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Veröffentlicht am 02.05.2024

Faszination Tod

Belladonna – Die Berührung des Todes (Belladonna 1)
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Signa ist seit dem Tod ihrer Eltern von Tragödien geprägt. Ihre Verwandten betrachten sie als verflucht. Eines Tages wird sie von ihrem Cousin in das prächtige Herrenhaus Thorn Grove eingeladen. Signa ...

Signa ist seit dem Tod ihrer Eltern von Tragödien geprägt. Ihre Verwandten betrachten sie als verflucht. Eines Tages wird sie von ihrem Cousin in das prächtige Herrenhaus Thorn Grove eingeladen. Signa ist fasziniert von den rauschenden Bällen und den eleganten Gästen, aber hinter dem Glanz verbirgt sich ein düsteres Geheimnis. Die Tochter des Hauses, Blythe, wurde vergiftet, und der Täter ist jemand aus der Familie. Als der Tod selbst erscheint, um Signa bei der Lösung des Rätsels zu helfen, entstehen verbotene Gefühle in ihr, die sie in einen dunklen Abgrund ziehen könnten ...

Ich hatte echt große Schwierigkeiten mit Signa warm zu werden. Ich fand sie unwahrscheinlich unsympathisch und war komplett verwirrt, wenn sie ihre Meinung komplett änderte und dann wieder ganz anders agierte.
Der Charakter von Blythe hingegen hat mir wirklich gut gefallen. Sie wusste, wer sie ist, was sie will und wofür sie stehen möchte. Ich mochte, dass sie sich gegen die Gesellschaft aufgelehnt hat und für ihre Freiheit kämpfte.
Den Tod fand ich faszinierend, wenn auch anfangs sehr blass, aber mir hat das Zusammenspiel zwischen ihm und Signa nicht wirklich gefallen. Sie schien nicht zu wissen, was sie will, aber dann irgendwie doch und dieses Hin und Her war für mich einfach unfassbar anstrengend.

Die Idee der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Dass Signa den Tod sehen und mit ihm agieren kann, hatte unterhaltsame und faszinierende Facetten, für die noch so viel mehr Potenzial im Raum gestanden wär.
Ich wusste nur nicht so ganz, was das Buch sein wollte. Eine Kriminalgeschichte, bei der man den Spuren des Mörders folgt oder doch eine Liebesgeschichte? An sich spricht nichts dagegen, die beiden Elemente zu vermischen, aber die Anteile waren mir einfach zu viel, um es wirklich einordnen oder mich auch allgemein darauf einlassen zu können.

Alles in allem eine nette Geschichte mit viel Potenzial, das in meinen Augen nicht ausreichend genutzt wurde. Ich kann den Hype total verstehen, aber für mich war's einfach ein bisschen zu wenig.

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Veröffentlicht am 02.05.2024

Ein bisschen too much von allem

Ein langes Wochenende
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Drei Frauen erreichen ein abgelegenes Ferienhaus in der Moorlandschaft von Northumbria an der schottischen Grenze für ein langes Wochenende. Sie erwarten ihre Ehemänner am nächsten Morgen. Doch als sie ...

Drei Frauen erreichen ein abgelegenes Ferienhaus in der Moorlandschaft von Northumbria an der schottischen Grenze für ein langes Wochenende. Sie erwarten ihre Ehemänner am nächsten Morgen. Doch als sie einen Brief auf dem Küchentisch finden, der behauptet, einer ihrer Ehemänner sei ermordet worden, denken sie zunächst an einen makabren Scherz. Ohne Handyempfang oder Internet und mit einem aufziehenden Sturm sind sie von der Außenwelt abgeschnitten. Jede Frau versucht herauszufinden, was wirklich passiert ist, und ihre Freundschaften werden auf eine harte Probe gestellt, als die Situation droht zu eskalieren.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, bei denen eigentlich jeder Charakter mal zu Wort kommt. Normalerweise lernt man durch die wechselnden Perspektiven die Charaktere immer besser kennen und erhält Einblicke in ihre Gefühls- und Gedankenwelt, aber irgendwie bin ich dieses Mal so auf Distanz gehalten worden, dass ich mich keinem Charakter so wirklich nah fühlen konnte. Es wurde so weit ausgeholt und so viel angesprochen, dass man gar nicht die Chance hatte, einen der Charaktere näher oder tiefer zu beleuchten. Ich find's immer schwierig, wenn man nur die Oberflächen kennenlernt und auch davon nur einen minimalen Ausschnitt bekommt, weil sie mir so einfach alle relativ egal gewesen sind. Jede:r von ihnen hatte sein Päckchen zu tragen, aber bei keinem interessierte es mich so wirklich, was aus ihm wurde.

