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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2024

Sehr konstruiert

Nachtwald
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Fangen wir mal mit dem Cover an: Da hat sich der Verlag wirklich etwas einfallen lassen. Es wird ein Herrenhaus im Wald dargestellt. Das grünliche Zwielicht gibt eine Gewitterstimmung wieder. Die Regentropfen ...

Fangen wir mal mit dem Cover an: Da hat sich der Verlag wirklich etwas einfallen lassen. Es wird ein Herrenhaus im Wald dargestellt. Das grünliche Zwielicht gibt eine Gewitterstimmung wieder. Die Regentropfen sind haptisch fühlbar, toll! Dazu passend gibt es einen giftgrünen Buchschnitt.



Das Herrenhaus, Butler Hall, im Westen von Irland, ist auch der Schauplatz der Geschichte. Es liegt inmitten eines Waldes, weit entfernt von der Zivilisation und wenn man sich nicht auskennt, ist es nur schwer zu finden.

George Butler ist der Besitzer des etwas renovierungsbedürftigen Anwesens. Er ist Mitte 50 und Witwer und hat gerade die ebenfalls verwitwete Claire geheiratet. Bei einem Wochenende in dem Herrenhaus gemeinsam mit Claire‘s erwachsenen Kindern Lizzie und Liam und George‘s Tochter Freya soll die Hochzeit gefeiert werden. Außerdem können sich alle ein bisschen kennenlernen.

Lizzie hat eine schwere Zeit hinter sich. Der Tod ihres Vaters hat sie in eine schwere Krise gestürzt. Deshalb war sie auch längere Zeit in einer Klinik. Aus ihrer Sicht wird das Wochenende geschildert, dass nach dem Besuch eines unerwarteten Gastes zunehmend eskaliert. Schon im Prolog lässt sich erahnen, dass es um Leben und Tod gehen wird.



Das hört sich spannender an als es war. Auch wenn die Autorin atmosphärisch schreiben kann, gibt es in diesem „ Thriller“ einige Längen, so dass ich teilweise quergelesen habe, bis die Geschichte zum Ende hin endlich Fahrt aufnimmt. Leider fallen die Figuren oft durch ihr unlogisches Verhalten auf. Da werden z.b unnötigerweise Risiken eingegangen und man fragt sich wirklich warum.

Alles in allem wirkt die Geschichte sehr konstruiert, der Showdown am Ende ist rasant, irgendwie irre und total unglaubwürdig.

Schade, ich hatte mich sehr auf die Lektüre gefreut. Die Grundidee hörte sich nämlich wirklich gut an. Leider war das Buch kein Highlight für mich. Es enthält ziemliche Räuberpistolen, und es war einfach zu unrealistisch.

Trotzdem wird das Buch sicher sein Publikum finden.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Wenig überzeugend

Die Dunkeldorn-Chroniken - Blüten aus Nacht
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Die Geschichte, die sich von der Grundidee wirklich gut anhörte, konnte mich leider nicht überzeugen.

Protagonistin Opal erzählt als Icherzählerin von ihren Erlebnissen als einfache Farmarbeiterin in ...

Die Geschichte, die sich von der Grundidee wirklich gut anhörte, konnte mich leider nicht überzeugen.

Protagonistin Opal erzählt als Icherzählerin von ihren Erlebnissen als einfache Farmarbeiterin in ihrem Heimatdorf Elver. Dort wird eine gefährliche Pflanze, der Dunkeldorn angepflanzt, deren Blütenstaub nach der Ernte den Magiern in der Hauptstadt als Essenz für ihre magischen Kräfte dient. Ein Unglück vernichtet das ganze Dorf. Opal die einzige Überlebende wird in der Krankenstation der Universität gesund gepflegt und bekommt die Chance als assistentische Hilfskraft bei der Professorin, die sie gerettet hat, zu arbeiten. Doch schnell stellt sich heraus, das man ein falsches Spiel mit ihr spielt. Die tödliche Pflanze und die Gier nach Macht scheinen in den Menschen die schlimmsten Eigenschaften zu erwecken, und je mehr Opal herausfindet, desto mehr gerät ihr eigenes Leben in Gefahr.

