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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2018

Es gibt zwei Arten von Menschen

Fallende Stadt
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Die Autorin träumt hier tatsächlich "über die Grenzen unserer Welt hinaus". Und ich muss sagen, sie träumt gut. Schon die Idee, dass es auf der Erde uns Menschen (in zweiter Ausgabe) gibt, die wir nur ...

Die Autorin träumt hier tatsächlich "über die Grenzen unserer Welt hinaus". Und ich muss sagen, sie träumt gut. Schon die Idee, dass es auf der Erde uns Menschen (in zweiter Ausgabe) gibt, die wir nur existieren, weil die erste erschaffene Garnitur zu fordernd war und "Gott" sie einfach in den Himmel disqualifiziert hat, ist absolut fantastisch. Nun ja, denen da oben geht es scheinbar ganz gut. Sie haben sich in den Jahrhunderten gut arrangiert. Allerdings ist Platzmangel angesagt - verständlich! Allerdings scheinen die Oberen ihre Welt besser im Griff zu haben. Der Mord an einem Mädchen ist die Ausnahme und schockiert die ganze Stadt. Was haben wir Unteren dem entgegenzusetzen? Für uns ist Gewalt an der Tagesordnung und erschreckt nur noch, wenn etwas in unmittelbarer Nähe geschieht oder davon gleich viele Menschen betroffen sind. Ansonsten sind wir abgestumpft! Frage: Wer sind die besseren Menschen? Ich denke, mit dieser Frage wird sich die Autorin noch beschäftigen.
Ansonsten hat mir die Leseprobe sehr gut gefallen. Die Charaktere sind gut beschrieben und nachvollziehbar. Das tägliche Leben in der oberen Stadt ist interessant dargestellt. Satzbau und Gliederung sind stilistisch nicht zu bemängeln. Ergo keine Einwände für den Roman. Gerne würde ich erfahren wann, wie und warum die Stadt fällt.

Veröffentlicht am 03.04.2026

Umgang mit dem Tod

Noch fünf Tage
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Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, wenn man liest, die Protagonistin hat nur noch fünf Tage zu leben. Genau diese fünf Tage soll jetzt der Leser mit erleben bzw. mit sterben. Ich muss echt sagen, das ...

Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, wenn man liest, die Protagonistin hat nur noch fünf Tage zu leben. Genau diese fünf Tage soll jetzt der Leser mit erleben bzw. mit sterben. Ich muss echt sagen, das hat mich schon ein ganzes Stück psychisch nach unten gezogen. In Wirklichkeit kann ich mir nicht vorstellen, wie ein Mensch dies verarbeiten soll und dabei sich noch Gedanken über das WARUM machen kann. Allerdings macht dies den Thriller hier aus. Wer hätte schon gedacht, wie sich der Mordanschlag an einer Familie plötzlich ganz anders aufklärt. Dem Leser sei die Spannung hier nicht genommen. Interessant war auch, wie „spinnert“ das Töchterchen aus reicher Familie ihre Umwelt betrachtet und versucht zu formen. Die Beschreibungen der exklusiven Menüs haben mich nicht interessiert. Solche kostspieligen Speisen kann ich mir eh nicht leisten. Der Thriller ist insgesamt gesehen und nach meinem Geschmack zwar durchaus lesbar, hat mich aber nicht vom Hocker gerissen.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Künstler sind anders

Der ewige Tanz
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Wer leichte Unterhaltung sucht, ist hier falsch! Nach meinem Empfinden ist dieser Roman vorrangig für Leser mit einem Gefühl für Kunst insbesondere für den Tanz ein Reißer. Denn wenn man sich nicht emotional ...

Wer leichte Unterhaltung sucht, ist hier falsch! Nach meinem Empfinden ist dieser Roman vorrangig für Leser mit einem Gefühl für Kunst insbesondere für den Tanz ein Reißer. Denn wenn man sich nicht emotional in die Tänzerin Anita Berber hineinversetzen kann, ist die Handlung kaum nachzuvollziehen. Dabei ist nicht das klassische Ballett gemeint, nein, das moderne Ausdrucksballett der Zeit um die 1930. Gefühlvoll ist kurz die Kindheit von Anita geschildert. Die Mutter ist Künstlerin, ebenfalls der Vater. Die Mutter hat fast keine Beziehung zur Tochter, der Vater gar keine. Alleinig die Großmutter versteht und erzieht Anita. Das Kind wird zur jungen Frau und erfolgreich als Tänzerin. Sie geht in ihrer Kunst auf. Mit Herz, Seele und Körper gibt sie den Figuren, die sie tanzt Schönheit, Kraft, Brutalität, Anmut, Exotik und viele Eigenschaften mehr. Man muss sich vorstellen, nur mit den Bewegungen ihres Körpers kann sie all dieses darstellen. Sie hat Erfolg. Der Erfolg bezieht sich jedoch nicht auf ihre Beziehungen mit Männern. In der Zeit ihres Erfolges tanzt sie in großen Häusern. Nach und nach in immer gewagteren Choreographien und noch gewagteren Kostümen. Jetzt teilen sich Begeisterung und Unverständnis beim Publikum. Anita findet Gefallen an Beziehungen zu anderen Frauen. Sie hat aber auch hier kein Glück mit ihren Partnerinnen. Immer häufiger greift sie zu Drogen und Alkohol, Tourt durch Europa. Die Etablissements, in denen sie und ihre Partner auftreten, werden immer fragwürdiger. In dieser Zeit zieht sie sich eine unheilbare Krankheit zu, an der sie auch stirbt. Erst spät habe ich überhaupt realisiert, dass die gesamte Handlung eine Erzählung ihrer Erlebnisse sind, die sie aus ihrer Erinnerung kurz vor dem Tod gedanklich heraufbeschwört. In der Klinik erhält sie von ihren wenigen wirklichen Freunden Besuche. Viele bekannte Namen aus dem Künstlermilieu zählen zu ihren Bekanntschaften. Besuch hat sie nur von wenigen. Der Leser wird irgendwie aufgefordert, nachzudenken. Was hat Anita falsch gemacht? Was ist ihrem Charakter und was der wahnsinnigen Boheme in der sie lebt zuzuschreiben? An welchem Punkt ihres Lebens hätte sie in eine andere Richtung abbiegen müssen? Oder wollte sie das gar nicht? Viele Fragen!

