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5teffi

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2025

Offenes Ende

Flusslinien
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In dem Roman Flusslinien gibt es 3 Hauptprotagonisten, die abwechselnd je ihre eigene Geschichte sowie auch ihre Gedanken zu den anderen Hauptprotagonisten erzählen. Da ist Luzie, die nach einem traumatischen ...

In dem Roman Flusslinien gibt es 3 Hauptprotagonisten, die abwechselnd je ihre eigene Geschichte sowie auch ihre Gedanken zu den anderen Hauptprotagonisten erzählen. Da ist Luzie, die nach einem traumatischen Erlebnis in Australien und den Folgen nach ihrer Rückkehr nach Deutschland die Schule abbricht, Margrit, die über 100-jährige Grossmutter von Luzie, die auf ihr Leben und das Leben ihrer Mutter zurückblickt und Arthur, ein Angestellter der Seniorenresidenz, der seine Freizeit gern mit der Entwicklung neuer Sprachen oder allein an der Elbe verbringt und sich für Luzie interessiert
Die Geschichten sind zum Teil miteinander verknüpft. Der Schreibstil ist auf die jeweiligen Charaktere angepasst. Neben der Handlung erfährt man etwas über verschiedene Landschaften und die Natur an der Hamburger Elbe.
Ich fand diesen Roman angenehm zu Lesen. Das doch sehr offene Ende hat mich persönlich etwas enttäuscht. Ich hätte es gut gefunden, wenn man noch etwas über Luzies weiteren Bildungsweg erfahren hätte.

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Veröffentlicht am 18.03.2024

Das Familienleben der Adenauers

Gussie
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Der Roman handelt – wie der Titel schon sagt – von Auguste Zinsser, Gussie genannt. Man erfährt einiges aus ihrer Kindheit und Jugend, dem Verhältnis zu ihrer Familie, vor allem der engen Bindung zu ihrem ...

Der Roman handelt – wie der Titel schon sagt – von Auguste Zinsser, Gussie genannt. Man erfährt einiges aus ihrer Kindheit und Jugend, dem Verhältnis zu ihrer Familie, vor allem der engen Bindung zu ihrem Vater. Später wird sie dann die zweite Frau von Konrad Adenauer, der bereits 3 Kinder aus erster Ehe mitbringt und mit dem sie nach einem tragischen Schicksalsschlag 4 weitere Kinder bekommt. Die Handlung spielt einerseits chronologisch in den 1920er Jahren bis ins Ende der NSDAP-Zeit, zum anderen in den letzten Tagen im Krankenhaus, kurz vor Gussies Ableben.

Der Wechsel der Zeiten beim Erzählen hat mir gut gefallen – mal spürt man den Tatendrang und die Machtlosigkeit jener dunkleren Zeit während in den anderen Passagen die Gelassenheit und die zunehmende Bereitschaft zu Sterben deutlich werden.
Inhaltlich geht es um das Familienleben, oberflächlich die politische Karriere Adenauers (eher aus Sicht der Familie) sowie seinen Charakter und typische Sorgen und Nöte jener Zeit.
Am Schreibstil hat mich öfter irritiert, dass auch bei Dialogen von grösseren Gruppen nur «sagte er» oder «sagte sie» stand. Nach meinem Verständnis waren immer Konrad oder Gussie gemeint – dennoch musste ich kurz nachlesen um sicherzugehen. Das hat den Lesefluss leider etwas gestört.

Ansonsten war das Buch eine angenehme und interessante Lektüre. Ein zweites Mal werde ich das Buch aber wahrscheinlich nicht lesen.

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Veröffentlicht am 27.10.2023

Historische Liebesgeschichte in London

Das Vogelmädchen von London
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Die Geschichte handelt von Shay, dem Vogelmädchen. Sie ist Botenmädchen, Falknerin und kann zu alledem noch die Zukunft vorhersagen.
Die Handlung spielt im Jahr 1601 in London. Bei einer Verfolgungsjagd ...

Die Geschichte handelt von Shay, dem Vogelmädchen. Sie ist Botenmädchen, Falknerin und kann zu alledem noch die Zukunft vorhersagen.
Die Handlung spielt im Jahr 1601 in London. Bei einer Verfolgungsjagd über den Dächern lern Shay Nonesuch kennen. Er arbeitet beim Theater und verschafft Shay somit den Einblick in diese Welt und hinter die Kulissen. Die beiden beschliessen, ein eigenes Strassentheater zu gründen. Doch als plötzlich die Königin Elisabeth eine Vorhersage von Shay verlangt, überschlagen sich die Ereignisse.

