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Veröffentlicht am 10.02.2025

Die Geheimnisse des Nils

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Ein sehr einzigartiger Hintergrund für eine Geschichte, die ich nicht wirklich als Fantasy bezeichnen würde, sondern eher als einen historischen Roman (19. Jahrhundert) mit magischem Realismus.
Eine argentinische ...

Ein sehr einzigartiger Hintergrund für eine Geschichte, die ich nicht wirklich als Fantasy bezeichnen würde, sondern eher als einen historischen Roman (19. Jahrhundert) mit magischem Realismus.
Eine argentinische Protagonistin macht sich auf die Reise, um herauszufinden, was mit ihren Eltern passiert ist, die als Archäologen in Kairo tätig waren und offenbar dort gestorben sind. Die Kulisse Ägyptens ist wunderschön und das Geheimnis von Kleopatras Grab hat mich schon als Kind fasziniert.

Zu diesem echten Mysterium kommt eine slow-burn Liebesgeschichte, unfaire Spiele und Intrigen sowie magische Artefakte - und schon hat man eine fesselnde Geschichte wie diese!

Allerdings hatte ich beim Lesen das Gefühl, nicht allzu sehr emotional connected gewesen zu sein, und besonders zum Ende hin habe ich mich eher von den Charakteren distanziert. Aber der Epilog?? Ich brauche die Fortsetzung, und zwar gestern!

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Rettungsschwimmer auf Hawaii: nichts mit Baywatch-Klischees

This could be home
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Danke an NetGalley und den Argon Verlag, die mir ein Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Wie so oft habe ich mir diese Lilly Lucas Geschichte als Hörbuch angehört. Ja, ich mag ...

Danke an NetGalley und den Argon Verlag, die mir ein Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Wie so oft habe ich mir diese Lilly Lucas Geschichte als Hörbuch angehört. Ja, ich mag die Bücher der Autorin super gerne, aber ihre Hörbücher haben einfach immer wunderbare Sprecherinnen, die den Geschichten eine ganz besondere Atmosphäre einhauchen. Wo Band 1 der Hawaii Love Reihe noch von Sandra Voss gelesen wurde, bekommen wir hier die Stimme von Leonie Landa zu hören, die mich vor allem in „Zeilenflüstern“ von Kyra Groh als Sprecherin begeistert hat und die man sonst vielleicht aus Hörbüchern von Sarah Sprinz oder Laura Kneidl kennt.
Kurzum: wie bei Lilly Lucas‘ Büchern gewohnt, haben wir eine grandiose Sprecherin, die durch ihre facettenreiche Art die Bandbreite der Gefühle, die wir in diesem Buch erleben, wunderbar vermitteln, und lädt uns Hörerinnen zum Träumen nach Hawaii ein.

Inhaltlich sind wir bei Laurie, der Schwester des Protagonisten Vince aus Buch 1, und Tristan, einem Rettungsschwimmer bei der Ocean Safety. Der Beruf des Lifeguards ist hier zentrales Thema, da Laurie gerne Rettungsschwimmerin werden möchte, und Tristan ihr innerhalb eines Praktikums und später auch darüber hinaus den Job zeigt und sie für die Tryouts fit macht – auch wenn das zu Beginn eher gegen seinen Willen ist.

Zentraler Schauplatz ist damit auch der Strand und das Meer; es geht viel um Schwimmen und Gefahren für Badegäste, aber wir erfahren auch etwas über das Leben auf Hawaii und die hawaiianische Kultur. Wie ich schon bei Band 1 erwähnt habe: die Recherchereise der Autorin nach Hawaii macht sich bemerkbar und hat sich definitiv ausgezahlt, die Atmosphäre wirkt super authentisch!

