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Veröffentlicht am 01.04.2024

Durchaus nette Fantasy Geschichte, aber viel weniger Mexiko als erwartet und eine Fortsetzung

Flowers & Bones, Band 1 - Tag der Seelen
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Ich lese nach wie vor sehr gern fantastische Geschichten für Jugendliche. Als ich dieses Buch hier als ersten Teil einer Dilogie bei NetGalley entdeckte, reizte mich das Cover, weil es mich ein bisschen ...

Ich lese nach wie vor sehr gern fantastische Geschichten für Jugendliche. Als ich dieses Buch hier als ersten Teil einer Dilogie bei NetGalley entdeckte, reizte mich das Cover, weil es mich ein bisschen an den Disney-Film „Coco“ erinnerte, in dem es um den mexikanischen Brauch des Día de los Muertos ging, der mich schon ziemlich faszinierte. Auch beim Lesen des Klappentextes entstand bei mir der Eindruck, dass Mexiko, La Catrina und der Tag der Toten im Vordergrund stehen. Da ich davon in einschlägiger Fantasy-Literatur noch nicht allzu viel gelesen habe, fragte ich ein Rezensionsexemplar an, freute mich, es kurze Zeit später auf meinen Kindle laden zu können und begann zu lesen:

Seit Jahren wurde Valentina in Mexiko von ihrer Mutter und ihrer Großmutter auf ihren 18. Geburtstag vorbereitet. Dann wird sie nämlich zu La Catrina, der es bestimmt ist, verlorene Seelen ins Reich der Toten zu führen. Doch ihre Mutter starb vorher an einer Krebserkrankung und ihr Vater, der – genau wie ihr Zwillingsbruder Emiliano - nichts von Valentinas Bestimmung ahnt und das auch nicht glauben würde, zog mit seinen Kindern nach Irland. Damit wird die junge Frau gegen ihren Willen gezwungen, den großen Schritt ohne die Hilfe ihrer Großmutter zu gehen.

Dennoch gefällt Irland ihr eigentlich ganz gut und ihr Bruder, der gern Fußballprofi werden möchte hat in der College-Mannschaft sogar einen richtig guten Start. Doch all seine Träume zerplatzen mit einer Verletzung, die er sich zuzog, als das Volk der Drachen aus Verzweiflung der Menschheit seine Existenz offenbart und dabei ungewollt eine Massenpanik auslöst. Während Valentina den Drachen gegenüber keine Vorurteile hat, beginnt Emiliano diese abgrundtief zu hassen und schließt sich einer Gruppe an, die allem Übernatürlichen feindlich gegenübersteht.

Während die Geschwister entzweit sind und Valentina fürchtet, von den immer mehr und radikaler werdenden Gegnern des Übernatürlichen enttarnt zu werden, freundet sie sich mit Lily an, die auf dem Campus Kaffee verkauft. Kurz vor ihrem Geburtstag erfährt sie von Lily, dass diese eine Voodoo-Hexe ist, vertraut ihr ebenfalls ihr übernatürliches Geheimnis an und freut sich, mit ihren Ängsten nicht mehr allein dazustehen. Dabei ahnt sie jedoch nicht, dass ihre Begegnung mit Lily kein Zufall war und diese ganz eigene Pläne verfolgt…

Da sich diese urban fantastische Geschichte mit romantischem Einschlag, die aus den Perspektiven von drei verschiedenen Protagonisten in der ersten Person erzählt wird, leicht und flüssig lesen ließ, hatte ich sie innerhalb kurzer Zeit ausgelesen. Sie gefiel mir durchaus gut und ich hatte zu keinem Zeitpunkt den Wunsch abzubrechen. Allerdings hatte ich im Vorfeld wesentlich mehr Mexiko und Día de los Muertos erwartet. Das nahm jedoch nur einen ziemlich kleinen Teil der Handlung ein.

Deutlich mehr ging es um die Drachen, die sich der Menschheit offenbart hatten, die Existenz anderer, nicht nur menschlicher Wesen und um die Gruppe die allem Übernatürlichen den Garaus machen möchte. Bei Letzterer sah ich in Gedanken nicht nur einmal wichtige Bezüge zur Realität. Fremdenhass ist ja leider immer noch ein aktuelles Thema und sehr oft empfinde ich, dass dieser gerade dort am größten ist, wo die Menschen am wenigsten einen direkten Bezug dazu haben und der Hass vor allem aus gezielt geschürten Ängsten entsteht.

