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Veröffentlicht am 11.10.2016

Spannend, aber unsympathische Charaktere

Das gute Kind
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Vor 18 Jahren erschütterte der Mord an einer Mutter und ihrer wenige Monate alten Tochter die Öffentlichkeit. In einem Indizienprozess wurde der mutmaßliche Mörder zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. ...




Vor 18 Jahren erschütterte der Mord an einer Mutter und ihrer wenige Monate alten Tochter die Öffentlichkeit. In einem Indizienprozess wurde der mutmaßliche Mörder zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Fast zwei Jahrzehnte später steht eine junge Frau vor der Tür der suspendierten Kriminalkommissarin Femke Sundermann und behauptet, das Baby von damals zu sein. Woher kommt die mysteriöse Frau? Sagt sie die Wahrheit? Entgegen aller Ratschläge rollt Femke den abgeschlossen geglaubten Kriminalfall wieder auf. Die Entdeckungen sind so unglaublich, dass dafür mehrere Menschen mit dem Leben bezahlen müssen ...

Auf dem Cover sieht man einen toten Vogel. Dieses Motiv wiederholt sich auch auf der Rückseite und den Innenseiten des Buches. Als ich mit dem Buch fertig war, habe ich noch einmal darüber nachgedacht, wie der Vogel mit der Handlung im Zusammenhang stehen könnte. Ehrlich gesagt, erschließt sich das mit leider nicht. So ist zwar ein interessantes Cover, aber der Zusammenhang fehlt eben.

Die Kapitel des Buches sind relativ kurz. Das hat mir recht gut gefallen, da es enorm den Spannungsbogen erhöht hat, aber manchmal auch etwas störend war. So waren viele Seiten auch mit ein paar Zeilen bedruckt, was das Buch natürlich unnötig dick macht, wenn man bei 300 Seiten von dick überhaupt sprechen kann.

Die Erzählform ist fast im ganzen Roman die Ich-Perspektive von Femke Sundermann. Dies wird nur stellenweise unterbrochen von personalen Erzählern von anderen Romanfiguren. Auch das hat mir gefallen, aber es wurde im Verlauf des Romans immer weniger und wirkte relativ willkürlich gewählt.

Das Buch baut einen sehr guten Spannungsbogen auf, was besonders gut durch die kurzen Kapitel gelingt. Auch das Ende habe ich als geschulter Thriller- und Krimileser so nicht erwartet und es kam sehr überraschend. So überraschend allerdings, dass die Handlung nicht darauf hingearbeitet hat, sondern es kam wie ein Knall und wurde in ein paar Seiten abgehandelt und dann war das Buch zu Ende. Bei mir hat es so einige Fragen offen gelassen und manches ist für mich völlig unverständlich gewesen. An sich bin ich ein großer Fan von technischen und wissenschaftlichen Erklärungen. So schreibt Helge Thielking relativ ausführlich über u.a. Obduktionen, Tatortrecherchen und Gesichtserkennungen. Was mich daran störte, ist die Tatsache, dass Helge Thielking kein Mann vom Fach ist, so wie Kathy Reichs. Aus diesem Grund klang es für alles relativ abgeschrieben und hätte an dieser Stelle nicht sein müssen. Romane kommen auch ohne fachliche Erklärung aus.

Was mich am meisten an diesem Roman gestört hat, war die Hauptperson Femke Sundermann. Der Leser erfährt zu Anfang, dass Femke gerade einen schweren Verlust erleiden musste. Solch einen Frauenrolle kommt ja in so einigen Roman vor. Dennoch spielt dieser Verlust überhaupt keine Rolle für die eigentliche Handlung. Da Femke bereits ihre Freundin und dessen Baby vor 18 Jahren verloren hat, fand ich das an der Stelle einfach auch zu viel des Guten. Ich gehe eher davon aus, dass Femke hier eine gebrochene Frau darstellen sollte. Thielking gelingt es aber nicht diese stringent durch den ganzen Roman durchzuziehen. Ich fand die Darstellung ab Mitte des Romans nicht mehr authentisch und man spürte auch nichts mehr von ihrem Leiden und ihrer Trauer im weiteren Verlauf des Romans. Das ging mir auch vielen anderen Charakteren so. Femke selber ist Hauptkommissarin bei der Polizei, wenn auch suspendiert. Dennoch greifen sowohl sie als auch ihr Kollege zu sehr unkonventionellen Ermittlungstechniken, welche sehr ich fragwürdig fand und natürlich kommen beide damit durch. Für meinen Geschmack alles ziemlich rosarot und unrealistisch. Auch der Ton ist sehr derb und aggressiv in einigen Dialogen. Anfangs fand ich das noch erfrischend, gegen Ende hat es mich nur noch genervt. Zusammenfassend fand ich alle Charaktere recht oberflächlich und wenig authentisch dargestellt. Ich mochte keinen wirklich gerne.