Eine große Rolle spielt eindeutig die Vergangenheiten der beiden Protagonist
innen, da beide wichtige Personen ans Meer verloren haben – Lauries Eltern sind bei einem Segelunfall ums Leben gekommen und Tristans bester Freund ist beim Surfen gestorben. Dieser Themenkomplex ist natürlich schwer, aber die Autorin schafft es trotzdem, dass dieses Buch nicht super traurig ist, sondern eine sommerlich-spannende Atmosphäre mit Fokus auf die Lifeguard-Tryouts vorherrscht.

Gut gefallen hat mir, dass Vince und Louisa aus Band 1 rege vorgekommen sind und man den weiteren Verlauf deren Beziehung gut verfolgen konnte. Außerdem kriegen Vince und Laurie in ihrem Hostel „Ohana“ Besuch aus Green Valley, und dieser Gastauftritt hat mir auch richtig gut gefallen.

Inhaltlich muss ich sagen, dass es mir zwischendurch etwas vorhersehbar und oberflächlich war. Also an manchen Punkten hätte man sicher in die Tiefe gehen können und irgendwas ausführlicher darstellen können. Als Beispiel fällt mir da z.B. der Anfang des Buches ein, wo Laurie nach einem Schicksalsschlag sich 0 auf 100 für den Job als Rettungsschwimmerin interessiert, da direkt erstmal komplett naiv rangeht (wo sie sich beim Praktikum am 1. Tag mit Tristan in Lebensgefahr begibt), und am nächsten Tag ist sie super verständnisvoll und reflektiert in ihrem Job. Da hätte man z.B. das aufkommende Interesse und die Lernkurve von Laurie stärker beschreiben können.

Insgesamt bin ich bei 4 Sternen und werde ganz sicher auch den 3. Teil der Hawaii Love Reihe lesen (hören), in dem es ums Surfen und Tristans Bruder Chip geht – denn mit Lilly Lucas Büchern hat man immer eine gute Zeit, und Sommergefühle heben meine Stimmung immer. Und nochmal möchte ich euch das Hörbuch zu diesem Buch (bzw. der Reihe) ans Herz legen <3.

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Veröffentlicht am 04.12.2024

Die unzertrennliche Bindung der Schwestern – Trauer, Vielfalt und Zusammenhalt

Blue Sisters
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“Eine Schwester ist keine Freundin. Woher kommt der Drang, eine Beziehung, die so ursprünglich und komplex ist wie die zwischen Geschwistern, auf etwas derart Austauschbares und Banales wie Freundschaft ...

“Eine Schwester ist keine Freundin. Woher kommt der Drang, eine Beziehung, die so ursprünglich und komplex ist wie die zwischen Geschwistern, auf etwas derart Austauschbares und Banales wie Freundschaft zu reduzieren? Und dennoch wird dieser Status immer wieder zur Charakterisierung der innigsten Verbindung herangezogen. Wahre Schwesternschaft ist nicht dasselbe wie Freundschaft. Ihr wählt einander nicht aus, es gibt keine zaghafte Phase des Kennenlernens. Ihr seid Teil voneinander, von Anfang an. Nimm eine Nabelschnur – dick, sehnig, unansehnlich und doch lebensnotwendig – und vergleiche sie mit einem Freundschaftsbändchen aus buntem Garn. Das ist der Unterschied zwischen Schwester und Freundin.“

Ich glaube, dass dieses Buch besonders diejenigen nachvollziehen können, die selbst Schwestern (oder Geschwister) haben. Ich bin die älteste von dreien, und ich konnte mich deshalb auch sehr gut mit Avery identifizieren. Am liebsten gelesen habe ich aber die Sicht von Bonnie, weil ich sie am spannendsten und sympathischsten fand.

