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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2024

Engelhardt & Krieger sind endlich zurück

Der Sturm: Vergraben
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Bei einer Sturmflut auf dem Darß bricht ein Teil der Steilküste weg und legt zwei Skelette frei - das einer Frau und eines Mannes. Schnell wird vermutet, dass es Opfer des Darß-Ripper sind, der ...

Bei einer Sturmflut auf dem Darß bricht ein Teil der Steilküste weg und legt zwei Skelette frei - das einer Frau und eines Mannes. Schnell wird vermutet, dass es Opfer des Darß-Ripper sind, der kurz vor dem Mauerfall sein Unwesen auf der Halbinsel getrieben hat und einige Liebespaare getötet hat. Auch eine CD wird am Fundort entdeckt, jedoch sind die Daten darauf so schwer beschädigt, dass kaum etwas damit anzufangen ist. Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt fordert somit Kryptologin Mascha Krieger an, um ihm auch in diesem Fall wieder mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Dies ist der vierte Band der Engelhardt & Krieger-Reihe, kann aber auch unabhängig von den drei Bänden davor gelesen werden, da es hier um ganz neue Ermittlungen geht. Allerdings würde ich dennoch empfehlen auch die anderen Bücher davor zu lesen, da die Charaktere "alte Bekannte" sind und man somit schon viel Hintergrundwissen zu den einzelnen Personen hat. Auch hier mochte ich die Zusammenarbeit zwischen Tom und Mascha wieder sehr gern. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und spannend, sodass man nur so durch die Seiten fliegt, bzw. durchs Hörbuch. Die Geschichte ist ganz wunderbar von Oliver Siebeck vertont und die Handlung lässt sich auch beim Hören jederzeit sehr gut verfolgen. Sehr gerne habe ich die beiden Protagonisten bei ihren Ermittlungen begleitet, mit ihnen mitgerätselt und mitgefiebert. Der eigentliche Fall rund um den Darß-Ripper ist in sich abgeschlossen, es bleiben jedoch noch andere Fragen und Geschehnisse ungeklärt, sodass es hier am Ende einen großen Cliffhanger gibt und man am liebsten gleich weiterlesen möchte.

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Veröffentlicht am 10.03.2021

Herzerwärmender Wohlfühlkrimi

Tee? Kaffee? Mord! - Der doppelte Monet
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Es handelt sich um den ersten Band der Reihe Tee? Kaffee? Mord! Die in Liverpool lebende Natalie erbt von ihrer Tante auf dem Land ein Pub/Café/Pension nachdem diese bei einem Unfall ums Leben gekommen ...

Es handelt sich um den ersten Band der Reihe Tee? Kaffee? Mord! Die in Liverpool lebende Natalie erbt von ihrer Tante auf dem Land ein Pub/Café/Pension nachdem diese bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Dieses Erbe ist jedoch an Bedingungen geknüpft, die Natalie erst erfahren wird, wenn sie dem Pub einen Besuch abstattet. Also entschließt sie kurzer Hand mit ihrem Freund dort hinzufahren und sich alles anzuschauen. Dort angekommen, erhält sie einen Brief ihrer Tante, der die Bedingungen enthält. Diese klingen in Natalies Augen vernünftig und sie entschließt das Erbe anzutreten. Erst dann erfährt sie ein Geheimnis ihrer Tante und was sie noch geerbt hat. Von da an beginnt sie zusammen mit der Köchin "mysteriöse" Fälle aufzuklären.

Ich fand das Buch sehr herzerwärmend mit Humor an den passenden Stellen. Hierbei ist nichts unheimlich und die Spannung hält sich auch in Grenzen, aber die Charaktere sind mit so viel Liebe beschrieben, dass man diese sofort ins Herz schließt und in den weiteren Bändern gerne noch näher kennenlernen möchte. Der eigentliche Kriminalfall kommt in diesem Buch zwar sehr kurz, aber da es sich um den ersten Band handelt, musste hier natürlich erst einmal die Geschichte "ringsrum" erzählt werden. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich freue mich jetzt schon auf weitere Bänder der Reihe.

