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Veröffentlicht am 04.06.2024

Ein berührendes und vielschichtiges Buch voller Herz & Wärme

Hat irgendjemand Oscar gesehen?
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Die 11-jährige Aurora lebt mit ihren Eltern im ländlichen Maine in einem Haus direkt am Wald. Sie ist ein sehr lebhaftes, lautes und impulsives Kind, hat stets einen frechen Spruch auf Lager und muss ...

Die 11-jährige Aurora lebt mit ihren Eltern im ländlichen Maine in einem Haus direkt am Wald. Sie ist ein sehr lebhaftes, lautes und impulsives Kind, hat stets einen frechen Spruch auf Lager und muss immer in Bewegung sein. Sie mag Edelsteine, die Natur – und Oscar, ihren besten Freund, der im Nachbarhaus wohnt. Oscar ist ebenfalls elf Jahre alt, er liebt Vögel und Vertrautes und hat noch nie ein Wort mit Aurora gesprochen. Oscar spricht nicht und lebt komplett in seiner eigenen Welt. Die beiden Kinder könnten unterschiedlicher kaum sein, bilden aber ein perfektes Team und sind unzertrennlich. Zu Oscar hatte Aurora sofort einen besonderen Draht. Dank ihrer Beobachtungs- und Einfühlungsgabe kann sie Oscars Verhalten lesen und weiß immer, was er will, sie ist sein Sprachrohr und seine Beschützerin. Bisher waren sie immer in derselben Klasse, aber zu Beginn des sechsten Schuljahres werden sie in verschiedene Klassen eingeteilt. Trotz dieser Veränderung läuft erst einmal alles gut, doch dann ist Aurora eines Tages abgelenkt und achtet nicht darauf, dass Oscar in sein Klassenzimmer geht. Plötzlich ist Oscar spurlos verschwunden und Aurora beginnt sich große Vorwürfe zu machen. Hätte sie besser auf ihren Freund aufpassen müssen? Sie begibt sich sofort auf die Suche nach Oscar – und nicht nur sie: Es dauert nicht lange und der ganze Ort setzt alles daran, um den vermissten Jungen wiederzufinden.

Da mir „Die ganze Wahrheit (wie Mason Buttle sie erzählt)“ von Leslie Connor so gut gefallen hat, habe ich mich auf ihr neues Werk „Hat irgendjemand Oscar gesehen?“ sehr gefreut. Und ich wurde nicht enttäuscht! Hinter dem schönen Cover mit dem etwas ungewöhnlichen Titel verbirgt sich eine ebenso eindrucksvolle Geschichte, die hält, was sie verspricht.

Schon die Art und Weise wie das Buch aufgebaut wird, ist außergewöhnlich. Beginnen tut die Handlung in der Jetzt-Zeit und springt im weiteren Verlauf immer wieder in der Vergangenheit hin und her. So wird von Aurora mal erzählt, wie sie in die erste Klasse kommt oder von dem Tag, an dem sie Oscar kennenlernt. Hauptsächlich ist es Aurora, die uns in der Ich-Perspektive von den Ereignissen berichtet, es gibt zwischendurch aber auch Kapitel, in denen ein allwissender Erzähler die Sicht von Oscar und einiger Stadtbewohnerinnen schildert. Trotz der vielen Zeitsprünge und Perspektivwechsel wirkt der Roman nicht durcheinander oder zusammenhanglos, allerdings muss man sich an den Erzählstil erst einmal gewöhnen.
Mir hat der gesamte Aufbau der Handlung sehr gefallen. Durch die Rückblenden erhält man einen tollen Eindruck von der Entstehung der Freundschaft zwischen Aurora und Oscar und die verschiedenen Blickwinkel verleihen dem Ganzen mehr Spannung und Tiefe. Manchmal muss man jedoch auch ein wenig Geduld beim Lesen haben. Einiges wird sehr genau und für meinen Geschmack zu ausführlich beschrieben wie die Natur, das Softballspiel oder die Pausen in der Schule. Die Geschichte liest sich dadurch stellenweise etwas zäh und langatmig, vor allem jungen Leser
innen ab 10 Jahren könnte es bisweilen schwerfallen, am Ball zu bleiben.

