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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2024

Steigert sich stetig

Wenn sie lügt
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Norah hat lange in Dresden gelebt und ist nun in ihren Heimatort im Thüringer Wald zurückgekommen. Das ist ihr nicht leicht gefallen, denn vor dem Wegzug galt sie als „Freundin des Killers“. Ihr damaliger ...

Norah hat lange in Dresden gelebt und ist nun in ihren Heimatort im Thüringer Wald zurückgekommen. Das ist ihr nicht leicht gefallen, denn vor dem Wegzug galt sie als „Freundin des Killers“. Ihr damaliger schon Ex-Freund David hat zwei Jugendliche aus ihrer Clique ermordet und die Menschen gaben teilweise Norah daran die Schuld. David ist tot, doch bald erhält Norah eigenartige Drohbriefe, die scheinbar von David stammen. Wie kann das sein?

Ich bin in das Buch ein wenig schwer hineingekommen und habe die ersten rund 150 Seiten tatsächlich nur langsam gelesen. Ich kann wirklich nicht begründen, woran das liegt. Denn am Stil hat sich nichts geändert und der ist richtig gut. Die aktuellen Kapitel wechseln mit Rückblicken auf das damalige Geschehen und es werden einige Menschen als mögliche Täter präsentiert und man ist lange Zeit mit in der Suche involviert. Je weiter das Buch dem Ende zugeht, desto mehr steigert sich die Spannung und desto weniger konnte ich mit Lesen aufhören. So ist es dann insgesamt ein sehr guter Thriller geworden.

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Veröffentlicht am 21.05.2024

Kleine Abenteuer

Kusinenkram und Kunforak
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Freya und Sofie sind Kusinen. Sie wohnen in verschiedenen Orten und treffen sich ein paar Mal im Jahr. Das finden sie besonders schön. Zu den anderen Zeiten schreiben sie sich Briefe. Sie erfinden eine ...

Freya und Sofie sind Kusinen. Sie wohnen in verschiedenen Orten und treffen sich ein paar Mal im Jahr. Das finden sie besonders schön. Zu den anderen Zeiten schreiben sie sich Briefe. Sie erfinden eine eigene Geheimsprache und möchten große Abenteuer erleben. Sie wollen in die Welt reisen, am besten auf einem Schiff. Doch Johannes, Sofies großer Bruder, möchte gern auch diese Sprache können und versucht, das geheime Wörterbuch in seine Hände zu bekommen

Mir hat an dem Buch einiges sehr gut gefallen. Zum einen, wie die Kusinen zusammenhalten und auch ihre Familien viel gemeinsam unternehmen. Zum anderen, dass sich die beiden Mädchen noch Briefe schreiben, was in der heutigen Zeit eher eine Seltenheit ist. Vor allem, weil sie darin eine normale Sprache verwenden und nicht die üblichen Abkürzungen, die im Internet oder im Handy verwendet werden. Auch die erlebten Abenteuer sind nachvollziehbar und im Grunde genommen harmlos, das heißt, sie tun niemanden wirklich weh oder machen etwas richtig schlimmes. Weniger gut gefallen hat mir die Geheimsprache. Die Idee an sich ist ganz schön, doch die Umsetzung im Buch empfand ich als schwierig. Das Nachschlagen der Geheimwörter unterbrach den Lesefluss extrem. Das Buch ist für Kinder ab 8 Jahren vorgesehen (es werden vermutlich eher Mädchen lesen). In diesem Alter können viele noch nicht so gut und flüssig lesen und so ist es neben den normalen Wörtern in meinen Augen sehr schwierig, die Geheimsprache zu lesen und dies auch noch im normalen Text.

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Veröffentlicht am 21.05.2024

Den größten Teil über sehr spannend

Der Lieblingskontakt
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Maja arbeitet als eine Art Detektivin. Sie beschattet in erster Linie Leute, die des Ehebruchs verdächtigt werden. Allerdings sind die Mittel, die dabei immer mal wieder angewendet werden, zumindest moralisch ...

Maja arbeitet als eine Art Detektivin. Sie beschattet in erster Linie Leute, die des Ehebruchs verdächtigt werden. Allerdings sind die Mittel, die dabei immer mal wieder angewendet werden, zumindest moralisch ziemlich fragwürdig. Während sie in den Urlaub an die Nordsee fährt, übernimmt sie auch dort nur kurz einen scheinbar leichten Fall. Aber dieser entpuppt sich als Bedrohung für Maja und ihre Angehörigen. Und die Bedrohung ist mehr als real, denn Majas Kollegin wird vor ihren Augen getötet.