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Wenn eine Schneekugel die Zeit verändert

Adam und die Jagd nach der zerbrochenen Zeit
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Adam und die Jagd nach der zerbrochenen Zeit ist ein spannendes Kinderbuch, das Zeitreisen, Magie und Abenteuer auf gelungene Weise miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht der zwölfjährige Adam, der ...

Adam und die Jagd nach der zerbrochenen Zeit ist ein spannendes Kinderbuch, das Zeitreisen, Magie und Abenteuer auf gelungene Weise miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht der zwölfjährige Adam, der nach dem Tod seiner Eltern bei seinem Onkel lebt. Als ein geheimnisvoller Fremder ihm ein großes Abenteuer vorhersagt und Adam kurz darauf eine magische Schneekugel entdeckt, nimmt die Geschichte schnell Fahrt auf. Schon nach den ersten Seiten möchte man wissen, welches Geheimnis hinter den Zeitreisen steckt.
Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre. Die kleine Bäckerei, das winterliche New York und die Reisen in verschiedene Zeiten sorgen für ein stimmiges Gesamtbild. Adam ist ein sympathischer Hauptcharakter, mit dem man schnell mitfühlt. Seine Entwicklung im Laufe der Geschichte ist schön erzählt und auch die Freundschaften, die entstehen, machen das Buch sehr lebendig.

Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man immer noch ein Kapitel weiterlesen möchte. Gleichzeitig entfaltet sich die Handlung nach und nach. Nach und nach setzen sich die verschiedenen Handlungsstränge wie ein Puzzle zusammen, was die Geschichte spannend macht. Manchmal muss man aber etwas aufmerksam bleiben, um den Überblick zu behalten. Auch einige Dialoge hätten für meinen Geschmack etwas kürzer sein können.

Neben der spannenden Handlung greift das Buch auch Themen wie Freundschaft, Verlust und Hoffnung auf, ohne dabei zu schwer zu wirken. Die Mischung aus Fantasy, Zeitreise und Mystery ist gut gelungen und sorgt dafür, dass die Geschichte nie langweilig wird.

Insgesamt ist Adam und die Jagd nach der zerbrochenen Zeit ein unterhaltsames und atmosphärisches Buch mit einer originellen Idee und liebenswerten Figuren. Kleine Längen und die teilweise etwas komplexe Erzählweise kosten zwar einen Stern, trotzdem kann ich das Buch allen empfehlen, die spannende Geschichten mit Magie und Zeitreisen mögen.

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Cosy Crime mit viel Wortwitz

Aktiv sterben
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Bad Galgen hofft auf den Titel als Kurort – eine Auszeichnung, die dem Hotel Waldfrieden endlich wieder mehr Gäste und dringend benötigte Einnahmen bescheren würde. Doch statt einer vielversprechenden ...

Bad Galgen hofft auf den Titel als Kurort – eine Auszeichnung, die dem Hotel Waldfrieden endlich wieder mehr Gäste und dringend benötigte Einnahmen bescheren würde. Doch statt einer vielversprechenden Zukunft sorgt ein Leichenfund im Tiefkühlhaus des Hotels für Chaos. Um den Ruf des Hauses und damit auch ihre Arbeitsplätze zu retten, machen sich Gärtnerin Katja, Koch Paul und Rezeptionist Leon kurzerhand selbst auf die Suche nach dem Täter.

Aktiv sterben hat mich bestens unterhalten. Der lockere und flüssige Schreibstil von Paul Lüdicke hat mir richtig gut gefallen und sorgt dafür, dass die Geschichte nur so dahinfliegt. Wer hier einen nervenaufreibenden Thriller erwartet, ist allerdings an der falschen Adresse. Stattdessen bekommt man einen herrlich leichten Cosy Crime mit sympathischen Figuren, viel Wortwitz und einer guten Portion Situationskomik.

