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Veröffentlicht am 16.10.2024

Bademeister ohne Lesefluss

Der Bademeister ohne Himmel
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Ich wollte das Buch wirklich mögen - zum einen aus einem kleinen Lokalpatriotismus heraus, die Autorin arbeitet und lebt in unserer Nähe. Dann wirft der Titel in Kombination mit dem Cover angenehm Fragen ...

Ich wollte das Buch wirklich mögen - zum einen aus einem kleinen Lokalpatriotismus heraus, die Autorin arbeitet und lebt in unserer Nähe. Dann wirft der Titel in Kombination mit dem Cover angenehm Fragen auf und hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Linda, 15 Jahre, lebensüberdrüssig, betreut stundenweise den im selben Mietshaus lebenden 86 jährigen, an Demenz erkrankten Hubert. Das macht sie feinfühlig, witzig, intuitiv. Einerseits um abgeklärte Distanz bemüht und etwas schnodderig auftretend, spürt man beim Lesen, wie sich zunehmend eine Beziehung und Verbundenheit zu Hubert einstellt. Auf ganz leichte Weise beschreibt Petra Pellini, wie ein Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen gelingen kann, was die Herausforderungen im Alltag sind. Man spürt beim Lesen ihre große Erfahrung in dem Bereich. Leider hat sich bei mir im Verlauf weder ein Lesefluss noch die erhoffte Begeisterung eingestellt. Die Kapitel sind kurz. Als Leser hüpft man von Episode zu Episode, was mich streckenweise genervt und nervös gemacht hat. Vielleicht auch weil Absurdes, Berührendes und Aktkluges in kurzer Folge wechseln. Die Figuren sind überzeichnet, was ich grundsätzlich völlig in Ordnung finde. Aber es entstand für mich kein tieferes Bild oder ein emotionaler Bezug zu den Figuren. So blieb es für mich letztendlich eher an der Oberfläche, wenngleich ich die Ideenvielfalt im gelungenen Umgang mit demenzkranken Menschen sehr nachdenkens- und lesenswert fand.

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Veröffentlicht am 02.06.2024

Auf zum besseren Leben

25 letzte Sommer
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Vom Cover mit der Sommerlandschaft geht etwas Friedliches aus und passt sehr gut zu dem Buch. Der Ich-Erzähler, getrieben und unruhig vom Alltag, trifft auf seinem Morgenspaziergang einen alten Mann, mit ...

Vom Cover mit der Sommerlandschaft geht etwas Friedliches aus und passt sehr gut zu dem Buch. Der Ich-Erzähler, getrieben und unruhig vom Alltag, trifft auf seinem Morgenspaziergang einen alten Mann, mit dem er zunehmend in ein immer offeneres Gespräch kommt. Während ich anfangs den ruhigen Erzählton und die sprachlichen Bilder ("Das Wasser war die Ruhe selbst, die Äste einer Erle schliefen noch im Schilf...") sehr mochte, empfand ich ihn später eher kitschig, etwas banal. Karl, der alte Mann und Bekanntschaft des Ich-Erzählers, wird als sehr warmherzig, empathisch und wohlwollend dargestellt, bei dem es dem Ich-Erzähler zunehmend leicht fällt, sich zu öffnen, wenngleich nach seinen Träumen und Werten befragt, immer wieder ratlos strauchelnd. Dabei profitiert er von den Eindrücken und Weisheiten des alten Mannes. Zwischendrin hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass Stephan Schäfer eigene, ihm wichtige Themen und Erkenntnisse in dem Buch verarbeitet und dem Leser "mit auf den Weg gibt". Quasi eine Sitzung beim Coach zum Thema besseres Leben. Ohne Zweifel werden wichtige Themen wie Innehalten, Achtsamkeit, gelungene Beziehungen angeschnitten. Mehr zwischen den Zeilen zu entdecken, hätte mich aber vermutlich emotional mehr erreicht. Das Büchlein ist mit seinen 170 Seiten schnell gelesen und über Protagonisten mit ausgeprägten Ambivalenzen muss man sich auch nicht den Kopf zerbrechen. Was mir geblieben ist, sind einige sehr schöne Beschreibungen und Begegnungen in der Natur und auf jeden Fall ein leichtes, warmes Gefühl. Wer ein Büchlein für einen entspannten Nachmittag in der Hängematte sucht, wird seine Freude damit haben und sicher auch einige Denkanstöße bekommen. Wer möglicherweise etwas mehr Tiefgang sucht und Protagonisten mit Ecken und Kanten mag, dem würde ich eher ein anderes Buch empfehlen.

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Veröffentlicht am 20.05.2024

Liebevoll illustriert, leider recht uninspiriert Text

Alles Gute, Donald!
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Das Buch hatten sich meine Kinder als große Walt-Disney-Fans sehr gewünscht. Wichtig ist vielleicht vorab zu wissen, dass es sich nicht um einen Comic im herkömmlichen Sinne handelt, sondern um eine Bildbuchgeschichte ...