Das Genre des Buches ist nicht eindeutig definierbar - ich würde es als Mix aus historischem Fantasyroman und verwogener Liebesgeschichte beschreiben.
Was mir gut gefallen hat, sind der verwendete Sprachstil und die dargestellte düstere Stimmung. Ich finde das sehr passend zur jeweiligen Handlung gewählt. Auch die bekannten politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten werden berücksichtigt und fliessen mit ein.
Was mich etwas gestört hat ist, dass trotz der relativ langen Geschichte, in die viele Schicksale gepackt wurden, doch eine gewisse Tiefgründigkeit gefehlt hat. Es war manchmal spannend und dann doch wieder weniger packend. Das Ende fand ich wiederum sehr gelungen.

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Veröffentlicht am 24.08.2023

Hinterlässt Zwiespalt

Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe
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Eine Frau, alleinerziehend, deren nun volljährige Kinder ausziehen, weshalb sie sich ihre Wohnung nicht mehr leisten kann und sich verkleinern muss, die versucht herauszufinden, wer sie eigentlich ist ...

Eine Frau, alleinerziehend, deren nun volljährige Kinder ausziehen, weshalb sie sich ihre Wohnung nicht mehr leisten kann und sich verkleinern muss, die versucht herauszufinden, wer sie eigentlich ist und dafür in Fotos, Erinnerungen und Familiengeschichten wühlt.
Die Autorin nimmt uns mit in die Gedankenwelt der Protagonistin, lässt uns an ihren Sorgen und Überlegungen teilhaben. Von daher ist der Schreibstil sehr passend gewählt.

Was die Zukunftsängste der Protagonistin angeht muss ich in zwei Bereiche unterscheiden. Alle Sorgen rund ums Alleinsein, neu Finden und Organisieren (müssen) kann ich nachvollziehen. Ich finde auch, dass dies im Buch gut und nahbar beschrieben wurde.
Auch die Handlung an sich gefällt mir - es geht um durchschnittliche Alltagssorgen, keine riesige Spannung, keine künstlich erzeugten Überspitzungen. Alles ist ruhig und nachvollziehbar.

Störend fand ich die ganze Thematik der Immobilien. Erst wird nur von der kleinen Stadtwohnung berichtet, die untervermietet wurde. Später kommt noch ein Haus auf dem Land dazu. In beiden will die Mutter nicht leben - macht sich aber ständig Sorgen, nichts Zahlbares zu finden, was ihren Ansprüchen genügt.
Nur schon die Tatsache, dass eine Mutter mit 2 Kindern gleich 3 Lebensräume für sich beansprucht, finde ich ziemlich dekadent. Dann aber auch noch wählerisch zu sein, das Wohnen in den eigenen Immobilien abzulehnen und dennoch zu Jammern ist für mich nicht nachvollziehbar und lässt mich in Hinblick auf die Beurteilung des Buchen mit einem faden Beigeschmack zurück.

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Veröffentlicht am 22.02.2023

Fokus liegt auf Bildern

Die kleine Rittereule
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Man merkt gleich, dass der Autor Christopher Denise bisher mit der Illustration von Kinderbüchern zu tun hatte. Diese stehen nämlich anscheinend im Fokus, während der Text in weniger als 5 Minuten vorgelesen ...

Man merkt gleich, dass der Autor Christopher Denise bisher mit der Illustration von Kinderbüchern zu tun hatte. Diese stehen nämlich anscheinend im Fokus, während der Text in weniger als 5 Minuten vorgelesen ist. Die Illustrationen finde ich sehr hübsch und altersgerecht. Auch wird dadurch die jeweilige Stimmung der Handlung gut dargestellt.

Vom Text hätte ich mir mehr erhofft. Einerseits ist die Geschichte extrem kurz gehalten. Hier hätte man durchaus mehr Handlung reinbringen können (zum Beispiel wie eine Eule von menschlichen Rittern akzeptiert wird). Zum anderen sind einige Sätze oder Aussagen so hochtrabend, dass ich bezweifle, Vierjährige - das ist die Altersempfehlung des Herausgebers - verstehen diese. Ein Beispiel: "Und zur Überraschung aller wurde er angenommen". So ein Satz müsste viel einfacher und kindgerechter formuliert werden.

Fazit: Das Buch ist ok, aber für den Preis (16 Euro!) darf man mehr erwarten.

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