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Veröffentlicht am 08.04.2024

Bereit für Séancen im viktorianischen Zeitalter? 🕯️

Die geheime Gesellschaft
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1873: Ein Medium nutzt ihre Gabe, um ungeklärte Mordfälle zu lösen, während die Séance Society Frauen von ihren Erkenntnissen ausschließt und den exklusiven Status zu erhalten versucht – bis einer aus ...

1873: Ein Medium nutzt ihre Gabe, um ungeklärte Mordfälle zu lösen, während die Séance Society Frauen von ihren Erkenntnissen ausschließt und den exklusiven Status zu erhalten versucht – bis einer aus den eigenen Reihen stirbt...

Mich haben letztendlich vor allem zwei Aspekte bewegt: Zum einen, dass Lenna aus Liebe zu ihrer verstorbenen Schwester unbedingt an die spirituellen und okkulten Praktiken glauben möchte – und sich sogar ausbilden lässt! –, gleichzeitig aber ohne Beweise an deren Echtheit zweifelt, und zum anderen wie Trauer und Konventionen ein zentrales Bindeglied der Geschichte werden.

Atmosphärisch hat mir die Geschichte gut gefallen, wobei es für mich noch etwas unheilvoller hätte sein können. Dafür waren die breite Menge an (zum Teil auch widersprüchlichen) Gefühlen, die die beteiligten Personen mit in die Séancen bringen, für mich sehr greifbar. Außerdem war der weibliche Zusammenhalt erfrischend.

Es gab leider einen Charakter, der einfach eine maximal unangenehme Person ist – wie einige Leute in den Kommentarspalten bei Facebook – und bei dem ich grundsätzlich die schlimmsten Handlungen erwartet habe. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Entwicklung etwas subtiler gewesen wäre.

Trotz der düsteren Themen finden auch zarte Gefühle ihren Weg in die Geschichte. Ohne Machtgefälle hätte mir diese Entwicklung besser gefallen, schön fand ich‘s trotzdem.

Insgesamt ist „Die geheime Gesellschaft“ ein leichtgängiger Genre-Mix für einen gemütlichen Sonntag auf dem Sofa. Ich war bis zum Ende gespannt, ob und wie die Autorin die Frage nach Geistern lösen wird: Alles nur Trugbilder oder gibt es doch Dinge, die unerklärlich bleiben?

Am Ende des Buches findet sich zudem ein kleiner Exkurs zu viktorianischen Trauerbräuchen. Eine Kleinigkeit ganz nach meinem Geschmack.

Die Übersetzung stammt von Julia Walther, die auch „Die Unbändigen“ (ebenfalls empfehlenswert) übersetzt hat.

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Veröffentlicht am 08.04.2024

Tolle Atmosphäre, aber eher dürftiges Worldbuilding

Haus aus Salz und Tränen
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Raue Klippen, Salz in der Luft, Getuschel über einen Fluch, Götter (und Göttinnen), die den Menschen erscheinen und die feste Verbindung zur See… Für mich, die quasi mit Fischbrötchen auf die Welt gekommen ...

Raue Klippen, Salz in der Luft, Getuschel über einen Fluch, Götter (und Göttinnen), die den Menschen erscheinen und die feste Verbindung zur See… Für mich, die quasi mit Fischbrötchen auf die Welt gekommen ist, ideale Voraussetzungen für ein gutes Buch. 🐚

Vor allem zu Beginn bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Die Atmosphäre ist angenehm unheimlich, der Bezug zum Meer wunderbar und die Familienverhältnisse sowie –tragödien vielversprechend. Außerdem ist „YA-Horror-Fantasy-Mystery mit ein bisschen Romance“ ein interessanter Mix, sodass ich einen ganzen Schuhkarton voller Ideen & Theorien zum Geheimnis um die Töchter des Herzogs von Highmoor hatte.