Das Buch hatten sich meine Kinder als große Walt-Disney-Fans sehr gewünscht. Wichtig ist vielleicht vorab zu wissen, dass es sich nicht um einen Comic im herkömmlichen Sinne handelt, sondern um eine Bildbuchgeschichte und somit eher für jüngere Leser geeignet ist. Die Handlung ist rasch erzählt - Donald hat Geburtstag, aber bis er glücklich im Kreise seiner Lieben feiern kann, passieren ihm zahlreiche Missgeschicke. Immer wieder wird er von anderen Familienmitgliedern übertölpelt und ausgenutzt. Also alles in allem eher ein Geburtstag, den man sich selber nicht wünschen würde. Toll sind die Bilder - wunderbar bunt kommt der Witz der Charaktere auf den A4-Seiten schön rüber und es macht wirklich Spaß, die Bilder anzuschauen. Jetzt kommt das aber - der Text ist so langweilig geschrieben, teils mit Widersprüchen, dass die Begeisterung sich bei meinen Kindern in Grenzen hielt bzw. meine Hirnzellen beim Vorlesen drohten einzuschlafen. Da hätte man vermutlich mit einem anderen Text mehr rausholen können. Wen das weniger stört, der hat sicher mit diesem Buch viel Freude, da in den Illustrationen eine Menge Liebe steckt und der Witz rund um Donald Duck schön eingefangen wurde.

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Veröffentlicht am 24.04.2024

Wichtiges Thema, in der Zielgruppe nicht ganz klar

Die InvesTiere
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Das Thema Finanzen wird in den Schulen stiefmütterlich behandelt, daher finde ich, dass es mehr solcher Bücher braucht. Besonders Mädchen dürften gerne noch mehr Anstupser bekommen, selber finanzielle ...

Das Thema Finanzen wird in den Schulen stiefmütterlich behandelt, daher finde ich, dass es mehr solcher Bücher braucht. Besonders Mädchen dürften gerne noch mehr Anstupser bekommen, selber finanzielle Verantwortung zu übernehmen und somit abgesichert zu sein. Daher finde ich die kleine Kaninchendame sehr passend gewählt. Unsere 11 jährige Tochter hat schnell ins Buch gefunden. Die Sprache ist flüssig, die Charaktere handeln nachvollziehbar und lebendig. Allerdings ist sie dann ausgestiegen, als es tiefer in die Themen der Finanzen und Unternehmensgründung ging. Inhaltlich und in Bezug auf Verständnis hatte hingegen ihre 15jährige Cousine keine Probleme zu folgen. Allerdings fand sie die Story anhand von Tieren aufzuziehen nur so mäßig cool. Wahrscheinlich ist ein Teenager aus dem "Lernen mit der Maus"-Alter einfach raus. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Buch auf jeden Fall seine Interessenten findet, wenn es nochmal überarbeitet und klarer an die Zielgruppe angepasst wird, d.h. z.B. für ca. 9-12 Jährige, dann gerne wie gehabt im Rahmen einer Tiergeschichte, mehr Bilder bzw. erläuternde Abbildungen (vielleicht im Comicstil, gerne auch witzig gemacht).

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Veröffentlicht am 10.11.2024

Hölzerner Schreibstil und inhaltliche Längen

Das Buch der neuen Anfänge
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Den Vorgängerroman der Autorin kannte ich nicht, hatte aber viel Gutes gehört und bin mit der Erwartung auf eine herzerwärmende Geschichte an einem kuscheligen Herbstabend gestartet. Anfangs fühlte es ...

Den Vorgängerroman der Autorin kannte ich nicht, hatte aber viel Gutes gehört und bin mit der Erwartung auf eine herzerwärmende Geschichte an einem kuscheligen Herbstabend gestartet. Anfangs fühlte es sich für mich an, als würde man im Ferrari versuchen über einen brandenburgischen Feldweg zu fahren. Den Schreibstil empfand ich als sehr holprig und ich musste mein Lesetempo ordentlich drosseln. Vielleicht liegt es an der Übersetzung, vielleicht ist es aber auch einfach der Stil der Autorin. Es wurde im Laufe der Geschichte besser, aber nur in einzelnen Passagen kam so etwas wie ein Lesefluss für mich auf. Die Geschichte um Joanne, die nach einer gescheiterten Beziehung einen Neuanfang im Schreibwarenladen ihres Onkels startet, ist grundsätzlich ganz hübsch - skurrile und liebenswerte Figuren, die tatkräftige Umgestaltung des in die Jahre gekommenen Ladens, das Anbahnen neuer Freundschaften in einer "veeery british" höflichen Weise. Und gleichzeitig hat der Roman Längen. Besonders die Idee, die die Autorin um längst verstorbene Persönlichkeiten eines berühmten Londoner Friedhofs, entwickelt, fühlte sich für mich eher nach einem Workshop für Autoren mit Schreibblockade an und konnte mich überhaupt nicht packen. In der Summe mit dem für mich etwas sperrigen Schreibstil und der thematischen Längen musste ich mich öfters überwinden, das Buch zu Ende zu lesen. Um mit dem im Buch sich mehrmals wiederholenden Satz "Ein Platz für alles, und alles an seinem Platz" abzuschließen, darf das Buch in den öffentlichen Bücherschrank weiterwandern, in der Hoffnung es möge dort doch noch seinen Fan finden.

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