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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2024

Ein neuer Fall für Malbec

Glutroter Luberon
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Kommissar Malbec ermittelt hier in seinem vierten Fall und ich bin gerne wieder mit in die Provence gereist. Allerdings war ich froh, dass ich dieses Mal nicht vor Ort war bei der großen Hitze. Die Hitze, ...

Kommissar Malbec ermittelt hier in seinem vierten Fall und ich bin gerne wieder mit in die Provence gereist. Allerdings war ich froh, dass ich dieses Mal nicht vor Ort war bei der großen Hitze. Die Hitze, der Klimawandel, Wasserknappheit und drohende Waldbrände spielen hier im Hintergrund immer eine Rolle.
In einer borie wird die Leiche einer Frau gefunden, in den Händen einen Rosenkranz. Aber wer ist diese junge Frau? Niemand wird vermisst. Als dann noch herauskommt, dass die Frau vor Kurzem ein Kind zur Welt gebracht hat, wird die Suche nach dem Kind noch dringender.
Malbec begibt sich dieses Mal nach Roussillon und weiteren Orten, an denen früher Ocker abgebaut wurde. Ralf Nestmeyer, der auch Reiseführer-Autor ist, verbindet hier wieder einmal gekonnt sein Fachwissen mit dem spannenden Kriminalfall und ich habe viel Neues gelernt. Auch der kulinarische Aspekt kommt natürlich wieder nicht zur kurz und an so manch einer Stelle ist mir mal wieder das Wasser im Mund zusammen gelaufen bei der Beschreibung der köstlichen Gerichte.
Wenn man die Reihe kennt, freut man sich über das Wiedersehen mit vielen bekannten Charakteren, es gibt auch immer mal wieder kurze Verweise auf Vergangenes, dennoch finde ich, dass man diesen Krimi auch gut lesen kann, wenn man die Vorgänger nicht kennt.
Die Auflösung ist gut gemacht und viel zu schnell war der Krimi ausgelesen.

Veröffentlicht am 25.04.2024

Liebenswert

Willkommen bei den Grauses 1: Wer ist schon normal?
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Ottilie freut sich, dass endlich gegenüber neue Nachbarn einziehen, denn das Haus stand definitiv viel zu lange leer.
Aber sie hätte nie erwartet, was sie für Abenteuer mit den neuen Nachbarn erleben würde ...

Ottilie freut sich, dass endlich gegenüber neue Nachbarn einziehen, denn das Haus stand definitiv viel zu lange leer.
Aber sie hätte nie erwartet, was sie für Abenteuer mit den neuen Nachbarn erleben würde und was für eine besondere, nun ja, Familie, die Grauses sind. Denn die Mitglieder der Familie Grause sind keine Menschen. Aber sie müssen sich eingliedern und dürfen auf keinen Fall auffallen, denn sonst werden ihnen Punkte abgezogen. Besonders Opa Grause tut sich schwer mit dem neuen Leben, denn der Waldschrat hat einfach ganz andere Vorlieben.
Ottilie nähert sich langsam an die Kinder an; denkt sich Spiele aus, bei denen die Kinder - sind es nun zwei oder doch drei? - drinnen bleiben können.
Ein sehr warmherziges Buch über das Anderssein, über Warmherzigkeit, Freundschaft, Akzeptanz, aber auch mit ganz viel Humor, bei dem man mit den Charakteren lachen kann - und nicht über sie.

Veröffentlicht am 20.04.2024

Großartig

Marseille 1940
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Ich bin ein großer Frankreichfan und interessiere mich für Geschichte und Literatur. Über die Besetzung und die Flucht vieler Künstler und Schriftsteller habe ich schon einige Sachbücher, aber auch Romane ...