Natürlich hat mich die Story an sich gepackt und ich wollte unbedingt wissen, welcher Ehemann ermordert worden sein soll, aber das zog sich so in die Länge, dass ich zwischendurch fast verloren wurde.
Nichtsdestotrotz war der Schreibstil wirklich angenehm und las sich angenehm flüssig. Wenn das nicht gegeben gewesen wäre, hätte das Buch mich wahrscheinlich wirklich verloren.
Ich mochte die verschiedenen Pageturner, von denen zwar manche erahnbar gewesen sind, aber dennoch für nette Abwechslung sorgten.

Ein etwas konstruierter und übertriebener Roman mit Spannungselementen, der mir ein wenig zu viel und zu breit gefächert gewesen ist.

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Veröffentlicht am 02.05.2024

Nett für zwischendurch

Zimmer 55
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Tief in den dunklen Wäldern von Dalarna liegt Schwedens bekannteste Klinik für Forensische Psychiatrie. Hier werden Schwerverbrecher untergebracht, die zu krank sind, um im Gefängnis zu sein. Als die junge ...

Tief in den dunklen Wäldern von Dalarna liegt Schwedens bekannteste Klinik für Forensische Psychiatrie. Hier werden Schwerverbrecher untergebracht, die zu krank sind, um im Gefängnis zu sein. Als die junge Psychologin Anna Varga eine Stelle in dieser renommierten Anstalt bekommt, sieht sie dies als eine spannende Herausforderung, um ihre Karriere voranzubringen und Stockholm hinter sich zu lassen. Doch bald wird ihr Traumjob zum Albtraum: Anna fühlt sich verfolgt und erhält anonyme Briefe mit merkwürdigen Botschaften, die auf ein düsteres Geheimnis im Zimmer 55 hinweisen. Kurz darauf wird ein Patient tot aufgefunden. Was geschieht in dieser alten und respektablen Anstalt? Wem kann Anna noch vertrauen? Und ist auch ihr Leben in Gefahr?

Das Buch bietet eine fesselnde Atmosphäre und eine interessante Prämisse, die die Leser:innen in die Welt der forensischen Psychiatrie eintauchen lässt. Ich mochte das Setting unwahrscheinlich gern, weil das bereits einen unheimlichen Vibe rübergebracht hat. Die Spannung wird also geschickt aufgebaut, und die Beschreibung der düsteren Umgebung trägt zur Stimmung des Buches bei. Man hat bei jeder Seite das Gefühl, dass gleich etwas Furchtbares passieren wird.

Ich mochte Anna als Protagonistin sehr gern. Sie war sympathisch, handelte die meiste Zeit nachvollziehbar und konnte sowohl Sympathie als auch Empathie in mir wecken. Sie hinterfragte Dinge, begab sich in unangenehmes Terrain, aber wirkte nicht übertrieben draufgängerisch.

Die Charakterentwicklung bleibt jedoch oberflächlich und auch die anderen Charaktere an sich waren allesamt sehr blass und nicht wirklich Sympathieträger:innen. Die Handlung erscheint zuweilen vorhersehbar und bietete neben ein paar kleinen Twists keine großen Überraschungen.. Zudem hatte ich am Ende das Gefühl, als würde mir etwas fehlen, was noch ungesagt in der Luft hängt.

Insgesamt ist „Zimmer 55“ ein solider Spannungsroman mit einer interessanten Kulisse, der jedoch an einigen Stellen an Tiefe und Originalität fehlt. Leser:innen, die auf der Suche nach einem spannenden Buch für zwischendurch sind, werden möglicherweise gut unterhalten, sollten jedoch keine allzu hohen Erwartungen an die Charakterentwicklung und die Auflösung der Handlung haben.

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Veröffentlicht am 18.04.2024

Butterfly-Effekt

Leuchtfeuer
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Im Sommer 1985 verändert sich das Leben dreier betrunkener Teenager aus einem Vorort von New York für immer, als sie in ein Auto steigen. Dieses Ereignis hinterlässt ein schweres Geheimnis, das die Geschwister ...

Im Sommer 1985 verändert sich das Leben dreier betrunkener Teenager aus einem Vorort von New York für immer, als sie in ein Auto steigen. Dieses Ereignis hinterlässt ein schweres Geheimnis, das die Geschwister Sarah und Theo bis heute belastet. Selbst zwei Jahrzehnte später prägt es noch ihr Leben. Auch ihr Vater Ben, ein pensionierter Arzt, kämpft mit den Folgen dieser denkwürdigen Nacht. Als Ben jedoch auf den zehnjährigen Nachbarsjungen Waldo trifft, wird eine Reihe von Ereignissen ausgelöst, die das Geheimnis ans Licht bringen könnten und das Leben aller Beteiligten auf unerwartete Weise beeinflussen.