Die Charaktere lernte ich – als Neueinsteigerin in die Fantasywelt der Autorin - situationsbezogen kennen und sie entwickelten sich über die Lesezeit hinweg immer weiter. Es gab auch so einige überraschende Wendungen. Aber, obwohl das Buch als erster Teil deklariert ist und ich insgesamt nicht wirklich Verständnisprobleme hatte, kam bei mir doch immer wieder das Gefühl auf, dass ich einige der Figuren und Geschehnisse aus der Vergangenheit eigentlich schon kennen müsste und – wie bei einer Fortsetzung – nur an verschiedene Begebenheiten erinnert wurde.

Dass dem tatsächlich so ist, zeigte mir dann die der Geschichte angehangene Figurenliste, in der ich lesen konnte, dass etliche Figuren aus den zuvor erschienenen Dilogien der Autorin „Clans of London“ und „Flame & Arrow“ am Start waren und es sich hier eigentlich um eine Fortsetzung deren Geschichten handelt. Wie bereits erwähnt, ich hatte beim Lesen keine Verständnisprobleme, finde jedoch, dass dies im Vorfeld hätte kommuniziert werden müssen. Wenn ich nämlich jetzt erst die vier Vorgängerbücher der Autorin lesen wöllte, habe ich einen massiven Informationsvorsprung, der mir im Vorfeld so überhaupt nicht bewusst war.

Sowohl auf der Verlagsseite, als auch bei Amazon werden die beide Vorgänger-Dilogien zwar erwähnt, aber nicht, dass es bei „Flowers & Bones“ direkte Bezüge zu ihnen gibt. Hätte ich das gewusst, hätte ich zumindest abgewogen, ob ich die 4 Bücher vorher lesen möchte und wenn nicht, den Informationsvorsprung billigend in Kauf genommen. So fühle ich mich jedoch ziemlich getäuscht und brauche erst einmal Abstand. Selbst den inzwischen schon erschienenen zweiten „Flowers & Bones“ Teil mag ich deshalb gerade nicht lesen.

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Veröffentlicht am 27.03.2024

Weiterhin eine durchaus unterhaltsame Lektüre, manchmal etwas zu abgedreht

Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Stoff
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Nachdem ich kürzlich im Internet auf die Ankündigung des dritten Teils der Hausboot-Detektei mit dem Untertitel „Tödlicher Stoff“ aufmerksam wurde, konnte ich bei NetGalley diesen sowie die beiden Vorgänger ...

Nachdem ich kürzlich im Internet auf die Ankündigung des dritten Teils der Hausboot-Detektei mit dem Untertitel „Tödlicher Stoff“ aufmerksam wurde, konnte ich bei NetGalley diesen sowie die beiden Vorgänger als Rezensionsexemplare anfragen, kurze Zeit später die E-Books auf meinen Kindle laden und sie hintereinander weg in der Reihenfolge ihres Erscheinens lesen.

Arie ist zwar sehr glücklich darüber, dass es endlich wieder eine Annäherung zu seinem Sohn Matts gibt, aber die Angst, erneut Fehler zu machen oder nicht fit genug für die Zukunft zu sein, lässt ihn nachts nicht zur Ruhe kommen. In den frühen Morgenstunden nach einer solch schlaflosen Nacht unternimmt er einen Spaziergang und wird Zeuge, wie ein angesehener Amsterdamer Unternehmer aus dem Nebel auf die Straße tänzelt, von einem Müllauto überfahren wird und sofort tot ist.

Von der Polizei wird das Ganze als tragischer Unfall unter Drogeneinfluss eingestuft. Die Tochter des Opfers ist jedoch davon überzeugt, dass ihr Vater ermordet wurde und beauftragt die Hausboot-Detektei mit dem Fall. Tatsächlich stoßen die Detektive bei ihren Nachforschungen auf eine Menge Ungereimtheiten und müssen letztendlich erkennen, dass es nicht immer möglich ist, sich ans Gesetz zu halten und dabei gleichzeitig das Richtige zu tun…

Auch diesen dritten Teil der Reihe um die fünf skurril liebenswerten Detektive habe ich wieder in kürzester Zeit ausgelesen. Die netten Zufälle, die die Detektive weiterbringen und an denen ihre ebenso liebenswerten Haustiere ihren Anteil haben, gehören für mich inzwischen schon fest zu der Reihe. Dennoch sind die eigenen Ansätze der Truppe in Sachen Ermittlungsarbeit inzwischen schon etwas professioneller geworden. Auch das empfand ich als gut und wichtig für die weitere Entwicklung der Detektei.

