt habe. Glaubhafte, authentische, individuelle Charaktere statt stereotypischen Figuren machten gleichzeitig alle und niemanden verdächtig. Neben der fesselnden Backgroundstory stand für mich vor allem die Personenentwicklung Fleurs im Zentrum. Die Entfaltung von einer verschlossenen, objektiven, misstrauischen Analytikerin zu einer Frau, die zu 100 % hinter sich, ihren Werten und ihrer Ansicht steht, war großartig herausgearbeitet und sorgte dafür, dass man Fleur mehr und mehr liebgewann. Etwas in den Hintergrund rückte jedoch die Vater-Tochter-Beziehung, um die es ursprünglich ging: Fleur lernte sehr viel über ihre weit zurückliegenden Familienverhältnisse, über die direkte Ahnenlinie aus der letzten Generation schweben für mich als Leserin jedoch nach wie vor Fragezeichen. Alles in allem konnte mich der Roman bis auf winzige Kritikpunkte voll und ganz überzeugen, sodass ich gerne eine Leseempfehlung mit 4 ⭐ ausspreche.

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Veröffentlicht am 08.01.2024

Mystery & Crime

Glimmer – Die Verschollene
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Bereits auf der ersten Seite wird man direkt ins Geschehen geworfen: In Jinx' Leben als Privatdetektivin. Der Mix aus Urban Fantasy und Crime hat für mich richtig gut funktioniert. Ich mochte die coole, ...

Bereits auf der ersten Seite wird man direkt ins Geschehen geworfen: In Jinx' Leben als Privatdetektivin. Der Mix aus Urban Fantasy und Crime hat für mich richtig gut funktioniert. Ich mochte die coole, toughe, selbstbewusste Protagonistin und auch die subtile Lovestory konnte mich voll und ganz abholen. Im Fokus steht Letztere natürlich nicht, aber sie hat super gepasst. Durch das aprubte Ende möchte man unbedingt weiterlesen und herausfinden, was es mit den beiden auf sich hat.
Den Fall selbst fand ich witzig, temporeich, interessant und mitreißend - so auch die Thematik der fantastischen neben der realen Welt, die durch Jinx' Gabe nochmal eine ganz besondere Note bekommen hat.
Bei den Fantasy-Gestalten hätte ich mir hingegen etwas mehr Individualität gewünscht - Vampire, die keine Blutkonserven trinken wollen, Werwölfe, Magier und Feen sind zwar nicht die Neuerfindung des Rades, hätten aber dennoch gern etwas tiefer gestaltet werden können.
Der Schreibstil war flüssig und spannend gestaltet, ich würde auf jeden Fall weitere Bände der Detective-Reihe lesen, weil ich mir vorstellen kann, dass man hier wirklich noch einiges rausholen kann :)
Insgesamt hat mir das Lesen großen Spaß gemacht und das Potenzial für Band 2 ist definitiv gesetzt!
4 ⭐

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