Ich bin relativ gut in die Geschichte reingekommen, hatte aber anfangs so meine Schwierigkeiten, die ganzen Charaktere und Schicksale auseinander zu halten. Ich hatte auch Schwierigkeiten nachzuvollziehen, wer mit wem wie in Verbindung stand und wer zu wessen Familie gehörte oder nur durch eine Nachbarschaft bekannt war. Die vielen Stränge laufen anfangs parallel und überschneiden sich im Laufe der Geschichte immer mehr. Die anfänglichen Schwierigkeiten der verschiedenen Charaktere lässt auch relativ schnell nach und man kommt mit den wechselnden Perspektiven und Zeitebenen gut klar.

Ich mochte das Zusammenspiel der Charaktere total. Allein für sich fand ich sie alle ein wenig zu oberflächlich behandelt, wobei ich mich lange gefragt hab, ob ich überhaupt mehr Informationen gebraucht hätte oder ob die Geschichte auch mit den wenigen schon ausreichend ist. Nichtsdestotrotz erhält man nur kleine Einblicke in ihre Leben und fokussiert sich eher auf das Zusammenspiel und die Auswirkungen, die einzelne Entscheidungen auf alle Beteiligten haben.
Das Ausmaß von kleinen und auch großen Entscheidungen wird wirklich gut dargestellt und macht Spaß zu verfolgen.

Der Schreibstil ist an sich angenehm, aber ich hab relativ lang gebraucht, um mich in der Geschichte zurecht zu finden. Dennoch hab ich sie gern gelesen und sie als sehr kurzweilig und eine nette Unterhaltung für zwischendurch angesehen.

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Veröffentlicht am 18.04.2024

Nett für zwischendurch

Die Zutaten zum Glück
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Die Geschichte von „Die Zutaten zum Glück“ dreht sich um Olivia, eine junge Konditorin, deren Karriere durch ein Feuer buchstäblich zerstört wird. Sie muss einen Neuanfang wagen und landet dabei in der ...

Die Geschichte von „Die Zutaten zum Glück“ dreht sich um Olivia, eine junge Konditorin, deren Karriere durch ein Feuer buchstäblich zerstört wird. Sie muss einen Neuanfang wagen und landet dabei in der ländlichen Idylle von Vermont, wo das Leben langsamer verläuft und das größte Glück im Duft von frischem Apfelkuchen zu finden ist.

Nachdem sie versehentlich einen Luxusclub in Boston in Brand gesetzt hat, flieht Olivia zu ihrer besten Freundin in Vermont. Dort muss sie nicht nur das Geheimnis einer eigenwilligen älteren Dame lüften, sondern auch herausfinden, wie man den besten Apfelkuchen macht. Nebenbei findet sie auch ein neues Zuhause, eine Art Familie und sogar eine unerwartete Liebe. Die Frage bleibt jedoch: Ist das wirklich das, was Olivia sich vom Leben erträumt hat?

Ich hab ein ganzes Stück gebraucht, um in die Geschichte zu finden, weil ich mich erstmal in den Schreibstil einfinden musste und gar nicht so genau wusste, auf was ich mich hier eigentlich einlasse. Danach flossen die Seiten aber nur so dahin und es hat wirklich Spaß gemacht, sich in der kurzweiligen Geschichte zu verlieren.

Die Handlung entwickelt sich jedoch teilweise vorhersehbar, was bei einem seichten Roman nicht wild, aber dennoch ein wenig schade gewesen ist. Es gab einen einzigen kleinen Pageturner, der Rest war relativ schnell in die Bahnen geleitet.

Auch die Charaktere könnten etwas mehr Tiefe vertragen. Ich mochte Olivia zwar sehr gern und hab sie als starke Frau empfunden, aber sie alle waren mit sehr vielen Klischees behaftet. Ihre neue Arbeitgeberin war zickig, von oben herab und verkörperte das Bild der harten Schale und des weichen Kerns.

Obwohl die Geschichte unterhaltsam ist und einige unerwartete Wendungen bietet, fehlt es ihr insgesamt an Originalität und innovativem Flair.

Trotzdem kann „Die Zutaten zum Glück“ mit seinem warmherzigen Charme und seiner beruhigenden Kulisse überzeugen. Es ist eine nette Geschichte für Leser:innen, die nach einer leichten Lektüre suchen, um dem Alltag für eine Weile zu entfliehen.

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