Ich bin ein großer Frankreichfan und interessiere mich für Geschichte und Literatur. Über die Besetzung und die Flucht vieler Künstler und Schriftsteller habe ich schon einige Sachbücher, aber auch Romane gelesen, die dies zum Thema hatten.
Dieses Buch ist dennoch etwas ganz Besonderes, denn es ist so umfassend und zugleich spannend geschrieben. Für mich war es gerade weil ich schon einiges zu dem Thema wusste ein so überaus großartiges Buch, denn so konnte ich meine Kenntnisse vertiefen und mein Halbwissen durch Wissen ersetzen.
Der amerikanische Journalist Varian Fry und seine vielen Helfer haben so vielen Menschen - über 2.000 - die Flucht ins Exil ermöglicht und somit ihr Leben gerettet. Es ist immer wieder schön von so mutigen Menschen zu lesen, die für andere ihr eigenes Leben riskieren und einfach alles geben und immer wieder neue Wege suchen. Denn solche Aktionen laufen nicht immer ohne Fehlschläge und Rückschläge ab.
Sehr gut recherchiert und am Ende gibt es eine gute Bibliographie. Zudem flüssig und fesselnd geschrieben.

Veröffentlicht am 16.04.2024

Genialer Krimi

Evas Rache
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Genialer Krimi
Ich habe bereits die ersten drei Bände um Paul Stainer gelesen und habe mit Spannung den leider wohl letzten Teil der Reihe gelesen.
Es beginnt schon dramatisch im Prolog, der geschickt ...

Genialer Krimi
Ich habe bereits die ersten drei Bände um Paul Stainer gelesen und habe mit Spannung den leider wohl letzten Teil der Reihe gelesen.
Es beginnt schon dramatisch im Prolog, der geschickt mysteriös die Perspektiven wechselt und Zusammenhänge andeutet - ein meisterhafter Start. Überhaupt passiert schon zu Beginn so unglaublich viel, aber dennoch behält man gut den Überblick.
Wer ist die "Bestie von Leipzig" und verantwortlich für die Morde an jungen, blonden Frauen? Als dann noch Maria Dorn ins Spiel kommt, wird es noch verzwickter und unvorhersehbarer.
Die Leser*innen erwartet hier nicht nur ein spannender Fall einer Mordserie, sondern es geht um viel mehr. Auch die politischen Hintergründe werden wieder geschickt eingebunden, drängen sich aber andererseits nicht zu sehr in den Vordergrund. Seien es nun politische Morde, die Inflation oder aber auch das Erstarken der Rechten.
Man kann das Buch auch gut lesen, ohne die Vorgänger zu kennen, aber wie immer ist es natürlich schön, die Hintergrundgeschichte weiter zu verfolgen. Und auch Eule, Stainers Katze, hat hier auch wieder ihren Platz.
Die Ermittlungen sind ganz schön verzwickt, Stainer wird so manch ein Stein in den Weg gelegt, aber dann löst er doch alle Rätsel. Spannend bis zum Schluss und unterhaltsam sowieso.
Ich freue mich schon auf weitere Bücher von Thomas Ziebula.

Veröffentlicht am 14.04.2024

Meisterhaft

Astrids Vermächtnis
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Nach "Die Glocke im See" und "Ein Rätsel auf blau-schwarzem Grund" dürfen wir mit "Astrids Vermächtnis" noch ein letztes Mal zu der Geschichte um die Hekne Schwestern und die Zwillingsglocken in das abseits ...

Nach "Die Glocke im See" und "Ein Rätsel auf blau-schwarzem Grund" dürfen wir mit "Astrids Vermächtnis" noch ein letztes Mal zu der Geschichte um die Hekne Schwestern und die Zwillingsglocken in das abseits gelegene norwegische Tal zurück kehren. Dieser Teil spielt von 1936 bis 1945 und Lars Mytting hat mich schon wieder ab den ersten Zeilen mit seinem wunderbaren Schreibstil für sich begeistern können. Ich empfehle unbedingt, die beiden anderen Teile vorab zu lesen, denn nur so versteht man das große Ganze, worum es hier geht.
Bildgewaltig auch dieser Teil und es geht auch wieder um die Weberinnen des Teppichs. Pfarrer Schweigaard lebt immer noch und bereut zutiefst eine früh getroffene Entscheidung, nämlich den Verkauf der Stabkirche, die in Dresden wieder aufgebaut wurde und wohin auch eine der Glocken kam.
Es geht um die deutsche Besetzung, aber auch wieder viel um das Alltagsleben und um technische Neuerungen, die langsam auch nach Butangen kommen.
Im Mittelpunkt steht Astrid, die Tochter von Jehans und Kristine, aber auch ihr Zwillingsbruder Tarald.
Ein Buch, das tiefen Eindruck bei mir hinterlassen hat und dem ich in meiner Rezension gar nicht gerecht werden kann.