Mehr als nur eine süße Young Adult Romance Geschichte!
Imogen, Obviously„Wenn ich queer wäre, müsste ich es denn nicht wissen?“
Mit ihren wichtigen Geschichten, ihren authentischen und humorvollen Charakteren hatte sich Becky Albertalli mit ihren queeren Young Adult Büchern ...
„Wenn ich queer wäre, müsste ich es denn nicht wissen?“
Mit ihren wichtigen Geschichten, ihren authentischen und humorvollen Charakteren hatte sich Becky Albertalli mit ihren queeren Young Adult Büchern direkt in mein Herz geschrieben. Als ihr neuestes Buch „Imogen, Obviously“ angekündigt wurde, stand direkt fest das ich es lesen musste. Wie es mir gefallen hat, erfahrt ihr in der Rezension!
Handlung
Mit viel Feingefühl erzählt „Imogen, Obviously“ die Geschichte von Imogen, die sich langsam ihrer Sexualität bewusst wird. Hierbei schaffte Becky Albertalli eine sehr sanfte, aber unfassbar schöne und authentische Romanze, die in keinster Weise toxisch ist.
Handlungstechnisch mag „Imogen, Obviously“ für einige Lesende nicht sonderbar spannend sein, da es auf größeres Drama verzichtet und sehr viel Wert auf Imogens Gefühle und Gedanken legt, für mich war es jedoch perfekt. Die Handlung selbst spielt an gerade Mal neun Tagen. Der Zeitraum mag für eine Geschichte, die eine Romanze beinhaltet, relativ kurz sein, aber vertraut mir, wenn ich sage, dass es am Ende dennoch alles passt. Die Romanze ist auch nicht der Hauptbestandteil der Geschichte. Im Buch u.a. noch zahlreiche wichtige Diskussionen über die queere Identität statt und das Thema Freundschaft und gegenseitiger Support spielen hier eine große Rolle. Der Spaß und die witzigen Szenen, die man aus ihren anderen Werken kennt, findet man hier selbstverständlich auch.
Besonders gut hat es mir auch gefallen, dass die Geschichte sich größere Dramen erspart. Der, für mich persönlich vorhersehbare Konflikt, war zwar vorhanden, wurde jedoch nicht unnötigerweise in die Länge gezogen.
Wer die Autorin verfolgt und ihre Geschichte kennt wird auch schnell feststellen, wie viel persönliches von ihr in dieser Geschichte steckt und somit ist „Imogen, Obviously“ für mich wieder ein Beweis, wie groß die Auswirkung von Own Voice Autoren ist. Ich habe zwar schon zahlreiche queere Geschichten gelesen, aber sobald eine solche Geschichte von einem/einer Own Voice Autoren/Autorin geschrieben wird, ist die Wirkung und Tiefe dieser nochmals ganz anders.
Charaktere
Die Charaktere bleiben für mich, neben den tiefgreifenden Geschichten, immer das Beste an den Büchern von Becky Albertalli.
Imogen selbst war eine sehr sympathische und authentische Protagonistin. Ihre Gedanken, Sorgen und Unsicherheiten waren sehr greifbar. Sie versucht es alles recht zu machen und verliert dabei einen Teil von sich selbst. Es fiel mir sehr leicht mich in ihr hineinzuversetzen, da ich mich mit vielen ihrer Charakterzüge und Gedankengänge identifizieren konnte. Es war sehr schön ihre Entwicklung im Verlaufe der Geschichte mitzuerleben und wie sie es langsam schafft, für sich einzustehen.
Tessa war ebenfalls ein großartiger Charakter. Chaotisch, lustig und einfach nur liebenswürdig. Es ist kein Wunder das Imogen Gefühle für sie entwickelt hat.
Die Romanze zwischen den beiden war wirklich großartig. Die Gespräche, die Blicke und die Nachrichten. Es war wirklich schön mitanzusehen, wie sich die Romanze Stück für Stück entwickelt und wie sie ohne größeres und vor allem unauthentisches Drama auskommt.
Die Dynamik zwischen den Charakteren empfand ich auch generell aus großartig. Besonders die zwischen Imogen/Lili und Imogen/Edith. Es war deutlich spürbar das sich die beiden sehr um Imogen sorgen und sie nur das Beste für sie wollen.
Gretchen hingegen war ein etwas schwieriger Charakter, den aus den Gründen hier nicht genauer erläutern werde.
Auch die College Freundesgruppe war großartig. Ich fand es sehr schön wie sie ohne großes Nachfragen Imogen in ihre Kreise aufgenommen haben.
Schreibstil
Locker und flockig beschreibt den Schreibstil von Becky Albertalli perfekt.
Fazit
Mit „Imogen, Obviously“ hat Becky Albertalli ein weiteres großartiges queeres YA Buch geschrieben, welches den Lesenden wichtige Themen vermittelt. Mit einem stetigen Grinsen auf den Lippen bin ich förmlich durch die Seiten geflogen. Wer ihre anderen Bücher liebt, sollte es sich definitiv anschauen.
Ein Teil von mir hofft, dass wir vielleicht in der Zukunft noch mit Spin Off Geschichten rechnen können. Edith hätte nämlich meiner Meinung nach ihre eigene Geschichte mehr als nur verdient.