Auch wenn das Buch ein paar Längen für mich hatte, habe ich es innerhalb kurzer Zeit gelesen. Die Suche nach Oscar lässt einen mitfiebern und auch Oscars Kapitel und seine Gedankengänge sind spannend und interessant. Sofern ich das beurteilen kann, wird das Denken eines autistischen Jungen sehr authentisch dargestellt. Einfühlsam und voller Wärme beschreibt die Autorin Oscars Charakter und seine Andersartigkeit sowie die besondere Verbindung, die er zu der gleichaltrigen Aurora hat. Aurora ist ebenfalls eine einzigartige Figur und wunderbar getroffen. Sie ist impulsiv, immer in Bewegung und wirkt auf andere zuweilen unbedarft und vorlaut. Sie sagt stets das, was sie denkt, trägt das Herz aber am rechten Fleck und schleicht sich sofort in die Herzen von uns Leserinnen.

Im Anhang gibt es noch ein paar Fotos und Anmerkungen der Autorin, wie der Roman entstanden ist. Vorne im Buch befindet sich wiederum eine detaillierte Landkarte des Schauplatzes, dank der man das Setting noch besser nachvollziehen kann.

Fazit: „Hat irgendjemand Oscar gesehen?“ ist eine herzerwärmende Wohlfühlgeschichte über Neurodiversität, Gemeinschaft und eine ganz besondere Freundschaft zwischen dem ruhigsten und dem lebhaftesten Kind. Berührend, humorvoll, vielschichtig. Ein wundervolles und wichtiges Buch, nicht nur für junge Leser
innen ab 10 Jahren. Mir hat auch mein zweites Werk von Leslie Connor sehr viel Freude bereitet, ich kann es nur empfehlen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2024

Ein tolles Lesevergnügen für Jung und Alt!

Spaceboy
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Amerika, 60er Jahre. Die 12-jährige Ruth ist eine Waise und wohnt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer furchtbaren Tante Dorothy. Ruth hasst ihr Leben auf der Straußenfarm ihrer Tante und Dorothy wiederum ...

Amerika, 60er Jahre. Die 12-jährige Ruth ist eine Waise und wohnt seit dem Tod ihrer Eltern bei ihrer furchtbaren Tante Dorothy. Ruth hasst ihr Leben auf der Straußenfarm ihrer Tante und Dorothy wiederum kann Kinder nicht ausstehen, was sie ihrer Nichte auch jeden Tag deutlich zu spüren gibt. Von früh bis spät lässt sie sie auf ihrer Farm schwer schuften. Die einzigen beiden Dinge, die Ruth auf der Welt noch hat, sind ihr dreibeiniger Hund Juri und ihr großer Traum: Sie möchte einmal selbst das All erkunden. Sie ist geradezu besessen vom Weltraum, die ganze Nacht bleibt sie immer auf, um durch ihr Teleskop die Sterne zu beobachten. Als sie wieder einmal mit Juri den nächtlichen Himmel anschaut, glaubt sie ihren Augen nicht zu trauen: Ein brennendes UFO ist gerade in dem Weizenfeld in der Nähe von ihrem Haus abgestürzt! Als sie kurz darauf die Absturzstelle erreicht, sieht sie ein merkwürdiges Wesen aus dem Flugobjekt aussteigen. Es ist ein echter Außerirrdischer, der sich Ruth mit dem Namen Spaceboy vorstellt. Ein unglaubliches Abenteuer beginnt...

Ich habe nun schon viele Bücher von David Walliams gelesen und bisher hat mich noch keines davon enttäuscht zurückgelassen. Auch sein neuer Titel „Spaceboy“ hat mich sehr gut unterhalten, wobei ich aber sagen muss, dass es für mich eines seiner schwächsten Werke ist.
Mir persönlich hat ein bisschen der typische Charme des britischen Autors gefehlt. Die Story kann zwar durchaus mit den üblichen Albereien und lustigen Verrücktheiten aufwarten (und Gepupse), allerdings geht es weniger schwarzhumorig zu, weniger eklig-grauslich. Zumindest ich habe es so empfunden. Dass es dieses Mal kein Wiedersehen mit Kioskbesitzer Raj gibt und die Erzählung nicht wie sonst von Tony Ross bebildert ist, hat mich jedoch nicht gestört. Zugegeben, an letzteres musste ich mich erst gewöhnen, aber der neue Illustrator Adam Stower hat definitiv einen wunderbaren Job gemacht. Seine zahlreichen schwarz-weiß Illustrationen sind humorvoll und setzen das Erzählte perfekt in Szene.