Als dann die erste Einladung zum Ball ins Haus geflattert ist, war ich bereit mich in die Abendgarderobe zu werfen (bzw. eher Mäuschen zu spielen). Dank Klappentext wusste ich natürlich bereits, dass hier etwas nicht ganz mit rechten Dingen zugeht. 🤫

Leider hat sich die Welt – deren Ansätze ich richtig cool finde! – für mich zum Teil aber auch chaotisch angefühlt. Dadurch hatte ich an einigen Stellen das Gefühl, dass sich die Geschichte nicht rund zusammensetzen wird und mir als Außenstehende kollektives Wissen der Charaktere fehlt. So interessant ich viele Gedanken auch finde, letztendlich hätte es mir besser gefallen auf Teile zu verzichten, wenn andere dafür mehr Raum bekommen hätten. Das hätte ggf. auch dazu geführt, dass sich die Enthüllungen und Erklärungen gegen Ende weniger überschlagen hätten.

Die letzten Seiten waren für mein Empfinden auf jeden Fall zu viel des Guten & haben (für mich) nicht zum starken Anfang des Buches gepasst.

Wenn ihr nach einem easy read sucht & wie ich vor allem für die Atmosphäre am Start seid, dann kann ich euch das Buch empfehlen. Wenn’s euch mehr um die Charaktere & Welt geht, dann will ich euch zumindest vorwarnen, dass es zum Teil etwas holprig werden könnte.

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Veröffentlicht am 08.04.2024

Vincent van Gogh kennt fast jede:r, aber wieso eigentlich?

Die Entflammten
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In „Die Entflammten“ lenkt Simone Meier den Blick auf eine Frau, die trotz ihrer erfolgreichen Bestrebungen eher weniger bekannt ist: Johanna van Gogh-Bonger, die ihren Schwager berühmt gemacht hat.

Gina ...

In „Die Entflammten“ lenkt Simone Meier den Blick auf eine Frau, die trotz ihrer erfolgreichen Bestrebungen eher weniger bekannt ist: Johanna van Gogh-Bonger, die ihren Schwager berühmt gemacht hat.

Gina ist Kunsthistorikerin und stößt über hundert Jahre später auf Jos Geschichte. In ihrem Umfeld scheint Gina von Menschen umgeben zu sein, die ihren Weg „einfach so“ gefunden haben, wohingegen sie ihre Stimme noch immer sucht und ihr Vater seit zwanzig Jahren an einem zweiten Buch scheitert – der ausbleibende Erfolg Nährboden für verschiedene Konflikte.

Beim Lesen war ich mir nicht immer sicher, ob mir die Art der Erzählung gefällt. Grenzen verschwimmen, Teile gehen fließend ineinander über, die zum Teil nüchterne Darstellung steht im deutlichen Gegensatz zu einigen geschilderten Erlebnissen und dem Dialog im Fiebertraum… Außerdem hatte ich erwartet mehr darüber zu erfahren, wie Jo der Durchbruch als Frau in der Kunstwelt gelungen ist, dass der Tod der Brüder (da im Klappentext genannt) der Ausgangspunkt sein wird und dass Ginas Recherchen mehr im Fokus stehen würden.

Nichts davon hat sich erfüllt, aber: Letztendlich hat mich die Geschichte trotzdem eingefangen! 🙌🏼 Gina, die Vignetten aus ihrem Leben teilt und gleichzeitig Teile aus Jos Vergangenheit erkundet und Jo, die im Vergleich stärker und mutiger wirkt – oder liegt das nur daran, dass wir bereits wissen, dass ihre Bestrebungen Früchte tragen werden?

Auch wenn der Roman eher mit Liebe und Kunst wirbt, für mich war es vor allem eine Geschichte über Inspiration. Wir haben Jos Geschichte, die Interesse weckt sich näher mit ihr zu befassen, die Gina aber am Ende doch nicht überschattet. Stattdessen ist sie der Anstoß ihre Geschichte zu Papier zu bringen, über eigene Erfahrungen zu reflektieren und Mut zu fassen. Vielleicht hat mich das Buch auch einfach in einem passenden Moment erwischt, rückblickend bin ich sehr angetan von dem Buch und den verschiedenen Ebenen. 📖

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Veröffentlicht am 10.03.2024

Fluffige Geschichte

Wildfire
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Manchmal darf es bei mir auch Friede, Freude, Eierkuchen und ganz viel Fluff sein – ich präsentiere: 𝗪𝗶𝗹𝗱𝗳𝗶𝗿𝗲.