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Veröffentlicht am 01.05.2024

Wie wichtig ist Segeln?

Die Kranichfrauen
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Die ersten Jahre nach dem 2. Weltkrieg. Das Leben in Deutschland beginnt sich nach und nach zu erholen. Kriegsgefangene kehren zu ihren Familien zurück. Die Frauen, die in der Kriegszeit, viele der Arbeiten ...

Die ersten Jahre nach dem 2. Weltkrieg. Das Leben in Deutschland beginnt sich nach und nach zu erholen. Kriegsgefangene kehren zu ihren Familien zurück. Die Frauen, die in der Kriegszeit, viele der Arbeiten der Männer übernommen hatten, geben diese und auch Freiheiten, die sie in schweren Zeiten hatten, wieder auf. Unsere beiden Protagonistinnen Anna und Paula finden diese Entwicklung nicht in Ordnung. Sie wollen selbst ihr zukünftiges Leben bestimmen. Ohne die Bevormundung von Familie und Gesellschaft gehen sie ihren Weg. Dieser Weg ist absolut interessant und nachvollziehbar. Allerdings ist mir die Wichtigkeit, mit der die Wiedereröffnung der Yachtclubs betrieben und beschrieben wird, ein wenig abseits des wirklich Notwendigen in dieser Zeit. Auch die Zusammenarbeit der beiden Mädchen mit den amerikanischen Soldaten scheint mir ein wenig blauäugig. So einfach sind zwischenmenschliche Beziehungen, die bisher nur die beiden Seiten Freund und Feind kennen, nicht umzupolen. Da fehlt mehr als ein Gedanke, der die Eröffnung eines – sagen wir mal -Sommerlagers für Kinder beinhaltet. Hier geht alles ein wenig zu problemlos. Ich habe mich auch schwergetan mit den speziellen Begriffen des Segelns. Aber darüber kann man hinwegsehen. Respektlos kommen mir die Beschreibungen der Gartenfeste und Teenachmittage bei den Eltern von Paula vor. In den großen Städten waren die Aufräumungsarbeiten nicht einmal richtig angelaufen, geschweige denn ein normales Leben bei dem größten Teil der Bevölkerung des Landes schon möglich, da geben die Reichen schon wieder Partys!? Abschließend ganz kurz: Ich hatte mir mehr versprochen. Der Schreibstil von Frau Greil ist sehr einfach.

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Veröffentlicht am 02.12.2023

Viele Gefühle

A Rebel's Kiss
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Liebe auf den ersten Blick – so kann man wohl das Treffen zwischen Kassy und Sam ganz einfach beschreiben. Die Beiden ziehen sich magisch an. Auf den ersten Seiten des Romans fasziniert diese Beziehung ...

Liebe auf den ersten Blick – so kann man wohl das Treffen zwischen Kassy und Sam ganz einfach beschreiben. Die Beiden ziehen sich magisch an. Auf den ersten Seiten des Romans fasziniert diese Beziehung noch. Als die Autorin jedoch zum X.-Mal schildert, wie die beiden empfinden, wenn sie nur in einem Raum sind, wird es langsam zu viel. Ich muss echt sagen, zur Mitte und zum Ende hin, habe ich diese Passagen einfach nur noch überflogen. Ich hatte gehofft, die Arbeit eines Stuntmans genauer und auch spektakulärer verfolgen zu können. Diesbezüglich wurde ich enttäuscht. Auch die im Filmgeschäft sehr erfolgreiche Kassy ist mir charakterlich ein Rätsel geblieben. In einer Zeit, in der sie Hilfe gebraucht hätte und von Sam sicher auch bekommen hätte, verschwindet sie einfach. Den Menschen, der sie von Herzen liebt, lässt sie einfach fallen. Da erscheint die Aufklärung, warum sie dies getan hat, eher unglaubwürdig. Der Schreibstil von Frau Marten gefällt mir gut. Das Cover passt genau zum Roman.

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