Nichtsdestotrotz ist „Spaceboy“ ein echter Walliams. Zu Beginn gibt es wie gewohnt eine Vorstellung der wichtigsten Charaktere und schon da wird mehr als deutlich, dass wir es mal wieder mit ziemlich schrägen Persönlichkeiten zu tun bekommen. Vor allem die Erwachsenen werden herrlich überspitzt dargestellt wie die grässliche Tante Dorothy, auf deren Bekanntschaft man wahrlich verzichten kann, oder der Präsident der Vereinigten Staaten, der ziemlich eingebildet und dümmlich daherkommt. Ruth dagegen ist eine sehr sympathische und pfiffige Hauptprotagonistin, die man sofort ins Herz schließt und nur zu gerne begleitet.
Was den geheimnisvollen Spaceboy angeht, werde ich hier nicht groß ins Detail gehen, ich möchte schließlich nicht zu viel verraten. Bei ihm könnt ihr euch jedenfalls auf eine große Überraschung gefasst machen.

Gemeinsam mit Ruth, ihrem dreibeinigen Hund Juri und Spaceboy begibt man als Leserin auf ein rasantes Abenteuer mit aufregenden Verfolgungsjagden, verrückten Wissenschaftlern, einem donutsüchtigen Sheriff und ganz viel mehr. Langeweile kommt beim Lesen garantiert nicht auf, David Walliams versteht es einfach, seine Leserschaft durchgehend zu fesseln. Nebenbei erfährt man noch, dass Hamster die intelligentesten Wesen auf dem Planeten Erde sind und die Weltherrschaft planen und was der Sinn des Lebens ist: Sei kein Dödel.
Dies wäre aber kein richtiger Walliams, wenn in dem ganzen Irrsinn nicht auch etwas Sinnvolles stecken würde. So lehrt einen das Buch auch etwas über die Geschichte der Raumfahrt und vermittelt wertvolle Botschaften wie die Bedeutung von Freundschaft und dass es sich lohnt, an seinen Träumen festzuhalten.

Für Kinder ab 9 Jahren und Lesemuffel ist „Spaceboy“ sehr gut geeignet. Die Kapitel sind schön kurz, es gibt Comicelemente, viele Schriftspielereien und durch die reiche Bebilderung befindet sich oft nur wenig Text auf den Seiten. Von der Dicke des Buches sollten sich junge Leser
innen nicht abschrecken lassen, man hat es wirklich im Nu durchgeschmökert.

Fazit: „Spaceboy“ ist eine actionreiche, witzige und völlig abgedrehte Abenteuergeschichte mit unvergesslichen Charakteren und Spaß-Garantie. Ein tolles intergalaktisches Lesevergnügen voller Fantasie und Überraschungen. Auch wenn mir das Buch nicht ganz so gut gefallen hat wie erhofft, habe ich es sehr gerne gelesen und kann es nur empfehlen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 27.02.2024

Ein tolles Buch!

Danelli & Co. - Hier wird mit Magie gestickt
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Henryton Danelli stammt aus einer angesehenen Familie von Zauberschneidern, die seit Generationen die feinste verzauberte Kleidung herstellt und verkauft. Anders als seine Eltern, die sich nicht groß für ...

Henryton Danelli stammt aus einer angesehenen Familie von Zauberschneidern, die seit Generationen die feinste verzauberte Kleidung herstellt und verkauft. Anders als seine Eltern, die sich nicht groß für die Zauberschneiderkunst interessieren, träumt Hen davon, eines Tages in das Familiengeschäft einzusteigen. Wie seine Großmutter Nana, mit der er zusammen über ihrem Laden lebt, liebt auch er das Nähen, Sticken und Schneidern von magischer Mode wie Sommerkleider, die einen angenehm kühlen oder Schuhe, mit denen es sich dank eines Flugzaubers wunderbar tanzen lässt. Doch seit eine billige Kleiderfabrik in der Nähe eröffnet hat, laufen die Geschäfte nicht mehr so gut wie früher. Der Laden von Hens Onkel Bertie musste sogar schon schließen. Als er kurz darauf mit seiner Familie bei ihnen einzieht, hält sich Hens Begeisterung sehr in Grenzen. Er muss ihre Schneiderei unbedingt vor dem Ruin bewahren, aber wie? Er glaubt die Lösung gefunden zu haben, als er zufällig auf einen mächtigen Stich stößt, der Erinnerungen in Kleidung nähen kann. Zu seinem Entsetzen verbietet ihm seine Familie das Nähen daraufhin komplett. Was ist der Grund dafür? Gemeinsam mit seiner Cousine Connie versucht Hen hinter das Geheimnis zu kommen. Ob es ihnen wohl gelingen wird, nicht nur ihren Laden, sondern auch ihre Familie rechtzeitig zu retten?