Die Geschichte ist leider streckenweise etwas zäh. Trotz all dem Schrecklichen was der Protagonistin oder auch den Nebencharakteren passiert, konnte ich nicht richtig mitfühlen mit ihnen. Besonders die Nebenfiguren waren nur sehr oberflächlich beschrieben, und nachdem ihnen etwas Furchtbares passiert ist, wurden sie vergessen. Die Geschichte nimmt hier den Faden nicht mehr auf und Opal kümmert sich auch nicht weiter um deren Schicksal.

Die Dunkeldornpflanzen mit ihrem ätzenden und todbringendem Blütenstaub entwickeln nahezu menschliche Eigenschaften. Das war mir dann doch zuviel. Außerdem war mir der Schreibstil manchmal zu melodramatisch.

Zugegeben, ich bin jetzt nicht wirklich die Zielgruppe für dieses Buch. Leider bin ich mit dieser Geschichte einfach nicht warmgeworden. Meiner Meinung nach wurde hier viel Potential verschenkt, was schade ist, da ich die Grundidee wirklich interessant fand.

Ich werde die Reihe nicht weiter fortsetzen .

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Veröffentlicht am 27.05.2024

Radfahrerregionalkrimi vom Niederrhein

Mordsradler
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Fahrradfreak Manni stolpert auf einer seiner Radtouren, die er als Tourenleiter mit seiner Radsportgruppe unternimmt über einen toten Mountainbiker. Und das soll nicht der einzige Tote bleiben, denn Manni‘s ...

Fahrradfreak Manni stolpert auf einer seiner Radtouren, die er als Tourenleiter mit seiner Radsportgruppe unternimmt über einen toten Mountainbiker. Und das soll nicht der einzige Tote bleiben, denn Manni‘s Hund Pakko apportiert in den kommenden Tagen noch eine blutige Luftpumpe, die zu einem weiteren Toten führt. Jetzt ist Manni, alarmiert und neugierig zugleich. Hat es da jemand etwa auf Radfahrer abgesehen?

Wie gut, dass er im Freundeskreis so gute Kontakte zur Polizei hat und diese zu nutzen weiß.

Mit seinem kriminalistischen Gespür hilft er der etwas lahmen Dorftruppe von Polizisten immer wieder auf die Sprünge. Dazu radelt er beinahe täglich durch die malerischen Orte am Niederrhein im Grenzgebiet zu unseren holländischen Nachbarn. Diese Heimatliebe macht dann wohl auch den Großteil des Charmes dieses Regionalkrimis aus. Wer hier wohnt, freut sich an den bekannten Schönheiten der Umgebung und am Lokalkolorit. Da sind Spannung und der Kriminalfall an sich schon fast nebensächlich. Auch beim Schreibstil darf man nicht allzu hohe Erwartungen haben. Die Geschichte ist flüssig geschrieben, hat einige humorvolle Szenen ist aber recht einfach gehalten.

Am Ende zieht das Tempo nochmal an und der Autor versucht sich an einem Showdown, der dann aber mangels Spannung nicht ganz gelingt.

Ich verstehe absolut, dass es Fan‘s für dieses Genre gibt und möchte den Unterhaltungswert von Regionalkrimis auch gar nicht klein reden.

Für mich kann ich nur feststellen waren die „Mordsradler“ leider nicht so das Richtige.

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Veröffentlicht am 13.05.2024

Stark überzeichnet

Die Ladenhüterin
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Die japanische Autorin Sayaka Murata erzählt in ihrem Buch „Die Ladenhüterin“ von einer nicht mehr ganz jungen Frau, die damit zu kämpfen hat, den Erwartungen der Allgemeinheit nicht zu entsprechen und ...

Die japanische Autorin Sayaka Murata erzählt in ihrem Buch „Die Ladenhüterin“ von einer nicht mehr ganz jungen Frau, die damit zu kämpfen hat, den Erwartungen der Allgemeinheit nicht zu entsprechen und Strategien entwickelt sich trotzdem als nützliches Teilchen der Gesellschaft zu fühlen.