In dem Buch begleiten wir drei Blue-Schwestern in der Zeit nach dem Tod ihrer vierten Schwester Nicky. In der Geschichte wird sehr stark gezeigt, wie unterschiedlich einerseits sich Geschwister entwickeln, und wie unterschiedlich Trauerbewältigung bei einzelnen Personen ausfallen kann. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Auch die Endometriose-Repräsentation hat mir gut gefallen, und die Leseerfahrung für mich als Betroffene nochmal intensiver gemacht. Nicky hat diese Krankheit und die Missachtung durch das Gesundheitssystems und ein daraus folgender Medikamentenmissbrauch sind später unter anderem Schuld an ihrem Tod. Das Buch hat mir persönlich echt gut die Vielfalt der Krankheit vor Augen geführt, und mich aufgerüttelt, weil theoretisch ja auch mir so hätte ergehen können.

Das einzige, was mich an dem Buch etwas gestört hat, war das Tempo. Am Anfang habe ich die Kapitel eher als langweilig und teilweise als repetitiv empfunden, durch die ich mich durchkämpfen musste. Als das geschafft war, hat mich ein wirklich schöner Roman erwartet, den ich gerne gelesen habe und mit 4 Sternen bewerten würde.

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Veröffentlicht am 27.06.2024

Die große Liebe nach dem Tod

Wolke Sieben ganz nah
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Vielen Dank an NetGalley und den Knaur Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.
Bei diesem Buch habe ich die Leseprobe eher zufällig gelesen, ...

Vielen Dank an NetGalley und den Knaur Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.
Bei diesem Buch habe ich die Leseprobe eher zufällig gelesen, aber war sofort gefesselt. Was ein interessantes Konzept!

„Der Versuch, etwas zu tun, was einem Angst macht, ist fast so gut, als wenn man es schafft.“
Delphie ist tot – also, nicht ganz. Sie ist gestorben, aber als sie im Jenseits auf ihren Seelenverwandten Jonah trifft, der nur aus Versehen dort gelandet ist, zeigt ihre Jenseits-Therapeutin Merrit – ein großer Rom-Com Fan – Erbarmen und schickt Delphie wieder zurück auf die Erde. Unter einer Bedingung: sie muss Jonah innerhalb von 10 Tagen in London wiederfinden und er muss sie von sich aus küssen. Ansonsten muss Delphie den Rest ihres Lebens nach dem Tod damit verbringen, als Versuchskaninchen für eine Jenseits-Dating App hinzuhalten. Ihr Albtraum!
Also begibt sich Delphie zurück auf die Erde, getrieben von der Mission, Jonah wiederzufinden, dessen Nachnamen sie allerdings nicht kennt. Immer wieder springt sie über ihren Schatten, kommt heraus aus ihrem Schneckenhaus, in das sie sich so lange zurückgezogen hat. Sie entdeckt ihre Nachbarschaft neu und schließt neue Freundschaften, denn jemanden in einer Millionenstadt mit tickender Uhr zu finden, schafft man nicht alleine. Und bei der Suche nach Jonah steht Delphie auch immer wieder vor Hindernissen, fast so, als wolle das Schicksal sie davon abhalten, ihn wiederzufinden…
Im Verlauf der Geschichte lernen wir andere Charaktere kennen, wie den mürrischen Nachbar Cooper (der eigentlich ein sehr weiches Herz hat) oder Hundesitterin Frida, mit der Delphie bei einem Akt-Malkurs ihre Liebe zur Kunst wiederentdeckt.
Es ist also nicht unbedingt eine klassische Liebesgeschichte, aber doch eine romantische Komödie mit einer Art „coming of age“ Fokus, auch wenn Delphie schon 27 und damit kein Teenager ist. Trotzdem geht es viel um Selbstfindung und die Freude am Leben.
Zum Ende hin nimmt die Geschichte eine interessante Wendung ein, die ich tatsächlich habe kommen sehen, was ich aber bei Rom-Coms überhaupt nicht negativ bewerten möchte. Trotzdem war mir der Drama und Kitsch-Faktor am Ende etwas zu hoch, weshalb es für mich nicht das perfekte Buch war. Insgesamt hatte ich aber viel Spaß, konnte lachen und mit Delphie mitfiebern. Ich gebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 18.06.2024

Geld und ein eigenes Zimmer, um schreiben zu können

Ein Zimmer für sich allein
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Vielen Dank an NetGalley und den Saga Egmont Verlag, die mir ein Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

„Eine Frau braucht Geld und ein eigenes ...