Bei diesem Buch stand für mich sehr schnell fest, dass ich es lesen möchte. Das Cover hatte es mir sofort angetan und der Klappentext klang nach einer Story ganz nach meinem Geschmack. Und um es gleich vorweg zu sagen: Ich wurde nicht enttäuscht!
James Nicol hat mit „Danelli & Co. - Hier wird mit Magie gestickt“ ein bezauberndes Kinderbuch ab 10 Jahren geschrieben, in welchem viel mehr steckt als die äußere Erscheinung vermuten lässt.

Verpackt in einem fesselnden, humorvollen und warmherzigen Fantasyabenteuer erzählt James Nicol von Familie, Freundschaft, Träume und Erinnerungen, von Fast Fashion und der Reparatur von Dingen. Obwohl die Geschichte in einer phantastischen Welt spielt und es um verzauberte Kleidungsstücke geht, führt sie uns die Probleme und Folgen unserer modernen Wegwerfgesellschaft vor Augen, in der große Betriebe mit ihrer massenproduzierten, billigen Mode kleine traditionelle Familienunternehmen zerstören. Sie zeigt, dass sich vieles reparieren lässt, auch Beziehungen, dass es sich lohnt niemals aufzugeben und auch Kinder Großes vollbringen können. So wie Hen, der Held dieser Geschichte.

Hen ist ein großartiger Protagonist. Er ist sympathisch, mutig und entschlossen und steht für das ein, was ihm wichtig ist. Man schließt ihn als Leserin sofort ins Herz und fiebert, fühlt und bangt mit ihm mit.
Auch die weiteren Charaktere wurden gelungen ausgearbeitet, jeder von ihnen ist auf seine Art und Weise einzigartig. Da hätten wir zum Beispiel Hens liebenswerte Großmutter Nana, deren inniges Verhältnis zu ihrem Enkelsohn einem das Herz erwärmt, oder seine Cousine Connie, die im Verlauf eine wunderbare Entwicklung durchmacht und gemeinsam mit Hen ein unschlagbares Team ergibt.

Ich habe mich von den ersten Seiten an wohl beim Lesen gefühlt und das Buch wirklich sehr genossen, aber für die volle Sternenzahl hat es mir letztendlich dann leider doch nicht gereicht, irgendwie hat mir trotz allem das gewisse Etwas gefehlt. Über eine Fortsetzung würde ich mich aber sehr freuen. Die Erzählung ist zwar in sich abgeschlossen, aber Potenzial für einen weiteren Band ist durchaus vorhanden.

Fazit: Der britische Autor James Nicol hat aus vielen verschiedenen Zutaten einen tollen Kinderroman angefertigt, in dem er seine Leser
innen in eine Welt voller Magie und Geheimnisse entführt. „Danelli & Co. - Hier wird mit Magie gestickt“ ist ein spannendes und magisches Abenteuer mit viel Herz, Witz und Charme und wertvollen Botschaften, das nicht nur Kinder in den Bann zieht, sondern auch Erwachsene. Ich kann das Buch sehr empfehlen, mir hat es viel Spaß gemacht. Von mir gibt sehr, sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 18.01.2024

Ein zauberhaftes Feenabenteuer mit wunderschönen Illustrationen

Mina Wirbelfee (Bd. 1)
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Ihrem siebten Geburtstag hat Mina Wirbelfee ganz ungeduldig entgegen gefiebert. An diesem Tag wird sie nämlich erfahren, was ihre Zauberkraft ist und endlich eine richtige Fee sein. Doch der langersehnte ...

