Leben und leben lassen
Was geht, Annegret?Der Klappentext hat mich neugierig gemacht und ich war gespannt, wie das alles läuft. Annegret ist 69 und ihr Mann (20 Jahre älter) ist verstorben. Sie muss ihr Haus in Ostfriesland verlassen und kommt ...
Der Klappentext hat mich neugierig gemacht und ich war gespannt, wie das alles läuft. Annegret ist 69 und ihr Mann (20 Jahre älter) ist verstorben. Sie muss ihr Haus in Ostfriesland verlassen und kommt in der WG ihrer Enkelin in Berlin unter. Allein das ist ein Kulturschock, doch es geht noch weiter. Denn die WG lebt vegan, geht containern, hält viel von LGBTQ+ usw. Annegret fuchst sich rein, lernt Leute kennen und lieben, studiert und setzt sich ein. Für Annegret freut es mich wirklich. Sie ist über ihren Schatten gesprungen und hat ihr Weltbild verändert. Denn alles worauf der Roman auf humoristische Art aufmerksam machen möchte, ist wichtig. Jetzt kommt für mich das große ABER, was mir den Roman leider vermiest hat. Die WG in die Änni hineinkommt macht vieles mit erhobenem Zeigefinger und ich hatte mehr als einmal Mitleid mit Annegret. Ich hab von allem schon häufig gehört und bin der Meinung: Leben und leben lassen. Ich bilde mir gern selbst eine Meinung und hole mir dazu auch gern Informationen. Aber die Jugendlichen sahen es direkt als Affront gegen ihren Lebensstil, als Änni einmal Rouladen gemacht hat. Zwischen den Zeilen - sie ist ja blöd, wenn sie das nicht weiß. Sie drücken ihr ihren Lebensstil auf. Die Erklärungen kommen nach und nach, aber ich hatte im ersten sichtlich zu beißen. Dabei ist es nur die WG die mir so gegen den Strich geht, aber das eben richtig. Denn sie sind auch die einzigen die gendern... ähm ja. Ich kenne keinen, der das in der Umgangssprache macht - wirklich nicht. Auch das las sich ziemlich nervig. Alle anderen Figuren sind liebeswert und so schön vielseitig - man hat sie lieb gewonnen.
Leider kann ich dem Buch nur 3 von 5 ⭐geben - Änni ist eine tolle agile Oma und es ist locker und witzig geschrieben, aber das drumherum ist anstrengend und mir einfach too much.