Zusammenfassend hat das Buch für die Handlung, auch wenn es einige Ungereimtheit gab, eigentlich 4 Sterne verdient. Die Handlung war unvorhersehbar und sehr komplex. Ein Stern Abzug für die deplatzierten wissenschaftlichen Erläuterungen und für das abrupte Ende, welchem die nötigen Tiefe gefehlt hat. Ich gebe aber auf Grund der unsympathischen und wenig authentischen Figuren, vor allem der Hauptperson, nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 07.10.2025

Kurzweilig und amüsant

Alles muss man selber falsch machen
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MEINUNG:

Alena Schröder begeistert mich schon seid ein paar Jahren mit ihren historischen Romanen, wie z.B. Bei euch ist es immer so unheimlich still. Aus diesem Grund habe ich mich gleich gefreut als ...


MEINUNG:

Alena Schröder begeistert mich schon seid ein paar Jahren mit ihren historischen Romanen, wie z.B. Bei euch ist es immer so unheimlich still. Aus diesem Grund habe ich mich gleich gefreut als etwas Neues von ihr erschienen ist. Alles muss man selber falsch machen ist eine Sammlung ihrer besten Kolumnen, die z.B. in der Süddeutschen Zeitung veröffentlich werden.

Mir war nicht bewusst, dass sie Kolumnen schreibt. So habe ich mal eine ganz andere Seite von ihre kennengelernt, denn die Kolumnen drehen sich dieses Mal nicht um fiktiven Personen, sondern um sie selbst. In ihren Kolumnen spricht sie über viel alltägliche Dinge, die sie als Schriftstellerin, Mutter und Frau.  Die Kurzgeschichten sind vier größere Kategorien eingeteilt. Mir gefiel auch das Cover sehr gut, weil es so gut zu den beiden bereits erschienen Geschichten passt. Das Lesen der Kolumnen war kurzweilig, oft auch amüsant z.B. Angst vor einer Brotschneidemaschine und Dialoge mit ihren Kindern, aber vermutlich bleibt da bei mir nicht ganz so viel hängen. Es gibt aber auch Themen in den Kolumnen, da hat sie sehr gute Gedanken und Argumente und die mich auch zum Nachdenken angeregt haben, z.B. Erlebnisse in der Deutschen Bahn und der Stellenwert vom Weihnachtsgottesdienst. Ich würde empfehlen sich die Kolumnen einzuteilen und jeden Tag ein paar zu lesen.

FAZIT:

Alles muss man selber falsch machen ist eine kurzweilige, zuweilen humorvolle und manchmal nachdenklich machenden Sammlung der besten Kolumnen von Alena Schröder. Kann man lesen, muss man nicht. Für mich eine schöne Überbrückung bis ihr nächster Roman erscheint.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Spannung fehlt

Ein Schrei, den niemand hört
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MEINUNG:

Ein Schrei, den niemand hört ist der Auftakt der englischen Thriller Reihe um den Detective Inspector Robert Kett. Dieser zieht aus London weg in das Städtchen Norwich und wird so gleich zu einem ...

MEINUNG:

Ein Schrei, den niemand hört ist der Auftakt der englischen Thriller Reihe um den Detective Inspector Robert Kett. Dieser zieht aus London weg in das Städtchen Norwich und wird so gleich zu einem Fall von zwei vermissten Mädchen gerufen. Er selbst ist auch Opfer, denn seine Frau wurde ebenfalls entführt und es keine Spur. Er zieht mit seinen drei kleinen Töchtern deswegen aus London weg. 

