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Veröffentlicht am 14.04.2025

Einsamkeit, Verlust und Erinnerung

Die Anatomie der Einsamkeit
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Schon in ihrem Debütroman "Die Halbwertszeit von Glück" erzählt Luise Pelt von Frauen, die in unterschiedlichen Zeiten leben und miteinander verbunden sind. Während es dort um die Vergänglichkeit des Glücks ...

Schon in ihrem Debütroman "Die Halbwertszeit von Glück" erzählt Luise Pelt von Frauen, die in unterschiedlichen Zeiten leben und miteinander verbunden sind. Während es dort um die Vergänglichkeit des Glücks ging, ist es diesmal die Einsamkeit mit ihren verschiedenen Facetten.

Im Jahr 2000 führt die erfolgreiche New Yorker Anwältin Claire ein erfolgreiches Leben, aber fühlt sich innerlich leer. Seit dem Verlust ihrer Zwillingsschwester ist sie isoliert. Zwei Jahrzehnte später kämpft die impulsive Journalistin Olive in London mit einem ähnlichen Gefühl. Trotz Beziehung und Familie scheint sie keinen emotionalen Halt zu finden. Die beiden Frauen verbindet ein alter Kompass, den Olive von ihrer Großmutter Poppy geerbt hat. Mit ihm beginnt eine Suche in der Familiengeschichte und in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Begleitet von Gedichten, die Poppy selbst geschrieben hat.

Luise Pelt bleibt sich treu. Ihr Schreibstil ist einfühlsam und mitreißend. Die Seiten fliegen nur so dahin. Wie schon in ihrem ersten Roman erzählt sie mit starken Bildern und Sätzen, die man sich merken möchte. Auch hier spielt die Geschichte in mehreren Zeitebenen und Perspektiven. Dies erfordert manchmal Aufmerksamkeit, sorgt aber gleichzeitig für Spannung und unterschiedliche Blickwinkel auf die Einsamkeit. Besonders gelungen ist die atmosphärische Beschreibung der Schauplätze. Die Natur wird hier nicht nur beschrieben, sondern spiegelt die inneren Zustände der Figuren.

Auch diesmal steht die Entwicklung der Figuren im Mittelpunkt. Claire wird gelassener und versucht weniger, alles zu kontrollieren, Olive beginnt, ihren Platz in der Welt zu suchen. Beide Figuren sind glaubwürdig dargestellt, auch wenn Olives Impulsivität manchmal an die anstrengenden Passagen von Mylene und Holly im ersten Buch erinnert. Doch wie schon in "Die Halbwertszeit des Glücks" gelingt es der Autorin, ihre Figuren zu entwickeln und sie am Ende zu sich selbst finden zu lassen. Kleine Schwächen im Mittelteil werden durch das gelungene Ende mehr als wettgemacht.

"Die Anatomie der Einsamkeit" ist ein intensiver Roman über Einsamkeit, Familie und Erinnerung. Wer den ersten Roman von Luise Pelt mochte, wird sich auch hier gut aufgehoben fühlen. Die Themen sind ernster, die Erzählweise noch fesselnder, die Charaktere besser ausgearbeitet. Wenn sich die Autorin zu ihrem nächsten Buch nochmal so steigert, wird der dritte Roman ein Meisterwerk.

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Veröffentlicht am 03.08.2024

Spannung und Intrigen

Gefährliches Komplott
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David Baldacci präsentiert in seinem Thriller "Gefährliches Komplott" eine fesselnde und vielschichtige Geschichte mit überraschenden Wendungen und facettenreichen Charakteren. Die Protagonistinnen Mickey ...

David Baldacci präsentiert in seinem Thriller "Gefährliches Komplott" eine fesselnde und vielschichtige Geschichte mit überraschenden Wendungen und facettenreichen Charakteren. Die Protagonistinnen Mickey Gibson, eine ehemalige Polizeibeamtin und alleinerziehende Mutter, sowie die geheimnisvolle Anruferin Arlene Robinson, später auch Clarisse oder Miss Frazier, sind die zentralen Figuren in einem (zunächst) unübersichtlichen Wirrwarr. Die kurzen Kapitel sowie die wechselnden Perspektiven sorgen für ordentliche Spannung. Die Beziehung zwischen der zielstrebigen Mickey und der skrupellosen, intelligenten Clarisse ist äußerst spannend dargestellt, während die Handlung überraschende Entwicklungen und geschickte Wendungen bietet.

