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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2024

"Die richtige Entscheidung"

Fühle mich. Unendlich
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Der YA-Roman "Fühle mich. Unendlich" von Kathinka Engel handelt von einer jungen Frau, die nach einer kriminellen Vergangenheit und einem Gefängnisaufenthalt versucht, die richtigen Entscheidungen zu treffen. ...

Der YA-Roman "Fühle mich. Unendlich" von Kathinka Engel handelt von einer jungen Frau, die nach einer kriminellen Vergangenheit und einem Gefängnisaufenthalt versucht, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Auf ihrem Weg begegnet sie einem jungen Mann, der unterschiedlicher zu ihr nicht sein könnte und dennoch verstehen sich die beiden auf Anhieb ziemlich gut. Auch Philip möchte die richtigen Entscheidungen treffen, doch gibt es eigentlich "die" richtige Entscheidung?

Auch wenn das Thema des Buches an sich richtig spannend ist, konnte mich die Geschichte nicht wirklich überzeugen. Es wird sehr viel angesprochen, für meinen Geschmack vielleicht sogar zu viel, um sich komplett auf ein Thema konzentrieren zu können. Ich glaube es hätte dem Buch gut getan, wenn man den Inhalt etwas reduziert hätte. Die Fülle an einzelnen Handlungssträngen hat auch dazu geführt, dass ich mich beim Lesen nicht komplett in der Geschichte verlieren konnte, da an vielen Stellen, die Gefühle, die transportiert werden sollte, für mich persönlich nicht direkt beim Lesen erfassbar waren , was ich schade finde, da die Geschichte sehr spannend sein könnte.

Dennoch ist der Roman lesenswert und die Botschaft die vermittelt wird, eine wichtige. Hier zum Abschluss noch meine Lieblingszitate:

"In meiner Welt gibt es eine Diskrepanz zwischen Dingen, die ich will, und Dingen, die ich tue."
"... und ich muss den Blick abwenden, weil ich sonst die Dinge, die in meinem Inneren passieren nicht in mir drin behalten kann."
"Und ich kann nicht behaupten, dass ich mich über deine Entscheidung freue. Aber ich kann sagen, dass ich in diesem Moment noch ein bisschen stolzer auf dich bin. Zu erkennen, wo die eigenen Grenzen liegen, ist wahrscheinlich eine größere Errungenschaft als all die Erfolge, die wir mit dir bereits gefeiert haben."

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Veröffentlicht am 09.06.2024

"01:01 Uhr - Eine Uhrzeit voller Wahrheit"

Jetzt sind wir echt (Jetzt-Trilogie, Band 1)
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Der YA-Roman Jetzt sind wir echt von Gabriella Santos de Lima bildet den Auftakt einer Trilogie, deren Bände unabhängig voneinander lesbar sind. Der erste Band handelt von Lucy, einer Journalismusstudentin ...

Der YA-Roman Jetzt sind wir echt von Gabriella Santos de Lima bildet den Auftakt einer Trilogie, deren Bände unabhängig voneinander lesbar sind. Der erste Band handelt von Lucy, einer Journalismusstudentin aus Köln, die in diesem Semester unbedingt die Moderation des Hochschulpodcasts ergattern will. Doch dabei begegnet ihr Gregor, der mittlerweile Kreatives Schreiben studiert und den sie vor zwei Jahren auf einem Workshop kennen und lieben gelernt hat - zumindest, bis er sich plötzlich nicht mehr gemeldet hat. Doch was hat Gregor zu dieser Funkstille bewegt und warum ist er jetzt wieder in Lucys Nähe aufgetaucht?!

Die Geschichte hält einige Wendungen bereit, die ich persönlich so nicht vorhergesehen habe und was mir sehr gut gefällt, da man überrascht wird und gleichzeitig aber alles in sich stimmig ist. Dennoch kann ich leider keine bessere Bewertung abgeben, da ich mit den behandelten Themen einfach nicht viel anfangen konnte. Das ist allerdings mein ganz persönlicher Geschmack und sollte niemanden davon abhalten, dieses Werk zu lesen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Lucy betreibt mit ihren beiden besten Freundinnen eine Blog, auf dem sie die Rolle der Frauen in unserer heutigen Welt besprechen und dabei unter anderem auf das angebliche allgemein geltenden Schönheitsideal eingehen und die Akzeptanz des eigenen Körpers ansprechen. Dabei sind mir die drei allerdings zu progressiv in ihren Kommentaren und dramatisieren für meinen Geschmack die Situationen viel zu sehr.

