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Veröffentlicht am 19.06.2024

✎ Kerstin Gier - Silber-Trilogie 1 Das erste Buch der Träume

Silber - Das erste Buch der Träume
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Oft sehe ich Bücher in unserer Grundschulbibliothek, die auf Social Media gehypt wurden/werden, die ich selbst jedoch (noch) nicht kenne. Wenn sich die Gelegenheit also bietet, versuche ich hinein zu lesen, ...

Oft sehe ich Bücher in unserer Grundschulbibliothek, die auf Social Media gehypt wurden/werden, die ich selbst jedoch (noch) nicht kenne. Wenn sich die Gelegenheit also bietet, versuche ich hinein zu lesen, um bei den Kindern eventuell mitsprechen zu können.

Die Silber-Trilogie gehört da neuerdings dazu.

Ich muss leider sagen, dass es nichts ist, was mir im Gedächtnis bleiben wird.
Es passiert so viel und doch nichts.
Das Viele wird dann oft auch nur angefangen und nicht zu Ende erzählt, sodass am Schluss noch sehr viele Fragen offen sind.

Was mich aber am meisten gestört hat, war die Diskriminierung, die hier stattfindet.
Das ging teilweise überhaupt nicht und war für mich persönlich auch nicht mehr mit einem Augenzwinkern zu sehen.

Ich habe auf einer Plattform gelesen, dass manche Eltern das Buch ab 5 Jahren empfehlen. Eine offiziellere Stelle meint „ab 14“. Ich persönlich würde es Viellesenden ab 12 vorschlagen, obwohl sie sich mit den Charakteren wahrscheinlich nicht wirklich identifizieren werden können.

Es gibt ein paar niedliche Elemente und ein paar witzige Stellen. Doch ich denke, dass ich aus der Trilogie bereits herausgewachsen bin, denn zumindest der erste Band gab mir nicht wirklich was. Zudem wurden mir zu viele Klischees untergebracht.
Meine Neugier ging jedoch zumindest soweit, den zweiten Teil zu starten, denn ich erhoffte mir ein paar Antworten …

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 13.06.2024

✎ Kai Meyer - Die Seiten der Welt 1

Die Seiten der Welt
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10 Jahre nach Erscheinen der Geschichte habe ich sie nun in einem BuddyRead gelesen.

Anfangs war ich wirklich begeistert. Kai Meyer erschafft mit seinen Worten eine Welt, in die ich teilweise gerne selbst ...

10 Jahre nach Erscheinen der Geschichte habe ich sie nun in einem BuddyRead gelesen.

Anfangs war ich wirklich begeistert. Kai Meyer erschafft mit seinen Worten eine Welt, in die ich teilweise gerne selbst eingetaucht wäre. Obwohl ich im Fantasybereich oft genug meine Probleme mit der Vorstellungskraft habe, wandelte ich hier Seite an Seite mit Furia.

Leider hält der mitreißende Schreibstil nicht lange an.
Auf der einen Seite gibt es immer wieder Szenenwechsel und alles geht sehr schnell. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Durststrecken.
Zudem war mit Furia als Charakter oft zu anstrengend: nervig, unhöflich, naiv, hochnäsig - alles, was ich mit einer 15-Jährigen vereinbaren kann, jedoch nicht ein ganzes Buch lang.

Die meisten anderen Personen kommen nicht weniger negativ weg: Oft gibt es Handlungen, die ich nicht nachvollziehen konnte. Die Entwicklung der Einzelnen bleibt aus.

Eine Mitleserin hat uns darauf hingewiesen, dass ein Teil der Fantasywelt ganz stark an „Die Stadt der träumenden Bücher“ von Moers erinnert. Auch andere Texte kamen zwischendurch zur Sprache, weswegen ich mich frage, ob Meyer keine eigenen tollen Ideen hat …

Das Buch wird stellenweise als „Jugendfantasy ab 14“ gehandelt. Für mich sind die Protagonisten zwar im entsprechenden Alter, doch die Brutalität, die hin und wieder auftritt, ist selbst für mich als Erwachsene manchmal nur schwer auszuhalten gewesen. Zumal sie unnötig oft zutage tritt.

Ich habe das Buch nicht abgebrochen, weil ich wirklich gespannt war, was es mit all den Fäden, die der Autor anfing, auf sich hat. Manche wurden zu Ende erzählt, viele jedoch offen gelassen.
Die Geschichte an sich ist abgeschlossen und ich verspüre keine Lust, Band 2 anzuknüpfen. Für mich ist die Reise mit Furia an dieser Stelle zu Ende.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 04.06.2024

✎ Katharina Pflugbeil - Charlotte Teufelsbraten 2 Charlotte Teufelsbraten bekommt Besuch

Charlotte Teufelsbraten bekommt Besuch
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Bereits den ersten Band von „Charlotte Teufelsbraten“ musste ich alleine zu Ende lesen, weil er meiner 6-Jährigen nicht gefiel. Teil 2 schneidet bei ihr erneut nicht gut ab …

Meine Kritikpunkte vom Vorgänger ...

Bereits den ersten Band von „Charlotte Teufelsbraten“ musste ich alleine zu Ende lesen, weil er meiner 6-Jährigen nicht gefiel. Teil 2 schneidet bei ihr erneut nicht gut ab …

Meine Kritikpunkte vom Vorgänger passen teilweise erneut auf den Nachfolger:
- Bild-Text-Verhältnis der Zielgruppe nicht angemessen
- Reime holprig
- Worte, die Kindergartenkinder nicht benutzen (verstehen?)