Der Roman fordert die Lesenden heraus, selbst Hypothesen zu entwickeln und die zahlreichen Rätsel zu entwirren. Baldaccis Schreibstil ist fesselnd und die Auflösung des Falls ist nicht gänzlich unerwartet, aber überzeugend. Die Handlung beinhaltet eine Vielzahl von Nebenthemen, darunter Kindesmissbrauch, Kryptowährungen und Korruption. Der Aufbau des Buches ist überzeugend durchdacht. Die Charaktere sind mit einer gewissen Tiefe angelegt. Besonders der Gegensatz zwischen der sympathischen, aber mitunter naiven Mickey und der strukturierten Clarisse ist herausgearbeitet.

Die Handlung bleibt über weite Strecken spannend und flüssig. Die Vielzahl an Personen und Pseudonymen macht die Geschichte allerdings etwas kompliziert. Die kurzen Kapitel sowie die wechselnden Perspektiven tragen maßgeblich zur Steigerung der Spannung bei. Die plötzliche Entwicklung einer freundschaftlichen Beziehung zwischen Mickey und Clarisse erscheint etwas abrupt und wenig realistisch.

Baldacci verzichtet weitgehend auf klassische Action-Szenen und setzt den Fokus auf die intelligente Ermittlungsarbeit, unter anderem mit digitalen Methoden. Es entsteht ein spannender Roman, der sich flüssig lesen lässt.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.07.2024

Die Bedeutung von Büchern in schwierigen Zeiten

Die Glücksfrauen - Die Kraft der Bücher
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Die Trilogie „Die Glücksfrauen“ von Anna Claire handelt von drei Freundinnen (Luise, Maria und Annie), die vor Beginn des Zweiten Weltkriegs in Berlin leben. Im Jahr 2023 begeben sich die Enkelinnen der ...

Die Trilogie „Die Glücksfrauen“ von Anna Claire handelt von drei Freundinnen (Luise, Maria und Annie), die vor Beginn des Zweiten Weltkriegs in Berlin leben. Im Jahr 2023 begeben sich die Enkelinnen der Protagonistinnen auf die Spuren ihrer Großmütter. „Die Kraft der Bücher“ ist der zweite Teil und erzählt die Geschichte von Maria und ihrer Familie im Jahr 1939 sowie die Geschichte ihrer Enkelin Sandra im Jahr 2023.

Im Jahr 1939 überredet Maria ihren unentschlossenen Ehemann Jacob quasi im letzten Moment zur Flucht. Die Familie begibt sich auf eine gefährliche Route, die letztendlich nach Rio de Janeiro führt. In der Gegenwart in Rio de Janeiro führt Sandra die Buchhandlung ihrer Großmutter Maria mit wenig finanziellem Erfolg. June, die Enkelin von Luise, nimmt mit ihr Kontakt auf, weil sie versucht, die Nachkommen der Freundinnen ihrer Großmutter zu finden, um deren letzten Wunsch zu erfüllen. So begeben sich Sandra und June gemeinsam auf eine Reise, um die Fluchtroute von Maria nachzureisen und Hinweise auf die Nachfahren von Annie zu finden.

Die Erzählung verläuft auf zwei Zeitebenen, wodurch die Spannung durchgehend gehalten wird. Besonders fesselnd ist die Schilderung der Geschichte Marias in der Vergangenheit. Die Figur wird als eine starke, mutige und entschlossene Frau dargestellt, die ihre Familie unter schwierigsten Bedingungen vor dem Tod bewahrt. In der Gegenwart hingegen könnten einige Situationen und Handlungen der Protagonistinnen glaubwürdiger und weniger naiv dargestellt werden. Der Roman wird sehr bildhaft beschrieben, sodass sich die dargestellten Szenen gut vorstellen lassen. Allerdings könnten einige Zufälle und glückliche Wendungen etwas realistischer umgesetzt werden. Wie auch im ersten Band ist der Schreibstil leicht und flüssig.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich um einen gelungenen historischen Roman handelt, der die Lesenden auf eine emotionale Reise mitnimmt und die Bedeutung von Büchern in schwierigen Zeiten betont. Besonders die Darstellung von Marias Flucht und ihrer starken Persönlichkeit machen das Buch lesenswert. Ich freue mich darauf, auch den dritten Band zu lesen, um mehr über die offenen Fragen und über Annis Schicksal zu erfahren.

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Veröffentlicht am 09.06.2024

Realistischer Schweden-Krimi

COLD CASE - Das letzte Bild
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Die suspendierte Leiterin der Cold Case-Einheit der schwedischen Polizei wird von ihren dänischen Kollegen um Hilfe gebeten. Im Zusammenhang mit zwei ungelösten Vermisstenfällen in Dänemark und Schweden ...

Die suspendierte Leiterin der Cold Case-Einheit der schwedischen Polizei wird von ihren dänischen Kollegen um Hilfe gebeten. Im Zusammenhang mit zwei ungelösten Vermisstenfällen in Dänemark und Schweden sind im Internet Fotos der verschwundenen Mädchen aufgetaucht. Bald entsteht ein Muster, das lange Jahre nicht erkannt wurde. Der Täter ist noch auf freiem Fuß und scheint noch einmal zuschlagen zu wollen.