Allerdings gab es diesmal einige Wendungen, die der aktuelle Fall nahm, die ich als deutlich abgedrehter empfand, als bei den Fällen in den vorherigen Teilen und nicht alle davon gefielen mir. Ich möchte nicht spoilern, aber bei der Lösung des Falles wurde diesmal für mich irgendwie eine Grenze überschritten, die mir für das sympathische Noch-Quintett überhaupt nicht gefiel und die für mich auch weit über das Beschaffen von Informationen auf nicht ganz legalen Wegen hinausging.

Auch die Erwähnungen der vorherigen Bücher über die Hausboot-Detektei im Rahmen der Geschichte empfand ich diesmal als ein bisschen zu häufig und damit leicht nervig. Ein schon ins Fantastische gehender Traum, der zwar irgendwie durchaus zu der netten strickenden Hippie-Omi und der Situation an sich passte, war mir ebenfalls etwas zu abstrus. Letztendlich gefiel mir jedoch sehr gut, wohin alles führte und kurz vor dem Cliffhanger am Ende, feierte ich erst mal kräftig mit.

Trotz der Sachen, die mir diesmal nicht ganz so gut gefielen, kann ich nicht leugnen, dass ich die Hausboot-Detektei Reihe noch immer wirklich sehr mag. Den im August 2024 erscheinenden vierten Teil mit dem Untertitel „Tödliche Farben“ werde ich daher auf jeden Fall auch wieder lesen.

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Veröffentlicht am 17.03.2024

Relativ flüssig lesbar, packte mich aber nicht wirklich

Die Auszeit
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Dieses Buch entdeckte ich bei NetGalley. Der Klappentext und die Ankündigung als packender Thriller mit faszinierenden Figuren und soghafter Atmosphäre reizten mich. So fragte ich ein Rezensionsexemplar ...

Dieses Buch entdeckte ich bei NetGalley. Der Klappentext und die Ankündigung als packender Thriller mit faszinierenden Figuren und soghafter Atmosphäre reizten mich. So fragte ich ein Rezensionsexemplar an und freute mich, als ich es kurze Zeit später auf meinen Kindle laden und gleich mit dem Lesen beginnen konnte.

Als die erfolgreiche Influencerin Viktoria Kaplan mit ihrer Clique in einem abgeschiedenen und versteckt gelegenen Luxus-Retreat in den Alpen für eine Auszeit sowie zum Feiern eines Meilensteins eintraf, erhofften sich der Besitzer Pierre und sein Team davon noch eine tolle Werbung für das kostspielige Anwesen. Doch schon kurz nach Ankunft der vermeintlichen Freunde sind deutliche Spannungen zwischen den Gästen unübersehbar.

Dann gibt es auch noch einen brutalen Mord und durch verschlechterte Witterungsbedingungen ist das Retreat komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Alles deutet erst einmal darauf hin, dass die Tat eine Person aus der Clique begangen hat. Diese kann sich zwar an absolut nichts erinnern, ist aber fest davon überzeugt, dass sie niemals dazu fähig gewesen wäre und versucht sich zu entlasten.
Plötzlich ist fast jeder Anwesende – egal ob Gast oder Mitarbeiter - verdächtig. Zudem stellt sich die Frage, ob eventuell sogar Jemand das Anwesen gefunden und sich unbemerkt eingeschlichen hat…

Insgesamt empfand ich die Geschichte nicht als so packend wie angekündigt. Sie ließ sich zwar recht flüssig lesen, ich empfand auch nicht allzu viele Längen und es gab durchaus ein paar überraschende Wendungen. Es war jedoch nicht so, dass ich während des Lesens permanent eine atmosphärische Spannung empfand und mir Leseunterbrechungen schwergefallen wären. Probleme hatte ich in der ersten Hälfte dann allerdings beim Wiedereinstieg, wenn die Unterbrechung mitten in einem Kapitel geschah.

Das lag vor allem daran, dass die Geschichte zwar aus den Perspektiven von verschiedenen Protagonisten, aber immer in der ersten Person erzählt wurde und ich beim Weiterlesen manchmal nicht sofort wieder wusste, wer denn gerade das Wort hat und immer mal zurückblättern musste. Den Aufbau, mit den Wechseln zwischen den Geschehnissen in der Gegenwart, die immer aus der Perspektive von ein und derselben Figur erzählt werden und der Vergangenheit, die stets mit einem Countdown, in Stunden oder später Minuten, bis zur Tat beginnen, fand ich okay.