Besonders gut gefallen haben mir die witzigen Dialoge und die liebenswerten Charaktere. Die Hobbyermittler gehen zwar nicht gerade professionell ans Werk, machen ihre Sache aber mit viel Charme. Anfangs nimmt sich die Geschichte Zeit, die Figuren und das Hotel Waldfrieden vorzustellen, bevor der Kriminalfall nach und nach an Fahrt aufnimmt. So kommt auch das Miträtseln nicht zu kurz.

Wer Cosy Crimes mit lockerer Atmosphäre, sympathischen Figuren und feinem Humor mag, wird hier bestens unterhalten. Mich konnte Aktiv sterben auf jeden Fall überzeugen und ich hatte einige sehr vergnügliche Lesestunden.

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Zwischen Sehnsucht und Freiheit

The Artist
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Als Journalist reist Joseph von London nach Südfrankreich, um über den gefeierten Maler Tata zu schreiben, der sich seit Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat und abgeschieden in einem ...

Als Journalist reist Joseph von London nach Südfrankreich, um über den gefeierten Maler Tata zu schreiben, der sich seit Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat und abgeschieden in einem alten Bauernhaus lebt. Dort begegnet er nicht nur einem faszinierenden Künstler, sondern auch dessen Nichte Ettie, die scheinbar ganz im Schatten ihres Onkels lebt. Doch je länger Joseph bleibt, desto mehr beginnt die Fassade dieses Hauses zu bröckeln und alte Geheimnisse kommen langsam ans Licht.

Dieses Buch hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Es ist allerdings keine Geschichte, die von Spannung oder großen Wendungen lebt, sondern vielmehr von Atmosphäre, Figuren und den Dingen, die oft zwischen den Zeilen passieren. Teilweise war mir die Handlung dadurch stellenweise etwas zu ruhig, gleichzeitig hat aber genau diese melancholische und fast traumartige Stimmung unglaublich gut zur Geschichte gepasst.

Am faszinierendsten fand ich die Dynamik zwischen Ettie, Tata und Joseph. Vor allem Tata ist eine unglaublich vielschichtige Figur. Einerseits wirkt er wie dieses geheimnisvolle Künstlergenie, andererseits aber auch wie ein Mensch, der verzweifelt versucht, alles und jeden festzuhalten, weil er mit Verlust und Veränderung nicht umgehen kann. Dadurch war er für mich gleichzeitig faszinierend, tragisch und stellenweise wirklich grausam.

Im Laufe der Geschichte versteht man immer besser, warum Ettie so zwischen Sehnsucht, Angst und dem Wunsch nach Freiheit schwankt. Gerade ihre Entwicklung fand ich sehr spannend. Besonders interessant fand ich dabei, dass es für mich im Kern weniger um eine klassische Liebesgeschichte ging, sondern vielmehr um das Bedürfnis, wirklich gesehen zu werden.

Auch die Kunstthematik mochte ich sehr gerne. Kunst ist hier nicht einfach nur Hintergrund, sondern eng mit Identität, Kontrolle, Erinnerung und Freiheit verbunden. Besonders spannend fand ich dabei die Frage, wem Kunst eigentlich „gehört“ und wie sehr andere Menschen Einfluss darauf haben, ob jemand seine eigene Stimme finden darf.

Der Schreibstil hat perfekt zur Geschichte gepasst. Sehr ruhig, atmosphärisch und teilweise fast schon poetisch. Manche Szenen hatten etwas unglaublich Bildhaftes, gleichzeitig zog sich aber stellenweise auch etwas Langes durch die Handlung, wodurch mich das Buch nicht immer komplett mitreißen konnte.

Trotzdem hat mir das Ende insgesamt gut gefallen. Vor allem mochte ich, dass die Geschichte eher leise und atmosphärisch ausklingt und dabei trotzdem hoffnungsvoll bleibt.

Für mich war das ein atmosphärisches und besonderes Buch über Kunst, Freiheit, Kontrolle und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben.

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