Ihrem siebten Geburtstag hat Mina Wirbelfee ganz ungeduldig entgegen gefiebert. An diesem Tag wird sie nämlich erfahren, was ihre Zauberkraft ist und endlich eine richtige Fee sein. Doch der langersehnte Brief von Feenkönigin Mirabella, in dem steht welche magische Gabe Mina besitzt, ist total krakelig geschrieben. Weder sie noch ihre Eltern oder Oma können die Schrift der Königin entziffern. Mina ist enttäuscht, was für eine Feenkraft hat sie denn nun? Sie beschließt kurzerhand, Mirabella einfach selbst zu fragen und macht sich zusammen mit Dackel Rüdiger und Omas wandernde Warze Wanda auf den Weg. Eine lange abenteuerliche Reise erwartet Mina und ihre Freunde. Denn Mirabella lebt mitten auf der Wolke sieben. Um ihr Ziel zu erreichen, müssen sie erst einmal das Feld der bösen Blumen überwinden, den Wald der wehleidigen Bäume durchqueren und am Strand der starken Meerjungrfrauen vorbei. Aufgeben kommt für Mina aber nicht infrage!

Ein entzückendes Cover hat uns die Alexandra Helm hier gezaubert, um mich war es sofort geschehen, als ich es zum ersten Mal sah. Es verspricht eine magische und fröhlich-bunte Feengeschichte und genau das bekommt man auch. Ich persönlich hatte mir nur ein wenig mehr erhofft, irgendwie wollte der Funke nicht komplett überspringen. Trotz allem finde ich aber, dass Zoe Magdalena ein gelungenes Kinderbuchdebüt geglückt ist, bei dem man auf jeder Seite spürt, mit wie viel Herzblut es geschrieben ist.

Mit viel Witz, Fantasie und Liebe zum Detail erzählt Zoe Magdalena von der siebenjährigen Mina Wirbelfee und ihren Erlebnissen. Die Geschichte kommt dabei in keinster Weise kitschig oder mädchenhaft daher und wird garantiert auch Jungen begeistern. Mina ist nämlich keine typische Fee. Sie ist mutig, selbstbewusst, abenteuerlustig und aufgeweckt. Sie kann auch ganz schön vorlaut sein (für meinen Geschmack manchmal etwas zu vorlaut), ist aber jederzeit sympathisch. Toll ist auch, dass wir mit ihr eine PoC (Person of Colour) in der Feenwelt vertreten haben. Mit Mina hat Zoe Magdalena eine bezaubernde Heldin erschaffen, eine kleine Pippi-Langstrumpf-Fee, die man einfach gernhaben muss.

Auch die weiteren Charaktere entsprechen nicht den gängigen Klischees und werden so liebevoll beschrieben, dass man sie direkt ins Herz schließt wie Minas Familie, Dackel Rüdiger und Omas Wanderwarze Wanda. Sie sind zudem sehr vielfältig ohne aufdringlich zu wirken. So gibt es neben der dunkelhäutigen Mina zum Beispiel noch Bert, die Zahnfee in seinem rosafarbenen Tutut oder die starken männlichen Meerjungfrauen.

Gemeinsam mit dieser außergewöhnlichen Truppe erlebt auf den gut 112 Seiten lauter aufregende Abenteuer voller Überraschungen, die zum Mitfiebern einladen und einen immer wieder zum Schmunzeln und Lachen bringen. Langeweile kommt da an keiner Stelle auf!
Zum Vorlesen für Kinder ab 5 Jahren ist das Buch in meinen Augen sehr gut geeignet. Der Text ist einfach gehalten, die Kapitel sind kurz und die Geschichte wird von zahlreichen Bildern untermalt.

Alexandra Helm hat Minas wirbelige Welt mit ihren wundervollen süßen Zeichnungen zum Leben erweckt. Jedes Kapitel enthält mehrere farbenfrohe Illustrationen, die perfekt zum Geschehen passen und einfach gute Laune machen.

Fazit: „Mina Wirbelsee“ ist eine turbulente, lustige und kunterbunte Vorlesegeschichte ab 5 Jahren über eine liebenswerte kleine Fee, die mutig und entschlossen ihren Weg geht. Fantasievoll, frech und voller Vielfalt und zauberhafter Abenteuer. Ein wunderschön illustriertes Kinderbuch, das ich wärmstens empfehlen kann. Mir hat es viel Spaß gemacht. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 21.11.2023

Ein packendes & düsteres Fantasy-Abenteuer voller Spannung

Das Buch der gestohlenen Träume (Das Buch der gestohlenen Träume 1)
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Die 12-jährige Rachel Klein und ihr großer Bruder Robert leben in Krasnia, einem Land, in dem düstere Zeiten herrschen. Alle Menschen fürchten sich vor dem Präsidenten Charles Maltain, der ein grausamer, ...