Trotzdem war ich manchmal auch ziemlich genervt. Z. B. als es, nachdem ziemlich schnell bekannt war, dass es in der Gegenwart den Mord gegeben hat, eine Weile dauerte bis rausgelassen wurde, um wen es sich bei der Toten eigentlich handelt. Wirklich faszinierend empfand ich die Charaktere allesamt nicht und entwickelte auch keine echten Sympathien. Die Sphären der Scheinwelt, in denen sie sich bewegten sind einfach nicht die meinen und gelegentlich stieß mir auch die nicht nur vom Täter, der unter seinem Usernamen ebenfalls einige Male auf der Vergangenheitsebene zu Wort kam, verwendete vulgäre Sprache auf.

Die Identität des Täters, erahnte ich bereits eine ganze Weile vor der Bekanntgabe. Da gab es dann eine Zeit, in der ich eigentlich nur noch weiterlas, um das auch bestätigt zu bekommen. Den Showdown empfand ich dann zwar tatsächlich als spannend, aber auch ziemlich brutal. Im Großen und Ganzen fand ich das Buch jetzt zwar nicht ganz schlecht, aber eben auch nicht herausragend gut.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Leider konnte mich die Geschichte nicht packen und sprachlich war ich oft genervt

Haus Waldesruh
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Als ich dieses Buch bei NetGalley entdeckte, reizten mich das düstere Cover und die Inhaltsangabe. Daher fragte ich ein Rezensionsexemplar an und freute mich, es kurze Zeit später auf meinem Kindle lesen ...

Als ich dieses Buch bei NetGalley entdeckte, reizten mich das düstere Cover und die Inhaltsangabe. Daher fragte ich ein Rezensionsexemplar an und freute mich, es kurze Zeit später auf meinem Kindle lesen zu können.

Anna, Lea, Ferdinand und Marco sind ehemalige Klassenkameraden und hatten seit der Matura (gleichzusetzen mit dem deutschen Abitur) vor fast 15 Jahren kaum Kontakt zueinander. Nun hat Marco das Grüppchen ins Jagdhaus eines Onkels zu einem Treffen eingeladen. Anfangs freuen sich alle über das Wiedersehen und es hat auch keiner etwas dagegen, dass sich Leas Zufallsbekanntschaft Frank zu ihnen gesellt. Doch schon bald gibt es Konflikte und schnell drehen sich die Gespräche um den einen, der fehlt. Als dann noch ein ungeladener Gast auftaucht, kommt es zu einem Fiasko…

Diesen in der dritten Person verfassten Roman konnte ich zwar relativ schnell lesen. Wirklich begeistert hat mich die darin erzählte Geschichte jedoch nicht und auch die Ausdrucksweise des Autors war für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Schon als die ehemaligen Klassenkameraden im Haus Waldesruh nacheinander ankamen und sich begrüßten, war ich von der inflationären Verwendung des Wortes jauchzen genervt. Es gibt so viele Begriffe, die eine überschwängliche Freude ausdrücken können, aber hier wurde permanent gejauchzt. Doch auch sonst haderte ich sprachlich mit so mancher Formulierung, die ich als falsch oder unpassend empfand.

Leider wurden mir die Charaktere nach der Begrüßung nicht wirklich sympathisch und Teile der Geschichte waren für mich sogar ziemlich vorhersehbar. Dass mit Frank irgendwas nicht stimmt, stellte Anna ja beizeiten fest. Hier hatte ich schon, als sie das erste Mal dachte, dass ihr etwas an ihm bekannt vorkommt, den richtigen Riecher. Und auch, wer der ungeladene Gast war, ahnte ich, lange bevor er auftauchte. Im Endspurt und in der Auflösung gab es für mich dann zwar trotzdem noch ein paar Überraschungen, eine davon auch haarsträubend. Diese entschädigten mich jedoch nicht für das von mir als ansonsten eher schlecht empfundene Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 25.09.2024

Noch mehr Längen als im Vorgänger und vieles wirkte auf mich sehr unglaubhaft zurechtkonstruiert

Still with me
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Dieses Buch ist der dritte Teil der King City High-Reihe. Diese wurde seit 2015 von der Autorin selbst auf Wattpad - die weltweit größte Social Reading-Plattform - veröffentlicht. Dort war sie so erfolgreich, ...

Dieses Buch ist der dritte Teil der King City High-Reihe. Diese wurde seit 2015 von der Autorin selbst auf Wattpad - die weltweit größte Social Reading-Plattform - veröffentlicht. Dort war sie so erfolgreich, dass der Piper Verlag sie nun in überarbeiteter Version als Paperbacks und E-Books herausgibt.