Die 36jährige Keiko, die so vermute ich, denn gesagt wird es nie, eine Art von Autismus hat, arbeitet seit 18 Jahren als Aushilfe in einem 24Stunden Minisupermarkt. Als Studentin hat sie nebenher damit angefangen und wurde von ihrer Familie zu ihrer Entscheidung beglückwünscht. Doch nachdem sie das Studium aufgegeben hat und immer noch in diesem „Konbini“ arbeitet, nicht für Freundschaften oder fürs Heiraten zu begeistern ist, verzweifelt ihre Familie und im Shop wird sie allmählich schräg angesehen. Dabei waren die sich stetig wiederholenden Abläufe, auch die Begrüßungsformeln für die Kunden, die im Morgenappell regelmäßig geübt wurden für Keiko eine gute Möglichkeit die Schwierigkeiten eines „normalen“ Lebens zu umschiffen. Als sie dann den nichtsnutzigen, schmarotzenden Mann Shirara in ihr Leben lässt um die Gesellschaft endlich zufriedenzustellen , bricht ihr bis dahin eigentlich ganz glückliches Lebensmodell zusammen.

Die Figuren sind sehr stark überzeichnet. Einzelne Szenen wirkten dadurch witzig, bzw. satirisch und haben mich zum Schmunzeln gebracht. Trotzdem konnte mich der kurze Roman nicht wirklich erreichen. Die Moral der Geschichte , die Gesellschaftskritik insbesondere auch das Frauenbild der männlichen Japaner, die die Autorin anprangert, waren sehr sehr plump dargestellt. Ich habe es da gerne etwas subtiler. Die Geschichte selbst ist recht einfach gestrickt und die Charaktere wirkten wie Karikaturen, so dass ich mich überhaupt nicht mit ihnen identifizieren konnte. Sie blieben mir fremd.

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Veröffentlicht am 25.03.2024

Die Burg des Grauens

Die Burg
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Der Milliardär Nevio hat keine Kosten und Mühen gescheut sein Herzensprojekt „Die Burg“ auf den Weg zu bringen. In der restaurierten Burg Greifenau ist ein Escape Room Paradies der Extraklasse entstanden. ...

Der Milliardär Nevio hat keine Kosten und Mühen gescheut sein Herzensprojekt „Die Burg“ auf den Weg zu bringen. In der restaurierten Burg Greifenau ist ein Escape Room Paradies der Extraklasse entstanden. Dank der eingesetzten KI , LED Wänden und der Möglichkeit Gerüche und auch Nebel in den Räumen einzusetzen wird die Illusion perfekt . Die Besucher können die Burg immer wieder neu entdecken, da sie sich quasi jedes Szenario wünschen können, dass dann mit der modernen Technik umgesetzt wird.

Vor der Eröffnung gibt es noch einen Probelauf mit ausgewählten Gästen, die für ihr Kommen und ihre Mithilfe eventuell noch Fehler zu finden, großzügig entlohnt worden sind. Nicht vorgesehen ist ein Horrortrip, bei dem es sogar Tote gibt. Doch genau das passiert bei dieser Generalprobe.

Ich liebe die Bücher von Ursula Poznanski. Sie hat immer tolle Ideen und spannende Plots , die meistens viele unterhaltsame Stunden garantieren.

Leider bin ich von „der Burg „ enttäuscht. Es fängt ohne Zweifel spannend an, aber diese Spannung fällt im Mittelteil in sich zusammen. Eine Schrecklichkeit nach der anderen wird den eingeschlossenen Protagonisten präsentiert, aber so eklig die Projektionen auch sind, es sind Projektionen. Sie können den Besuchern gar nicht gefährlich werden .Ich war noch in keinem Escape Room, aber einen Besuch in einem solchen stelle ich mir ganz anders vor. Rätsel hatte man den Eindruck spielten eine eher untergeordnete Rolle und wenn dann waren sie sehr persönlich, Seelenstriptease sozusagen. Und die Auflösung, nun ja , da fehlte mir der Wow Moment. So oder so ähnlich hatte ich mir das Ende selbst schon vorgestellt. Schade, dass es den Charakteren zudem auch an Tiefe fehlte. Ich fand sie recht oberflächlich gezeichnet.



Ich hatte das Buch als Hörbuch vorliegen.. Die Stimme des Sprechers hätte vielleicht noch etwas rausreißen können, aber sie hat mir leider überhaupt nicht zugesagt. Sehr schade.



Für mich leider nicht der große Wurf.

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