Zum Abschluss noch meine Lieblingszitate aus dem Roman:

"Verrückt, dass Blicke nur Blicke waren, aber bei bestimmten Menschen plötzlich alles bedeuteten."
"Er ließ mich allein in einer Abteilung voller Wörter, ohne selbst ein einziges zu benutzen."

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Veröffentlicht am 15.05.2024

Chaos in der 8 a

Unterrichten in Pink
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Der Roman "Unterrichten in Pink" von Wiana Wiesmann berichtet über das zugegebenermaßen nicht einfache Lebend der Deutsch- und Philosophielehrerin an einer Realschule Wiebke Wollnau. Wiebke beginnt nach ...

Der Roman "Unterrichten in Pink" von Wiana Wiesmann berichtet über das zugegebenermaßen nicht einfache Lebend der Deutsch- und Philosophielehrerin an einer Realschule Wiebke Wollnau. Wiebke beginnt nach ihrer Elternzeit und einem Umzug an der Wolkenheimer Realschule und fühlt sich dort zu Beginn auch sehr wohl. Doch mit der Zeit treten immer mehr Probleme auf, bis sie irgendwann ihre momentane Situation nicht mehr aushält.

Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung heraus die Erzählungen an sich absolut bestätigen, auch wenn das viele Leser, die nicht selbst Teil einer Schulgemeinschaft sind vermutlich nicht nachvollziehen und oftmals auch nicht glauben würden. Dennoch steht in der Erzählung lediglich das negative Verhalten im Vordergrund, was ich so nicht sehe. Es gibt auch immer wieder Begegnungen und Erfahrungen, die einen als Lehrer in seiner täglichen Aufgabe bestärken. Und diese Aufgabe besteht in meinem persönlichen Verständnis nicht nur und auch nicht vordergründig in der Wissensvermittlung, sondern unser Ziel sollte es stets sein, mündige und selbst denkende Menschen zu formen. Bei manchen fällt das mit Sicherheit leichter, weil sie bereits vieles in dieser Richtung in ihrem Elternhaus erfahren haben, aber auch allen anderen sollten wir versuchen, so viel Positives we möglich mit auf den Weg zu geben. Wiebke dagegen fällt mit der Zeit immer mehr ins Jammern und zeigt absolut kein konsequentes Verhalten, sodass die Schüler einfach nicht wissen, woran sie sind. Natürlich fehlt in diesem Beispiel vielfach die Unterstützung seitens der Schulleitung und seitens der Kollegen, aber das ist meiner Meinung nach nicht das eigentliche Problem. Doch diese Thematisierung fehlt im Roman komplett und das finde ich schade.

Insgesamt eine Erzählung, die einen Teil der Realität widerspiegelt, es jedoch versäumt, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und den Leser mit einem schlechten Gefühl zurücklässt.

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Veröffentlicht am 27.04.2024

Eine große Gabe - Segen oder Fluch?

Zwei Welten
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Der Fantasy-Roman Zwei Welten - Die zehnte Generation von Michael G. Spitzer entführt den Leser in eine Welt voller Gaben. Gemeinsam mit der 17-jährigen Charlotte erfahrt man als Leser, was es bedeutet, ...

Der Fantasy-Roman Zwei Welten - Die zehnte Generation von Michael G. Spitzer entführt den Leser in eine Welt voller Gaben. Gemeinsam mit der 17-jährigen Charlotte erfahrt man als Leser, was es bedeutet, Teil der Gesellschaft zu sein; einer Gruppe von Menschen mit jeweils einer besondere Fähigkeit. Dabei sind diese Gaben sehr vielfältig und bilden ein breites Spektrum ab. Doch nicht nur die Gesellschaft ist eine solche elitäre Gruppe, es gibt eine weitere Verbindung, welche aber im Streit mit der Gesellschaft liegt. Kann Charlotte es schaffen, beide Gruppen zu einen oder wird durch diesen Versuch alles auseinanderbrechen?