Ich konnte keine wirkliche Verbindung zu den Charakteren aufbauen. Robert Kett war für mich auch schwierig, da er einerseits für seinen Job brennt, aber eigentlich sich auch um seine drei Töchter kümmern müsste. Es war schon recht anstrengend, dass er die 18-monatige Tochter immer mit zur Arbeit nimmt und teilweise Kollegen überlässt, weil er eben der beste Ermittler hinsichtlich Entführungen ist. Seine Sorge um seine Frau begleitet das Geschehen und wird vermutlich den Rahmen zwischen allen Bänden geben. Insgesamt fehlte es mir an Spannung, denn so richtige Ermittlungsarbeit wird hier nicht durchgeführt, sondern es werden einfach schon bereits auffällig gewordene Personen als Täter präsentiert. Beim Lesen habe ich gemerkt, dass meine Aufmerksamkeit nachlässt und ich zwischen den Personen (fast alles Männer) nicht mehr durchgesehen habe. Der Autor schaffte es nicht mich beim Lesen bei der Stange zu halten.

FAZIT:

Ein Schrei, den niemand hört hat eine solide Grundidee, aber die Umsetzung hat mir leider weniger zugesagt. Es fiel mir schwer bei den Verdächtigen wirklich durchzusehen. Außerdem fehlte es mir an guter Ermittlerarbeit, bei der ich miträtseln mitfiebern kann und Spannung kam leider auch keine auf. 

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Zu viel Gewalt

Der Schotte - Gefährlicher Auftrag
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MEINUNG:

Meine Liebe zu Schottland und generell zu Spannungsliteratur habe mich sehr neugierig gemacht auf den Schotten. Der Schotte - Gefährlicher Auftrag ist der erste Band um den ehemaligen Polizisten ...

MEINUNG:

Meine Liebe zu Schottland und generell zu Spannungsliteratur habe mich sehr neugierig gemacht auf den Schotten. Der Schotte - Gefährlicher Auftrag ist der erste Band um den ehemaligen Polizisten Robert Hoon. Ich würde hier wieder mal empfehlen, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, weil der Fall auch nicht abgeschlossen wird in diesem Teil.

Schon auf den ersten Seiten habe ich gemerkt, dass ich mit Robert Hoon nicht warm werde, denn er ist ein ehemaliger Polizist, der ein Alkohol- und ein Gewaltproblem hat. Ich lese viele Krimis und Thriller und mir ist bewusst, dass es hier gerne mal härter zugeht und das auch die handelnden Personen in Notwehr mal zu Gewalt greifen, für Robert aber ist ein normales Mittel an Informationen zu kommen. Er ist von sich absolut überzeugt. Leider wird die Gewalt vom Autor in keinerlei Weise kritisch eingeordnet. Ich war überrascht, dass solcherlei Bücher noch geschrieben werden. Robert Hoon ist für mich ehrlich gesagt ein bisschen aus der Zeit gefallen. Erinnerte mich ein bisschen an Stirb Langsam oder Bud Spender Filme. 

Positiv sind natürlich Hoons Absichten seinem Freund zu helfen dessen verschwundene Tochter zu finden. Außerdem kommt man hier wirklich sehr schnell durch die Seiten. Ich habe die Hälfte des Buches innerhalb von 2 Stunden gelesen, weil ebenso wie Robert auch der Erzählstil einfach ist. Ich habe mich auch ein wenig berieseln lassen. Gedanken sind immer wieder weg geschwiffen, vor allem, wenn Hoon mal wieder Leute bedroht und gewalttätig wird. Er verwendet auch gerne Spitznamen für die jeweiligen Beteiligten, so dass es für mich oft nicht immer ganz klar war, wer das nun genau war, aber es ist auch nicht erheblich für die Handlung alle handelnden Personen zu kennen. Es gibt nur eine handvoll, die man sich merken muss. Ich fand auch den Spannungsbogen mäßig. Action war auf jeden Fall gegeben, aber nicht so viel Ermittlung. 

