Es sind bloß Träume!
Der SchattenmörderSchmackhafte Thrillerzutaten: Ein 25 Jahre zurückliegender brutaler Mord, ein fieser und unheimlicher Junge, der seine Freunde beeinflusst, ein finsterer Wald, der nur "Die Schatten" genannt wird, Träume, ...
Schmackhafte Thrillerzutaten: Ein 25 Jahre zurückliegender brutaler Mord, ein fieser und unheimlicher Junge, der seine Freunde beeinflusst, ein finsterer Wald, der nur "Die Schatten" genannt wird, Träume, in die man hineinschlüpfen kann und einer, der nicht mitmachen wollte - Paul. Als seine Mutter im Sterben liegt, kehr er in seinen Heimatort zurück und ist sofort wieder von den Erinnerungen überwältigt. Zu allem Überfluss versucht seine außerdem an Demenz erkrankte Mutter ihm etwas mitzuteilen, aber das einzige, was Paul zunächst entdeckt, ist ein mit blutigen Handabdrücken übersäter Dachboden in seinem Elternhaus.
Die Geschichte wird einmal aus der Ich-Perspektive von Paul geschildert und einmal aus der Personalen Erzählperspektive der Ermittlerin Amanda Beck. Außerdem wechseln die Zeitebenen immer wieder zwischen der Zeit des Mordes vor 25 Jahren und heute hin und her. Langsam setzt sich aus den Erinnerungen und Rückblicken die Geschichte zusammen, die Paul dazu veranlaßt hat, seinem Heimatort den Rücken zu kehren. Pauls Mitschüler Charlie Crabtree wird schnell vom fragwürdig zum gruseligen Charakter in diesem Buch. Er hat ein Faible für Klarträume, also Träume, die man als solche wahrnimmt und in denen man frei entscheiden kann, was man macht. Diese Träume nehmen bald eine Besorgnis erregende Richtung ein. Gerade dieser Aspekt des Buches erinnert stark an Stephen King und das ist sicherlich auch beabsichtigt, denn seine Werke werden öfter erwähnt.
Trotz eines wirklich guten Twists zum Ende hin, verzettelt sich der Thriller für mich in zahlreichen Elementen, die bewußt Spannung erzeugen sollen und dann irgendwie zusammengebracht werden müssen. Das Buch beginnt wirklich stark, baut Neugier und Gruselatmosphäre auf, die aber dann in einer eher banalen Auflösung verpufft und auf dem Weg dahin auch schon an Spannung eingebüßt hat. Da muss so viel erklärt werden, warum und wieso und eigentlich interessiert es dann (leider) auch gar nicht mehr, weil es schon etwas konstruiert wirkt.
Ein gut lesbarer Thriller mit einem klasse Twist, auf den ich auch reingefallen bin - sorgfältiger lesen! -, aber ansonsten kein Highlight für mich.