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Veröffentlicht am 16.05.2024

Zwischen den Zeiten

Das Licht der Fjorde
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Norwegen, 1941: Solveig arrangiert sich mit den deutschen Besatzern und arbeitet für sie als Übersetzerin. Aus Überzeugung schließt sie sich alsbald dem Widerstand an und gerät mit ihrem Verlobten Roar ...

Norwegen, 1941: Solveig arrangiert sich mit den deutschen Besatzern und arbeitet für sie als Übersetzerin. Aus Überzeugung schließt sie sich alsbald dem Widerstand an und gerät mit ihrem Verlobten Roar in Gefahr. Drei Jahrzehnte später wird Lizzys Vater von dessen Arbeitgeber nach Stavanger geschickt. Da er sich hier sehr seltsam verhält, beginnt Lizzy Nachforschungen anzustellen.

In zwei Zeitebenen erzählt Christine Kabus abwechselnd von Solveig und Lizzy, wobei die Kulisse Norwegens mit seiner Kälte oft perfekt zum Thema und zur Handlung passt. Allerdings dauert es, bis ich mich da und dort gut zurechtfinde, denn etliche Belanglosigkeiten überschatten immer wieder den Fortgang des Geschehens, sodass das Ganze doch ein wenig zu ruhig voranschreitet. Erst im letzten Drittel kommt wirklich Spannung auf und ein Ende, welches zwischen den Zeiten vermittelt, tröstet den Leser über viele eher langatmige Szenen hinweg. Positiv hervorzuheben sind zeitgeschichtliche Fakten, die aufgrund genauer Recherche viel Interessantes in die Handlung einfließen lassen und sogar einigen Persönlichkeiten aus der Kriegszeit wieder Leben einhauchen.

Ein interessantes Buch, das ein wenig Straffung vertragen könnte, aber auf jeden Fall die Konfliktsituationen in beiden Handlungssträngen sehr gut darstellt.

Veröffentlicht am 13.05.2024

Alptraumwald

Das Baumhaus
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Henrik und Nora erben das alte Haus vom schwedischen Großvater und wollen dort einen erholsamen Urlaub mit ihrem Sohn Fynn verbringen. Der entpuppt sich jedoch mit sonderbaren Figuren und dem Verschwinden ...

Henrik und Nora erben das alte Haus vom schwedischen Großvater und wollen dort einen erholsamen Urlaub mit ihrem Sohn Fynn verbringen. Der entpuppt sich jedoch mit sonderbaren Figuren und dem Verschwinden von Fynn zu einem Alptraum.

Interessant ist die Erzählvariante, bei der vier verschiedene Sichtweisen einander abwechseln, wobei natürlich nicht alle Blickwinkel gleich spannend sind. Mir persönlich gefallen jene von Nora und Henrik am besten, wobei natürlich die anderen zwei ebenso notwendig sind, um wesentliche Erkenntnisse zusammenzutragen. Der Einstieg ins Geschehen ist sehr gut gelungen, man lernt Familie Saunders recht gut kennen und taucht ein in die unendlichen Weiten des schwedischen Waldes. Die Stimmung in der Abgeschiedenheit ist glaubwürdig eingefangen, Noras Unsicherheit im alten Haus realistisch dargestellt. Zwischendurch gibt es allerdings immer wieder Leerläufe und langatmige Szenen, das versprochene Gänsehautgefühl vermag sich nicht so recht einstellen. Während die Auflösung am Ende stimmig ist, bildet der Mittelteil des Buches jedoch eine langatmige Hürde.

Leider werden die Erwartungen an den versprochenen Gruselfaktor nicht erfüllt. Vielleicht liegt es auch an den besonders hohen Erwartungen, dass mich dieses Buch nicht ganz überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 28.04.2024

Riesenhotel

Dunkle Verwicklungen auf La Palma (Calderón und Rodriguez ermitteln 1)
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Auf La Palma soll ein gigantisches Hotelprojekt umgesetzt werden, kurz vor der Baugenehmigung jedoch wird der Bauunternehmer Álvaro Martínez tot am Strand aufgefunden. Verdächtige gibt es genug, unter ...

Auf La Palma soll ein gigantisches Hotelprojekt umgesetzt werden, kurz vor der Baugenehmigung jedoch wird der Bauunternehmer Álvaro Martínez tot am Strand aufgefunden. Verdächtige gibt es genug, unter anderem die Mitglieder einer Umweltschutzgruppe und den Bananenbauer, dem das Hotel zu nahe an seinen Stauden platziert ist.

Kriminalkommissar Pedro Fernández bekommt tatkräftige Unterstützung von Buchhändlerin Naira Calderón und dem Journalisten Ben Rodríguez, zwei interessierten Krimilesern, die immer wieder „Sherlock-Holmes-Gespräche“ führen und sich so dem möglichen Täter immer mehr annähern. In flüssigem Schreibstil gibt es viel Lokalkolorit, Tapas und Wein, Geschichtliches, Sportliches und Musikalisches über die Insel, sowie das ein oder andere persönliche Wort zu den ziemlich vielen Figuren im Buch. Leider schweift dadurch die Handlung vom eigentlichen Kriminalfall stark ab und verliert sich in (unnötigen) Details. Der Krimi selbst wird überlagert von Nebenschauplätzen und rückt häufig für längere Zeit ganz in den Hintergrund. Zudem wechseln die Szenen oft mit jedem Absatz und unterbrechen dadurch den Fluss der Ermittlungen. Nichtsdestotrotz ist das Ergreifen des Täters nach einigen falschen Verdächtigungen logisch nachvollziehbar und glaubhaft.