Für mich war die Reihe um Ermittlerin Tess Hjalmarsson neu. Auch ohne die vorherigen drei Bände gelesen zu haben, bin ich gut in die Handlung gekommen. Mir haben für das Verständnis der Geschichte keine wesentlichen Informationen aus den ersten Büchern gefehlt. Die Hauptfigur ist eine sympathische Frau mittleren Alters, die in recht geordneten Verhältnissen lebt, aber trotzdem ihre Probleme hat. Der Handlungsstrang um ihre Suspendierung verläuft wohl über mehrere Bücher. Weder die genauen Umstände, die dazu führen, noch die letztendliche Entscheidung, ob sie wieder in den Dienst darf, werden in diesem Band beschrieben.

Der Fall selbst hat einen gut durchdachten Verlauf. Die Autorin führt die Lesenden immer wieder auf falsche Fährten. Nur ganz gewiefte Krimiveteranen können den/die Täter/in vorher überführen. Das Motiv wird wohl niemand so leicht vorhersehen können. Durch ihren beruflichen Hintergrund als Kriminalreporterin beschreibt die Autorin die Ermittlungsarbeiten und forensischen Methoden sehr realistisch. Der Erzählstil ist insgesamt eher nüchtern und beschreibend, trotzdem jedoch durchgehend spannend und interessant. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde nun die ersten drei Bücher der Reihe nachholen müssen.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 12.04.2024

Die Inselfrauen von Dikholmen

Das Geheimnis von Dikholmen
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Die Lesenden verfolgen in diesem Buch von Michaela Abresch drei Frauen in verschiedenen Zeiten, deren Leben mit der schwedischen Insel Dikholmen verbunden sind. Eira lässt 1960 aus zunächst unklaren Gründen ...

Die Lesenden verfolgen in diesem Buch von Michaela Abresch drei Frauen in verschiedenen Zeiten, deren Leben mit der schwedischen Insel Dikholmen verbunden sind. Eira lässt 1960 aus zunächst unklaren Gründen ihre Familie zurück um allein und eher rustikal auf Dikholmen zu leben. Die schwangere Inga flieht Ende der 1960er vor ihrer Stiefmutter in das Häuschen ihrer Familie auf der Insel. Im Heute macht sich Lillemor auf eine Wanderung zu sich selbst, die ihr bei der Bewältigung ihrer Vergangenheit helfen soll. In Rückblicken werden ihre Kindheit in Schweden und ihr Leben in Deutschland erzählt. Doch die Frauen verbindet mehr als nur die Insel.

Bereits das Cover veranschaulicht die Idylle der fiktiven, kleinen schwedischen Insel. Die Beschreibungen der Autorin lassen vor dem inneren Auge eine beschauliche, natürliche Landschaft entstehen, in der ein paar Frauen naturnah und einfach leben. Was so pittoresk wirkt, verlangt ihnen im Alltag einiges ab. So gibt es bis zum Schluss weder Strom noch fließendes Wasser. Die Insel kann nur per Boot erreicht werden. Trotzdem richten sich die Frauen in ihrem Leben ein und ziehen die karge Abgeschiedenheit dem komfortablen Leben in der Zivilisation vor. Jede aus ihren eigenen Gründen.

Die Hauptfigur des Romans ist Lillemor. Ihre Geschichte nimmt den größten Raum ein. Sie weiß sehr früh, was sie von Leben will und beginnt ihr Wunsch-Studium in Deutschland. Ihre Entwicklung vom gelösten jungen Mädchen mit Träumen und Plänen zu einer traurigen Erwachsenen mit festgefahrenem Leben wird von der Autorin sehr feinfühlig beschrieben. Ihre Gedanken und Beweggründe konnte ich gut nachempfinden. Ihre Entwicklung während der Wanderung ist rührend und motivierend. Mir gefällt insgesamt, wie sich die Geschichten der drei Frauen entwickeln. Sie wirken so lebensnah ohne viel konstruierte Spannung. Ich kann mir gut vorstellen, dass es die Frauen und ihre Lebenswege so im wahren Leben geben könnte. Tragisch, ohne Frage. Aber sie machen viel Gutes aus dem, was ihnen bleibt im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Das ist wirklich inspirierend.

Für mich lag die Stärke hauptsächlich im Schreibstil und in der Umsetzung, sowie der Darstellung der Gefühle und der einzelnen Lebenswege. Überraschend fand ich die Handlung nicht. Es war für mich schnell klar, wie die drei Frauen zueinander stehen. Mich stört es in diesem Buch jedoch gar nicht, dass es keine großen Überraschungen gibt. Ich habe es sehr gern gelesen.

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