Der Roman ist aus der Perspektive der Hauptprotagonistin Charlotte erzählt, wodurch man als Leser recht tiefe Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der jungen Frau erhält. Leider konnte mich persönlich die Geschichte dennoch nicht wirklich abholen. Der Schreibstil trifft einfach nicht meinen persönlichen Geschmack und für mich ist die Adaption der Fantasy-Elemente in unsere reale Welt nicht wirklich gelungen. Es steht stets die "neue" Welt im Vordergrund und der Zusammenklang beschränkt sich auf wenige Verbindungen. Außerdem hält die Geschichte einige Sprünge bereit, die für mich nicht logisch erscheinen. Es geschieht sehr viel in kurzer Zeit, sodass keine Konstanz erkennbar ist, sondern der Fortschritt sehr gerafft dargelegt ist. Dessen sollte man sich vor dem Lesen bewusst sein, denn die Geschichte ist wirklich nicht schlecht, aber einfach leider nichts für mich persönlich.

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Veröffentlicht am 01.01.2024

Remedies Act

VITA
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Der Roman VITA von Christina Dalcher hat die Todesstrafe zum Thema. Die Hauptfrage ist die Berechtigung dieser und die Konsequenzen bei falsch gefällten Urteilen. Das Buch erzählt zwei Geschichten: Zum ...

Der Roman VITA von Christina Dalcher hat die Todesstrafe zum Thema. Die Hauptfrage ist die Berechtigung dieser und die Konsequenzen bei falsch gefällten Urteilen. Das Buch erzählt zwei Geschichten: Zum Einen die eines zur Todesstrafe Verurteilten, der seine Gedanken in der Todeszelle aufschreibt und damit seine Geschichte erzählt und zum Zweiten die der Richterin, die diesen Mann zum Tode verurteilt hat. Dabei hatte Justine geschworen, niemals einen Menschen in den Tod zu schicken; sie ist eigentlich eine strenge Gegnerin der Todesstrafe und hat damals den Remedies Act mit ausgehandelt. Wie kam es also so weit, dass diese Frau auf einer Exekution beharrt?!

Das Thema des Buches finde ich sehr spannend und auch, wie es dazu kommt, dass ein Mensch ein solches Strafmaß fordert wird teilweise verständlich dargelegt. Eine Sache stört mich an der Ausgestaltung aber enorm: Die Gegner der Todesstrafe begründen ihre Meinung nur mit einem einzigen Argument: Die Todesstrafe ist unwiderruflich und das Urteil kann nicht zurückgenommen werden. Es wird aber nicht an einer Stelle in den Raum geworfen, dass es einfach unmenschlich ist und kein Mensch - egal welche schrecklichen Dinge er auch getan haben mag - ein solches Schicksal verdient! Dies ist natürlich meine ganz persönliche Meinung, ich hätte mir aber einfach eine mehrschichtige Betrachtung im Buch gewünscht, sodass mehrere Argumente und mehrere Sichtweisen geschildert werden.

Besonders spannend war für mich die Geschichte des zum Tode Verurteilten und dessen Gedanken. Diese bekamen vor allem am Ende des Buches ihren Raum und sind für mich nachvollziehbar. Justines Entscheidungen dagegen sind die einer verzweifelten und getriebenen Frau, sodass sie nicht mit rationalem Blick zu verstehen sind. Das ist ein weiterer Kritikpunkt, der allerdings meiner persönlichen Vorliebe geschuldet ist.

Insgesamt konnte mich VITA leider nicht überzeugen. Dennoch sehe ich auch positive Aspekte und man kommt auf jeden Fall selbst ins Nachdenken und bildet sich beim Lesen eine eigene Meinung zum Thema Todesstrafe.

Hier noch ein treffendes Zitat aus dem Buch:

"“Es gibt nur eins, was unanfechtbar ist. Nur eines auf dieser Welt ist unwiderruflich.“ „Der Tod. Der Tod ist unwiderruflich. Er ist absolut.“"

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