Die 12-jährige Rachel Klein und ihr großer Bruder Robert leben in Krasnia, einem Land, in dem düstere Zeiten herrschen. Alle Menschen fürchten sich vor dem Präsidenten Charles Maltain, der ein grausamer, machthungriger und kinderhassender Tyrann ist. Seit er an der Macht ist, dürfen Kinder nach der Schule nicht mehr auf die Straße und Bücher und Geschichten sind strengstens verboten. Jeder, der sich den Regeln widersetzt, wird sofort eingesperrt und bestraft. Als der Vater der Geschwister, der Bibliothekar ist, die beiden eines Tages in die Leihbücherei von Nord-Brava mitnimmt, wird sich ihr Leben schlagartig verändern. Ihr Vater zeigt ihnen ein besonderes Buch, das unbedingt gerettet und beschützt werden muss: Das Buch der gestohlenen Träume. Doch die drei werden entdeckt und während den Kindern mit dem Buch die Flucht gelingt, wird der Vater verhaftet. Kurz darauf stirbt auch noch ihre kranke Mutter und Rachel und Robert sind auf sich alleine gestellt. Sie müssen nun alles geben, damit das Buch nicht in die falschen Hände gerät. Doch Charles Malstain ist ihnen bereits auf den Fersen...

Auf dieses Buch war ich unheimlich gespannt. Es klang einfach so gut und von dem wunderschönen Cover war ich sofort richtig angetan. Leider haben mir der Klappentext und die äußere Gestaltung nur ein bisschen zu viel versprochen. Die Geschichte war irgendwie anders als erwartet, deutlich weniger magisch und dafür ziemlich politisch und realitätsnah.
Es handelt sich hierbei mehr um einen rasanten Abenteuerroman, der in einer fiktiven Welt spielt, die unserer gar nicht so unähnlich ist und teils sehr an den Nationalsozialmus erinnert. Es gibt Unterdrückung, Diktatoren, Straflager, Folter...Die Atmosphäre ist daher oft recht bedrohlich und finster und es kommt öfters zu grausamen Szenen. Die Story ist stellenweise schon nicht ohne und komplex, sie wird daher nicht für jeden Leserin ab 11 Jahren geeignet sein. Die Handlung bleibt aber stets angemessen für ein Buch dieser Altersklasse, in meinen Augen wird alles mit dem nötigen Feingefühl und einer richtigen Portion Humor beschrieben. Und neben den ernsten Themen wie Gewalt, Verlust und Trauer geht es zudem auch um Freundschaft, Liebe und Familie, um Mut, Hoffnung, Moral und der Wunsch nach Freiheit.

Geschildert wird die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln und wechselt immer wieder zwischen Rachels und Roberts Erlebnissen. Ein Teil der Kapitel wird dabei von kurzen poetischen Ausschnitten aus dem Buch der gestohlenen Träume eingeleitet, die sehr hübsch von Kristina Kister illustriert sind und dem Ganzen etwas Geheimnisvolles verleihen. Sehr cool ist auch, dass sich der Erzähler manchmal selbst mit einbringt und uns Leser
in direkt anspricht. Die Story ist insgesamt wirklich toll aufgebaut und geschrieben, spannend, abwechslungsreich und voller unerwarteter Wendungen. David Farr versteht sein Handwerk auf jeden Fall. Sein lebendiger Schreibstil zieht einen direkt ins Geschehen und sorgt für jede Menge Kopfkino beim Lesen. Man fiebert, fühlt und bangt mit dem sympathischen und mutigen Geschwistern mit und mag das Buch oft nicht mehr aus der Hand legen.

Das Ende ist abgeschlossen, sodass der Roman für sich allein stehen könnte. Es handelt sich hierbei allerdings um einen Reihenauftakt, den zweiten Band gibt es sogar bereits auf Englisch. Auch wenn ich mir etwas mehr erhofft habe, hatte ich viel Spaß beim Lesen und werde die Reihe weiterverfolgen. Auf die Fortsetzung freue ich mich schon sehr.

Fazit: „Das Buch der gestohlenen Träume“ ist eine packende und facettenreiche Abenteuergeschichte mit einem starken Geschwisterpaar, jeder Menge Spannung und ein bisschen Magie. Düster, bewegend, unvorhersehbar. Ein gelungener Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe für Leser*innen ab 11 Jahren, der auch Erwachsene zu fesseln vermag. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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