Das Buch ist der dritte Teil der Reihe um Kommissar Bork. Für mich war es der erste Teil, den ich gelesen habe. Das war problemlos möglich auch ohne jegliche Vorkenntnisse der Vorgänger. Der Stil ist sehr direkt und geradlinig und hat mir gut gefallen. Über ganz große Teile des Buches herrscht eine unheimliche Spannung, weil verschiedene Verdächtige präsentiert werden und man so gar keine Ahnung hat, wer der Täter wirklich sein könnte. So gibt es am Ende dann doch noch eine Überraschung. Allerdings hat mich die Hauptfigur Maja nicht komplett überzeugt. Sie wirkt in manchen Teilen unsympathisch (auch was ihrem Beruf angeht). Und sie wirkt teilweise sehr naiv und chaotisch. Immerhin arbeitet sie einige Zeit als Detektivin und ist darin geschult. Dann macht sie aber wieder Sachen, wo man als Leser nur mit dem Kopf schüttelt und sich fragt, wie sie so laienhaft und unprofessionell sein kann. Dagegen hat das Team der Mordkommission einige Ecken und Kanten und macht die Mitarbeiter damit auch sehr sympathisch. Alles in allem kann ich eine Leseempfehlung aussprechen und würde eine Fortsetzung jederzeit lesen.

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Veröffentlicht am 13.05.2024

Schwierige Zeiten

Die Kranichfrauen
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Es ist der Sommer 1947 und in Bayern am Ammersee sind die Amerikaner als Besatzungsmacht. Der ehemalige Yachtclub musste aufgelöst werden und am gleichen Ort soll eine Art Jugendtreff eingerichtet werden. ...

Es ist der Sommer 1947 und in Bayern am Ammersee sind die Amerikaner als Besatzungsmacht. Der ehemalige Yachtclub musste aufgelöst werden und am gleichen Ort soll eine Art Jugendtreff eingerichtet werden. Anna und Paula werden als Lehrerinnen eingestellt, doch sie dürfen den Kindern nicht Segeln beibringen, sondern putzen und nähen. Für wichtige Sachen werden zwei ehemalige Wehrmachtsangehörige eingestellt. Die Yacht Kranich gehört der Familie von Paula und sie bekommt mit, dass das Boot nach Amerika überführt werden soll. Sie versucht alles, um das zu verhindern

Das Buch ist für mich zweigeteilt. Ganz stark ist es dort, wo es um die Situation der Frauen nach dem Krieg geht. Im Krieg haben sie wichtige Aufgaben übernehmen müssen und auch Arbeiten der Männer. Doch mit der Rückkehr aus dem Krieg oder aus der Gefangenschaft müssen sie auf einmal wieder in ihre ursprünglichen Rollen zurückgehen. Das bringt logischerweise Probleme mit sich, denn inzwischen haben sie gelernt, dass sie viel mehr können als nur Kirche, Kinder und Küche. Weniger gut gefallen hat mir das Buch im Bereich der Liebesgeschichten. Ich bedauere es etwas, dass es dort unbedingt mit einem Happy End enden musste. Das fand ich gerade im Vergleich zu den vorherigen realistischen Einschätzungen dann leider nicht mehr ganz so realistisch. Doch insgesamt ist es ein sehr gut lesbares Buch, dass ich empfehle.

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Veröffentlicht am 02.05.2024

Zu viele Verlierer

Die Verlierer
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Ein Mann meldet seine Frau als vermisst. Allerdings erst nach 11 Tagen. Die Frau wäre im Urlaub vom Campingplatz aus joggen gegangen und nicht zurückgekommen. Er hätte sich nichts dabei gedacht, da sie ...

Ein Mann meldet seine Frau als vermisst. Allerdings erst nach 11 Tagen. Die Frau wäre im Urlaub vom Campingplatz aus joggen gegangen und nicht zurückgekommen. Er hätte sich nichts dabei gedacht, da sie Monate vorher ähnliches schon einmal getan hat. Sein Stiefsohn ist ebenfalls nicht erreichbar. Der Bruder der Frau vermutet einen Doppelmord, um an das vorhandene Vermögen zu kommen. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig.

Ich weiß nicht so recht, wie ich das Buch einordnen soll. Es gibt Ermittlungen, aber es ist eigentlich kein richtiger Krimi. Auf dem Einband steht Psycho Spannung, aber es ist kein Thriller. Und die meiste Zeit über fehlt so ziemlich komplett jede Spannung für mich. Trotzdem hat das Buch irgendwas an sich. Die Geschichte, wie sich Kinder fühlen, wenn sich die Eltern trennen und das Umgangsrecht mehr als schwierig ist oder stark eingeschränkt, berührt sehr. Auch wie lange solche Sachen nachwirken und das Leben der Kinder beeinflussen. Genau das ist die Stärke an dem Buch. Am Ende gibt es noch zwei Wendungen, aber in Richtung Krimi konnten sie das Buch für mich nicht verbessern. Das ist insofern schade, weil das Buch unter diesen Voraussetzungen vielleicht nicht die richtigen Leser finden wird. Denn was die Verliere in diesem Fall - die Kinder - angeht, wünsche ich dem Buch viele Leser

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