Vielen Dank an NetGalley und den Saga Egmont Verlag, die mir ein Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

„Eine Frau braucht Geld und ein eigenes Zimmer, um schreiben zu können“ sind die Worte, die Virginia Woolf auf der ersten Seite ihres Werkes „Ein Zimmer für sich allein“ schreibt, und die eigentlich schon alles und wiederum nichts sagen.

Nachdem ich Orlando im April gelesen bzw. gehört hatte, war mir klar, dass ich noch mehr von dieser Autorin lesen möchte. Ich hatte bei Ein Zimmer für sich allein ebenfalls mit dem Buch angefangen, aber bin nicht so ganz reingekommen, weshalb ich mich umso mehr über die Bestätigung für das Hörbuch als Rezensionsexemplar gefreut habe!
Gelesen wird die Geschichte von Sandra Voss, die ich sonst nur als Sprecherin von Lilly Lucas Büchern kenne und es war kurz etwas ungewohnt, keinen Liebesroman von ihr zu hören. Aber ich mag ihre Stimme sehr gerne und finde die Wahl auch sehr passend, und habe mich schnell umgewöhnt!

Bezüglich des Schreibstils ist es kaum zu glauben, dass diese Worte vor fast 100 Jahren geschrieben wurden. Virginia Woolf (aber vielleicht auch ganz besonders diese Übersetzung) überzeugen mit Humor und Scharfsinn; und die Inhalte sind immer noch brandaktuell. Der Hauptfokus ist der Wunsch nach (finanzieller) Unabhängigkeit für Frauen, damit diese sich (literarisch) ausleben können. Das Fehlen von Frauen in den Klassiker-Reihen wird stark thematisiert – ich arbeite an der Uni und betreue dort eine Vorlesung zum Thema Wissenschaftstheorie; auch wir behandeln die Verdrängung von Wissenschaftlerinnen aus den Chroniken in den vergangenen Jahrhunderten.

Ansonsten fällt es mir schwer, die Geschichte kurz zusammenzufassen. Im ersten Kapitel war ich auch noch nicht so ganz überzeugt, weil ich nicht wusste wo es hingeht. Insgesamt sind es eher viele Gedanken zum Thema Frauen in der Literatur, mit Blick auf die Vergangenheit. Ich denke, ein paar meiner liebsten Zitate geben einen guten Eindruck von den Gedanken der Autorin, die sie in diesem Essay formuliert hat:

„Wenn der Professor etwas nachdrücklich auf der Unterlegenheit der Frauen bestand, ging es ihm möglicherweise nicht um ihre Unterlegenheit, sondern um seine Überlegenheit.“

„Was für ein skurriles Spektakel, dachte ich. Die Geschichte des Widerstands der Männer gegen die Emanzipation der Frauen ist vielleicht interessanter als die Geschichte dieser Emanzipation selbst.“

„Es wäre jammerschade, wenn Frauen schreiben würden wie Männer oder Leben würden wie Männer oder wie Männer aussehen würden, denn wenn angesichts der Weise und Vielfalt der Welt zwei Geschlechter schon ziemlich unzureichend sind, wie sollten wir dann nur mit einem auskommen? Sollte die Erziehung nicht eher die Unterschiede als die Ähnlichkeiten hervorholen und verstärken?“

Auch wenn ich das Hörbuch sehr gerne gehört habe, denke ich doch, dass dies ein Text ist, zu dem ich noch mehrmals wiederkommen muss, und dann wahrscheinlich auch mal in gedruckter Form. Mein erster Eindruck war sehr gut, aber wie bei vielen wissenschaftlichen Abhandlungen: um es richtig zu durchdringen, braucht man Zeit, und am besten: Ein Zimmer für sich allein.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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