Geschrieben ist die Reihe eigentlich für junge Erwachsene. Obwohl ich mich alterstechnisch schon lange nicht mehr zur Zielgruppe zählen darf, lese ich solche Bücher immer mal wieder gern. Nachdem mir die beiden Vorgänger gut gefielen, wollte ich das als packend angekündigte Finale der Trilogie nicht verpassen. Auch davon wurden bei NetGalley wieder Rezensionsexemplare angeboten und ich freute mich sehr, dass meine Anfrage erfolgreich war und ich das E-Book noch vor dem Erscheinungstermin auf meinem Kindle lesen konnte.

Das neue Schuljahr hat begonnen und damit sind Amelia und ihre Freunde auch wieder in Reichweite ihrer alten Widersacher. Zwar scheinen Letztere inzwischen das kleinste Problem von Amelia, Aiden und Co. zu sein, aber die neuste Lüge der Tochter der Direktorin, erfordert Handlungsbedarf. An seinem 18. Geburtstag erhält Aiden eine Glückwunschkarte, die jedoch eher eine Drohung ist. Das, was Amelia vor ihrem Ferienaufenthalt im Strandhaus bei sich daheim entdeckte, steht noch immer im Raum und auch die Gefahr, wegen der sie überhaupt in King City gelandet ist, ist noch lange nicht gebannt. Wird es ihnen gelingen, all diese Probleme zu lösen, ohne, das Amelia erneut alles aufgeben muss?

Auch dieser letzte Teil, der wieder in der ersten Person aus der Perspektive von Amelia verfasst ist, ließ sich durchaus wieder flüssig lesen. Allerdings dauerte es mir diesmal etwas zulange, ehe wieder etwas wirklich Spannendes geschah. Da im Vorgänger so viele Fragen offengeblieben waren, hätte ich mir im Abschlussbuch der Reihe von Anfang an irgendwie ein strafferes Tempo gewünscht. Hier empfand ich die Tatsache, dass zu viele Geschehnisse aus dem letzten Buch noch einmal aufgewärmt wurden, sogar noch etwas nerviger, als im zweiten Teil. Kurze Erinnerungen daran sind für mich in Ordnung, hier war mir das jedoch erneut zu umfangreich.

So freute ich mich zwar, dass die Beziehung von Amelia und Aiden stabil ist, wollte aber eigentlich endlich Antworten auf meine Fragen und war deshalb schon in der ersten Hälfte längere Zeit etwas genervt. Die Autorin wob zwar in die diese noch einmal Verwicklungen mit den alten Widersachern ein. Teilweise empfand ich die so, wie sie beschrieben waren und vor allem die Auswirkungen auf eine Person aus dem Freundeskreis, nicht wirklich glaubhaft. Die eingebaute Brücke zur Situation von Amelia überraschte mich zwar wieder, aber auch hier hatte ich in der ersten Hälfte sehr das Gefühl, dass die Autorin danach die kurz aufkeimende Spannung zerredete.

Eine Art Nervenkitzel kam bei mir erst ungefähr ab der Hälfte das Buches wieder auf. Dieser flaute danach aber auch noch einmal für längere Zeit wieder ab. Die tatsächlichen Umstände von Gregs Tod überraschten mich dann zwar auch wieder, der gesamte Umgang damit war für mich jedoch ebenfalls wieder nicht wirklich glaubwürdig. Auch das Zusammentreffen mit Amelias persönlichen Widersacher überzeugte mich von der Glaubhaftigkeit her wieder nicht. Klar ist es schön, das Mädchen am Ende als die Heldin dastehen zu lassen, aber auf mich wirkte das Meiste wieder ganz unrational zurechtkonstruiert, vor allem, weil ich durch die von mir empfundenen Längen zwischenrein, deutlich mehr Zeit zum Nachdenken hatte, als bei den beiden Vorgängerbüchern.

Während diese Beiden mich während der meisten Lesezeit wirklich gut unterhalten hatten, war ich von diesem Abschlussbuch die meiste Zeit leider genervt. Das Ende ist dann zwar irgendwie so, wie ich es mir auch gewünscht habe, also tatsächlich versöhnlich und die eigentliche Zielgruppe wird vielleicht auch Einiges, was ich als nicht wirklich glaubhaft empfand, einfach als gegeben hinnehmen. Als wirklich packend fand ich das Finale leider nicht. Dafür habe schon zu viele Bücher oder Reihen für junge Erwachsene gelesen, bei denen auch mich die endgültigen Aufklärungen zufriedenstellten.

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