FAZIT:

Der Schotte - Gefährlicher Auftrag konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. Die Handlung war in Ordnung, aber ich bin mit Robert Hoon nicht wirklich warm geworden. Für seine Gewalttätigkeit habe ich leider nicht so viel übrig und lese so etwas auch nicht gern. Wer Filme wie Stirb Langsam mag, dem ist das Buch/ die Reihe zu empfehlen - viel Action, wenig Handlung.

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Veröffentlicht am 09.06.2024

Flop des Jahres

Krähentage
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MEINUNG:
Krähentage von Benjamin Cors hat mich einfach magisch angezogen. Einerseits liebe ich einfach Thriller und andererseits haben sich die sehr guten Meinungen hierzu einfach gehäuft, so dass klar ...

MEINUNG:
Krähentage von Benjamin Cors hat mich einfach magisch angezogen. Einerseits liebe ich einfach Thriller und andererseits haben sich die sehr guten Meinungen hierzu einfach gehäuft, so dass klar für mich war, dass ich das Buch lesen muss.
Also ich weiß eigentlich gar nicht, wo ich hier anfangen soll, denn mir hat hier leider eine ganze Menge wirklich nicht gefallen. Es mag sicherlich daran liegen, dass ich grundsätzlich viele Krimis und Thriller lese und daher relativ anspruchsvoll geworden bin. Schon nach dem ersten Viertel war ich hier relativ ernüchtert und habe auch über einen Abbruch nachgedacht. Was für mich schon mal gefehlt hat, war Spannung. Wir lesen hier immer wieder im Wechsel von dem ermittelnden Team und dem vermeintlichen Täter, was ich an sich mag, aber es gab eben auch nicht mehr besonders viele Überraschungen. Meiner Meinung nach gelingt es dem Autor nicht einen Thriller vernünftig aufzubauen. Es ist oft nicht klar, wo die Opfer und Ermittlungsansätze herkommen. Anstatt immer wieder durch kleine Hinweise Spannung aufzubauen und mein Interesse zu wecken, passiert vieles einfach irgendwie. Es gibt sogar eine Zeit von 4 Wochen, wo in diesem Fall mit einem angeblichen Serienmörder nichts passiert. 
Weiterer Kritikpunkt ist Brutalität der Morde, die in Zusammenhang mit Krähen stehen. An sich gefiel mir die Wahl der Tiere, weil ihnen leider zu Unrecht oft ein schlechter Ruf vorauseilt, aber am Ende macht für mich Brutalität noch langen keinen guten Thriller aus und ich fand es auch wirklich unnötig, eben weil dem Thriller einfach die Tiefe und Authentizität fehlt. Bei mir hat auch keiner der Fälle und Personen wirklich Emotionen wie Mitgefühl oder ähnliches ausgelöst und das finde ich schade, denn bei solchen Verbrechen sind nun auch wirklich Menschen beteilig und werden zu Opfern. Ich konnte mich auch mit keiner Person aus dieser Gruppe 4 wirklich anfreunden, denn sie bleiben alle oberflächlich und der Autor hat hier die klassischen Stereotypen aufgebaut: Die mürrische Mila mit düsterer Vergangenheit, der eloquente Jakob, die flippige Lucy, die strebsame Frauke, der stille und zu Gewalt neigende "Finne" (dessen Gewaltbereitschaft auch nicht eingeordnet wird) und Ludger, der gerne Anzug trägt. In meinen Auen viel zu viele Personen. Oft verwendet der Autor auch Sätze bzw. Phrasen, die einfach zu dick aufgetragen fand. Ich habe mir oft gedacht besser wäre mehr zeigen und nicht so viel erzählen (show and don't tell). Ein bisschen versöhnlich haben mich ein paar Wendungen am Ende gestimmt.

FAZIT:
Von Krähentage habe ich mir wirklich viel versprochen, aber es konnte mich leider nicht überzeugen. Für mich ein Thriller, den ich einfach nicht gut gemacht fand, auch nicht mit dieser Brutalität, die beschrieben wird. Mich konnten leider weder die Ermittler, noch der Fall überzeugen und was ich wirklich vermisst habe, war Spannung. 

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