🥂 Dual POV
🌱 Found Family
🍪 cinnamon roll character
🏕️ kein third act breakup
🐶 Welpen ...

Manchmal darf es bei mir auch Friede, Freude, Eierkuchen und ganz viel Fluff sein – ich präsentiere: 𝗪𝗶𝗹𝗱𝗳𝗶𝗿𝗲.

🥂 Dual POV
🌱 Found Family
🍪 cinnamon roll character
🏕️ kein third act breakup
🐶 Welpen
🌳 Es bleibt Plot übrig, wenn man die spicy Szenen streicht.

Es gab ein paar Aspekte, die für mich nicht ganz rund waren, ich fand es aber schön, dass z. B. Mental Health wieder Thema war. Mit 20 hätte ich auch gern einen Russ gehabt. Don't settle for less. Außerdem war der Epilog richtig schön!

„It's no secret that I love books. I love stories about people I don't know, and places I haven't been to. I've lived a thousand lives between a thousand pages, but no story, no life, no page has ever made me as happy as you do.“

"We could have just had a conversation. This is not the kind of main character moment I'm looking for in my life!"

Werde ich den nächsten Band auch lesen? Selbstverständlich! Die Protagonistin hat einen Buchclub (aaaah!) – ich erwarte viel.

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Veröffentlicht am 10.03.2024

Hätte euch „Fourth Wing trifft auf Mulan und Cinderella“ auch neugierig gemacht?

Dragon Games - Herz aus Feuer
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🎭 Maskenbälle
🔍 beunruhigende Vorfälle
🐉 feuerspeiende Begleiter
⚔️ Arenakämpfe

Durch 𝗗𝗿𝗮𝗴𝗼𝗻 𝗚𝗮𝗺𝗲𝘀 ist mir wieder aufgefallen, wie unterhaltsam Geschichten mit verdeckten Identitäten, Verschwörungen & ...

🎭 Maskenbälle
🔍 beunruhigende Vorfälle
🐉 feuerspeiende Begleiter
⚔️ Arenakämpfe

Durch 𝗗𝗿𝗮𝗴𝗼𝗻 𝗚𝗮𝗺𝗲𝘀 ist mir wieder aufgefallen, wie unterhaltsam Geschichten mit verdeckten Identitäten, Verschwörungen & Spionage sind! Vic gibt sich nicht nur als Mann aus, um Drachenritter werden zu können, sondern schlüpft auch noch in eine weitere Rolle, die sich durch eine (un-)glückliche Fügung ergibt. Zusätzlich kommt es zu verschiedenen Zwischenfällen im Rahmen der Arenakämpfe. Einfach wird’s für Vic daher nicht.

Für Dragon Games muss euer bevorzugtes Genre nicht Fantasy sein, die Namen lassen sich alle ohne Knoten in der Zunge aussprechen & dem Worldbuilding lässt sich ganz leicht folgen. Jedes Kapitel startet außerdem mit einem Auszug aus dem Kodex der Drachenritter – ganz nebenbei lernen wir beim Lesen also auch etwas mehr über die Gepflogenheiten.

Nach dem Tod ihres Herren untersteht Vic als Knappe plötzlich Sir James, der zwar ausgesprochen talentiert, leider aber auch ausgesprochen selbstgefällig und (in nächtlichen Konversationen) äußerst charmant ist. Für mich gab es zu Beginn ein paar Momente in denen ich James weniger ins Herz schließen konnte, z. B. als er „der Unbekannten“ auf einem Ball nachsetzt und sich aufdrängt, obwohl sie mehrmals zum Ausdruck gebracht hat, dass sie kein Interesse an seiner Gesellschaft hat. Außerdem äußert er in diesem Kontext, dass ihre Abweisung bloß Taktik sein könnte, um sein Interesse zu wecken. Mit der Zeit lässt er sich aber zunehmend in die Karten schauen & zeigt eine ganz andere Seite!

Im zweiten Teil hoffe ich vor allem auf ein Wiedersehen mit Belana!🥹

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