Dieses Mal jedoch steht Charlotte, wie der Titel vermuten lässt, im Mittelpunkt.
Wir erleben, wie mit ihrer schlechten Laune von den einzelnen Familienmitgliedern umgegangen wird. Sie möchte sie unbedingt loswerden und stößt dabei auf kreative - nicht immer ungefährliche! - Ideen.
Die Kleinen lernen zudem, was man gegen das Gefühl, welches man eigentlich so gar nicht mag, selbst tun kann. Dies ergibt einen wunderbaren Anlass zum Reden.

Obwohl hier tatsächlich ein Fokus gesetzt wurde und Zuhörende sich mit der Protagonistin identifizieren könnten, erschweren der viele Text und die holprigen Reime sowohl das Vorlesen als auch das konzentrierte Lauschen.

Unsere Exemplare wandern in die Grundschule und nicht, wie eigentlich geplant, in den Kindergarten. Ich habe mich mit den Pädagoginnen unterhalten und wir waren der einheitlichen Meinung, dass es dort einfach nicht passt.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 17.05.2024

✎ T.J. Klune - Mr. Parnassus 1 Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte

Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte
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Auf dieses Buch bin ich durch den Hype aufmerksam geworden, welches es in scheinbar allen sozialen Netzwerken ausgelöst hat. Angezogen durch das schöne Cover und wenig auf den Klappentext geachtet, begann ...

Auf dieses Buch bin ich durch den Hype aufmerksam geworden, welches es in scheinbar allen sozialen Netzwerken ausgelöst hat. Angezogen durch das schöne Cover und wenig auf den Klappentext geachtet, begann ich voller Enthusiasmus zu lesen.

Im Nachhinein muss ich leider sagen, dass es mich nicht so abholen konnte wie manch anderen.

Ich habe unheimlich lange gebraucht, bis ich durch war - knapp 1 Monat. Daran merkte ich, dass ich zwar nicht völlig abgeneigt war, der Inhalt mich jedoch auch nicht (vollends) catchte.

Die Geschichte ist sehr in die Länge gezogen, gespickt mit Klischees, Abreißkalenderweisheiten und sehr vorhersehbar.

Es ist schön, dass Klune besonderen Menschen eine Bühne geben möchte. Doch irgendwie waren sie mir dafür zu sehr im Hintergrund. Linus Baker stand gerade am Anfang ziemlich im Fokus.
Dennoch hat der Autor wunderbare Charaktere geschaffen. Sehr authentisch, sehr einprägsam. Manche etwas oberflächlich, andere tiefgründig.

Ein zweiter Teil soll in Deutschland gegen Ende des Jahres erscheinen. Bereits der Klappentext zieht mich nicht in seinen Bann. Ich denke daher, dass die Reise für mich mit den magisch Begabten hier zu Ende ist.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 10.04.2024

✎ Peter Härtling - Das war der Hirbel

Das war der Hirbel
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Mir ist von Peter Härtling „Ben liebt Anna“ als Schullektüre in Erinnerung geblieben. Als ich es letztes Jahr mit den Augen einer Erwachsenen las, war ich nicht mehr ganz so begeistert.
„Das war der Hirbel“ ...

Mir ist von Peter Härtling „Ben liebt Anna“ als Schullektüre in Erinnerung geblieben. Als ich es letztes Jahr mit den Augen einer Erwachsenen las, war ich nicht mehr ganz so begeistert.
„Das war der Hirbel“ kannte ich vom Titel her, jedoch hatte ich das Buch vorher noch nie in der Hand.

Ich war gespannt, wie der Autor das Thema kindgerecht und ohne erhobenen Zeigefinger umsetzt, weil ich denke, dass es eigentlich nicht (nur) an Kinder adressiert sein sollte.

Bei Härtlings Text muss man im Hinterkopf behalten, dass er 1973 veröffentlicht wurde. Das sind mittlerweile 50 Jahre - 50 Jahre, in denen sich unsere Gesellschaft und die Wissenschaft verändert haben.

Vielleicht war damals alles so schlimm, wie es beschrieben wurde. Heute kennt man andere Lösungsansätze. Doch auch schon damals hätte das Verhalten von Hirbel als unangemessen gegolten. Klar werden manche Kinder auffällig, wenn ihnen jegliche Liebe entzogen und verweigert wird. Das ist ganz normal. Und trotzdem darf man als Betroffene*r nicht so agieren.

Vor allem sollte man solche Situationen in einem Kinderbuch nicht einfach in den Raum werfen und so stehen lassen. Ich weiß, das Buch wird in der Schule totanalysiert. Doch wer niemanden zum Reden hat, den werden die Zeilen eventuell verstören.

Ich hatte gehofft, dass hier keine Moralkeule geschwungen wird, doch Peter Härtling hat sie sogar sehr weit ausgeholt.

Meiner Meinung nach sollte dies keine Schullektüre mehr sein. Es gibt so viel bessere Literatur über dieses Thema. Ich glaube, „Das war der Hirbel“ darf langsam aus den Regalen verschwinden. Oder man nimmt es als Vergleichslektüre, um zu sehen, wie sich die Zeit verändert hat.

©2024 Mademoiselle Cake