Ein Serienauftakt, der noch Steigerungspotential hat. Für die gelungene Mordaufklärung und das Urlaubsflair vergebe ich drei Sterne.

Veröffentlicht am 28.04.2024

Ellen

Die Villa im Moor
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Nach der anstrengenden Semesterarbeit meldet sich Studentin Ellen Schneider bei einer Landkommune. Gerne möchte sie für ein paar Wochen in der Villa Waldmoor verbringen, Kost und Unterkunft gegen Mithilfe ...

Nach der anstrengenden Semesterarbeit meldet sich Studentin Ellen Schneider bei einer Landkommune. Gerne möchte sie für ein paar Wochen in der Villa Waldmoor verbringen, Kost und Unterkunft gegen Mithilfe bei der anfallenden Arbeit. Allerdings begegnen ihr dort Menschen, welche sie mit Ellen Mahr ansprechen und sie von früher kennen. Ist Ellen verrückt? Woher rühren ihre Gedächtnislücken? Was ist „damals“ passiert?

Mit einer ungewöhnlichen Idee überrascht Angela Hüffner den Leser, sie setzt Ellens Sprachmemos gekonnt um in Schriftform und beschreibt - ähnlich einer Regieanweisung im Theater - Umgebungsgeräusche und andere Details, welche interessant sind. Auf diese Art und Weise ist man ganz nah dran an der Hauptfigur Ellen, welche sich immer mehr in Zweifel verstrickt und ebenso wie der Leser bald nicht mehr weiß, was wahr ist und was nicht. Die Atmosphäre rund um die Villa Waldmoor, in deren Räumlichkeiten vor etlichen Jahren ein Sanatorium untergebracht war, ist düster und bedrückend und passt ausgezeichnet zu Ellens Gemütszustand. Allerdings fehlen mir die für einen Thriller typischen Grusel- und Gänsehautmomente. Für das Ende gibt es zwar eine gute Idee, die recht abrupte Wendung und die geringe Glaubwürdigkeit relativieren diese aber stark.

Trotz einiger Kritikpunkte haben mir Schreibstil und Atmosphäre im Buch gut gefallen, für Freunde psychologischer Betrachtungen wird dieser Spannungsroman also gut passen.

Veröffentlicht am 09.03.2024

Gesunde Geschäfte

Bad Business. Deal mit dem Tod
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Seit vier Jahren ist Mikaela – Mieke – Jentsch Stellvertreterin des betriebswirtschaftlichen Klinikleiters Blumental. Als dieser Selbstmord begeht, soll sie seine Position übernehmen und die Reha-Anstalt ...

Seit vier Jahren ist Mikaela – Mieke – Jentsch Stellvertreterin des betriebswirtschaftlichen Klinikleiters Blumental. Als dieser Selbstmord begeht, soll sie seine Position übernehmen und die Reha-Anstalt an einen profitorientierten Konzern verkaufen. Was ihr kürzlich noch als verlockender Karrieresprung vorgekommen ist, stellt sich nun doch eher als skrupelloser, kaltblütiger Deal dar, der viele Opfer fordert, bis sie selbst Opfer von mysteriösen Anschlägen wird.

Von der ersten Seite weg gibt Lucie Flebbe ein sehr hohes Tempo vor. Extrem kurze Kapitel bedingen rasante Schauplatzwechsel, man kann sich als Leser oft kaum auf eine Szene einstellen, ist sie auch schon wieder vorüber. So dauert es eine Weile, bis man sich einen Überblick verschaffen kann über die verschiedensten Figuren und ihre Beweggründe zu handeln. Miekes Position ist klar und so begleite ich sie gerne, andere Personen bleiben mir bis zum Ende hin fremd. Ich frage mich lange, welche Rolle manch schräge Charaktere mit Suizidgedanken spielen oder warum Illegale eingeschleppt werden. Im Laufe der Zeit werden alle Fragen beantwortet, der Rösselsprung durch die Handlung irritiert mich aber dennoch.

Das Thema Geschäfte mit der Gesundheit hat durchaus Relevanz und ist gar nicht so weit entfernt von der Realität. Das Geschehen in diesem Kriminalroman ist jedoch sehr eigenwillig und überzeichnet dargestellt, die Glaubwürdigkeit leidet darunter. Mit ihrer außergewöhnlichen Schreibweise erweckt Flebbe wohl Aufmerksamkeit und hebt sich vom durchschnittlichen Kriminalroman ab, ein Mitfiebern mit den Figuren hat es jedoch für mich nicht gegeben, was ich schade finde. Ziemlich anders als erwartet ruft dieses Buch nun aber doch Neugierde hervor auf weitere Krimis dieser Autorin. Spannend ist Bad Business jedenfalls!